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Hegels Konzept der „Kunst-Religion“

Title: Hegels Konzept der „Kunst-Religion“

Seminar Paper , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Ernest Mujkic (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Georg Friedrich Hegel hat in seinem Konzept der "Kunst-Religion" die beiden Begriffe dahingehend miteinander verknüpft, dass der Religion in ihrem Charakter als eine Entwicklungsstufe des absoluten Geistes die Kunst, die selbst ebenso eine Entwicklungsstufe des absoluten Geistes darstellt, als ein Moment inne wohnt, und sie somit ein notwendiger Bestandteil der Religion bzw. ihrer Bewegung des "auf den Begriff Kommens" ist. Für Hegel ist somit Kunst auf der einen Seite eine künstliche Religion, weil in dieser der Geist sich über seine "natürliche" Unmittelbarkeit hinausgehend in eigener Gestalt erschafft, wodurch das Selbst des Geistes zu seinem Bewusstsein kommt, und auf der anderen Seite ist die Kunst zugleich auch eine Religion, weil das künstlerische Schaffen zu einer Vereinheitlichung der natürlichen und göttlichen Seite des absoluten Geistes führt. Gerade diese Vereinheitlichung als Vergemeinschaftung von Gegensätzen, in der die Gegensätzlichkeit wiederum aufgelöst wird, ist ein Merkmal der Religion.

Es folgt in der vorliegenden Arbeit eine Darstellung von Hegels "Kunst-Religion" entlang der These, dass die Kunst zwar den absoluten Geist aus der "Substanz" zum "Subjekt" überführt, ihr Absolutheitsanspruch der ganzheitlichen Erfassung des göttlichen Wesens jedoch aufgrund ihrer Sittlichkeitsabhängigkeit relativiert wird, weshalb die Religion sich der Kunst entledigend zur "offenbaren Religion" wird, in welcher die "Kunst-Religion" ihr Ende findet.

In den beiden ersten Abschnitten wird eine Erläuterung von Hegels Ansichten einerseits über die Religion und andererseits über die Kunst dargestellt. Um dann zum vierten Abschnitt und zur abschließenden, konkretisierten Darstellung der Kunst-Religion zu gelangen, erfolgt im vorangehenden dritten Abschnitt eine hermeneutische Untersuchung derselben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Die Besonderheit der Vorstellung vom Wissen bei Hegel

2. Hegels Begriff der Religion

3. Die Kunst-Wirklichkeit

4. Die Kunst-Religion

5. Der Weg von der Kunst zur Religion

5.1 Abstraktes Kunstwerk – Verwandlung der natürlichen in geistige Wirklichkeit

5.2 Das lebendige Kunstwerk – Sakralisierung der Kunst in der kultischen Feier

5.3 Das geistige Kunstwerk – das Selbst wird sich bewusst – Ende der Kunst

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Hegels Konzept der "Kunst-Religion" als notwendige Entwicklungsstufe des absoluten Geistes und analysiert, wie die Kunst durch ihre sinnliche Darstellung zur Vermittlung und zum Selbstbewusstsein des Geistes beiträgt, bevor sie in der offenbaren Religion aufgeht.

  • Struktur und Charakter des absoluten Geistes bei Hegel
  • Hegels Verständnis von Religion und Kunst als Erkenntnisstufen
  • Die Funktion der "Kunst-Religion" im Übergangsprozess
  • Die Rolle der Dialektik in der Entwicklung vom Kunstwerk zum Kultus
  • Das Verhältnis von künstlerischer Darstellung und geistiger Wirklichkeit

Auszug aus dem Buch

5. Der Weg von der Kunst zur Religion

Hegels Methode der Dialektik spielt im Prozess des Werdens der Kunst als „erstes Phänomen des absoluten Geistes“ zur ″Kunstreligion″ die zentrale Rolle. Der erste Schritt hierbei ist die „Abstraktion – Erheben des Bildlichen oder Sinnlichen in das Allgemeine, das verknüpft ist mit dem Verwerfen des Bildlichen […].“ Indem die Unbewusstheit der unmittelbaren sinnlichen Wahrnehmung durch die Tätigkeit des Künstlers mit der Schaffung einer Darstellung überwunden wird einerseits, und andererseits in der Darstellung die Beständigkeit des Dargestellten als Gestalt des Geistes hervortritt bzw. abgebildet ist, d.h. der Gott „sich in der spezifischen Begrenztheit der Natur wie der natürlichen Begrenztheit des Geistes [darstellt]“, wird die Erhebung des ″Bildlichen oder Sinnlichen in das Allgemeine″ vollzogen und die Beschränktheit des sich unmittelbar gezeigten Geistes wird „durch die Aufnahme des beseelten Organischen in die abstrakte Form des Verstandes“, in einer sie vereinheitlichenden Bewegung aufgehoben.

