Anreizsysteme in Nonprofit-Organisationen

Mitarbeitersteuerung im Ehrenamt


Diplomarbeit, 2010
85 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG
1.1 Ausgangslage
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit

2 NONPROFIT-ORGANISATIONEN
2.1 Definition des Nonprofit-Sektors
2.2 Definition und Merkmale der Nonprofit-Organisation
2.2.1 Ökonomisch-finanzielle Definition
2.2.2 Legaldefinition
2.2.3 Funktionale Definition
2.2.4 Strukturell-operationale Definition
2.3 Typologien von Nonprofit-Organisationen
2.3.1 Morphologische Matrix von Burla
2.3.2 Das Freiburger Modell für NPOs nach Schwarz
2.3.3 International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO)

3 FREIWILLIGES ENGAGEMENT - DAS EHRENAMT
3.1 Definition und Merkmale des Ehrenamts
3.2 Motivation zum Ehrenamt
3.2.1 Motive - Grundlagen
3.2.2 Intrinsische und extrinsische Motive
3.2.3 Motive zur ehrenamtlichen Mitarbeit
3.2.3.1 Altruistische Motive
3.2.3.2 Egoistische Motive
3.3 Relevanz ehrenamtlicher Tätigkeit in Österreich
3.3.1 Anzahl der Ehrenamtlichen in Österreich
3.3.2 Volumen ehrenamtlicher Arbeit in Österreich
3.3.3 Soziodemografische Fakten zum Ehrenamt
3.3.4 Entwicklung und Trends des freiwilligen Engagements

4 MITARBEITERSTEUERUNG
4.1 Grundlage - Principal Agent Theory
4.1.1 Opportunistisches Verhalten
4.1.2 Zielkonflikte zwischen Principal und Agent
4.1.3 Informationsasymmetrien zwischen Principal und Agent
4.1.4 Agency Costs
4.2 Lösungsmechanismen der Principal Agent Theory
4.2.1 Kontroll- und Informationssysteme
4.2.2 Anreizsysteme
4.2.2.1 Definition
4.2.2.2 Funktionen von Anreizsystemen
4.2.2.3 Komponenten von Anreizsystemen
4.2.2.4 Klassifizierung von Anreizen
4.3 Kritik an der Principal Agent Theory

5 MITARBEITERSTEUERUNG VON EHRENAMTLICHEN BESCHÄFTIGTEN IN NONPROFIT-ORGANISATIONEN
5.1 Übertragbarkeit der Agency Theory auf Nonprofit-Organisationen und die Arbeit mit Ehrenamtlichen
5.1.1 Untersuchung der Grundannahmen der Principal-Agent-Probleme
5.1.1.1 Opportunistisches Verhalten
5.1.1.2 Zielkonflikte zwischen Principal und Agent
5.1.1.3 Informationsasymmetrien zwischen Principal und Agent
5.1.1.4 Agency Costs
5.1.2 Besonderheiten in der Steuerung von Ehrenamtlichen
5.1.2.1 Anreizsysteme
5.1.2.2 Kontroll- und Informationssysteme
5.2 Anwendbarkeit von Anreizsystemen in der Arbeit mit Ehrenamtlichen
5.2.1 Problem der Leistungsdefinition, -messung und -evaluierung
5.2.2 Anreizsysteme
5.2.2.1 Intrinsische Anreize
5.2.2.2 Extrinsische Anreize
5.2.2.3 Korrumpierungseffekt
5.2.2.4 Zusammenfassung
5.3 Grenzen der Mitarbeitersteuerung von Ehrenamtlichen in NPOs

6 ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die intermediäre Stellung von NPOs

Abbildung 2: Freiwilligenarbeit in Österreich - Beteiligungsgrad

Abbildung 3: Beteiligungsquoten und durchschnittliche Stunden pro Woche in den Bundesländern

Abbildung 4: Beteiligungsquoten nach Erwerbsstatus

Abbildung 5: Informationsasymmetrien der Principal Agent Theory

Abbildung 6: Eigene Darstellung: Klassifizierung von Anreizen

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Morphologische Matrix des Nonprofit-Sektors

Tabelle 2: Vielfalt der Organisationen

Tabelle 3: Motive für ehrenamtliche Arbeit

Tabelle 4: Ehrenamtlichkeit in Österreich nach Tätigkeitsfeldern

Tabelle 5: Beteiligungsstrukturen nach Geschlecht in den Bereichen der formellen Freiwilligenarbeit

Tabelle 6: Conditions determining the Measurement of Behavior and of Output

Tabelle 7: Kriterien für Anreizsysteme

1 Einleitung

1.1 Ausgangslage

Nonprofit-Organisationen spielen in modernen Gesellschaften eine gewichtige Rolle. Die Organisationsvielfalt reicht von Interessensvertretungen, Parteien, Forschungszentren über Sozialeinrichtungen, Feuerwehren, Sportvereine und auch Spitäler bis zu Museen und Kulturvereinen. Unter diesem Begriff sind also Organisationen vereint, die sowohl im wirtschaftlichen und sozialen als auch im kulturellen Leben fest verankert sind.1

