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Machen Kleider Leute? Kleiderordnungen im Spätmittelalter und deren Veränderung in der Frühen Neuzeit

Titel: Machen Kleider Leute? Kleiderordnungen im Spätmittelalter und deren Veränderung in der Frühen Neuzeit

Hausarbeit , 2009 , 23 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Janina Bolz (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Kleidung ist schon immer ein fester Bestandteil menschlichen Lebens. Für das Entstehen und die Entwicklung von Kleidung waren die Bedingungen der menschlichen Lebensweise und Umwelt sicher maßgeblicher als das Schamgefühl dieser.
Im Laufe des Mittelalters wurde es immer deutlicher, dass Kleidung Konventionen schuf, in dem Sinne, dass damit Sitten geschafften wurden. Man kleidete sich mit dem, was man hatte und trug dabei auch alte Kleidung auf. Wichtig war, dass man etwas am Leibe trug. Erst in Folge der Entwicklungen des 11. und 12.Jahrhunderts wurde das archaische System und dessen Hierarchie in Frage gestellt, der soziale Aufstieg einer neuen Schicht der Kaufleute und Handwerker möglich und so traten auch die Ideen von Nutzen und Wirklichkeit in das Bewusstsein der Bevölkerung. Das trug zur Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes bei. Soziale Schicht und Status waren vermehrt durch Farbe und Art der Kleidung abzulesen, bunte und phantasievolle Modekreationen setzten sich trotz Kleiderordnungen durch. Aus diesem Grund wurde eine ständige Veränderung in der Mode hervorgerufen, „denn das Allernötigste an Kleidung fand sich leichter […]“ so dass es auch vorkam, dass man die verschiedensten Dinge miteinander kombinierte.
Ab dem 13. Jahrhundert entwickelte sich die Kleidung immer mehr zum Ausdruckssymbol eines gesellschaftlichen Standes. Aus diesem Grunde kann man sagen, dass modischer Wandel oft mit einer bestimmten gesellschaftlichen Dynamik einher zu gehen scheint. So lassen Bildquellen darauf schließen, dass vor allem beim städtischen Bürgertum Kleidung einem stetigen Wandel unterzogen war.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Die städtische Gesellschaft: Kleidung als Mittel zur Abgrenzung

2. Kleiderordnungen

2.1 Sozialdisziplinierung durch Kleiderordnungen

2.2 Kleiderordnungen im Mittelalter

2.3 Kleiderordnungen in der Frühen Neuzeit

2.4 Kleidung von Randgruppen am Beispiel der Juden und Prostituierten

2.5 Durchführbarkeit von Kleiderordnungen

3. Abschlussbetrachtung: Machen Kleider Leute?

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Kleiderordnungen im Spätmittelalter und deren Wandel in der Frühen Neuzeit als Instrumente der Sozialdisziplinierung. Dabei wird analysiert, wie Kleidung als Ausdruck von Stand und Status diente und inwiefern staatliche oder obrigkeitliche Versuche, durch Kleidervorschriften gesellschaftliche Normen und wirtschaftliche Interessen zu wahren, in der Praxis erfolgreich waren.

  • Die Funktion von Kleidung als soziales Abgrenzungsmerkmal in der städtischen Gesellschaft.
  • Sozialdisziplinierung und die Rolle der Policey-Gesetzgebung.
  • Die gezielte Stigmatisierung von Randgruppen wie Juden und Prostituierten durch Kleidungsvorgaben.
  • Das Spannungsfeld zwischen modischem Wandel, gesellschaftlichem Konservatismus und wirtschaftlichen Interessen.
  • Die praktische Durchführbarkeit und Wirksamkeit obrigkeitlicher Kleiderordnungen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Sozialdisziplinierung durch Kleiderordnungen

„Von Kaiser Karls Kleidung. Mit Kleidern und Schuhen hat er sich allweg gehalten nach der teutschen Art, so dieselbige Zeit im Brauch war: nit viel köstlicher denn der gemeine Mann trug er Hemd und Joppe oder Leibrock; die mußten ihm überall am Leib anliegen und nit weiter noch größer denn die Glieder sein, verbrämt mit Seide. Ein rauhes Brusttuch und leinene Hosen trug er allweg […].10

Anhand dieser Quelle wird deutlich, dass der Kaiser sehr darauf bedacht war, sich dem Brauch entsprechend zu kleiden, sich aber nicht allzu sehr von der Gesellschaft abzusetzen. Dies wird unter anderen an den Materialien seiner Kleidung deutlich (raues Brusttuch, leinene Hose). Inwieweit diese Quelle aber der Realität entsprach, sei dahingestellt, da der Kaiser selbst sich allein durch sein Äußeres von der normalen Gesellschaft bzw. dem Bürgertum seinem Stand und seines Status entsprechend abgrenzen sollte.

Unter Sozialdisziplinierung versteht man eine Beeinflussung der Bevölkerung durch eine Obrigkeit. Die Bürger sollten durch Zurechtweisungen einer Obrigkeit zur Selbstdisziplinierung und selbstdiszipliniertem Handeln herangeführt werden. Diese Beeinflussung versuchte man anhand von Kleiderordnungen, aber auch anderen Gesetzgebungen, zu erreichen. Disziplin war bei der Sozialdisziplinierung der höchste moralische Wert für das Wohl der Allgemeinheit und des Einzelnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die städtische Gesellschaft: Kleidung als Mittel zur Abgrenzung: Dieses Kapitel erläutert, wie das soziale Gefälle innerhalb des Bürgertums durch Kleidung sichtbar gemacht wurde und als wichtiges Erkennungsmerkmal für die jeweilige Standeszugehörigkeit diente.

