1. Einleitung
„Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung, keine Bildung.“ Abgesehen vom Be-deutungsinhalt hat John F. Kennedy in diesem Satz zwei Wörter miteinander kombiniert, die in der heutigen Zeit leider immer Hand in Hand gehen – die Worte Bildung und teuer. Insbe-sondere ein Hochschulstudium hat inzwischen den Wert eines Neuwagens erreicht. Wenn man eine Regelstudienzeit von sechs Semestern (z. B. ein BWL- oder KuWi – Studium) nimmt und diese mit den Lebenshaltungskosten in dieser Zeit multipliziert und die Studienge-bühren addiert, kommt man auf ca. 30.000 € . Soviel kostet auch ein neuer VW Golf mit Vollausstattung. Zu beachten ist, dass diese Summe, wegen eventuell längerer Studiendauer, Auslandsaufenthalte, unterschiedlichhoher Mieten und Lebenshaltungskosten, nach oben hin offen ist. So kann aus einem VW Golf auch schnell ein fünfer BWM werden.
Doch ist der finanzielle Hintergrund alleine dafür verantwortlich, dass sich Eltern bewusst dazu entscheiden, ihre Kinder nicht auf einen Weg der weiterführenden Bildung (Gymnasi-um/Uni oder Realschule/FH/Hochschule, etc.) zu schicken, oder spielen auch andere Fakto-ren eine entscheidende Rolle?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Bildung
3. Aktuelle Situation
4. Familie und Bildung
4.1. Faktoren
4.1.1. Soziale Selektion
4.1.2. Die finanzielle Situation
4.1.3. Familienkonstellation
5. Maßnahmen, Hilfe und Unterstützung für den Faktor Finanzierung
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Faktoren, die maßgeblich die Wahl des Bildungsweges von Kindern und Jugendlichen beeinflussen, mit einem besonderen Fokus auf die finanzielle Situation des Elternhauses sowie soziale und familiäre Rahmenbedingungen.
- Einfluss des sozioökonomischen Hintergrunds auf den Bildungserfolg
- Stellenwert der Lehrerempfehlung und soziale Selektionsmechanismen
- Korrelation zwischen Familienkonstellation und Schullaufbahn
- Bedeutung von Sprachbarrieren und Integrationsfaktoren
- Staatliche Unterstützungsmaßnahmen und deren Effektivität
Auszug aus dem Buch
4.1.2. Die finanzielle Situation
Wie Anfangs erwähnt, hat ein Studium ungefähr den Wert eines Neuwagens der oberen Mittelklasse, der innerhalb drei Jahren komplett abbezahlt wird. So einen Vertrag würde niemand unterschreiben, da die monatlichen Kosten absurd hoch wären. Möchte sich jedoch ein Abiturient an der Universität immatrikulieren, wird genau so ein Vertrag geschlossen und die finanzielle Situation des Elternhauses wird stark belastet. Viele entscheiden sich daher, auf ein Studium zu verzichten, aus Angst davor, dass sie sich während des Studiums hoch verschulden.
Demnach ist Geldmangel der häufigste Grund für Abiturienten, kein Studium zu beginnen. Die Untersuchung basiert auf Befragungen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die ihr Abitur 2008 gemacht haben. Vor allem Abiturienten, deren Eltern selbst nicht studiert haben, fürchten demnach die finanziellen Belastungen des Studiums. Eine von JAKO-O durchgeführte Studie bezüglich Bildung hat unter Anderem herausgefunden, dass 78% der befragten Eltern glauben, dass der schulische Erfolg von der finanziellen Situation der Eltern abhängt; wenn man sich zum Beispiel die Aufrechnung der Kosten für ein Studiums, wie in Punkt eins beschrieben, ansieht, ist diese Zahl auch kaum überraschend.
Bereits beim Übertritt nach der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule ist die finanzielle Situation ausschlaggebend. Die Grundbildung ist in Deutschland in der Regel kostenlos, doch fürchten einkommensschwächere Haushalte durch die längere Schuldauer an Gymnasien höhere Kosten durch Zusatzkosten, wie Schulausflüge, Klassenfahrten, Arbeitsmaterial, etc und bevorzugen daher kürzere Bildungswege, wie zum Beispiel den der Hauptschule.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die steigenden Kosten für Bildung und hinterfragt, ob finanzielle Faktoren ausschlaggebend für die Entscheidung gegen weiterführende Bildungswege sind.
2. Definition von Bildung: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Bildung als stetigen Prozess der Persönlichkeitsentfaltung und beleuchtet die gesetzlichen Bildungsaufträge im Freistaat Bayern.
3. Aktuelle Situation: Es wird der statistische Zusammenhang zwischen der sozialen Herkunft und dem Zugang zu Universitäten sowie der PISA-Leistung von Schülern analysiert.
4. Familie und Bildung: Hier werden soziale Selektionsmechanismen, die Bedeutung der finanziellen Lage und die Auswirkungen der Familienkonstellation (inklusive Migrationshintergrund) auf die Schulwahl untersucht.
5. Maßnahmen, Hilfe und Unterstützung für den Faktor Finanzierung: Das Kapitel stellt staatliche Hilfsinstrumente wie das BAföG, Bildungskredite und das Bildungspaket vor und diskutiert deren Umsetzung.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Resümee, dass trotz bestehender Barrieren Unterstützungsangebote existieren, deren Bekanntheit und Erreichbarkeit jedoch weiter verbessert werden muss.
Schlüsselwörter
Bildungsweg, Soziale Selektion, Finanzielle Situation, Familienkonstellation, Migrationshintergrund, BAföG, Bildungspaket, Akademikerfamilien, Schulwahl, Bildungschancen, Integration, Studium, Schulerfolg, Bildungsökonomie, Chancengleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die verschiedenen Faktoren, die den Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen in Deutschland beeinflussen, und setzt dabei einen Schwerpunkt auf die Rolle des finanziellen Hintergrunds.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit betrachtet schwerpunktmäßig soziale Selektionsprozesse, die finanzielle Belastung durch Ausbildungskosten, den Einfluss der familiären Struktur und die Relevanz des Migrationshintergrunds für die Schulwahl.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie externe und interne Faktoren die Entscheidung für oder gegen einen höheren Bildungsweg beeinflussen und welche Hürden dabei insbesondere für finanziell schlechter gestellte Familien bestehen.
Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie aktuelle Studien, Sozialerhebungen sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie das Bayerische Verfassungsrecht und das BAföG als Datengrundlage heranzieht.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft?
Im Hauptteil werden neben der Definition von Bildung die aktuelle Situation an deutschen Schulen, die soziale Selektion, der Einfluss der Finanzen und der Familienkonstellation sowie staatliche Fördermöglichkeiten detailliert erörtert.
Welche Keywords beschreiben die Arbeit am besten?
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Bildungswege, soziale Selektion, finanzielle Situation, Bildungschancen, Integration und staatliche Förderung.
Inwiefern beeinflusst der Migrationshintergrund laut der Arbeit die Wahl der Schule?
Die Analyse zeigt eine deutliche Korrelation zwischen Migrationshintergrund und dem Besuch bestimmter Schularten, was oft auf Sprachbarrieren, das soziale Umfeld und Defizite in der Integrationspolitik zurückgeführt wird.
Warum spielt das "Bildungspaket" eine Rolle bei der Schlussfolgerung?
Das Bildungspaket wird als ein Beispiel dafür angeführt, dass zwar staatliche Hilfen existieren, diese jedoch aufgrund mangelnder Informationsweitergabe oft nicht ihr Ziel erreichen, was laut Autor ein politisches Handlungsfeld darstellt.
- Arbeit zitieren
- Michael Böhmländer (Autor:in), 2011, Sozialisation über die Lebensspanne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188346