Neben regulär bezahlten Arbeitskräften ist ein bedeutender Anteil an Beschäftigten in Nonprofit-Organisationen ehrenamtlich tätig und stellt daher ein „wichtiges gesamtgesellschaftliches Phänomen“ dar.2 Das freiwillige Engagement leistet nachweislich einen erheblichen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dies belegt eine Studie des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, die besagt, dass rund 45% der Österreicher freiwillig und unentgeltlich in mindestens einer Organisation oder einem Verein tätig sind.3

Viele NPOs sind darum bemüht, die „zu erfüllenden Qualitätserwartungen“ zu realisieren und dabei die Kosten niedrig zu halten. Ein erfolgreiches Personalmanagement spielt somit eine sehr wichtige Rolle. Personalmanagement besteht grundsätzlich aus den Aufgaben „die Verfügbarkeit von Personal zu sichern und für die Arbeitsleistung der Beschäftigten einer Organisation auf einem erwünschten Qualitätsniveau zu angemessenen Kosten zu sorgen“.4

In einer Nonprofit-Organisation, die ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt und meist auf deren Beitrag zur Organisation angewiesen ist, bestehen große Herausforderungen darin, die Arbeitsleistung zu optimieren und die Interessen der Beschäftigten an die Ziele der Organisation anzugleichen. Dazu trägt bei, dass viele der herkömmlichen finanziellen Instrumente der Leistungssteuerung, wie Kontrolloder Anreizsysteme aufgrund der fehlenden Geldleistung bei Ehrenamtlichen nicht im klassischen Sinne angewendet werden können.5

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, aufbauend auf der Ausgangslage, die generelle Anwendung von Anreizen als Mitarbeitersteuerungselement für ehrenamtliche Beschäftigte in Nonprofit-Organisationen zu untersuchen und geeignete Anreize abzuleiten. Daraus ergibt sich folgende Forschungsfrage:

Welche Anreize k ö nnen in Nonprofit-Organisationen mit ehrenamtlichen Mitarbeitern eingesetzt werden, um eine erfolgreiche Mitarbeitersteuerung zu gewährleisten?

Für die Beantwortung gilt es, die unterschiedlichen Motivationsstrukturen für ein ehrenamtliches Engagement zu ergründen, um mögliche Anreize und andere Steuerungsinstrumente zu finden. In weiterer Folge werden diese, unter Berücksichtigung der Besonderheiten in der Arbeit mit Ehrenamtlichen, auf deren Anwendbarkeit in NPOs überprüft.

Da die Eigenschaft der Ehrenamtlichkeit den Einsatz materieller Vergütungen so gut wie ausschließt, liegt das Hauptaugenmerk der Untersuchung auf dem Einsatz von nicht-finanziellen Mitarbeitersteuerungselementen.

Die Principal Agent Theory6 dient als Grundlage für die Diskussion über Mitarbeitersteuerung und den Einsatz von Anreizsystemen.

1.3 Aufbau der Arbeit

Um die Forschungsfrage beantworten zu können, haben sich folgende Kernthemen herauskristallisiert:

Nonprofit-Organisationen

Freiwilliges Engagement - Ehrenamt Mitarbeitersteuerung

So widmet sich das Kapitel 2 der vorliegenden Arbeit einleitend der Nonprofit- Organisation. In diesem Abschnitt wird erarbeitet, welche Organisationen und Institutionen unter die Kategorie „Nonprofit“ fallen und wie diese Organisationsform von anderen abgegrenzt ist. Zudem werden die Arten und typischen Merkmale von NPOs aufgezeigt.

Im dritten Kapitel steht das freiwillige Engagement - auch Ehrenamt genannt - im Blickpunkt. Nach der Definition des Ehrenamtes werden die Motive für ehrenamtliche Tätigkeit erarbeitet und aufgezählt. Abschließend wird die Relevanz ehrenamtlicher Arbeit in Österreich anhand quantitativer Daten dargestellt.

Die Mitarbeitersteuerung steht im Fokus des vierten Kapitels. Nach den Grundzügen der Principal Agent Theory und den damit einhergehenden Problemen für die Mitarbeitersteuerung, werden Kontroll- und Informationssysteme sowie Anreizsysteme als Lösungsmechanismen präsentiert und genauer definiert. Am Ende dieses Abschnitts erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Annahmen der Principal Agent Theory.

Im fünften Teil werden alle Themenblöcke zusammengeführt und die Mitarbeitersteuerung in Nonprofit-Organisationen mit ehrenamtlichen Beschäftigten thematisiert. Zuerst wird die Übertragbarkeit der Agency Theory auf den NonprofitSektor und die Arbeit mit Ehrenamtlichen überprüft, danach die Anwendbarkeit unterschiedlicher Anreize in einem Nonprofit-Setting untersucht. Weiters werden die Grenzen der Mitarbeitersteuerung in NPOs erläutert.

Der letzte Punkt der Arbeit beinhaltet eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte und Erkenntnisse sowie einen Ausblick auf die zukünftige Forschung.

An dieser Stelle sei auch anzumerken, dass aus Gründen der Lesbarkeit in dieser Arbeit bei Personenbezeichnungen durchgängig die grammatikalisch maskuline Form verwendet wird. Dies soll keine Einschränkungen auf das biologische Geschlecht implizieren.

