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"Vorsicht Fettnäpfchen!" – Struktur und Besonderheiten von Beratungsgesprächen im Fernsehen am Beispiel der Knigge-Beratung des MDR-Nachmittagmagazins "Hier ab Vier"

Title: "Vorsicht Fettnäpfchen!" – Struktur und Besonderheiten von Beratungsgesprächen im Fernsehen am Beispiel der Knigge-Beratung des MDR-Nachmittagmagazins "Hier ab Vier"

Term Paper (Advanced seminar) , 2010 , 52 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tom Gärtig (Author)

German Studies - Linguistics
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Einen Experten oder eine Expertin zu konsultieren, scheint für uns heute selbstverständlich. Ob es sich nun um eine medizinische Diagnose, die Wahl des günstigsten Stromanbieters, den abgestürzten Computer oder die gewinnträchtigste Geldanlage handelt: Schnell ist der Punkt erreicht, an dem man sich nicht mehr alleine zu helfen weiß. Die ständige Erweiterung und Ausdifferenzierung des Wissens in pluralistischen Gesellschaften führt dazu, dass der Informations- und Wissenszuwachs kaum noch zu überschauen und zu bewältigen ist. Gerade für den „Laien im Alltag“ ist mit dem enormen Wissenszuwachs ein gewisses Unbehagen an fehlenden Verbindlichkeiten verbunden. Was ist wirklich wichtig, welchem Wissen kann ich vertrauen, welcher der unzähligen Experten hat denn nun Recht?
Diese Arbeit beschäftigt sich aus gesprächsanalytischer Perspektive mit der Frage, wie der komplexe Vorgang eines Beratungsgesprächs im Medium Fernsehen überhaupt realisiert wird. Dabei wird anhand von Gesprächstranskripten einer Knigge-Beratung untersucht, inwieweit das klassische Handlungsschema für Beratungsgespräche die Abläufe während einer Fernsehberatung zu beschreiben vermag, welche Besonderheiten es gibt und wo die Ursachen dafür liegen.

Excerpt


Inhalt

1 Einleitung

2 Terminologie

2.1 Experte und Laie

2.2 Beratungsgespräch und Beratungssendung

3 Benimm-Beratung im MDR-Magazin Hier ab vier

4 Analyse

4.1 Handlungskomponenten der Beratung

4.1.1 Herstellung der Beteiligungsrollen

4.1.2 Problempräsentation

4.1.3 Entwicklung einer Problemsicht

4.1.4 Lösungsentwicklung und Lösungsverarbeitung

4.1.5 Situationsauflösung

4.2 Rolle(n) und Aufgaben des Moderators

5 Zusammenfassung und Fazit

Literatur

Anhang

Basistranskripte

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Struktur und Besonderheiten von Beratungsgesprächen im Fernsehen, wobei das MDR-Nachmittagsmagazin "Hier ab vier" mit seiner Rubrik "Vorsicht Fettnäpfchen!" als Fallbeispiel dient. Es wird analysiert, wie komplexe Beratungsprozesse in massenmedialen Formaten realisiert werden, welche Rollen Experten und Moderatoren dabei einnehmen und inwiefern der klassische Beratungsablauf durch den institutionellen Rahmen und Zeitdruck modifiziert wird.

  • Gesprächslinguistische Analyse von Beratungssituationen im Fernsehen.
  • Untersuchung der Handlungskomponenten von Beratungsgesprächen.
  • Die Rolle und Funktion des Moderators in der Beratungsdynamik.
  • Vergleich zwischen theoretischen Beratungsmodellen und der medialen Realität.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 Herstellung der Beteiligungsrollen

Neben der Begrüßung und gegenseitigen Identifizierung der Gesprächspartner, wird mit der so genannten Instanzeinsetzung die Beratung gewissermaßen in Gang gesetzt. Hierbei werden die Gesprächsrollen des Ratgebenden und des Ratsuchenden durch Zuschreibung von Zuständigkeit einerseits, sowie durch Etablierung von Beratungsbedarf andererseits, festgelegt. (Vgl. ebd.: 11) „Eine ‚Anbahnung’ der Beratung im Gespräch kann fehlen, wenn die Beteiligten erkennbar auf vorgängige […] ‚Offerten’ […] rekurrieren.“ (Habscheid 2003: 128) Das Fernsehmagazin Hier ab vier bietet mit seinem Beratungsangebot eine solche Offerte. Zu Beginn jeder Sendung wird in einer Vorschau der zu erwartende Beratungsservice – meist zu einem bestimmten Thema – angekündigt bzw. angeboten und an entsprechender Stelle arrangiert. Den Zuschauern steht es nun frei, einen diesbezüglichen Beratungsbedarf für sich zu erkennen und zu formulieren, anschließend zum richtigen Zeitpunkt anzurufen und sich beraten zu lassen. Der Reaktion auf ein vorangegangenes Angebot folgt das institutionell arrangierte Beratungsgespräch. Mit anderen Worten: Die Zuschauer rufen nicht einfach an, um auf Basis eines Gesprächs mit etwas Glück eine Beratung zu einem beliebigen Thema zu erwirken, sondern werden dazu ermuntert, auf ein möglicherweise nur latent vorhandenes „Wissensdefizit“ zu reagieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den wachsenden Beratungsbedarf in der modernen Gesellschaft und führt in die Relevanz von massenmedialen Beratungsformaten im Fernsehen ein.