2. Kleiderordnungen: Hier werden die Grundlagen und Motive für Kleiderordnungen sowie deren Funktion als Instrument der städtischen Reglementierung und Sozialdisziplinierung dargestellt.

2.1 Sozialdisziplinierung durch Kleiderordnungen: Dieser Abschnitt definiert den Begriff der Sozialdisziplinierung als Prozess der Beeinflussung der Bevölkerung durch die Obrigkeit zur Wahrung gesellschaftlicher Normen und Ordnung.

2.2 Kleiderordnungen im Mittelalter: Das Kapitel behandelt die Entstehung spätmittelalterlicher Kleiderordnungen, die als Reaktion auf Modeentwicklungen und das Bedürfnis nach ständischer Differenzierung in den aufblühenden Städten dienten.

2.3 Kleiderordnungen in der Frühen Neuzeit: Der Fokus liegt hier auf den verschärften Regelungen zu Beginn der Frühen Neuzeit, bei denen neben religiös-moralischen Aspekten zunehmend wirtschaftliche Motive für den Erlass von Vorschriften ausschlaggebend wurden.

2.4 Kleidung von Randgruppen am Beispiel der Juden und Prostituierten: Dieser Teil beschreibt die gezielte Stigmatisierung und Ausgrenzung von Randgruppen durch spezifische Kleidungsauflagen, wie etwa gelbe Zeichen bei Juden oder bestimmte Farben und Materialien bei Prostituierten.

2.5 Durchführbarkeit von Kleiderordnungen: Hier wird thematisiert, dass die Umsetzung der Kleiderordnungen trotz Androhung von Strafen auf große praktische Schwierigkeiten stieß, da das individuelle Streben nach Mode und Selbstdarstellung die obrigkeitlichen Vorgaben häufig überlagerte.

3. Abschlussbetrachtung: Machen Kleider Leute?: Das Fazit zieht eine Bilanz und stellt fest, dass Kleidung zwar ein wichtiges Identifikationsmerkmal war, die angestrebte absolute Kontrolle durch die Obrigkeit jedoch weitgehend an der gesellschaftlichen Realität scheiterte.

Schlüsselwörter

Kleiderordnungen, Spätmittelalter, Frühe Neuzeit, Sozialdisziplinierung, Kleidung, Ständegesellschaft, Luxusgesetzgebung, Policey, Mode, Stigmatisierung, Randgruppen, Bürgertum, Sittlichkeit, soziale Abgrenzung, Identifikationsmerkmal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Funktion und Wirksamkeit von Kleiderordnungen im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit als Mittel zur gesellschaftlichen Ordnung und Sozialdisziplinierung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die soziale Funktion von Kleidung, die Stigmatisierung von Randgruppen, das Verhältnis von Obrigkeit und Untertanen sowie das Spannungsfeld zwischen Mode, Moral und Wirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu untersuchen, ob Kleiderordnungen tatsächlich dazu dienten, Standesschranken und sittliches Verhalten zu bewahren und wie erfolgreich diese staatlichen Versuche in der Praxis waren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer kulturgeschichtlichen Analyse von zeitgenössischen Kleiderordnungen, städtischen Verordnungen und einschlägiger wissenschaftlicher Literatur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der städtischen Gesellschaft, die Analyse der Kleiderordnungen in Mittelalter und Früher Neuzeit, die Kleidungsregeln für Randgruppen sowie die Problematik der Durchsetzbarkeit dieser Gesetze.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kleiderordnungen, Sozialdisziplinierung, Ständegesellschaft, Luxusgesetzgebung, Mode und soziale Abgrenzung.

Warum mussten Juden und Prostituierte im Mittelalter oft Kleidung mit der Farbe Gelb tragen?

Die Farbe Gelb diente in diesem Kontext zur öffentlichen Stigmatisierung und Ausgrenzung dieser Gruppen aus der ehrbaren christlichen Gesellschaft, wobei ihr zudem negative Eigenschaften wie Falschheit oder hinterlistige Aggression zugeschrieben wurden.

Warum gelang die Umsetzung der Kleiderordnungen laut der Autorin nicht zu einhundert Prozent?

Die Umsetzung scheiterte, da das menschliche Bedürfnis nach Mode, Prestige, persönlicher Entfaltung und Abgrenzung oft stärker war als die obrigkeitlichen Verbote, und zudem die Kontrolle der kleinsten Details in der Praxis kaum möglich war.

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Details

Titel
Machen Kleider Leute? Kleiderordnungen im Spätmittelalter und deren Veränderung in der Frühen Neuzeit
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,5
Autor
Janina Bolz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
23
Katalognummer
V188077
ISBN (eBook)
9783656115991
ISBN (Buch)
9783656115861
Sprache
Deutsch
Schlagworte
machen kleider leute kleiderordnungen spätmittelalter veränderung frühen neuzeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Janina Bolz (Autor:in), 2009, Machen Kleider Leute? Kleiderordnungen im Spätmittelalter und deren Veränderung in der Frühen Neuzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188077
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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