Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Nature Protection, Landscape Conservation

Öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation unter Berücksichtigung erster telemetrischer Daten zur Raumnutzung

Title: Öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation unter Berücksichtigung erster telemetrischer Daten zur Raumnutzung

Diploma Thesis , 2010 , 118 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jan Schulze Esking (Author)

Nature Protection, Landscape Conservation
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das weltweite Artensterben betrifft auch in einem großen Umfang unsere heimischen Amphibien und Reptilien. Die negativen Folgen zunehmender Urbanisierung in Deutschland betreffen direkt eine große Anzahl von diesen Tierarten. Durch eine großflächige Lebensraumzerstörung, dem immer weiter zunehmenden Straßenverkehr und das Einbringen von Umweltgiften werden die Bestände der Amphibien und Reptilien immer weiter reduziert. Dabei sind diese Tierarten oft wichtige Bestandteile funktionierender Ökosysteme und deren Nahrungsnetzen. Auch die Ringelnatter (Natrix natrix) bildet da keine Ausnahme. Da Amphibien ihre Hauptnahrungsquelle darstellen, ist sie nicht nur durch die Zerstörung ihres eigenen Lebensraumes, sondern auch durch die Bestandrückgänge ihrer bevorzugten Beute stark betroffen.
Die Ringelnatter gehört zur Familie der Nattern und zur Gattung der europäischen Wassernattern. Zu den 3 Vertretern dieser Gattung zählen ebenfalls die in Deutschland vorkommende Würfelnatter (Natrix tessellata) sowie die Vipernnatter (Natrix maura). Natrix natrix ist in ganz Europa – ohne die Länder Irland und Großbritannien, das nördliche Skandinavien sowie einige Mittelmeerinseln (Kreta, Malta und die Balearen) – und dazu noch in Teilen Nordwestafrikas, Kleinasiens und Westrusslands zu finden. In diesem Gebiet ist sie mit 13 Unterarten vertreten.
Das Untersuchungsgebiet Davert liegt in einem Übergangsbereich der beiden Unterarten Natrix natrix natrix (Nominatform) und Natrix natrix helvetica (Barrenringelnatter), so dass Mischformen der beiden Subspecies in dieser Hybridisationszone anzutreffen sind (ECKSTEIN 1993).
Die Ringelnatter bewohnt hauptsächlich feuchte Biotope in Gewässernähe (Seen, Teiche und langsam fließende Flüsse), aber auch weit davon entfernte Wälder, Moorgebiete und Parkanlagen. Voraussetzung für die Besiedlung eines Gebietes ist das Vorhandensein entsprechender Teilhabitate wie Jagdgebiete mit einer ausreichenden Anzahl an Amphibien, geeignete Sonn- und Eiablageplätze, sowie trockene und frostfreie Überwinterungs- und Ruheplätze bzw. Versteckmöglichkeiten. Diese verschiedenen Strukturen werden zwar im Tages- bzw. Jahresverlauf unterschiedlich stark und häufig frequentiert, bilden jedoch die Grundlage für jede lebens- und fortpflanzungsfähige Ringelnatterpopulation.
Die Ringelnatter ist mit Abstand die häufigste Schlangenart im Bundesgebiet.
Das Ziel war es, mehr Informationen zur Ökologie und den Verhaltensweisen dieser Reptilienart zu generieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Untersuchungsgebiet

