Wer heutzutage eine Zeitung aufschlägt, findet darin eine Fülle verschiedener Genres. Von der einfachen Meldung, über das Interview bis hin zur stellungsnehmenden Glosse offenbart sich eine Bandbreite journalistischer Textgattungen. In meiner Hausarbeit konzentriere ich mich auf zwei Formen der Artikelgestaltung: den Bericht und die Reportage.
Zunächst scheint es sich dabei um zwei klar zu differenzierende Gattungen zu handeln. In der vorliegenden Hausarbeit wird der Fragestellung nachgegangen, inwiefern sich die beiden Textgattungen in der Praxis tatsächlich durch Merkmale eindeutig voneinander unterscheiden lassen oder ob es zu einer Vermischung der Eigenschaften kommt.
Die Hausarbeit soll zeigen, dass es in der Praxis eine Vermischung der Merkmalssets gibt, wobei die Fachliteratur von zwei eindeutig voneinander abzugrenzenden Textgattungen ausgeht. Das Ziel ist es zu zeigen, dass es in der Praxis keine reine Reportage gibt, sondern eine Mischform, in die stets Elemente eines Berichtes mit hineinfließen.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. MERKMALE DER TEXTFORMEN
2.1. Was ist eine Reportage?
2.2. Was ist ein Bericht?
3. ARTIKELANALYSE
3.1. Artikel der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung
3.2. Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
3.3. Artikel der Süddeutschen Zeitung
3.4. Artikel des Wochenmagazins Spiegel
4. VERGLEICH
5. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Abgrenzung der journalistischen Textgattungen Bericht und Reportage und analysiert deren tatsächliche Ausprägung im Sportjournalismus. Ziel ist es, anhand von vier Fallbeispielen zu zeigen, dass in der Praxis selten eine reine Form auftritt, sondern vielmehr Mischformen existieren, in die Elemente beider Gattungen einfließen.
- Theoretische Bestimmung der Merkmale von Reportage und Bericht.
- Analyse journalistischer Artikel unterschiedlicher Medienhäuser (Tageszeitungen und Wochenmagazin).
- Vergleichende Untersuchung der Textstrukturen, Sprachstile und Informationsgehalte.
- Untersuchung der Bedeutung des Kontexts (Sportteil vs. Feuilleton) für die Textgestaltung.
Auszug aus dem Buch
2.1. Was ist eine Reportage?
Das Wort Reportage ist von dem englischen Wort to report („vortragen, zurückmelden, erzählen“) entlehnt. Ursprünglich geht das Wort zurück auf den lateinischen Ausdruck reportare („zusammentragen, zurückbringen“).
Im deutschen Sprachraum herrscht Uneinigkeit über den Begriff der Reportage, da es keine einheitliche Definition gibt. Auch Haller berichtet über die Schwierigkeit den Begriff der Reportage genau zu definieren. Um das Konzept der Reportage definieren zu können erstellt Haller einen Merkmalskatalog der die typischen Charakteristika umfasst. Erst der praktische Umgang mit dem Genre und den damit verbundenen teils vagen, teils konkreteren Vorstellungen, ergebe sich eine Annäherung an die Begrifflichkeit.
Haller spaltet die Reportage in zwei Komponenten auf. Erstere ist die Reisereportage. Sie überwindet stellvertretend für den Leser Distanzen und bringt Fernes und Fremdes näher. Der Augenzeugenbericht ist die zweite Komponente, überschreitet Barrieren für den Leser, macht Unbekanntes zugänglich und baut somit durch die Schilderung von Ereignissen Brücken zu dem Vergangenen. Die Mischung beider Komponenten mache eine Reportage aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der journalistischen Textgattungen und Darlegung der Zielsetzung, die Vermischung von Bericht und Reportage in der Praxis zu untersuchen.
2. MERKMALE DER TEXTFORMEN: Erarbeitung eines theoretischen Merkmalskatalogs für Reportagen und Berichte als Grundlage für die anschließende Analyse.
3. ARTIKELANALYSE: Untersuchung von vier konkreten journalistischen Beiträgen zum 100-Meter-Lauf von Usain Bolt hinsichtlich ihrer strukturellen und stilistischen Übereinstimmung mit dem Genre Reportage.
4. VERGLEICH: Gegenüberstellung der analysierten Artikel hinsichtlich Kriterien wie Textlänge, Aktualität, Tempuswahl, Themenfokus und Informationsdichte.
5. FAZIT: Zusammenfassung der Ergebnisse und Bestätigung der These, dass in der journalistischen Praxis meist Mischformen zwischen Bericht und Reportage vorliegen.
Schlüsselwörter
Journalismus, Reportage, Bericht, Sportjournalismus, Textgattung, Medienanalyse, Usain Bolt, Fachjournalismus, Allgemeinjournalismus, Vermischung, Stilistik, Informationsgehalt, Nachricht, Presse, Artikelanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Abgrenzung zwischen den journalistischen Textformen Bericht und Reportage im Sportjournalismus und untersucht, inwieweit diese Gattungen in der Praxis tatsächlich getrennt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die theoretischen Definitionen beider Textgattungen sowie deren Anwendung in der Praxis anhand von aktuellen Zeitungs- und Magazinartikeln.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist der Nachweis, dass in der journalistischen Praxis keine reinen Reportagen existieren, sondern eine Mischform, die stets Elemente eines Berichts enthält.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine literaturgestützte Theoriebildung, gefolgt von einer vergleichenden Inhalts- und Struktur-Analyse von vier ausgewählten Printmedien-Artikeln.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Merkmale definiert und anschließend vier Artikel aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Süddeutschen Zeitung und dem Spiegel analysiert und verglichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportjournalismus, Textgattung, Reportage, Bericht und Medienanalyse geprägt.
Wie unterscheidet sich die Rolle des Reporters vom Allgemeinjournalisten im Sport?
Die Arbeit stellt heraus, dass Reporter im Sport oft Allrounder sind, während Fachjournalisten tieferes Expertenwissen besitzen, wobei die Reportage vor allem durch die persönliche Perspektive und szenische Gestaltung besticht.
Welche Rolle spielt die Zeitform in den untersuchten Texten?
Der Autor stellt fest, dass das Präsens zur Vergegenwärtigung des Ereignisses ein zentrales Merkmal der Reportage ist, wobei die untersuchten Texte hierbei sehr unterschiedlich verfahren.
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- Bachelor of Arts Sebastian Arndt (Author), 2008, Eine Analyse zur Begriffsproblematik von Reportage und Bericht im Sportjournalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188039