2 Terminologie: Hier werden die zentralen Rollenbegriffe "Experte" und "Laie" sowie der theoretische Rahmen für Beratungsgespräche und Beratungssendungen definiert.

3 Benimm-Beratung im MDR-Magazin Hier ab vier: Dieses Kapitel charakterisiert die spezifische Fernsehsendung, ihren Sendeablauf und die Rolle der Expertin Nandine Meyden im Kontext der Benimm-Beratung.

4 Analyse: Der Hauptteil untersucht die praktische Umsetzung von Beratung im Fernsehen, unterteilt in die fünf Handlungskomponenten der Beratung sowie die Moderatorenrolle.

4.1 Handlungskomponenten der Beratung: Ein detaillierter Blick auf die sequenzielle Struktur von Beratungsgesprächen, von der Rollenherstellung bis hin zur Situationsauflösung.

4.1.1 Herstellung der Beteiligungsrollen: Fokus auf die Etablierung von Ratgeber- und Ratsuchenden-Rollen durch institutionelle Angebote.

4.1.2 Problempräsentation: Untersuchung, wie Ratsuchende ihre Anliegen im Kontext öffentlicher Fernsehberatung formulieren.

4.1.3 Entwicklung einer Problemsicht: Analyse der interaktiven Aushandlung des problematischen Sachverhalts zwischen Anrufern und Beraterin.

4.1.4 Lösungsentwicklung und Lösungsverarbeitung: Betrachtung der Vermittlung von Ratschlägen und deren Akzeptanz durch die Ratsuchenden.

4.1.5 Situationsauflösung: Analyse des formalen Endes der Beratungssituation durch Danksagungen und Abschiedsformeln.

4.2 Rolle(n) und Aufgaben des Moderators: Untersuchung der aktiven Rolle des Moderators als Bindeglied zwischen Experte, Ratsuchendem und Fernsehpublikum.

5 Zusammenfassung und Fazit: Die Ergebnisse der Analyse werden zusammengeführt und die Besonderheiten der massenmedialen Beratung gegenüber nicht-öffentlichen Formen hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Beratungsgespräch, Fernsehen, Gesprächsanalyse, MDR, Hier ab vier, Expertenrolle, Laienrolle, Moderator, Handlungsschema, Wissenstransfer, Benimm-Regeln, Kommunikation, Interaktion, Beratungssendung, Transkription.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Struktur von Beratungsgesprächen in Fernsehsendungen, wobei der Fokus auf der Rubrik "Vorsicht Fettnäpfchen!" des MDR-Magazins "Hier ab vier" liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind der Ablauf von Beratungsprozessen, die Rollenverteilung zwischen Experten und Laien, die Funktion der Moderation sowie der Umgang mit sozialen Normen im medialen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob klassische Handlungsschemata für Beratungsgespräche auf Fernsehberatungen übertragbar sind und welche Modifikationen durch das Format und den Zeitrahmen entstehen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt die gesprächslinguistische Methode der Korpusanalyse anhand von Transkripten, um die interaktiven Abläufe der Beratungen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Handlungskomponenten (Rollenherstellung, Problempräsentation, Problemsicht, Lösungsentwicklung, Situationsauflösung) und die Untersuchung der Moderatorenrolle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Beratungsgespräch, Gesprächsanalyse, Experten-/Laien-Interaktion, Moderatorrolle und Wissenstransfer charakterisiert.

Welche Rolle spielt die Zeitvorgabe für die Beratungsgespräche?

Aufgrund des engen Zeitrahmens im Fernsehen müssen die Gespräche sehr kompakt geführt werden, was häufig dazu führt, dass die Expertin Lösungswege allein vorgibt, anstatt sie diskursiv auszuhandeln.

Warum greift der Moderator aktiv in die Beratungen ein?

Moderatoren wie Peter Imhof greifen ein, um Lücken in der Gesprächsdynamik zu füllen, Interessen des Publikums zu vertreten und das Format für die Zuschauer lebendiger und nachvollziehbarer zu gestalten.

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Details

Title
"Vorsicht Fettnäpfchen!" – Struktur und Besonderheiten von Beratungsgesprächen im Fernsehen am Beispiel der Knigge-Beratung des MDR-Nachmittagmagazins "Hier ab Vier"
College
Martin Luther University  (Germanistisches Institut)
Course
Erstellung eines Gesprächskorpus
Grade
1,3
Author
Tom Gärtig (Author)
Publication Year
2010
Pages
52
Catalog Number
V188141
ISBN (eBook)
9783656117612
ISBN (Book)
9783656118145
Language
German
Tags
Beratung Beratungsgespräch Korpuslinguistik Pragmatik Gesprächsanalyse Experte Laie Wissenstransfer
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tom Gärtig (Author), 2010, "Vorsicht Fettnäpfchen!" – Struktur und Besonderheiten von Beratungsgesprächen im Fernsehen am Beispiel der Knigge-Beratung des MDR-Nachmittagmagazins "Hier ab Vier", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188141
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