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Chancengleichheit beim Hochschulzugang - Realität oder Wunschdenken?

Titel: Chancengleichheit beim Hochschulzugang - Realität oder Wunschdenken?

Essay , 2012 , 9 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christoph Rabl (Autor:in)

Didaktik - BWL, Wirtschaftspädagogik
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‚Schuster, bleib‘ bei Deinen Leisten!‘ – Diesen umstrittenen Ratschlag, den man öfters bei Gesprächen in Zusammenhang mit Schul- und Karriereplanung hört, symbolisiert die Problematik der Chancengleichheit beim Hochschulzugang, die im Folgenden behandelt werden soll. Dabei kommt es immer wieder zu einem Zielkonflikt, denn auf der einen Seite klagt die Industrie über einen zunehmenden Fachkräftemangel (Isserstedt, Middendorff, Kandulla, Borchert & Leszczensky, 2010, S. 5), auf der anderen Seite stöhnen die Hochschulen, dass sie überfüllt sind und nicht mehr Studierende aufnehmen können (Pechar, 2005, S. 10; Sagmeister, 2005, S. 44). In einer Gesellschaft, die aufgrund des Megatrends der Globalisierung geprägt ist von Arbeitsanforderungen, die eine immer höhere Qualifizierung voraussetzen, ist es unumgänglich, auch sukzessive das Bildungsniveau zu erhöhen (Schmidt, 2002, S. 3/4; Autorengruppe Bildungsberichterstattung, 2010, S. 197; Wolter, 2011, S. 12/13). Daher ist es notwendig, möglichst vielen jungen Frauen und Männern einen Zugang zur Hochschulausbildung zu ermöglichen (International Bank for Reconstruction and Development & World Bank, 2006, S. 161; Voßkamp, Nehlsen & Dohmen, 2007, S. 40-43; Statistische Ämter des Bundes und der Länder, 2011, S. 88-93). Im Folgenden soll zunächst aufgezeigt werden, welche Unterschiede es derzeit beim Hochschulzugang abhängig von der sozialen Herkunft gibt, um daran anschließend auf der Basis des Modells zur Wahl von Bildungswegen von Boudon (1974) zu erklären, wie sozial bedingte Ängste und Unsicherheiten die Aufnahme eines Studiums verhindern. In einem zusammenfassenden Fazit soll dargestellt werden, was die am Bildungsprozess Beteiligten tun können, um die Chancengleichheit beim Hochschulzugang weiter zu verbessern.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Beschreibung des Status Quo beim Hochschulzugang

3 Modell zur Wahl von Bildungswegen nach Boudon (1974)

4 Ursachen der sozialen Disparitäten beim Hochschulzugang

5 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Das wissenschaftliche Paper untersucht die Problematik der Chancengleichheit beim Hochschulzugang in Deutschland und analysiert, inwieweit diese ein realistisches Ziel oder bloßes Wunschdenken darstellt. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie soziale Disparitäten bei der Aufnahme eines Studiums entstehen und durch welche Mechanismen sie verstärkt werden.

  • Analyse des aktuellen Status Quo hinsichtlich der Bildungsbeteiligung nach sozialer Herkunft
  • Theoretische Fundierung durch das Modell von Raymond Boudon (1974)
  • Untersuchung primärer und sekundärer Herkunftseffekte auf Bildungsentscheidungen
  • Diskussion sozioökonomischer Barrieren wie Unsicherheit und Informationsdefizite
  • Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Förderung der Bildungsgerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

3. Modell zur Wahl von Bildungswegen nach Boudon (1974)

Die Ursachen für die oben aufgezeigten sozialen Disparitäten der Bildungsbeteiligung sollen im Folgenden exemplarisch anhand des theoretischen Modells von Raymond Boudon (1974) dargestellt werden. Nach dem Modell von Boudon ist „Bildungsungleichheit das Ergebnis individueller Bildungsentscheidungen“ (Maaz, 2006, S. 51), bei dem schulische Leistungen, Selektionsmechanismen des Bildungssystems und familiäres Entscheidungsverhalten zusammenwirken (Schimpl-Neimanns, 2000, S. 639/640; Maaz, 2006, S. 51; Watermann, Maaz & Szczesny, 2009, S. 97). Zur Erklärung dieser Bildungsungleichheit differenziert Boudon zwischen primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft (Boudon, 1974, S. 29). Primäre Herkunftseffekte zeigen sich dabei „im sozioökonomischen Status der Familien und in nichtmonetären Ressourcen, wie zum Beispiel dem sozialen oder kulturellen Kapital, die sich in den schulischen Leistungen der Kinder niederschlagen“ (Maaz, 2006, S. 52) und zu Unterschieden im erworbenen Kompetenzniveau führen (Watermann, Maaz & Szczesny, 2009, S. 97). Primäre Effekte sind demnach „alle sozialen Faktoren (...), die dazu beitragen, dass Kinder mit verschiedenen (sozialen) Voraussetzungen die Anforderungen der jeweiligen Stufen des Bildungssystems unterschiedlich gut erfüllen“ (Schmitt, 2010, S. 71). Im Gegensatz dazu haben sekundäre Herkunftseffekte direkten Einfluss auf die Bildungsentscheidung (Watermann, Maaz & Szczesny, 2009, S. 97) und stellen „soziale Disparitäten dar, die aus dem Entscheidungsverhalten der unterschiedlichen Schichten, auch bei gleichen Kompetenzen, resultieren“ (Maaz, 2006, S. 52). In das Entscheidungskalkül werden dabei vor dem Hintergrund der eigenen sozialen Stellung sowohl die Kosten der Bildung als auch die zu erwartenden Bildungsrenditen mit einbezogen (Maaz, 2006, S. 52; Watermann, Maaz & Szczesny, 2009, S. 97).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Das Kapitel führt in die Problematik des Zielkonflikts zwischen dem industriellen Fachkräftebedarf und überfüllten Hochschulen ein und legt den Fokus auf die Bedeutung der Chancengleichheit.