2 Nonprofit-Organisationen

Der Terminus „Nonprofit-Organisation“ ist ein geläufiger Begriff und wird häufig verwendet. Die Vielfalt der Ausprägungen dieser Organisationsform sowie die Anzahl an unterschiedlichsten oft synonym verwendeten Bezeichnungen sorgt jedoch manchmal für Unklarheiten und stellt die erste große Hürde zum Verständnis des „Nonprofit“-Begriffes“ dar.

Die Begrifflichkeiten für den Sektor reichen von „Nonprofit-Sektor“, „Dritter Sektor“, oder „Unabhängiger Sektor“ bis hin zu „Freiwilligensektor“. Die Bezeichnung „Freiwilligensektor“ wird im deutschen Sprachraum eher selten verwendet, während im angelsächsischen Sprachraum „voluntary sector“ weitgehend synonym mit „Nonprofit-Sektor“ ist.7 In der vorliegenden Arbeit wird häufiger auf den Begriff „Freiwilligensektor“ zurückgegriffen, da damit bewusst jener Teil des NonprofitSektors ausgeblendet wird, der ausschließlich bezahlte MitarbeiterInnen beschäftigt und daher nicht Gegenstand dieser Untersuchung ist.

Ähnliche begriffliche Schwierigkeiten gibt es bei „Nonprofit-Organisationen“, die sehr oft als „NGO - nongovernmental organization“, „Sozialwirtschaftliches Unternehmen“ oder aber „Wohltätigkeitsorganisation“ bezeichnet werden.8

Um also ein grundlegendes Verständnis für das Themengebiet der Nonprofit- Organisation sicherzustellen, dient das folgende Kapitel einerseits zur Einführung in den Themenbereich und andererseits zur Definition der Begrifflichkeit des „Nonprofit- Sektors“ sowie der „Nonprofit-Organisation“. Weiters werden die essentiellen Merkmale von NPOs dargestellt, um diese Organisationsform von anderen abzugrenzen.

2.1 Definition des Nonprofit-Sektors

Bis in die 70er-Jahre wurde trotz einer großen Vielfalt an Unternehmen hauptsächlich zwischen zwei großen Institutionsformen unterschieden. Unternehmen gehörten entweder dem privaten oder öffentlichen Sektor an. Ab den späten 70ern wurde das Zwei-Sektoren-Konzept jedoch grundlegend in Frage gestellt. Der Grund dafür lag hauptsächlich in der Tatsache, dass eine „neue“ Art von Institutionen, die bereits gewichtige Beiträge zu sowohl globalen als auch lokalen gesellschaftlichen Problemen geleistet hatte, bis dahin sowohl in der wissenschaftlichen Forschung als auch in der öffentlichen Diskussion vernachlässigt wurde: Organisationen, die in privater Form agierten, aber einem öffentlichen Zweck dienten.9

Weisbrod verwendete erstmals im Jahr 1977 den Begriff „Nonprofit“. Er sprach damals von einem dritten Sektor, dem „Voluntary Nonprofit Sector“, der als intermediärer Sektor wirkt - wo Staat und Markt versagen - und gewisse Aufgaben und Funktionen erfüllt, die volkswirtschaftlich gesehen notwendig sind.10

Folgendes Modell von Haßemer (1994) soll die intermediäre Stellung von NPOs illustrieren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Die intermediäre Stellung von NPOs Quelle: Vgl. Haßemer (1994), S 11.

Die Grafik macht deutlich, dass der Nonprofit-Sektor die „Mischzone derjenigen Wirtschaftsorganisationen“ umfasst, die zwischen den Gesellschaftspolen Markt, Staat und Familie (bzw. Primärgruppen) angesiedelt sind.11

Die Lenkungsmechanismen sind als pretiale Lenkung für den Markt, administrative Lenkung für den Staat und soziale Motivation für die Primärgruppen betitelt. Haßemer (1994) führt dazu weiter aus:

„Der intermediäre Charakter des Nonprofit-Sektors zieht zwangsläufig ein Prinzip der Allokation von Ressourcen nach sich, dessen Lenkungsmechanismen weder ausschließlich marktlich (pretial) noch ausschließlich administrativ oder ausschließlich durch einzelfallbezogene soziale Motivation bestimmt sind.“12

Als Lenkungsmechanismus des Dritten Sektors wird die Verhandlung tituliert. Zauner (2007) erklärt in diesem Kontext:

„Nicht zufällig bilden sich vielfältige Verhandlungssysteme an den Grenzflächen von Demokratie und Hierarchie einerseits, an den Berührungspunkten der funktional differenzierten Subsysteme andererseits. Als intermediären Organisationen fällt NPOs in dieser Perspektive die Aufgabe zu, durch Repräsentanz (...) Ausgleichsfunktionen zu übernehmen oder durch Interventionen das Entstehen und die Wirksamkeit von Verhandlungssystemen zu fördern (...)“.13

Gemeint sind hier beispielsweise öffentliche Aktionen, die den gesellschaftlichen Druck hinsichtlich ökologischer oder sozialer Fragen so erhöhen, „dass Verhandlungssysteme institutionalisiert werden“.14

Ein weiterer Punkt wird in Abbildung 1 deutlich: NPOs sind Organisationen, die ihre Ziele zwar nach bedarfswirtschaftlichen Gesichtspunkten formulieren, aber gleichermaßen dazu gezwungen sind, diese durch erwerbswirtschaftliche Ziele zu ergänzen. Man spricht in dem Zusammenhang von einer dualen Zielkonzeption.15 In dieser Tatsache liegt häufig der Ausgangspunkt für die Diskussion über eine Abgrenzung des Nonprofit-Sektors gegenüber den anderen Sektoren.

