Inequality among World citizens: 1820-1992


Seminararbeit, 2008

22 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITENDE BEMERKUNGEN

2 THEORETISCHE GRUNDLAGEN, ANGEWANDTE METHODEN UND DATEN ZUR WELTEINKOMMENSVERTEILUNG
2.1 Theoretische Konzepte
2.2 Angewandte Methodik
2.3 Datengrundlage

3 DIE ENTWICKLUNG DES WELTEINKOMMENSVERTEILUNG SEIT 1820

4 URSACHEN FÜR DIE VERÄNDERUNG IN DER WELTEINKOMMENSVERTEILUNG

5 DIE LEBENSERWARTUNG ALS EIN WEITERER BESTANDTEIL DER UNGLEICHHEIT

6 ZUSAMMENFASSENDE ERGEBNISSE

7 KRITISCHE WÜRDIGUNG

8 LITERATURVERZEICHNIS

9 ANHANG

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1 LORENZKURVE UND GINI-KOEFFIZIENT

ABBILDUNG 2 WELTEINKOMMENSVERTEILUNG VON 1820 - 1992

ABBILDUNG 3 LORENZKURVEN 1820 - 1992

ABBILDUNG 4 ANTEIL AN DER WELTEINKOMMENSUNGLEICHHEIT 1820 - 1992

ABBILDUNG 5 DICHTE SCHÄTZUNG DER WELTEINKOMMENSVERTEILUNG MIT UND OHNE BERÜCKSICHTIGUNG DER UNGLEICHHEIT INNERHALB DER LÄNDER

ABBILDUNG 6 DURCHSCHNITTLICHE LEBENSERWARTUNG IN DEN BETRACHTETEN REGIONEN DER WELT 1820 - 1992

1 Einleitende Bemerkungen

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Ungleichheit in der Welt anhand von Einkommensverteilungen innerhalb der Weltbevölkerung über die zurückliegenden zwei Jahrhunderte hinweg. Damit einher geht die zentrale Fragestellung, ob sich die Kluft zwischen Arm und Reich weiter öffnet oder schließt. Als Grundlage dient der Text „ Inequality Among World Citiziens: 1820 - 1992 “ von Bourguignon und Morrisson, welcher 2002 in The American Economic Review veröffentlicht wurde.

Das erklärte Ziel dieser Arbeit ist es die Entwicklungen, welche für die Veränderungen der Ungleichheit des Einkommens in der Welt verantwortlich sind, mittels geeigneter Maße sichtbar zu machen und ihre Entstehung zu erklären. Im Gegensatz zu anderen Arbeiten, welche sich mit der Einkommensverteilung zwischen den Ländern beschäftigen, konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf die Einkommensverteilung zwischen den einzelnen Individuen.

Deshalb beginnt diese Arbeit mit der Erklärung diverser theoretischer Konzepte, die im weiteren Verlauf benötigt werden. Danach werden die von den Autoren bei der Erstellung ihrer Berechnungen verwandten Methoden erläutert und die Vorgehensweise bei der Aufbereitung und Klassifizierung der herangezogenen Ausgangsdaten dargelegt.

Im folgenden Teil werden die aus diesen Daten gewonnenen Ergebnisse besprochen und hinsichtlich ihrer Zusammensetzung mittels verschiedener Ungleichheitsmaße analysiert. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den Entwicklungen der Welteinkommensverteilung auf der einen Seite und der Armut auf der anderen Seite. Dabei richtet sich der Blick einerseits auf die Ungleichheit zwischen den Ländern und andererseits auf die Ungleichheit innerhalb der Länder.

Der vierte Teil versucht die verschiedenen Ursachen, welche die vorher beschriebenen Veränderungen auslösen, zu bestimmen und unter zu Hilfenahme einer Gliederung der Welt in Regionen zuzuordnen. Wendet sich kurz der durchschnittlichen Lebenserwartung als weitere Quelle von Ungleichheit zu und verbindet beide Elemente zu dem Konzept des Lebenseinkommens, um sich zum Schluss kritisch mit dem hier Erarbeiteten auseinanderzusetzen.