„Die Göttergestalt hat darum ihr Naturelement als ein aufgehobenes, als eine dunkle Erinnerung in ihr.“ Durch die „Begeisterung“ des Schaffenden zeigt sich also der Geist in der Form der ″Vorstellung″. Obwohl der Geist sich selbst erblickt, ist das Hervorgebrachte, das Werk, von dem Hervorbringen, der Tätigkeit, getrennt, weshalb die Einheit nicht erreicht ist. Ein Indiz dafür, dass die Einheit nicht vollzogen ist, ist, dass „der Künstler an seinem Werke [erfährt], dass er kein ihm gleiches Wesen hervorbrachte.“ Da sich der Geist im selbst geschaffenen Werk als ihm ungleiches Wesen erblickt, muss eine Synthese des Werks und der ″reinen Tätigkeit″ vollzogen werden, weil „das Werk nicht für sich das wirklich Beseelte [ist], sondern es ist Ganzes nur mit seinem Werden zusammen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die komplexe Verbindung von Kunst und Religion bei Hegel sowie Skizzierung der These zur Entwicklung des absoluten Geistes.

1.1 Die Besonderheit der Vorstellung vom Wissen bei Hegel: Erläuterung der Bedeutung von Wahrheit und Wissen innerhalb des Hegelschen Systems und der Rolle des Glaubens.

2. Hegels Begriff der Religion: Darstellung der Religion als notwendige Stufe der Selbsterkenntnis des Geistes und ihrer Bedeutung für die Vereinheitlichung verschiedener Momente.

3. Die Kunst-Wirklichkeit: Untersuchung der engen Verknüpfung von Kunst und Religion im Kontext von Geistigkeit und Sinnlichkeit.

4. Die Kunst-Religion: Analyse der mittleren Position der Kunst-Religion zwischen natürlicher und offenbarer Religion als Übergangsphase.

5. Der Weg von der Kunst zur Religion: Detaillierte Untersuchung des dialektischen Entwicklungsprozesses der Kunst als Schritt zur Erkenntnis des absoluten Geistes.

5.1 Abstraktes Kunstwerk – Verwandlung der natürlichen in geistige Wirklichkeit: Fokus auf die Abstraktion des Sinnlichen und die Rolle des Künstlers bei der Schaffung einer geistigen Gestalt.

5.2 Das lebendige Kunstwerk – Sakralisierung der Kunst in der kultischen Feier: Betrachtung der Sakralisierung durch das kultische Einheitsgeschehen und die Rolle der Schönheit.

5.3 Das geistige Kunstwerk – das Selbst wird sich bewusst – Ende der Kunst: Analyse der Sprache als Medium des Geistes und der Entwicklung über Epos und Tragödie bis zur Komödie.

6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der begrifflichen Konstruktion und der historischen Funktion der Kunst-Religion im Hinblick auf das absolute Wissen.

Schlüsselwörter

Georg Friedrich Hegel, Kunst-Religion, absoluter Geist, Dialektik, Religion, Kunst, Selbsterkenntnis, Vorstellung, Kunstwerk, Kultus, Individualisation, Geist, Philosophie, Ästhetik, Religion der Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht Hegels Konzept der Kunst-Religion, wobei sie analysiert, wie sich der absolute Geist in der Kunst als Entwicklungsstufe manifestiert und wie dieser Prozess zur Religion hinführt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Dialektik von Kunst und Religion, der Begriff der Vorstellung bei Hegel, die Rolle des Künstlers als Schöpfer sowie die historische Bewegung vom Kunstwerk bis zum Ende der Kunst in der Komödie.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, Hegels These darzustellen, dass die Kunst den absoluten Geist von der Substanz zum Subjekt führt, wobei die Kunst-Religion als notwendige, aber begrenzte Stufe dieses Erkenntnisprozesses verstanden wird.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit verwendet eine hermeneutische Untersuchung der Hegelschen Texte, insbesondere unter Rückgriff auf die Phänomenologie des Geistes und die Enzyklopädie, um die dialektischen Zusammenhänge aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hegels Religionsbegriff, die Erläuterung der Kunst-Wirklichkeit und die detaillierte Darstellung des Weges von der Kunst zur Religion durch verschiedene Stadien wie das abstrakte und lebendige Kunstwerk.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "absoluter Geist", "Vorstellung", "Individualisation", "Kunst-Religion" und "dialektische Bewegung" charakterisiert.

Warum ist die Sprache für Hegel in diesem Kontext so wichtig?

Die Sprache fungiert bei Hegel als Medium des Geistes, das es ermöglicht, die subjektive Erfahrung des Künstlers mit der Allgemeinheit des Geistes zu verknüpfen und somit das Kunstwerk als Teil der religiösen Bewegung zu begreifen.

Weshalb markiert die Komödie das Ende der Kunst-Religion?

In der Komödie wird die ironische Distanz zum Selbst erreicht und die täuschende Wirkung der Masken durchschaut, wodurch der Geist seine Unabhängigkeit und Selbsterkenntnis erlangt und die Kunst somit ihre ursprüngliche religiöse Funktion verliert.

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Details

Title
Hegels Konzept der „Kunst-Religion“
College
LMU Munich  (Fakultät für Philosophie, Wissenschaftstheorie und Religionswissenschaft )
Course
Die Religion im System Hegels
Grade
1,0
Author
Ernest Mujkic (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V188271
ISBN (eBook)
9783656119449
ISBN (Book)
9783656119838
Language
German
Tags
Hegel Kunst-Religion Kunst Religion
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ernest Mujkic (Author), 2007, Hegels Konzept der „Kunst-Religion“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188271
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