Wie zuvor schon erwähnt wird der Nonprofit-Sektor unter anderem als „Dritter Sektor“ tituliert. Die Zuordnung der Organisationen zum Dritten Sektor wird oft davon abgeleitet, dass NPOs grundsätzlich keinem der beiden klassischen Sektoren angehören, sondern eine intermediäre Stellung einnehmen. Eine Definition des Dritten Sektors scheint daher auf den ersten Blick einfacher über eine negative Abgrenzung zu sein: in den Dritten Sektor fällt alles, was nicht den ersten beiden Sektoren - privat und öffentlich - zuordenbar ist.16

Der Grund für die Definition des Nonprofit-Sektors über diese Restgröße hat auch sehr stark mit den unterschiedlichen nationalen Konzepten und der damit einhergehenden verschiedenartigen Terminologie in diesem Forschungsfeld zu tun, was folgende Aussage von Salamon & Anheier (1996) untermauert:17

„The German concept of Verein, the French é conomie sociale, the British public charities, (...) the American nonprofit sector, the Central European foundation, and the Latin American and African NGO or nongovernmental organization are not simply linguistically different. They reflect wholly different concepts and refer to distinctly different groupings of institutions.“

Die Tatsache, dass in den meisten Ländern aufgrund der unterschiedlichen Begrifflichkeiten sowie der lokalen Bestimmungen und Gesetze komplett andere Klassifizierungen vorgenommen werden, macht es also mit dem bisher diskutierten Residualansatz sehr schwer möglich, Sektoren und die dazugehörigen Institutionen länderübergreifend zu vergleichen.

Die Heterogenität - also die organisatorische Vielfalt - des Dritten Sektors ist ein weiterer Grund für Definitionsschwierigkeiten und unklare Abgrenzungen. Die Vielfalt an Institutionen reicht von kleinen Gesundheitsselbsthilfegruppen bis zu großen Wohlfahrtsverbänden. Außerdem sind NPOs in den unterschiedlichsten Politikfeldern tätig: Kultur- und Sportbereich, Sozial- und Gesundheitswesen, Umweltschutz, humanitäre Auslandshilfe, Interessensvertretung, etc.

Doch trotz der Vielfalt der Organisationen und Uneindeutigkeit der Begrifflichkeiten geht es bei Definitionen nicht verpflichtend um „wahre“ oder „falsche“ Inhalte, sondern vielmehr darum, ob diese für einen bestimmten Zweck „tauglich“ sind.18 In diesem Fall ist zu identifizieren, welche Organisationen dem Nonprofit-Sektor angehören.

2.2 Definition und Merkmale der Nonprofit-Organisation

Die Studie „The Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project“, die Beginn der 90-er Jahre mit 150 Forschenden auf internationaler Ebene durchgeführt wurde, versuchte verschiedene Sachverhalte über den Nonprofit-Sektor zu dokumentieren, zu erklären sowie eine solide empirische Basis für die weitere Forschung auf diesem Gebiet zu schaffen.19 Von dieser Studie ausgehend beschäftigte man sich anfänglich mit drei Definitionsansätzen:20

2.2.1 Ökonomisch-finanzielle Definition

Die Ökonomisch-finanzielle Definition ergibt sich aus der Möglichkeit zur Abgrenzung der Nonprofit-Organisation von anderen Institutionen durch die Zusammensetzung der Finanzressourcen. Laut dieser Definition setzen sich die finanziellen Mittel einer NPO zum Großteil aus freiwilligen Spenden und nicht durch Marktgeschäfte oder Staatszuwendungen zusammen.

2.2.2 Legaldefinition

Gesetzliche Bestimmungen und Richtlinien ermöglichen es, Organisationen einzelnen Sektoren zuzuordnen. Der NPO-Sektor und die dazugehörigen Insitutionen wären dann durch eine spezielle Rechtsform (bspw. Genossenschaft oder Verein) oder durch Besonderheiten hinsichtlich der steuerlichen Behandlung definiert.

2.2.3 Funktionale Definition

Die Zweckausrichtung der Organisation steht hier im Mittelpunkt - aufgrund der Funktionen bzw. Ziele wird eine Sektorzugehörigkeit bestimmt. Eine NPO fördert laut dieser Definition das allgemeine Wohl, die Entwicklung der Zivilgesellschaft sowie Selbstverantwortung und Beteiligung. Weiters werden strukturelle Missstände in Bezug auf Armut und Not adressiert.

Die angeführten Definitionsansätze haben alle ihre Vorteile, nichtsdestotrotz wurden auch diese als unzulänglich empfunden, vor allem um länderübergreifende Vergleiche anzustellen. Salamon (2004) argumentierte, dass21

- die Ökonomisch-finanzielle Definition sich zu sehr auf die Zusammensetzung der finanziellen Ressourcen konzentriere und andere wichtige Aspekte weitestgehend außer Acht lasse.
- die Legaldefinition sich als ungeeignet herausgestellt habe, da in jedem Land andere rechtliche Bestimmungen und Gesetze vorherrschen würden, die einen Vergleich nahezu unmöglich machen würden.
- die Funktionale Definition sich auch als zu unklar und subjektiv erwiesen habe.

