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Dialoge mit dem Dämon

Historische Krankheit, Wiederkunft und Gefühl bei Friedrich Nietzsche

Titel: Dialoge mit dem Dämon

Magisterarbeit , 2010 , 85 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alessandro Di Dedda (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 19. Jahrhunderts
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Absicht der vorliegenden Arbeit ist es, einen roten Faden innerhalb des komplexen
und vor allem unsystematischen Denkens Friedrich Nietzsches zu finden. Sowohl die
Auswahl der Texte als auch die Gliederung der Arbeit wurden aufgrund des
unsystematischen Charakters des gesamten Werks Nietzsches thematisch bestimmt.
Die Lehre der ewigen Wiederkehr stellte sich als zentraler Punkt dieser
Überlegungen dar. Diese Richtung zu verfolgen, hat sich als eine sinnvolle
Entscheidung erwiesen, indem sie es ermöglicht hat, die philosophischen Folgen der
Intuition der ewigen Wiederkunft anhand ihrer Ursprünge im frühen Werk zu
interpretieren. Die Arbeit basiert methodologisch auf einer genealogischen
Untersuchung, die von der Frage um Vergangenheit, Historie und Zeit ausgeht. Der
Leitfaden der Fragen über die Zeit verweist zwar nur auf einen besonderen Aspekt der
Philosophie Nietzsches, aber reduziert diese gleichzeitig nicht auf eine simple
Betrachtung über die Natur der Zeit. Vielmehr erscheint die Überlegung über die Zeit
als eine der besten Gelegenheiten, um die Besonderheiten des Werks Nietzsches zu
betrachten.
Das erste Kapitel beschäftigt sich mit der Problematik der Historie. Als primäre
Quelle bot sich die zweite der Unzeitgemäßen Betrachtungen an, weil sich in dieser
frühen Schrift die Entstehung der Fragestellung um die Zeitlichkeit befindet. In Vom
Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben,1 setzt sich Nietzsche mit der Thematik
der Vergangenheit und der Vergänglichkeit zum ersten Mal in seinem philosophischen
Werk deutlich auseinander. Hauptsächlich gilt diese Schrift als eine Betrachtung über
die Wahrnehmung der Vergangenheit und die Geschichtsschreibung, die scheinbar nur innerhalb einer Diskussion um die Rolle der Historie im Leben des Individuums zu
verstehen ist. In Wirklichkeit drängen bereits in diesem kleinem Werk die Fragen eines
gequälten Geistes zutage, der sich die Frage um die Natur der Vergangenheit
angesichts seiner existentiellen Lage stellt. Die vorliegende Arbeit verzichtet von
vornherein darauf, biographisch vorzugehen. Man muss zwar vorwegnehmen, dass die
Lebensgeschichte Nietzsches stets als attraktiver Zugang zu einer Interpretation seiner
Schriften erscheint, aber sie bietet nur schwerlich die Möglichkeit an, die Botschaft der
Texte einzusehen. Die Arbeit bezieht sich selten auf biographische Informationen, die
nur als zusätzliche Bestätigung unserer Lektüre der Texte gelten sollen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zu Nietzsches Auffassung der Geschichtsschreibung

1.1 Monumentale und überhistorische Auffassungen

1.2 Antiquarische und kritische Historie

1.3 Natur der Problematik

2. Vergangenheit und Wiederkunft

2.1 Die Vergangenheitsfrage in und vor Zarathustra

2.2 Genesung und Genesis des Zarathustra

2.3 Zeit und Existenz: Zarathustras Gesicht und Rätsel

2.4 Augenblick und Wiederkehr

3. Präsenz und Leib

3.1 Moralkritik und Sprachauffassung in der Lebensphilosophie

3.2 Die große Sehnsucht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den roten Faden in Friedrich Nietzsches komplexem und unsystematischem Denken, indem sie die Lehre von der ewigen Wiederkunft als zentralen Interpretationspunkt wählt. Ziel ist es, die philosophischen Folgen der Zeit- und Geschichtsauffassung zu ergründen und aufzuzeigen, wie Nietzsche durch die Erfahrung des Augenblicks eine Philosophie des Leibes und der Präsenz entwirft.

  • Nietzsches Geschichtskritik und die drei Arten der Historie
  • Die Entwicklung der Zeitauffassung von der frühen Betrachtung bis zu Zarathustra
  • Die Rolle der ewigen Wiederkunft als Schlüssel zur Selbsterkenntnis
  • Die Überwindung des Nihilismus durch die Liebe zum Schicksal (Amor fati)
  • Die Bedeutung der leiblichen Präsenz und des Augenblicks für die Lebensphilosophie

Auszug aus dem Buch

1. Zu Nietzsches Auffassung der Geschichtsschreibung

In Bekenntnis am Grabe Nietzsches beleuchtet Peter Gast ein zentrales Merkmal des Lebens seines Freundes Friedrich. Im Moment der höchsten Trauer und Erinnerung an den Verlorenen fühlt sich Gast dazu verpflichtet, ein Leitmotiv des Daseins Nietzsches zu betonen, das dabei helfen soll, sowohl die Bedeutung des Werkes als auch die Lebensgeschichte Nietzsches zu verstehen.

Gast beschreibt das Leben von Friedrich Nietzsche als eine »ungeheure Odyssee«: ungeheuer, weil ihm eine triumphale Rückkehr in die Heimat versagt war. Ohne Ruhe war Nietzsche durch das Europa des späten 19. Jahrhunderts gewandert und niemals konnte sein Geist eine dauerhafte Gesundheit erleben. Er war von einem obskuren Leiden verfolgt, das eine vielfältige Symptomatik verursachte und ihm viel zu denken gab. Es war, wie er selber schrieb, ein »Leiden am Menschen«, ein nicht besser definiertes Unbehagen gegenüber seinen Mitmenschen und letztendlich gegenüber sich selber.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zu Nietzsches Auffassung der Geschichtsschreibung: Analysiert die drei Arten der Historie (monumentalisch, antiquarisch, kritisch) in den Unzeitgemäßen Betrachtungen und setzt sie in Bezug zum frühen Denken Nietzsches über Geschichte und Lebenskraft.

1.1 Monumentale und überhistorische Auffassungen: Untersucht Nietzsches Kritik an der monumentalen Historie und deren Gefahr der Verfälschung durch Mythenbildung.

1.2 Antiquarische und kritische Historie: Kontrastiert die bewahrende, oft mumifizierende antiquarische Historie mit der lebensfördernden, aber risikoreichen kritischen Historie.

1.3 Natur der Problematik: Erörtert die tieferen Widersprüche in Nietzsches Auseinandersetzung mit der historischen Krankheit und der Unmöglichkeit, der Geschichte vollkommen zu entkommen.

2. Vergangenheit und Wiederkunft: Überträgt die historischen Fragestellungen auf die reifere Zarathustra-Phase und untersucht die Erlösung von der Last der Zeit.

2.1 Die Vergangenheitsfrage in und vor Zarathustra: Beleuchtet den Übergang von der historischen Kritik zur erlösenden Lebensbejahung im Kapitel „Von der Erlösung“.

2.2 Genesung und Genesis des Zarathustra: Interpretiert das Kapitel „Der Genesende“ als tiefenpsychologische Erfahrung des Subjekts, das seine eigene Realität schöpft.

2.3 Zeit und Existenz: Zarathustras Gesicht und Rätsel: Analysiert das Bild des Torwegs als Schlüssel für die Einigung von Vergangenheit und Zukunft im Augenblick.

2.4 Augenblick und Wiederkehr: Führt aus, wie die ewige Wiederkunft als Antwort auf das Werden das Konzept der subjektiven Zeitlichkeit vollendet.

3. Präsenz und Leib: Untersucht die philosophischen Konsequenzen der durch den Augenblick gewonnenen leiblichen Vernunft.

3.1 Moralkritik und Sprachauffassung in der Lebensphilosophie: Verbindet Nietzsches Kritik an Sprache und Moral mit der Entstehung eines leibzentrierten Denkens.

3.2 Die große Sehnsucht: Schließt die Arbeit mit der Analyse dieses speziellen Leibzustands als aktive Reflexion über das Selbst und als Vollendung der Lebensphilosophie ab.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Ewige Wiederkunft, Geschichtsschreibung, Augenblick, Leibphilosophie, Zarathustra, Amor fati, Übermensch, Sprachkritik, Moral, Historie, Zeitauffassung, Selbsterkenntnis, Wille zur Macht, Lebensphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Friedrich Nietzsche das Verhältnis von Zeit, Geschichte und menschlicher Existenz thematisiert und dabei die Lehre von der ewigen Wiederkunft als Instrument für eine neue, leibfundierte Philosophie nutzt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf Nietzsches Geschichtskritik (Unzeitgemäße Betrachtungen), seiner Sprach- und Moralkritik sowie der zentralen Entwicklung der Idee der ewigen Wiederkunft im Werk „Also sprach Zarathustra“.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den roten Faden in Nietzsches Denken freizulegen und aufzuzeigen, wie die „Große Sehnsucht“ und die Erfahrung des Augenblicks eine Brücke zwischen dem Geist und dem leiblichen Dasein schlagen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen genealogischen Ansatz, der die Texte thematisch und in ihrem inneren Zusammenhang interpretiert, um Nietzsches Philosophie der Gegenwart und des Leibes aufzuklären.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Geschichtsschreibung, die Transformation der Vergangenheitsfrage hin zur Lehre der Wiederkunft und schließlich die Bedeutung der „Präsenz“ und des leiblichen Erlebens in Zarathustra.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie „Augenblick“, „leibfundierte Rationalität“, „amor fati“, „Sprachleib“ und die „Dichotomie von Stark und Schwach“.

Inwiefern spielt der Dämon eine Rolle in der Arbeit?

Der Dämon aus „Die fröhliche Wissenschaft“ wird als existentielle Bedrohung interpretiert, die das Individuum zwingt, sich der absoluten Verantwortung für die Wiederholung seines Lebens im Augenblick zu stellen.

Was bedeutet die „Große Sehnsucht“ für Zarathustra?

Sie wird als ein spezifischer Leibzustand gedeutet, der eine Katharsis und eine Versöhnung mit dem Gesamten der Existenz ermöglicht und somit den Schlusspunkt der philosophischen Selbstwerdung markiert.

Ende der Leseprobe aus 85 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Dialoge mit dem Dämon
Untertitel
Historische Krankheit, Wiederkunft und Gefühl bei Friedrich Nietzsche
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Alessandro Di Dedda (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
85
Katalognummer
V188350
ISBN (eBook)
9783656120643
ISBN (Buch)
9783656121510
Sprache
Deutsch
Schlagworte
dialoge dämon historische krankheit wiederkunft gefühl friedrich nietzsche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alessandro Di Dedda (Autor:in), 2010, Dialoge mit dem Dämon, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188350
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  85  Seiten
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