Als eigenständiger Teil der Rassismus Trilogie, befasst sich dieser Teil mit der Rassismusdarstellung in Südamerika, konzentriert auf 3 Länder und stellt klar mit Vergleichen dar, welche ideologische Strukturen diesen gesellschaftlichen Denkansatz fälschlicherweise entstehen lassen. Einfach und verständlich geschrieben, teilt es dem Leser mit, welchen Druck eine Ideologie auf den einzelnen aufgrund Äusserlichkeiten aufbauen kann.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Der Rassismus
III. Südamerika
3.1. Argentinien - Die Farbe weiß
3.2. Brasilien - Der Geruch der Minderwertigkeit
3.3. Chile - Das aufgezwungene Eigentum
IV. Schlußwort
Literatur
Anhang
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Erscheinungsformen und die Verbreitung von verdecktem Rassismus in Südamerika mit einem spezifischen Fokus auf Argentinien, Brasilien und Chile. Ziel ist es aufzuzeigen, wie rassistische Strukturen trotz offizieller Verneinungen tief in den gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Alltag dieser Länder eingebettet sind und durch die Idealisierung europäischer Merkmale aufrechterhalten werden.
- Historische Kontinuität kolonialer Ideologien und deren Auswirkung auf die Gegenwart.
- Analyse der nationalen Mythen von „Rassendemokratie“ im Vergleich zur gelebten Realität.
- Die soziokulturelle Bedeutung von Hautfarbe und ihre Auswirkungen auf soziale Aufstiegschancen.
- Systemische Diskriminierung indigener Bevölkerungsgruppen und afro-südamerikanischer Minderheiten.
Auszug aus dem Buch
3.2. Brasilien - Der Geruch der Minderwertigkeit
Was die Brasilianer von allen anderen Südamerikanern unterscheidet, wird deutlich, wenn man ihren Anschauungen lauscht, denn neben der Kultur wurde den Ureinwohnern und den deportierten afrikanischen Sklaven die Sprache der portugiesischen Besatzer aufgezwungen. Diese haben auch die indigene Bevölkerung regelrecht dezimiert; einen nur geringen Anteil von etwas mehr als 0,1 % der Gesamtbevölkerung von über 168 Millionen Menschen machen heutzutage die Ureinwohner Brasiliens wie die Yanomami, Guaraní - Kaiowa, Pataxó Hã Hã Hãe oder Makuxí aus, während die afrikanischen Sklaven etwas "verschont" wurden und dessen Nachkommen sowie die Mischbevölkerung über 40 % für sich beansprucht.
Seit die ersten afrikanischen Sklaven in Brasilien eingesetzt wurden, bishin über die Befreiung im Jahre 1888, versucht die dunkelhäutige Bevölkerung dem “Geruch der Minderwertigkeit” bis heute zu entfliehen. Der versteckte Rassismus wird in zwei Punkten deutlich: zunächst gibt es eine stärkere Verneinung des Rassismus in Brasilien als in anderen südamerikanischen Ländern, verbunden mit der gleichzeitigen Verbreitung der Idee einer »Rassendemokratie« und die zeitgleiche Erlassung der zahlreichen Gesetze, die jegliche »Rassendiskriminierung« verbieten; wäre Rassismus in Brasilien nicht von Bedeutung, würden juristische Festlegungen nicht notwendig sein.
Während in Nordamerika die Hautfarben weiß und schwarz klarer zu trennen sind, blickt Brasilien auf eine Geschichte der Vermischungen zurück. Eine Untersuchung von Holzmann da Silva und Nabarro bestätigt mit einem über 90 % Anteil der Bevölkerung, dass es ein auf die Hautfarbe fixiertes »Rassenvorurteil« in Brasilien gibt, und Nichtweiße angeben, dass die Vermischung der Bevölkerung zum Zweck der Aufweißung wünschenswert wäre.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Rassismus als Ideologie in Südamerika und die Entstehung von Machtstrukturen durch die koloniale Selektion der Bevölkerung.
II. Der Rassismus: Dieses Kapitel definiert den Begriff Rassismus im Kontext von Machtausübung und Ausgrenzung und ordnet ihn in ein Geflecht verwandter Begriffe wie Fremdenfeindlichkeit und Ethnozentrismus ein.
III. Südamerika: Das Hauptkapitel analysiert länderspezifisch die rassistischen Realitäten in Argentinien, Brasilien und Chile, wobei lokale Ausprägungen wie die weiße Identitätsfiktion oder soziale Apartheid beleuchtet werden.
IV. Schlußwort: Das Fazit fasst zusammen, dass Rassismus in Südamerika eine allgegenwärtige Realität ist, die durch kollektives Leugnen und staatliche Strukturen den Alltag und die gesellschaftliche Entwicklung prägt.
Schlüsselwörter
Rassismus, Südamerika, Kolonialismus, Ideologie, Identität, Diskriminierung, Soziale Ungleichheit, Argentinien, Brasilien, Chile, Mapuche, Hautfarbe, Marginalisierung, Rassendemokratie, Ausgrenzung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Untersuchung verdeckter rassistischer Strukturen und deren Auswirkungen auf die gesellschaftliche Ordnung in den drei südamerikanischen Ländern Argentinien, Brasilien und Chile.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die koloniale Vergangenheit, die Konstruktion nationaler Identitäten, die Diskriminierung aufgrund ethnischer Zugehörigkeit oder Hautfarbe sowie das Spannungsfeld zwischen offizieller Gleichheit und sozioökonomischer Realität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der oft propagierten „Rassendemokratie“ und der tatsächlichen Marginalisierung nicht-weißer Bevölkerungsteile durch eine detaillierte Analyse der jeweiligen nationalen Verhältnisse aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, soziologischen Studien sowie historischen Daten zur Bevölkerungsstruktur und Diskriminierung beruht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Argentinien, Brasilien und Chile einzeln betrachtet, wobei spezifische historische Ereignisse, Bevölkerungsumfragen und der Umgang des jeweiligen Staates mit Minderheiten detailliert untersucht werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rassismus, Kolonialismus, soziale Ungleichheit, nationale Identität und die spezifische Marginalisierung indigener sowie afro-südamerikanischer Gruppen.
Warum spielt die Hautfarbe in Argentinien eine so dominante Rolle?
Argentinien wird als Land beschrieben, das eine Illusion der europäischen Identität pflegt, in der hellere Hautfarbe mit sozialem Status und wirtschaftlicher Teilhabe verknüpft ist, während indigene Merkmale systematisch ausgegrenzt werden.
Welche Rolle spielt die „Rassendemokratie“ in Brasilien?
In Brasilien dient der Mythos der Rassendemokratie als ideologisches Instrument, um den Rassismus zu leugnen und die soziale Hierarchie, in der ein „Aufweißen“ der Bevölkerung als erstrebenswert gilt, zu legitimieren.
Wie unterscheidet sich die Situation der Mapuche in Chile?
Die indigene Gruppe der Mapuche leidet unter einer Politik, die auf Homogenisierung abzielt, wobei die Regierung durch Landnahme und die Stigmatisierung als „Fortschrittsgegner“ oder Kriminelle massiven Druck ausübt.
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- Robert Mihelli (Author), 2003, Verdeckter Rassismus in Südamerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18828