Zu diesem Punkt fügte Heitzmann (2001) hinzu, dass eine Überprüfung des Zwecks anhand der Statuten zwar möglich wäre, ob dieser jedoch mit der tatsächlichen Tätigkeit der NPO hundertprozentig übereinstimme, „ist ex ante schwer überprüfbar“.22

2.2.4 Strukturell-operationale Definition

Im Hinblick auf diese Schwierigkeiten wurde „The Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project“ mit einem „bottom-up approach“ neu konzipiert. Die Mitarbeiter der Studie bestimmten jeweils die Institutionen, die auf lokaler Ebene zum Nonprofit-Sektor hinzugezählt werden. Die Konsolidierung der Ergebnisse und deren Auswertung ermöglichten eine Identifikation von fünf strukturell-operationalen Merkmalen:23

- Organisiert
- Privat
- Gewinnausschüttungsverbot
- Selbstverwaltung
- Freiwilligkeit

Die strukturell-operationale Definition hebt also weder den Zweck der Organisation noch deren Finanzressourcen hervor, sondern betont die grundlegende Struktur und Geschäftstätigkeit. Laut dieser Definition wird eine Nonprofit-Organisation nur als solche bezeichnet, wenn sie die schon oben angeführten fünf Merkmale aufweist:24

1) Organisiert

Es werden nur Institutionen mit einem Mindestmaß an formaler Struktur zum Nonprofit-Sektor gezählt, was aber nicht zu bedeuten hat, dass die Organisationen eine juristische Rechtsform aufweisen müssen. Lediglich eine Organisationsbeständigkeit (regelmäßige Meetings, Mitgliedschaft, etc.) muss gewährleistet sein. Dieses Kriterium grenzt den Nonprofit-Sektor vom informellen Sektor (Familie, Nachbarschaftshilfe, etc.) ab.

2) Privat

Durch dieses Merkmal wird klargestellt, dass NPOs weder Teil des staatlichen Verwaltungsapparates sind noch unter staatlicher Einflussnahme stehen. Es besteht daher eine klare Abgrenzung des Nonprofit-Sektors vom öffentlichen Sektor.

3) Gewinnausschüttungsverbot

NPOs ist es nicht verwehrt, Gewinne zu erwirtschaften, sie dürfen jedoch Gewinne bzw. Überschüsse nicht an Eigentümer oder Mitglieder ausschütten. Die Form der Gewinnverwendung ist also ein entscheidendes Charakteristikum des NPO-Sektors.

4) Selbstverwaltung

NPOs müssen juristisch und organisatorisch eigenständig sein und autonom bzw. selbstverwaltend ihre Funktionen und Aufgaben erledigen können. Durch dieses Kriterium findet eine Abgrenzung von selbständigen Organisationen zu Teilorganisationen statt.

5) Freiwilligkeit

Diesem Merkmal liegt zu Grunde, dass NPOs einen gewissen Grad an ehrenamtlichem Engagement aufweisen müssen, sei es „freiwillige Arbeitsleistung

(...) oder ein gewisses Ausmaß an ‚freiwilligem Einkommen’, also

Spendeneinnahmen“.25 Mitgliedschaft ist nicht gesetzlich verpflichtend, was den Nonprofit-Sektor von Zwangsverbänden abgrenzt.

Selbstverständlich gibt es auch bei diesen fünf Merkmalen Grenzfälle und Abgrenzungsschwierigkeiten, wenn man die Organisationslandschaft der NPOs genauer betrachtet.26 Komplizierte Verflechtungen zwischen Markt, Staat und dem NPO-Bereich entsprechen der Realität. Die angeführten Merkmale sollen jedoch zur Definition der Nonprofit-Organisation dienen, die für diese Arbeit maßgebend ist.

Die Gründe für die gewählte Definition liegen erstens im pragmatischen Ansatz, der sich aufgrund des „Johns Hopkins Project“ und der damit verbundenen Forschung in vielen Ländern etabliert hat und dadurch eine gewisse Vergleichsbasis auf internationaler Ebene schafft. Zweitens lässt sich diese Definition von Nonprofit- Organisationen auf klare Merkmale und beobachtbare Sachverhalte stützen, was laut Badelt (1995) wesentlich zur Tauglichkeit von Definitionen im Allgemeinen beiträgt.27

Die Definition der Nonprofit-Organisation ist also wichtig, um diese von anderen Organisationsformen abgrenzen und bestimmte Merkmale zuweisen zu können. Die Heterogenität des NPO-Sektors verlangt jedoch außerdem nach einer „internen“ Untergliederung, um spezifischere Untersuchungen anzustellen bzw. Organisationen vergleichbar zu machen.

Der folgende Abschnitt widmet sich daher den unterschiedlichen Typologien und möglichen Klassifizierungsschemata von Nonprofit-Organisationen.

2.3 Typologien von Nonprofit-Organisationen

Das breite Spektrum des Nonprofit-Sektors reicht von Vereinen, Verbänden, Kammern, Karitativorganisationen, Wohlfahrtseinrichtungen (im Gesundheits- und Sozialbereich), Kirchen und Parteien bis hin zu Clubs. Um dem Forschungsfeld einen strukturierteren theoretischen Rahmen zu geben, widmeten sich bestimmte Autoren der Typologie der Nonprofit-Organisationen.

