Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen


Hausarbeit, 2007
13 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

G L I E D E R U N G

A. Kurze geschichtliche Einführung zum Zweiten Vatikanischen Konzil

B. Ergebnisse und Folgen des Zweiten Vatikanischen Konzils
1. Die wichtigsten Anliegen
1.1 Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“
1.2 Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“
1.3 Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“
1.4 Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis Humanae“
2. Weiterführung von Anliegen aus dem
Zweiten Vatikanischen Konzil
2.1 Neue Sicht des Amtes und Einbindung der Laien
2.2 Gemeinschaft im Glauben zwischen den Kirchen
3. Streitpunkte in der Bewertung und Weiterführung
des Zweiten Vatikanischen Konzils
3.1 Ablehnung der Reform der Liturgie durch Traditionalisten
3.2 Kritik am Ökumenismus

C. Ekklesia semper reformanda

A. Kurze geschichtliche Einführung zum Zweiten Vatikanischen Konzil

Das Zweite Vatikanische [1]Konzil, das auch als das 21. Ökumenische Konzil angesehen wird und sich später zum Symbol für die Erneuerung der katholischen Kirche entwickelte, wurde am 25. Januar 1959 von Papst Johannes XXIII. angekündigt und in 178 Treffen jeweils im Herbst zwischen dem 11. Oktober 1962 und dem 8. Dezember 1965 abgehalten. Unter dem Vorsitz von Papst Johannes XXIII., der 1958 im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt worden war, und später Papst Paul VI. nahmen mehr als 2.500 Konzilsväter an den Beratungen über die Religionsfreiheit, die Reform der Liturgie, die Ökumene sowie über Dienst und Leben der Priester teil. Eine herausragende Rolle bei den Beratungen des Konzils kam vor allem den asiatischen und afrikanischen Bischöfen zu, während kirchliche Vertreter aus kommunistischen Staaten, auf Druck der jeweiligen Regierungen, kaum vertreten waren. Als Ziel nannte Papst Johannes XII ein umfassendes „Aggiornamento”, die allgemeine Neubestimmung der Lehre und des Lebens der Kirche. Die Vorbereitungen für das Konzil begannen im Mai 1959 mit einer Anfrage an römisch-katholische Bischöfe und an theologische Fakultäten und Universitäten in aller Welt, in der um Vorschläge zur Tagesordnung gebeten wurde. In 13 Vorbereitungs­aus­schüssen mit über 1.000 Mitgliedern wurden Ideen zu einem weiten Themenfeld erarbeitet, wobei 67 Dokumente, so genannte Schemata, vorbereitet wurden, die man jedoch später auf 17 reduzierte. Stimmberechtigt waren Bischöfe und Ordensobere männlicher Orden. Im Unterschied zu früheren Konzilen waren auch Beobachter orthodoxer und protestantischer Kirchen eingeladen. Ab der Sitzungsperiode von 1963 wurden auch Laien zugelassen, von denen zwei auf dem Konzil sprachen; ab 1964 nahmen auch Frauen als Hörerinnen teil. Themen des Konzils waren u. a. die modernen Kommunikationsmittel, die Beziehungen zwischen Juden und Christen, die Religionsfreiheit, die Rolle der Laien in der Kirche, die Reform der Liturgie, die Beziehungen zu Nichtchristen, Dienst und Leben der Priester sowie die Ausbildung von Priestern und Bischöfen. Papst Johannes XXIII. nahm maßgeblichen Einfluss auf die Beschlüsse des 2. Vatikanischen Konzils, mit denen eine Modernisierung der römisch-katholischen Kirche eingeleitet wurde. Ein besonderes Anliegen war es ihm, die Begegnung der getrennten christlichen Kirchen sowie den Dialog mit anderen Religionen zu fördern.[2]

B. Ergebnisse und Folgen des Zweiten Vatikanischen Konzils

1. Die wichtigsten Anliegen

Das Anliegen von Papst Johannes XXIII. (1881 – 1963) war im Jahr 1959, als er erstmals ein ökumenisches Konzil ankündigte, rein seelsorglicher Natur. Er wollte, dass das Engagement der Christen durch die Erkenntnis ihrer Würde gesteigert wird. Allerdings sollte das neue Konzil keine Fortsetzung des Ersten Vatikanischen Konzils werden, dass nie offiziell beendet wurde, sondern ein sich frei entwickelndes Zweites Vatikanisches Konzil mit eindeutig ökumenischer Ausrichtung. In der Enzyklika „Ad Petri Cathedram“ (1959) formulierte Papst Johannes XXIII. die Aufgaben des Konzils: Stärkung des Glaubens, echte Erneuerung der Sitten des christlichen Volkes sowie eine Anpassung der kirchlichen Disziplin an die Verhältnisse der Zeit („Aggiornamento“). Bei der Einberufung 1961 betonte er, die Kirche müsse für „die Lösung gegenwärtiger Probleme geeigneter“ gemacht werden.[3]