2 Beschreibung des Status Quo beim Hochschulzugang: Hier werden statistische Daten präsentiert, die belegen, dass die Bildungsbeteiligung signifikant vom sozioökonomischen Status und dem akademischen Hintergrund der Eltern abhängt.

3 Modell zur Wahl von Bildungswegen nach Boudon (1974): Das Kapitel erläutert das theoretische Fundament, indem zwischen primären und sekundären Herkunftseffekten unterschieden wird, um ungleiche Bildungsentscheidungen zu erklären.

4 Ursachen der sozialen Disparitäten beim Hochschulzugang: Diese Sektion analysiert praktische Barrieren, darunter Informationsdefizite, fehlende elterliche Unterstützung und ökonomische Faktoren, die den Hochschulzugang erschweren.

5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Notwendigkeit von verbesserter Studienberatung, hochschulischer Unterstützung und politischem Engagement zusammen, um eine echte Chancengleichheit zu fördern.

Schlüsselwörter

Chancengleichheit, Hochschulzugang, Bildungsungleichheit, Soziale Herkunft, Boudon, Bildungsentscheidungen, Primäre Herkunftseffekte, Sekundäre Herkunftseffekte, Soziale Disparitäten, Studienanfänger, Bildungssystem, Akademikerquote, Bildungsfinanzierung, Bildungsbeteiligung, Sozioökonomischer Status.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sozial bedingte Ungleichheiten den Zugang zu Hochschulen in Deutschland beeinflussen und ob das Ziel der Chancengleichheit in der Realität erreicht wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der aktuelle Status Quo der Bildungsbeteiligung, die theoretische Erklärung durch das Boudon-Modell sowie die Identifikation von Barrieren, die den Übergang von der Schule zur Hochschule für Nicht-Akademikerkinder erschweren.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen der Bildungsungleichheit aufzuzeigen und auf Basis theoretischer Erkenntnisse Lösungsansätze zu formulieren, um die Chancengleichheit im Bildungswesen zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Das Paper ist eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller Statistiken und der Anwendung des soziologischen Modells von Raymond Boudon zur Erklärung individueller Bildungsentscheidungen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert statistische Daten zur Bildungsbeteiligung, erläutert die primären und sekundären Herkunftseffekte nach Boudon und untersucht Ursachen wie Informationsdefizite und finanzielle Hürden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Chancengleichheit, Hochschulzugang, soziale Herkunft, Bildungsungleichheit, Boudon-Modell und Bildungsentscheidungen.

Welche Rolle spielen "sekundäre Herkunftseffekte" laut dem Modell von Boudon?

Sekundäre Herkunftseffekte beschreiben die direkten Einflüsse auf Bildungsentscheidungen, bei denen Individuen selbst bei gleichen schulischen Leistungen aufgrund ihrer sozialen Herkunft unterschiedliche Wege wählen, etwa aus Angst vor Fehlentscheidungen oder aufgrund einer Kosten-Nutzen-Abwägung.

Warum wird im Paper die Mentalität "Schuster, bleib bei Deinen Leisten!" kritisiert?

Der Autor kritisiert diesen Ratschlag, da er Jugendliche aus nicht-akademischen Familien in ihrer Karriere hemmt und sie davon abhält, das Potenzial eines Studiums zu nutzen, anstatt neue Wege zu beschreiten.

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Details

Titel
Chancengleichheit beim Hochschulzugang - Realität oder Wunschdenken?
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
1,3
Autor
Christoph Rabl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V188001
ISBN (eBook)
9783656113522
ISBN (Buch)
9783656114086
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chancengleichheit Studium Hochschule Universität Fachhochschule Akademiker Eltern Akademikeltern Akademikerkinder Boudon Soziale Disparitäten Bildungstrichter Bildungsentscheidug Hochschulzugang Bildungsweg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christoph Rabl (Autor:in), 2012, Chancengleichheit beim Hochschulzugang - Realität oder Wunschdenken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188001
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Leseprobe aus  9  Seiten
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