Eine Typologie ist ein Gliederungsschema, in dem die Vielfalt von Einzelerscheinungen in überschaubare Teilbereiche gegliedert wird.28

In diesem Abschnitt werden daher drei unterschiedliche Konzepte vorgestellt, die zur Typologisierung von NPOs dienen, unterschiedliche Aspekte hervorheben und daher als Grundlage für die vorliegende Diplomarbeit relevant sind.

2.3.1 Morphologische Matrix von Burla

Burla (1989) kategorisiert Nonprofit-Organisationen basierend auf folgenden sieben Merkmalen:29

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Morphologische Matrix des Nonprofit-Sektors Quelle: Burla (1989), S. 76.

Rein rechnerisch könnten aus der oben abgebildeten morphologischen Matrix 4320 Ausprägungskombinationen gebildet werden. Eine derart umfangreiche Typologie würde das Forschungsfeld jedoch unüberschaubar machen und daher behilft man sich mit der Bestimmung von Leitmerkmalen. Diese müssen eine gewisse Trennschärfe aufweisen (d.h. eine eindeutige Zuordnung ermöglichen) und im Kontext relevant sein. Im Falle der Nonprofit-Organisationen kommen hauptsächlich die Merkmale „Trägerschaft“, „Rechtsform“ und „Primäre Nutznießer“ in Frage, da man hier häufig auf statutarische Sachverhalte zurückgreifen kann und die angesprochene Trennschärfe gegeben ist. Das bedeutet im Konkreten, dass beispielsweise eine Organisation nur eine bestimmte und eindeutige Rechtsform annehmen kann. Bei anderen Merkmalen kann es auch oft zu Mischformen kommen. Im Falle der „Organisationsteilnehmer“ kann eine NPO sowohl Funktionäre als auch Ehrenamtliche beschäftigen oder die „Leistungsart“ Individualgüter wie auch Allgemeingüter beinhalten.31

2.3.2 Das Freiburger Modell für NPOs nach Schwarz

Im Gegensatz zu Burla’s morphologischer Matrix gibt das Freiburger Modell für NPOs von Schwarz, Purtschert und Giroud (2009) erstens einen detaillierteren Einblick in die Artenvielfalt der Nonprofit-Organisationen und ordnet diese zweitens aufgrund ihres Hauptzwecks Gruppen zu:32

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Vielfalt der Organisationen Quelle: Vgl. Schwarz et al. (2009), S. 21.

2.3.3 International Classification of Nonprofit Organizations (ICNPO)

Im Zuge des „Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project“ wurde ein Klassifizierungssystem entwickelt, um die untersuchten Organisationen systematisch zu gruppieren. ICNPO klassifiziert anhand der Kernaktivität in zwölf Hauptgruppen und 26 Untergruppen:34

1. Culture and Recreation
1.1 Culture and Arts
1.2 Recreation
1.3 Service Clubs

2. Education and Research
2.1 Primary and Secondary Education
2.2 Higher Education
2.3 Other Education
2.4 Research

3. Health
3.1 Hospitals and Rehabilitation
3.2 Nursing Homes
3.3 Mental Health and Crisis Intervention
3.4 Other Health Services

4. Social Services
4.1 Social Services
4.2 Emergency and Refugees
4.3 Income Support and Maintenance

5. Environment
5.1 Environment
5.2 Animals

6. Development and Housing
6.1 Economic, Social and Community Development
6.2 Housing
6.3 Employment and Training 7. Law, Advocacy and Politics

7.1 Civic and Advocacy Organizations
7.2 Law and Legal Services
7.3 Political Organizations

8. Philantrophic Intermediaries & Voluntarism Promotion

9. International Activities

10. Religion

11. Business and Professional Associations, Unions

12. Not Elsewhere Classified

Ausschlaggebend für die Einteilung nach den zwölf Hauptkategorien ist die wirtschaftliche Hauptbetätigung bzw. jener Tätigkeitsbereich, der für den größten Anteil der Betriebsausgaben anfällt.35 Diese Klassifizierung fand große Anerkennung von verschiedensten Organisationen wie den United Nations36, Eurostat oder der OECD. Weiters gibt sie einen sehr detaillierten Überblick über unterschiedlichste Bereiche, in denen NPOs tätig sein können.37 Eine Zuteilung, Einteilung und Differenzierung von Nonprofit-Organisationen wird somit erleichtert.

Da die Freiwilligkeit ein wichtiges Merkmal einer Nonprofit-Organisation darstellt und auch ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist, erfolgt im folgenden Kapitel eine genauere Auseinandersetzung mit dem Themengebiet „Freiwilliges Engagement“.

3 Freiwilliges Engagement - Das Ehrenamt

Der Nonprofit-Sektor wird sehr oft auch als „Freiwilligensektor“ bezeichnet. Daraus darf man allerdings nicht schließen, dass alle NPOs ehrenamtliche Beschäftigte haben, in vielen sind jedoch neben regulär bezahlten Arbeitskräften ehrenamtliche Mitarbeiter eine wichtige Stütze. Weiters definiert diese Diplomarbeit laut dem vorigen Kapitel NPOs so, dass sie „ein gewisses Mindestmaß an Freiwilligkeit als konstitutives Merkmal aufweisen“.38

Im Folgenden werden daher die Definition und Merkmale des Ehrenamts, die Motive für ein freiwilliges Engagement und die Dimensionen ehrenamtlicher Tätigkeit in Österreich näher betrachtet.

