Immer wieder finden sich im Neuen Testament Stellen, an denen Jesus zur Nachfolge ruft. Daher wird die Kirche als Gemeinschaft auf dem Weg der Nachfolge Jesu gesehen. Der Christ lebt nicht aus einer abstrakten Glaubenslehre, sondern aus der Gemeinschaft mit Christus. Christ sein bedeutet, Jesus nachfolgen im Glauben und im Heiligen Geist und das Leben Christi leben. Die Arbeit zeigt den Wandel der Nachfolge Christi in verschiedenen Zeiten auf und stellt anhand des bleibenden Kerns im Wandeln der Geschichte Möglichkeiten der Nachfolge in unserer Zeit vor.
Inhaltsverzeichnis
A. Kirche als Gemeinschaft in der Nachfolge
B. Nachfolge Christi von der Geschichte bis zur Gegenwart
1. Wandel der Nachfolge Christi in den verschiedenen Zeiten
1.1 Jesu Ruf in die Nachfolge
a) Sammlung um Jesus
b) Erwählung der Zwölf
c) Sendung von Mitarbeitern
d) Besondere Aufgabe für Petrus
1.2 Nachfolge in den ersten Jahrhunderten
a) Sittliches Vorbild in heidnischer Umwelt
b) Nachfolge Christi im Martyrium
1.3 Nachfolge im „verchristlichten“ Staat: die Antwort der Mönche
1.4 Nachfolge im Hochmittelalter
a) Gesellschaftliche Umbrüche
b) Aufbruch der Armutsbewegung
c) Die Antwort des hl. Franziskus von Assisi
1.5 Nachfolge zwischen Mittelalter und Neuzeit
a) Mystisches Einswerden mit Christus
b) Weltveränderung aus Übereignung an Gott
1.6 Nachfolge Christi seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil
a) Nachfolge der gesamten Kirche
b) Weg der Kirche in den Industrienationen
2. Bleibender Kern im Wandel der Geschichte
2.1 Das Festhalten an den Zehn Geboten
a) „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben!“
b) „Du sollst deinen nächsten lieben wie dich selbst!“
2.2 Das Glaubensbekenntnis
a) „Ich glaube an Gott, den Vater“
b) „Ich glaube an Jesus Christus“
c) „Ich glaube an den Heiligen Geist“
3. Möglichkeiten der Nachfolge in unserer Zeit
3.1 Anforderungen der Nachfolge an jeden Einzelnen
a) Lebensgemeinschaft
b) Wirkgemeinschaft
c) Hinkehr zum Reich Gottes
3.2 Besondere Berufungen in der Kirche
a) Priester
b) Ordensleute
c) Säkularinstitute
3.3 Die Berufung aller zur Nachfolge
a) Mitleben mit der Kirche
b) Mitgestalten der Kirche
C. Gemeinsam auf dem Weg der Nachfolge
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das christliche Konzept der Nachfolge Jesu Christi und betrachtet dessen Wandel von den biblischen Anfängen bis in die gegenwärtige Zeit. Dabei wird analysiert, wie sich das Verständnis der Nachfolge an veränderte historische und gesellschaftliche Bedingungen angepasst hat, ohne den bleibenden Kern des Glaubens zu verlieren.
- Historische Entwicklung der Nachfolge Jesu
- Bedeutung der Zehn Gebote und des Glaubensbekenntnisses
- Konkrete Ausdrucksformen christlicher Nachfolge im Alltag
- Geistliche Berufungen und gemeinschaftliche Verantwortung
- Die Rolle der Kirche im 21. Jahrhundert
Auszug aus dem Buch
1.4 Nachfolge im Hochmittelalter
Im 12. und 13. Jahrhundert waren gesellschaftliche Umbrüche ausschlaggebend für eine neue Form der Nachfolge. Während der Klerus und das unabhängige Bürgertum, das sich neu herausbildete, zu Wohlstand kamen, verarmte die bäuerliche Landbevölkerung.
Aus diesem historischen Hintergrund entwickelte sich unter den begüterten städtischen Bürgern die Armutsbewegung. Sie folgten Christus nach, indem sie ihren Besitz an Arme verteilten und nach dem Beispiel Jesu heimatlos umherzogen, die Frohbotschaft von der Liebe Gottes verkündeten und die Menschen zur Umkehr aufriefen.