3 Material und Methoden

3.1 Künstliche Verstecke

3.1.1 Biometrie

3.1.2 Geschlecht und Alter

3.1.3 Temperaturen

3.1.4 Individuelle Identifizierung

3.1.5 Ermittlung des Beutespektrums

3.1.6 Populationsuntersuchung

3.1.6.1 LINCOLN-PETERSEN-Index

3.1.6.2 SCHNABEL-Methode

3.1.7 Warn- und Abwehrverhalten

3.2 Radiotelemetrie

3.2.1 Ausrüstung

3.2.2 Senderimplantation

3.2.3 Versuchstiere

3.2.4 Ortung und Datenaufnahme

3.2.5 Ermittlung der home ranges

4 Ergebnisse

4.1 Fangresultate

4.1.1 Fangzahlen des Jahres 2009

4.1.2 Temperaturmessungen

4.1.3 Effizienz der Untersuchungsmethode

4.1.4 Häutung

4.1.5 Populationsstruktur

4.1.5.1 Altersstruktur und Größenklassen

4.1.5.2 Geschlechterverhältnis

4.1.6 Populationsuntersuchungen

4.1.6.1 Wiederfanghäufigkeit

4.1.6.2 Populationsgröße

4.1.6.3 Habitatgröße und Bestandsdichte

4.1.7 Reproduktionsnachweis

4.1.8 Beutespektrum

4.1.9 Proaposematische Verhaltensweisen

4.2 Radiotelemetrie

4.2.1 Habitatnutzung

4.2.2 Home ranges

4.2.3 Überwinterungsplätze

5 Diskussion

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Diplomarbeit ist die öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation, um fundierte Daten für zukünftige Schutzmaßnahmen zu gewinnen. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich dabei mit der Erfassung der Populationsgröße und -struktur sowie der Analyse des Verhaltens, der Habitatnutzung und des Nahrungsspektrums dieser scheuen Tierart.

  • Analyse des Populationszustands mittels Fang-Wiederfang-Methoden
  • Untersuchung der Habitatwahl und Raumnutzung (Home Ranges) via Radiotelemetrie
  • Erforschung des artspezifischen Warn- und Abwehrverhaltens
  • Ermittlung des Nahrungsspektrums und der Reproduktionsbiologie

Auszug aus dem Buch

3.1.7 Warn- und Abwehrverhalten

Die Ringelnatter besitzt ein weites Spektrum von Abwehrreaktionen. Grundsätzlich kann man diese Reaktionen in zwei Bereiche aufteilen. Es handelt sich um defensive Strategien und um proaposematische, also drohende und aggressive, Verhaltensweisen. Gefangene Tiere zeigen keine, einzelne oder unterschiedlich kombinierte Reaktionen.

Zu den defensiven Abwehrreaktionen zählt das – wohl am häufigsten auftretende – frühzeitige Ausweichen (ECKSTEIN 1993). Über Vibrationen im Boden, ausgelöst z. B. durch Schritte, erkennt die Ringelnatter die potentielle Gefahr und begibt sich leise und in Ruhe in ein nahegelegenes Versteck. Dieses kann dichte Vegetation oder ein Nagerbau sein. In den meisten Fällen wird die Schlange dabei nicht bemerkt Wird die Natter jedoch überrascht, kommt es zu einer überhasteten ungerichteten Flucht, bei der nahe gelegene potentielle Verstecke häufig übersehen werden (ECKSTEIN 1993).

Kann die Natter der Gefahr jedoch nicht mehr entkommen und wird ergriffen, entleert sie häufig ihre Praeanaldrüsen. Diese Drüsen enden in der Kloake und während sich das Tier heftig windet, spritzt eine unangenehm riechende, kalkweiße Flüssigkeit in alle Richtungen. Der Geruch haftet über Stunden an Händen und Kleidung und lässt sich auch nicht abwaschen (KABISCH 1978, ECKSTEIN 1993). BLOSAT (mdl.) und ECKSTEIN (1993) stufen die Praeanaldrüsenentleerung als immer vorkommende Reaktion auf die Ergreifung eines Tieres ein. Dies konnte in der vorliegenden Untersuchung jedoch nicht festgestellt werden, weshalb dieses Verhalten als eine eigenständige Reaktion, im Unterschied zum Fehlen von Abwehrreaktionen eines Tieres, bewertet wird.

Eine weitere defensive Verhaltensweise ist die Akinese. Dieses „Sichtotstellen“ kann in unterschiedlichen Formen und Intensitäten auftreten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die ökologische Bedeutung der Ringelnatter und Darstellung der wissenschaftlichen Relevanz sowie des Aufbaus der Untersuchung.

2 Untersuchungsgebiet: Beschreibung der geografischen und ökologischen Gegebenheiten des Naturschutzgebietes Davert, insbesondere der Sonderstandorte wie des Bahndamms.