3.1 Definition und Merkmale des Ehrenamts

Die Bezeichnungen „Ehrenamt“ und „ehrenamtliches Engagement“ sind laut Zimmer (2005) eine „Erfindung des preußischen Staates“. Wegen leerer Kassen rund um das erste Viertel des 19. Jahrhunderts wurde im Zuge der preußischen Verwaltungsreform die Selbstverwaltung auf Gemeindeebene eingeführt und reformiert, aber gleichzeitig fest in das staatliche Gefüge eingebunden. Nach den napoleonischen Kriegen war der preußische Staat jedoch zahlungsunfähig und musste kostengünstige Wege zur Effektivitätssteigerung und Effizienzverbesserung der öffentlichen Verwaltung finden. Aus diesem Grund gerieten die Ehrenmänner, die Aufgaben der Verwaltungstätigkeit unentgeltlich übernahmen - eben als Ehrenamt - ins Blickfeld. „Die Ehre bestand darin, dass eine öffentliche Aufgabe - eine Staatsaufgabe bzw. ein Amt - dem Bürger übertragen wurde.“ Das Ehrenamt ist geschichtlich somit eine staatlich abgeleitete Tätigkeit, die die folgende Aussage beinhaltet: „Man tut etwas für seine Gemeinde und sein Land“.39

Selbstverständlich ist heutzutage das Ehrenamt nicht mehr als „von oben“ hierarchisch verordnete Aufgabe an Ehrenmänner zu verstehen. Vielmehr ist das Ehrenamt mit dem Begriff „Bürgerschaftliches Engagement“ gleichzusetzen, was soviel bedeutet wie das Engagement „von unten“: die Selbstorganisation von Bürgern, die einen wesentlichen Beitrag zur Gemeinschaft leisten wollen. Außerdem schließt das Bürgerschaftliche Engagement auch die kritische Haltung zum Status quo ein, was zu selbstorganisierten Aktivitäten oder Taten zum Gemeinwohl führt.40 Die Definition des Begriffs „Ehrenamt“ wird in der Literatur häufig diskutiert und unterschiedlich aufgefasst:

Notz (1998) unterscheidet zwischen dem „politischen Ehrenamt“ und der „sozialen ehrenamtlichen Tätigkeit“. Unter Letzteres fallen beispielsweise helferische Aufgaben im Sozial- und Pflegesektor. Im Gegensatz dazu werden im Zuge des politischen Ehrenamts Funktionen in Aufsichtsräten, Vorständen oder ähnlichen Beiräten und Gremien in Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen genannt.41

Eine ähnliche Differenzierung machen Schwarz et al. (2009). Die Autoren unterscheiden zwischen den Begriffen „Ehrenamtliche“ bzw. „Milizer“ und „laienhafte Mitarbeiter bzw. freiwillige Helfer“. Milizer sind nach dieser Definition Personen, die für die Mitwirkung bei der Erfüllung von NPO-Führungsaufgaben zur Verfügung stehen. Diese Tätigkeit stellt das eigentlich NPO-Typische dar und umfasst Tätigkeiten in Organen, Kommissionen, Ausschüssen und Arbeitsgruppen. Charakteristische Merkmale des Milizbegriffs sind die Freiwilligkeit, die ehrenamtliche Tätigkeit ohne finanzielle Entschädigung, ein neben- oder außerberufliches Engagement und ein gewisses Ausmaß an amateurhafter Ausführung (nicht dilettantisch, sondern beschränkt in Zeit, Information oder Sachverstand). Davon zu unterscheiden ist die Freiwilligenarbeit in Sozialinstitutionen, Vereinen, Kirchen, usw. In diesen Institutionen sind vermehrt „Helfer“ tätig und leisten ehrenamtlich einen Dienst am Mitmenschen im Interesse der NPO bzw. wirken durch ehrenamtliche Mitarbeit bei der Erfüllung des NPO-Zwecks mit.42

Badelt & Hollerweger (2001) verstehen unter ehrenamtlicher Arbeit eine Arbeitsleistung, „der kein monetärerer Gegenfluss gegenübersteht (die also „unbezahlt“ geleistet wird), und deren Ergebnis KonsumentInnen außerhalb des eigenen Haushalts zufließt.“ Wesentlich ist hier die Unterscheidung zwischen ehrenamtlicher und bezahlter Arbeit so wie auch schon bei den anderen Autoren. Es darf also kein Entgelt in Form von Geld empfangen werden. Es kann jedoch Grenzfälle geben, wenn gewisse Aufwandsentschädigungen oder non-monetäre Gegenleistungen, wie etwa soziales Ansehen, Einfluss, Anerkennung, Sachgeschenke oder Gutschriften, erbracht werden.