2 Theoretische Grundlagen, angewandte Methoden und Daten zur Welteinkommensverteilung

2.1 Theoretische Konzepte

Die Lorenzkurve ist ein grafisches Hilfsmittel, um das Ausmaß der Ungleichheit in der Einkommensverteilung einer Gesellschaft zu beschreiben. Während die eine Achse den Anteil der Bevölkerung in Prozent angibt, zeigt die andere den kumulierten Anteil des Einkommens zu jedem zugehörigen Bevölkerungsanteil. Die 45° Linie steht für die Gleichheit aller Markmalsausprägungen. Je größer die Fläche zwischen der 45° Linie und der Lorenzkurve, desto ungleicher ist das Einkommen in einer Gesellschaft verteilt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 Lorenzkurve und Gini-Koeffizient1

Sie berechnet sich ausgehend von geordneten Merkmalsausprägungen x i... x n als Linie durch die Punkte

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

relative Merkmalssumme (vgl. Fahrmeier et al., 2004, S.78).

Der Gini-Koeffizient zeigt an in welchem Maße die Verteilung des Einkommens einer Gesellschaft von einer gleichmäßigen Verteilung abweicht. Wie in Abbildung 1 zu sehen, gibt er die Fläche zwischen der Lorenzkurve und der Linie absoluter Gleichheit als Prozentsatz der gesamten Fläche unter dieser hypothetischen Linie an.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Gleichung (3) beschreibt die Berechnung mittels ungeordneter Werte n, indem man den Durchschnitt aller möglichen Differenz der Paare von n durch den Durchschnittsabstand teilt. (vgl. Dixon et al. 1988, Damgaard and Weiner 2000)

Ein Gini-Koeffizient von 0 entspricht einer absolut gleichen Verteilung des Einkommens, ein Gini-Koeffizient von 1 bedeutet hingegen eine absolute Ungleichverteilung des Einkommens. Der Gini-Koeffizient ist das am weitesten verbreitete Maß zur Bestimmung von Ungleichheit.(vgl. Gini (1921)) Er sollte jedoch nur im Zusammenhang mit der dazugehörigen Lorenzkurve zur Interpretation von Daten verwendet werden, da jedem Gini-Koeffizienten eine Lorenzkurvenschar zugeordnet werden kann, die je nach Lage der aus der Schar gewählten Lorenzurve bei identischem Gini-Koeffizienten sehr unterschiedliche Verteilung des Einkommens beschreibt.

Die Theil-Koeffizienten sind weitere Ungleichverteilungsmaße, welche aus der Informationstheorie abgeleitet wurden und die durchschnittliche Abweichung der logarithmierten Einkommen von dem logarithmierten Mittelwert angeben(vgl. Theil (1967,1979)). Die Mean-Log-Deviation (MLD) reagiert besonders sensitiv auf Veränderungen im unteren Einkommensbereich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei dem Theilïschen Entropiemaß oder auch Theil Index genannt, werden die logarithmierten Abweichungen zusätzlich mit dem Einkommensanteil gewichtet. Es ist damit weniger sensitiv gegenüber Veränderungen im unteren Einkommensbereich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wobei x in den Gleichungen (4) und (5) das Einkommen eines Einzelnen, F (x) die Verteilungsfunktion aller Einkommen und F den Mittelwert der Verteilungsfunktion beschreibt. (vgl. Cowell (2003) S.1-4)

Bei vollständiger Gleichverteilung sind beide Theilkoeffizienten auf null normiert, aber nach oben offen. Ist das Verhältnis für eine Gruppe eins, ist deren Beitrag zur Ungleichheit null. Wenn der Anteil des Einkommens aller Gruppen gleich Ihrem Anteil an der Bevölkerung ist, ergibt sich ein Theilmaß von null. (Vgl. Jenkins (1991) S.3-38)

Die Monte-Carlo-Simulation ist ein statistisches Verfahren zur Durchführung von numerischen Experimenten. Diese Sensivitätsanalysen werden nicht vollständig durchgerechnet, sondern nach einem entsprechend konstruierten stochastischen Modell mit Zufallszahlen exemplarisch simuliert, um geeignete Werte zu finden und zu validieren. Die Menge aller Werte, die eine Zufallsvariable annehmen kann, wird dabei durch eine geeignete Stichprobe ersetzt.