Zu einer führenden Gestalt dieser Armutsbewegung wurde Franz von Assisi (1181/82-1226). Auch er war als Kaufmannssohn in seiner Jugendzeit den weltlichen Genüssen keineswegs abgeneigt. Eine einjährige Gefangenschaft in den Verließen von Perugia brachte jedoch den Wandel. Franz erkannte, dass es im Leben noch etwas anderes geben musste als Wohlstand und leibliche Genüsse. Ein Pilgerreise nach Rom bestärkte ihn. Franz war fasziniert von der Verehrung, die man Jesus Christus entgegenbrachte. Doch noch wusste er nicht, wie er sein Leben gestalten sollte. Im Jahr 1205 geschah dann das entscheidende Ereignis: In dem kleinen, verfallenen Kirchlein S. Damiano unterhalb von Assisi, der Gebetsstätte des Franz, hörte er plötzlich, wie Christus vom Kreuz herab zu ihm sprach: "Franz, stelle mein verfallenes Haus wieder her!" Franz nahm diese Aufforderung wörtlich und übergab den Erlös aus den verkauften Tuchballen seines Vaters an den Pfarrer, damit dieser die Kapelle wieder herrichten konnte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wandel der Nachfolge Christi in den verschiedenen Zeiten: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Nachfolge von den Jüngern Jesu bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil nach und beleuchtet verschiedene Bewährungsformen wie das Martyrium oder das mönchische Leben.
2. Bleibender Kern im Wandel der Geschichte: Hier werden die Zehn Gebote und das Glaubensbekenntnis als unveränderliche Fundamente identifiziert, die christliche Lebensführung über alle Epochen hinweg orientieren.
3. Möglichkeiten der Nachfolge in unserer Zeit: Der Abschnitt erläutert aktuelle Anforderungen an den Einzelnen und zeigt sowohl spezifische geistliche Berufungen als auch die allgemeine Berufung aller Gläubigen zur Gestaltung des kirchlichen Lebens auf.
Schlüsselwörter
Nachfolge Christi, Glaube, Neuevangelisierung, Ordensgemeinschaften, Zehn Gebote, Glaubensbekenntnis, Franz von Assisi, Zweites Vatikanisches Konzil, Kirche, Berufung, Gebet, Nächstenliebe, Martyrium, Christsein, Gemeinschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der christlichen Nachfolge Jesu, deren historischer Entwicklung und ihrer Bedeutung für das Leben gläubiger Menschen heute.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die biblischen Ursprünge der Nachfolge, die Rolle des Glaubensbekenntnisses, verschiedene Berufungsformen in der Kirche sowie die Herausforderungen des Christseins in einer modernen Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie das Ideal der Nachfolge Christi trotz stetigen gesellschaftlichen Wandels seine Gültigkeit bewahrt und wie Gläubige diesen Weg in der Gegenwart konkret gehen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theologische Literaturanalyse, wobei sie wichtige kirchengeschichtliche Meilensteine und kirchenamtliche Dokumente, wie etwa Konzilstexte, reflektiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Nachfolge, die Darstellung dogmatischer Grundlagen (Gebote/Glaubensbekenntnis) und eine praktische Orientierung für das heutige Leben als Christ.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Kernbegriffe sind Nachfolge Christi, Berufung, christliches Leben, Gemeinschaft, Kirche, Glaube und die Orientierung an den Zehn Geboten.
Warum spielt die Armutsbewegung des Mittelalters eine so wichtige Rolle?
Sie wird als beispielhafte Reaktion auf gesellschaftliche Umbrüche und als Versuch dargestellt, das radikale Vorbild Jesu durch den Verzicht auf Besitz wieder unmittelbar in den Vordergrund zu stellen.
Welche Bedeutung kommt dem Glaubensbekenntnis in der Nachfolge zu?
Das Bekenntnis gilt als ein grundlegendes Zeichen der Zugehörigkeit, das es jedem Christen ermöglicht, seinen Glauben zu bezeugen, ohne dabei notwendigerweise physische Verfolgung oder ein Martyrium erfahren zu müssen.
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- Christoph Rabl (Author), 2007, Nachfolge Christi in Geschichte und Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188009