Die Hausarbeit im eigenen Haushalt wird bewusst aus dieser Definition ausgeschlossen, wobei es auch hier Grenzfälle gibt, die zum Beispiel die Betreuung Familienangehöriger betreffen. Dennoch wird für diese Arbeit der eigene Haushalt als Kriterium herangezogen, um eine Abgrenzung und klarere Definition überhaupt zu ermöglichen. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser Definition ist auch der produktive Charakter von ehrenamtlicher Arbeit, bei der es sich um Leistungen für andere Personen handelt. Dies schließt selbstverständlich nicht aus, dass man aus der ehrenamtlichen Tätigkeit einen persönlichen Nutzen zieht. Die ehrenamtliche Arbeit soll dadurch „von rein konsumptiven Freizeit-Akitivitäten unterschieden werden“.43

In vorliegender Arbeit wird die ehrenamtliche Tätigkeit im Rahmen von NPOs thematisiert, was ein Mindestmaß an formaler Organisation voraussetzt. Das gesellschaftliche Phänomen ehrenamtlicher Arbeit geht oft über die Tätigkeit in NPOs hinaus und wird „im informellen Feld der soziokulturellen Infrastruktur“, also im Kreis von Familien, Nachbarn und Freunden, außerhalb von Organisationen geleistet. Diese als „informelle ehrenamtliche Arbeit“ titulierten Tätigkeiten sind jedoch nicht Gegenstand dieser Untersuchung.44

Aus obigen Ausführungen ergibt sich die Definition des Ehrenamts, wie sie in dieser Arbeit verwendet wird:

Das Ehrenamt ist...

- eine Arbeitsleistung, der kein monetärer Geldfluss gegenübersteht;
- eine Arbeitsleistung, die für Dritte (nicht für den eigenen Haushalt) ausgeübt wird;
- institutionell eingebunden.

Aus praktischen Gründen wird in dieser Arbeit trotz bereits angeführter theoretischer Unterschiede bürgerschaftliches, freiwilliges und ehrenamtliches Engagement synonym als Ehrenamt, ehrenamtliches Engagement bzw. ehrenamtliche Tätigkeit bezeichnet.

[...]


1 Vgl. Badelt, Meyer & Simsa (2007), S. 3.

2 Vgl. Badelt & More-Hollerweger (2007), S. 503.

3 Vgl. More-Hollerweger & Heimgartner (2009), S. 5.

4 Vgl. Eckardstein (2007), S. 273 ff.

5 Vgl. ebenda, S. 288f.

6 Vgl. Coase (1937). vgl. Jensen & Meckling (1976).

7 Vgl. Powell (2006), S. xi.

8 Vgl. Anheier (2007), S. 38.

9 Vgl. Salamon & Anheier (1996), S. 1f.

10 Vgl. Weisbrod (1977), S.1.

11 Vgl. Haßemer (1994), S. 11.

12 Haßemer (1994), S. 11.

13 Zauner (2007), S. 154ff.

14 ebenda, S. 156.

15 Vgl. Haßemer (1994), S. 2.

16 Vgl. Salamon & Anheier (1996), S. 1f.

17 ebenda, S. 3.

18 Vgl. Badelt (1995), S. 140.

19 Vgl. Salamon, Sokolowski & List (2004), S. 5.

20 Vgl. Salamon et al. (2004), S. 8.

21 Vgl. ebenda, S. 8.

22 Vgl. Heitzmann (2001), S. 33ff.

23 Vgl. Salamon et al. (2004), S. 9f.

24 Vgl. Anheier (2007), S. 47f.

25 Vgl. Heitzmann (2001), S. 35.

26 Vgl. ebenda, S. 41.

27 Vgl. Badelt (1995), S. 140.

28 Vgl. Burla (1989), S. 76.

29 Die morphologische Matrix ist eine systematisch analytische Technik, um komplexe Problembereiche vollständig zu erfassen.

30 Die Ausprägung „staatlich“ fällt nicht in die Definition für NPOs der vorliegenden Diplomarbeit und wird daher hier nur der Vollständigkeit halber angeführt.

31 Vgl. Burla (1989), S. 77f.

32 Vgl. Schwarz, Purtschert, Giroud & Schauer (2009), S. 20.

33 Die staatliche NPO ist auch hier nur aufgrund der Vollständigkeit der Tabelle angeführt, da sie nicht in die Definition der NPO dieser Arbeit passt.

34 Vgl. Salamon & Anheier (1996), S. 136ff.

35 Vgl. Salamon & Anheier (1996), S. 136ff.

36 Vgl. United Nations (2003), S. 27f.

37 Vgl. Salamon & Anheier (1996), S. 15f.

38 Vgl. Badelt & More-Hollerweger (2007), S. 503.

39 Vgl. Zimmer (2005), S. 2f.

40 Vgl. Zimmer (2005), S. 3.

41 Vgl. Notz (1998), S. 20f.

42 Vgl. Schwarz et al. (2009), S. 251f.

43 Vgl. Badelt & Hollerweger (2001), S. 2.

44 Vgl. Badelt & More-Hollerweger (2007), S. 507.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten

Details

Titel
Anreizsysteme in Nonprofit-Organisationen
Untertitel
Mitarbeitersteuerung im Ehrenamt
Hochschule
Wirtschaftsuniversität Wien  (Unternehmensführung)
Note
2
Autor
Jahr
2010
Seiten
85
Katalognummer
V188124
ISBN (eBook)
9783656118978
ISBN (Buch)
9783656132073
Dateigröße
918 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
anreizsysteme, nonprofit-organisationen, mitarbeitersteuerung, ehrenamt
Arbeit zitieren
Johannes Oelz (Autor), 2010, Anreizsysteme in Nonprofit-Organisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188124

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