2.2 Angewandte Methodik

Bourguignon und Morrisson (2002b) verwenden zur Berechnung der Verteilung des Einkommens drei verschiedene Arten von Daten für jedes in Ihrer Analyse verwendete Land (bezeichnet mit i): das reale kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, Y i, ausgedrückt in Kaufkraftparitäten-Dollar2 ; die Bevölkerungszahl, N i; und die Verteilung des Einkommens. Diese wird in die Einkommensanteile der unteren neun Dezile3 [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und der oberen zwei Vintile4 Y i unterteilt. Um die Verteilung über de Welt zu erhalten, treffen wir die Annahme, dass jedes Quantil innerhalb eines Landes aus Individuen gleichen Einkommens besteht. Somit kann für jedes einzelne Land neun Gruppen aus 0,1 N i Personen mit einem Einkommen von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] mit j = 1,...,9 und zwei Gruppen aus 0,05 N i Personen mit einem Einkommen von [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] mit j =10,11 gebildet werden. Diese Gruppen werden zusammengefasst und aufsteigend nach dem Einkommen geordnet, um die Verteilungsfunktion und die Lorenzkurve der Welteinkommensverteilung zu berechnen. Für Daten aus n Ländern bestehen diese Funktionen folglich aus 11 n Punkten und die Ungleichheitsmaße werden für diese 11 n Gruppen berechnet. Diese Vorgehensweise erlaubt es uns die Zusammensetzung einzelner Quantile im Hinblick auf einzelne Länder, beziehungsweise den Anteil einzelner Länder an einzelnen Quantilen zu zeigen.

2.3 Datengrundlage

Die hier verwandten Daten für das pro Kopf Bruttoinlandsprodukt und die Bevölkerungs- zahlen von Maddison (1995), umfassten ursprünglich 56 Länder5. Sie wurden zu 33 Ländern oder Ländergruppen zusammengefasst, da einige Länder für sich genommen zu klein für einen Einfluss auf die Ergebnisse waren oder fehlende Daten eine Gruppierung mit Nachbarstaaten notwendig machte. Diese Gruppierungen erfolgten auf der Grundlage von historisch zulässigen Annahmen über ähnliche Entwicklungen bezüglich des Wachstums innerhalb einzelner Regionen. Ein weiteres Problem stellten teilweise fehlende Daten für die Zeiträume vor 1870 bzw. 1900 da. Diese Daten wurden unter Zuhilfenahme der Wachstumsraten des nächstgelegenen Landes mit vorliegenden Daten errechnet (vgl. Bourginon und Morrisson (1999), Appendix I).

Zum Schluss besteht die Datenreihe aus 33 Ländern oder Ländergruppen, repräsentativ jeweils für mindestens 1 Prozent des Welt Bruttoinlandprodukts oder der Weltbevölkerung, bezogen auf das Jahr 1950. Zum Zweck einer einfacheren Auswertung der Entstehung der Welteinkommensverteilung wurden die 33 einzelnen Länder oder Ländergruppen zusätzlich anhand von historischen, geografischen oder ökonomischen Kriterien in sechs Kategorien aufgeteilt.

Eine Korrektur des pro Kopf Bruttoinlandsproduktes um Unternehmensgewinne, konsumneutrale Ausgaben, sowie um eine Beeinflussung der Kaufkraftparität durch Veränderungen des realen Wechselkurses wurden in der zugrunde liegenden Arbeit außer Acht gelassen.

[...]


1 Grafik entnommen aus Abler, David „ Inequality and Corruption in Developing Countries “, Online im Internet, URL: <http://450.aers.psu.edu/images/gini.gif > (Abfrage 20.03.2008, MEZ, 10:14Uhr)).

2 Der ’international dollar’ oder Geary-Khami dollar’ ist ein statistisches Maß, welches einerseits auf dem Konzept der ‘purchasing power parities of currencies’ und andererseits auf ‘international prices of commodities’ Konzept fußt. Die Kaufkraft dieses Dollars ist in der gesamten Welt gleich. Er wurde eingeführt durch Geary (1958) und durch Khamis (1970, 1972) weiterentwickelt.

3 Dezile unterteilen eine gegebene Verteilung in 10 gleich große Teile. 10% aller Werte sind kleiner als das untere Dezil (0.1 Quantil) und 90% alle Werte sind kleiner das neunte/obere Dezil (0.9 Quantil).

4 Analog zu Dezilen unterteilen Vintile eine gegebene Verteilung in 20 gleich große Teile. 4

5 Maddison (1995) fasste die verbleibenden Länder in vier Gruppen zusammen, welche zusammengenommen weniger als 10% des Weltbruttoinlandsprodukts ausmachten.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Inequality among World citizens: 1820-1992
Hochschule
Universität zu Köln
Autor
Jahr
2008
Seiten
22
Katalognummer
V188070
ISBN (eBook)
9783656117896
Dateigröße
3890 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
inequality, world
Arbeit zitieren
Fabian Baeuerle (Autor), 2008, Inequality among World citizens: 1820-1992, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188070

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