3 Material und Methoden: Detaillierte Erläuterung der angewandten Untersuchungsmethoden, primär der Nutzung künstlicher Verstecke und der Radiotelemetrie.

4 Ergebnisse: Präsentation der erhobenen Daten zu Fangresultaten, Populationsstruktur, Reproduktion, Abwehrverhalten sowie der telemetrischen Analyse der Habitatnutzung.

5 Diskussion: Interpretation der Ergebnisse im Kontext der Fachliteratur und Erörterung der ökologischen Zusammenhänge sowie der Wirksamkeit der gewählten Methoden.

6 Zusammenfassung: Kompakte Wiederholung der wesentlichen Erkenntnisse und Schlussfolgerungen der Diplomarbeit.

Schlüsselwörter

Ringelnatter, Natrix natrix, Feldherpetologie, künstliche Verstecke, Radiotelemetrie, Habitatnutzung, Home Range, Abwehrverhalten, Populationsökologie, Artenschutz, Davert, Münster, Erdkröte, Bufo bufo, Bestandsdichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Ökologie und Ethologie einer Ringelnatterpopulation im Naturschutzgebiet Davert, wobei insbesondere das Verhalten und die Raumnutzung unter natürlichen und künstlichen Bedingungen untersucht werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Schwerpunkte sind die Populationsgrößenberechnung, die Analyse der Habitatnutzung mittels Telemetrie, die Untersuchung des Warn- und Abwehrverhaltens sowie die Bestimmung des Nahrungsspektrums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Informationen über die Lebensweise der scheuen Ringelnatter zu generieren, um die Basis für effektive Schutzmaßnahmen im Untersuchungsgebiet zu schaffen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Zur Datengewinnung werden künstliche Verstecke (Bleche) zur Bestandsaufnahme und die Radiotelemetrie (Senderimplantation) zur Bewegungsanalyse genutzt. Zur Populationsgrößenberechnung dienen der LINCOLN-PETERSEN-Index und die SCHNABEL-Methode.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil präsentiert die konkreten Ergebnisse zu Fangzahlen, dem Abwehrrepertoire der Schlangen, der Altersstruktur der Population sowie eine detaillierte Auswertung der telemetrischen Daten einzelner besenderter Weibchen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Typische Schlagworte sind Ringelnatter, Natrix natrix, Radiotelemetrie, Habitatnutzung, Home Range, populationsökologische Untersuchungen und Schutzmaßnahmen für Reptilien.

Wie unterscheidet sich das Abwehrverhalten je nach Größe und Geschlecht?

Es konnte festgestellt werden, dass adulte Weibchen bei Störungen deutlich aggressivere Strategien wie Zischen und Kobra-Stellung wählen, während jüngere Tiere und Männchen vermehrt auf defensive Strategien wie das Fluchtverhalten oder die Akinese (Sichtotstellen) setzen.

Welche Bedeutung kommt dem Bahndamm im Untersuchungsgebiet zu?

Der Bahndamm fungiert als entscheidender Sonderstandort, der optimale Bedingungen zur Thermoregulation bietet und von der Ringelnatterpopulation intensiv als Teillebensraum für Sonnenbäder und Wanderungen genutzt wird.

Excerpt out of 118 pages  - scroll top

Details

Title
Öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation unter Berücksichtigung erster telemetrischer Daten zur Raumnutzung
College
University of Münster  (Institut für Landschaftsökologie)
Course
Landschaftsökologie - Feldherpetologie
Grade
1,0
Author
Jan Schulze Esking (Author)
Publication Year
2010
Pages
118
Catalog Number
V187989
ISBN (eBook)
9783656123835
Language
German
Tags
Ringelnatter Natrix Herpetologie Reptilien Schlangen Telemetrie Schlangenbleche amphibien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Schulze Esking (Author), 2010, Öko-ethologische Untersuchung einer Ringelnatterpopulation unter Berücksichtigung erster telemetrischer Daten zur Raumnutzung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/187989
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  118  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint