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Politische Kultur im Zusammenhang mit dem Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika

Title: Politische Kultur im Zusammenhang mit dem Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Ernest Mujkic (Author)

Politics - Region: Africa
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In Afrika führte ebenso wie in Süd- und Osteuropa, das Ende des "Kalten Krieges", zu einer Welle von Transformationsprozessen. Nach anfänglich viel versprechender Entwicklung in Richtung der Etablierung stabiler, demokratischer Regierungsführungen wurde in einigen Länder aus dem Fortschritt ein Rückschritt zum Beispiel in Liberia, Niger, Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), Ruanda, Sudan, Äthiopien, Somalia und es kam, im Gegensatz zur Entwicklung in Süd- und Osteuropa, wo der Demokratisierungsprozess in den meisten Ländern in konsolidierte Demokratien mündete , mitunter auch aufgrund einer als Ausgangspunkt der Veränderung betrachteten, anders ausgeprägten, traditionellen, politischen Kultur, zu einem nicht so erfolgreiche Verlauf des Transformationsprozesses.
Diese Krise der Demokratisierung in Afrika verdeutlicht womöglich, dass bei der Modernisierung einer Gesellschaft eine zweifache Entwicklung vollzogen wird. Durch die „Kollektivitätsmodernisierung“ wird eine „Individualmodernisierung“ bedingt, so dass die jeweilige Modernisierungsart eine bestimmte Folge hinsichtlich des Verhaltens einzelner Bürger gegenüber dem Staat bewirkt. Während die Modernisierung des Kollektivs zu einem Wertewandel führt, der sich oft in einer Aufwertung der Rolle des Kollektivs äußert, bedingt die „Individualmodernisierung“ in vielen Fällen eine stärkere Berücksichtigung individueller Vorstellungen sowie der praktische Umsetzung dieser in Abgrenzung zum Kollektiv.
Der These folgend, dass die Umwandlung der ehemals autoritär geführten in stabile und dauerhafte, demokratisch aufgebaute Staaten nur dann erfolgen kann, wenn die Zivilgesellschaft und deren Aufbau auf der Grundlage der politischen Kultur erfolgend als wesentlicher Bestandteil eines politischen Systems akzeptiert wird , soll im ersten Teil der vorliegenden Arbeit, ausgehend 1) von einer allgemeinen Definition der Politischen Kultur und ihrer Rolle für die Stabilität politischen Systems sowie der Kulturtypologisierung 2) der allgemeine Aufbau und die Funktion der Zivilgesellschaft dargestellt werden. Anschließend wird 3) die politische Kultur in Afrika auf ihre charakteristischen Merkmale hin untersucht. Die Charakteristika des afrikanischen Verständnisses von politischer Kultur berücksichtigend wird dann im letzten Teil dieser Arbeit 5) der Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika eingehend untersucht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Begriff „politische Kultur“

2.1 Allgemeine Definition der politischen Kultur und die Kulturtypologisierung

2.2 Rolle der politischen Kultur für die Stabilität des politischen Systems

3. Aufbau und Funktion der Zivilgesellschaft

4. Einflüsse auf die politische Kultur in Afrika und ihre Folgen für die Zivilgesellschaft

4.1 Die Bedeutung der Ausbildung einer Übergangskultur in Afrika

4.2 Fallbeispiel: Namibia

5. Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika

5.1 Selbsthilfegruppen als Hoffnungsträger zivilgesellschaftlichen Fortschritts in Afrika

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der politischen Kultur und dem Aufbau einer funktionierenden Zivilgesellschaft in afrikanischen Staaten im Kontext von Demokratisierungsprozessen. Dabei wird analysiert, inwiefern traditionelle und koloniale Erblasten die politische Kultur prägen und welche Rolle zivilgesellschaftliche Akteure bei der Transformation hin zu stabilen, demokratischen Systemen spielen.

  • Definition und theoretische Typologisierung politischer Kultur
  • Funktion und Bedeutung der Zivilgesellschaft als intermediärer Raum
  • Auswirkungen historischer und soziokultureller Einflüsse auf afrikanische Transformationsprozesse
  • Analyse von Fallbeispielen und Strukturen der Selbsthilfeorganisationen

Auszug aus dem Buch

2. Der Begriff „politische Kultur“

Obwohl der Begriff der politischen Kultur in einem engen Zusammenhang mit dem allgemeinen Kulturbegriff steht, besteht auch eine wichtige Unterscheidung zwischen diesen beiden Begriffen. Während der allgemeine Kulturbegriff „als eine Gesamtheit aller geistigen und ideellen Traditionen, gesellschaftlichen Normen und Institutionen, Verhaltensstille, etc.“ zu verstehen ist, handelt es sich bei dem Begriff der politischen Kultur um eine Größe, die die politischen Handlungs- und Wahrnehmungsmuster einzelner Individuen gegenüber dem politischen System prägt. Der Begriff politische Kultur umfasst „einen neutral beschreibenden engeren Begriff im Sinne einer Bezeichnung der Gesamtheit der Werte, Glaubensüberzeugungen und Einstellungen der Bürger gegenüber Politik oder politischen Objekten.“ Politische Kultur ist also ein Bestandteil des allgemeinen Kulturbegriffes, der sich jedoch auf das spezifische Feld des Politischen in einer Gesellschaft bezieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zivilgesellschaft als notwendige Voraussetzung für Demokratisierungsprozesse und stellt die Verbindung zwischen politischer Kultur und gesellschaftlichem Habitus her.