1.1 Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“

Auf dem Konzil wurden 16 Texte verfasst, von denen vor allem vier Beschlüssen später eine besondere Bedeutung zukam. Zu ihnen zählt die Liturgiekonstitution „Sacrosanctum Concilium“ aus dem Jahr 1963. Sie setzt sich für eine aktivere Rolle der Gemeindemitglieder bei der Messe ein. Dies war ein erster Schritt hin zu den Veränderungen, die ab 1971 umgesetzt wurden: Latein, die alte Sprache des Gottesdienstes, wurde durch die jeweiligen Landessprachen ersetzt.[4]

1.2 Dogmatische Konstitution „Lumen Gentium“

Als weiteres Ergebnis einigte man sich auf die dogmatische Konstitution über die Kirche „Lumen Gentium“ (1964). Diese reformierte die Organisationsform der Gemeinde, deren Struktur bis dahin an einem rein rechtlichen Modell orientiert war. Die Bezeichnung „Volk Gottes” für die Kirche hob die Rolle des Dienens im Priester- und Bischofsamt hervor, betonte die kollegiale oder gemeinsame Verantwortung aller Bischöfe für die gesamte Kirche und rief alle Kirchenmitglieder zur Frömmigkeit und zur Verbreitung des Evangeliums im kirchlichen Auftrag auf.[5]

1.3 Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“

Als dritter Beschluss wurde die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ im Jahr 1965 verfasst. Hier kommt der Tenor bereits in den einleitenden Worten zum Ausdruck: Dort ist von der Anteilnahme der Kirche an „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten”[6] die Rede. Es werden in diesem Dokument zum ersten Mal von offizieller kirchlicher Seite Menschenrechte und Menschenwürde als Vorrausetzung einer gläubigen Existenz festgehalten. Auch Gewissens- und Religionsfreiheit werden jetzt als Grundlagen der Menschwerdung verstanden. Zum Thema Kirche und Demokratie wird festgehalten, dass totalitäre Systeme die Menschenwürde missachten, das aber die Würde der menschlichen Person in demokratischen Systemen gewährleistet werden könne.[7]

1.4 Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis Humanae“

Als letztes wurde die Erklärung über die Religionsfreiheit „Dignitatis Humanae“ im Jahr 1965 abgegeben. Die Kirche zeigt hier ihre Bereitschaft, ihre eigenen Vorrechte zugunsten von Pluralismus und gesellschaftlicher Offenheit aufzugeben.

2. Weiterführung von Anliegen aus dem 2. Vatikanischen Konzil

Viele der ursprünglichen Anliegen, die Papst Johannes XXIII. zur Einberufung eines Konzils veranlassten, wurden somit vom Zweiten Vatikanischen Konzil aufgenommen und weitergeführt.

[...]


[1] vgl. Rahner/Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium. Freiburg, Herderbücherei, 1994, 17 ff.

[2] vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im

Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 50 ff.

[3] vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im

Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 54 f.

[4] vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im

Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 57 f.

[5] vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im

Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 58 f.

[6] vgl. Rahner/Vorgrimler, Kleines Konzilskompendium. Freiburg, Herderbücherei, 1994, 449

[7] vgl. AK LB 14 „Die Katholische Kirche im 19. und 20. Jahrhundert“. Hg. v. Theologie im

Fernkurs, Würzburg, Auflage 2007, 59 f.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen
Hochschule
Katholische Akademie Domschule Würzburg
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
13
Katalognummer
V188005
ISBN (eBook)
9783656115038
ISBN (Buch)
9783656115700
Dateigröße
461 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
II. Vatikanisches Konzil, II. Vaticanum, Konzil, 2. Vatikanisches Konzil, Liturgiekonstitution, Gaudium et spes, Lumen gentium, Amt, Laien, Ökumenismus
Arbeit zitieren
Christoph Rabl (Autor), 2007, Das II. Vatikanische Konzil (1962 - 1965): Ergebnisse und Auswirkungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188005

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