2. Der Begriff „politische Kultur“: Dieses Kapitel definiert politische Kultur als prägende Größe für politisches Handeln und erläutert drei idealtypische Ausprägungen nach Almond und Verba.

2.1 Allgemeine Definition der politischen Kultur und die Kulturtypologisierung: Hier werden die Komponenten Werte, Einstellungen und Meinungen differenziert sowie deren Einfluss auf die Stabilität politischer Systeme dargelegt.

2.2 Rolle der politischen Kultur für die Stabilität des politischen Systems: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen politischer Struktur und politischer Kultur und betont die Notwendigkeit von Kongruenz für die Systemstabilität.

3. Aufbau und Funktion der Zivilgesellschaft: Es wird analysiert, wie freiwillige Assoziationen als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft fungieren und zur Akzeptanz demokratischer Strukturen beitragen.

4. Einflüsse auf die politische Kultur in Afrika und ihre Folgen für die Zivilgesellschaft: Hier wird der Transformationsdruck auf traditionelle, klientelistisch geprägte Strukturen und die Rolle des kolonialen Erbes in Afrika thematisiert.

4.1 Die Bedeutung der Ausbildung einer Übergangskultur in Afrika: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit einer Anerkennung traditioneller Identitäten bei gleichzeitiger Integration in demokratische Partizipationsformen.

4.2 Fallbeispiel: Namibia: Die Diskrepanz zwischen demokratischer Architektur und autoritären Tendenzen in Namibia dient als Beispiel für komplexe Transformationsprozesse.

5. Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Selbsthilfeorganisationen bei der Verhinderung zentralistischer Machtstrukturen.

5.1 Selbsthilfegruppen als Hoffnungsträger zivilgesellschaftlichen Fortschritts in Afrika: Hier werden Selbsthilfevereinigungen als Labore der Moderne dargestellt, die politische Teilhabe fördern.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die politische Kultur eine veränderungsfähige Variable ist und die Institutionalisierung der Zivilgesellschaft ein entscheidender Faktor für den Demokratisierungserfolg in Afrika bleibt.

Schlüsselwörter

Politische Kultur, Zivilgesellschaft, Demokratisierung, Afrika, Transformationsprozesse, Partizipation, Klientelismus, Habitus, Selbsthilfegruppen, Palaverdemokratie, Systemstabilität, Politische Identität, Institutionen, Politische Bildung, Demokratieverständnis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Zusammenhang zwischen der politischen Kultur und der Entwicklung einer aktiven Zivilgesellschaft in afrikanischen Ländern während des Demokratisierungsprozesses.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die Definition politischer Kultur, die Funktion zivilgesellschaftlicher Akteure, die Auswirkungen kolonialer und traditioneller Erblasten in Afrika sowie die Rolle der Institutionenbildung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie zivilgesellschaftliche Strukturen in Afrika dazu beitragen können, durch die Transformation der politischen Kultur stabile, demokratisch orientierte Gesellschaften zu etablieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, die theoretische Konzepte (wie die von Almond und Verba) mit regionalen Fallbeispielen und empirischen Erkenntnissen zur politischen Entwicklung verknüpft.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretische Einordnung der politischen Kultur, die Analyse afrikanischer Besonderheiten – wie klientelistische Strukturen und das Palaver-Modell – sowie die Bedeutung von Selbsthilfegruppen für den gesellschaftlichen Wandel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Politische Kultur, Zivilgesellschaft, Demokratisierung, Transformationsprozesse sowie Klientelismus.

Wie wirkt sich die traditionelle „Palaverdemokratie“ auf moderne afrikanische Staaten aus?

Das Modell der Palaverdemokratie fördert einerseits partizipative Ansätze durch Konsensbildung, steht jedoch oft im Spannungsfeld zu westlich geprägten, formalen Demokratievorstellungen und autoritären Herrschaftsmustern.

Welche Rolle spielen Selbsthilfegruppen für den Demokratisierungsprozess in Afrika?

Selbsthilfegruppen fungieren als „Laboratorien der Moderne“, die durch ihr freiwilliges Zusammenhandeln Verantwortung stärken, zur Bewältigung sozioökonomischer Krisen beitragen und somit eine Basis für eine partizipative Zivilgesellschaft schaffen.

Warum wird das Fallbeispiel Namibia als kritisch betrachtet?

Namibia zeigt die Ambivalenz einer funktionierenden demokratischen Institutionenarchitektur bei gleichzeitiger Dominanz einer einzelnen Partei und einem mangelnden Demokratieverständnis in Teilen der Bevölkerung, was die bloße Existenz von Institutionen als unzureichend entlarvt.

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Details

Title
Politische Kultur im Zusammenhang mit dem Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut)
Course
Demokratisierungsprozess in Afrika
Grade
1,2
Author
Ernest Mujkic (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V188276
ISBN (eBook)
9783656119401
ISBN (Book)
9783656119791
Language
German
Tags
Zivilgesellschaft in Afrika Namibia Politische Kultur in Afrika Entwicklung in Afrika Demokratisierung in Afrika
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ernest Mujkic (Author), 2006, Politische Kultur im Zusammenhang mit dem Aufbau der Zivilgesellschaft in Afrika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188276
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