Diese Arbeit behandelt ein Thema aus dem Bereich des Personalmanagements, der Personalentlohnung, was aus Sicht der Betriebswirtschaftslehre als Faktor zur Steuerung der Produktivität gesehen werden kann und in den Bereich der Allgemeinen BWL einzuordnen ist.
Ziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen welche Formen an monetären Anreizsystemen es bereits gibt und zu prüfen ob und inwieweit diese für den Einkauf anwendbar und adaptierbar sind, sodass eine Einführung in den Einkaufsbereich möglich ist. Dementsprechend liegt der Fokus dieser Arbeit auf dem Bereich der Literaturrecherche und der anschließenden praxisbezogenen Prüfung bzw. Adaptierung auf den Einkauf.
Um dieses Ziel zu erreichen, wird am Beginn der Arbeit auf die Frage. „Was ist Motivation?“ und die Grundlagen eines Anreizsystems näher eingegangen.
Nach dieser theoretischen Einleitung werden in der Praxis gängige und übliche Formen monetärerer Anreizsysteme dargestellt und inhaltlich erläutert.
Anschließend folgt eine Untersuchung welche Grundanforderungen an ein monetäres Anreizsystem allgemein gestellt werden bzw. werden sollen um folglich zu Prüfen, ob die Systeme diesen Anforderungen, im Bereich des Einkaufs, nachkommen können.
Abschließend wird anhand von Praxisbeispielen dargelegt, wie Anreizsysteme in der Praxis für den Einkauf gestaltet werden könnte um Gleichzeitig auf Herausforderungen bei der Schaffung eines Anreizsystems hinzuweisen.
Es ist ausdrücklich nicht Teil dieser Arbeit die Wirksamkeit von monetären Anreizen auf Mitarbeiter zu untersuchen, da dies einerseits im vorgegebenen Rahmen von ca. 20 Seiten nicht möglich und es andererseits unzählige Studien für und gegen die Wirksamkeit von Geld als Motivator auf die Leistung des Individuums gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Zielsetzung
3 Motivation, eine Frage des Anreizes
4 Anreizsysteme
4.1 Warum Anreizsysteme?
4.2 Formen von Anreizsystemen
4.2.1 Management by Objectives
4.2.2 Prozentuelle Beteiligung
4.3 Grundanforderungen an das Bewertungsmodell
4.4 Gerechtigkeit und Transparenz
4.5 Die Höhe des Bonus
4.5.1 Bonushöhe Zielerreichungssystem
4.5.2 Bonushöhe Prozentuelle Beteiligung
5 Eignungsprüfung
5.1 Vergleich der Gegebenheiten Vertrieb/Einkauf
5.1.1 Gegebenheiten im Einkauf
5.1.2 Gegebenheiten im Vertrieb
5.1.3 Fazit
5.2 Einkauf und das K-Q-T Dreieck
5.2.1 Termin
5.2.2 Qualität
5.2.2.1 Feststellung der Einkaufsqualität:
5.2.2.2 Sicherstellung der Einkaufsqualität:
5.3 Bewertung unter dem Aspekt der Gerechtigkeit
5.3.1 Zielerreichungssystem
5.3.2 Prozentuelle Beteiligung
5.4 Gestaltungsbeispiele der Systeme
5.4.1 Zielerreichungssystem
5.4.2 Prozentuelle Beteiligung
5.4.3 Zeitbeschränkung für Einsparungen
5.4.4 Zahlungs- und Lieferkonditionen
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie monetäre Anreizsysteme, die primär im Vertrieb erprobt sind, erfolgreich auf den Bereich des Einkaufs adaptiert werden können, um die Produktivität zu steigern und einen Anreiz zur Leistungsoptimierung zu schaffen.
- Grundlagen der Motivation und Anreizsysteme
- Vergleich der Rahmenbedingungen in Vertrieb und Einkauf
- Das K-Q-T (Kosten-Qualität-Termin) Dreieck als Herausforderung für den Einkauf
- Gerechtigkeitsaspekte und Transparenz in Vergütungsmodellen
- Praxisnahe Gestaltungsbeispiele für Zielerreichungssysteme und prozentuelle Beteiligungen
Auszug aus dem Buch
5.2.1 Termin
Der Termin stellt im Gegensatz zur Qualität eine einfach und eindeutig zu messende Größe dar. Der Liefertermin lässt dem Einkäufer jedoch nicht viele Möglichkeiten offen, im Sinne des Unternehmens zu entscheiden. Er kann marktbezogen, ersichtlich am Beispiel des Kupferpreises sehr wohl einen großen Einfluss auf die Kosten haben.
Betrachtet man den Einfluss der Marktpreisänderung auf den Einkaufserfolg, so wird deutlich, dass ceteris paribus diese keinen Einfluss auf die „echte“ Einsparung haben können, da die Marktpreissteigerung den vorhandenen Verhandlungsspielraum des Lieferanten nicht ändert, der den Anstieg der Rohstoffpreise an seinen Kunden weitergeben wird. In vielen Branchen, so beispielsweise auch bei Stromkabeln, wird der Rohstoffpreis ohne dies gesondert vom Grundpreis ausgewiesen und tagesaktuell verrechnet.
Natürlich kann auch der Parameter Termin in speziellen Fällen Möglichkeiten eröffnen Preise zu senken bzw. höhere Rabatte zu erhalten, um damit in weiterer Folge höhere Boni zu erhalten, wenn der Liefertermin einer Ware verschoben werden kann. In diesen Fällen ist es die Aufgabe des Einkäufers die für das eigene Unternehmen beste Entscheidung zu treffen. Er sollte einer Verschiebung des Liefertermins zustimmen und die Preise damit herabsetzen, wenn diese Variante mit den internen Verantwortlichen, den Anforderern, abgestimmt ist und für gut befunden wurde. Es gibt kein System welches bewussten Missbrauch von Kompetenzen zur Gänze unterdrücken könnte. Handelt ein Arbeitnehmer gegen das eigene Unternehmen, sollte eine weitere Zusammenarbeit mit diesem grundsätzlich neu durchdacht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beleuchtet die Rolle von Geld als Motivationsfaktor und den Stellenwert variabler Vergütung in der modernen Arbeitswelt.
2 Zielsetzung: Definiert das Ziel der Arbeit, die Anwendbarkeit monetärer Anreizsysteme auf den Einkauf unter Berücksichtigung theoretischer und praktischer Aspekte zu prüfen.
3 Motivation, eine Frage des Anreizes: Erläutert die theoretischen Grundlagen der Motivation sowie die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
4 Anreizsysteme: Beschreibt verschiedene Formen von Anreizsystemen, wie Management by Objectives und die prozentuelle Beteiligung, sowie deren Anforderungen.
5 Eignungsprüfung: Untersucht die Übertragbarkeit der Systeme auf den Einkauf, insbesondere unter Einbeziehung des K-Q-T Dreiecks und Gerechtigkeitsaspekten.
6 FAZIT: Fasst zusammen, dass Zielerreichungssysteme aufgrund ihrer Individualisierbarkeit besonders geeignet sind, um auch im Einkauf motivierende Anreize zu setzen.
Schlüsselwörter
Monetäre Anreizsysteme, Einkauf, Motivation, Management by Objectives, Prozentuelle Beteiligung, Leistungsentlohnung, Gerechtigkeit, Transparenz, Einkaufserfolg, K-Q-T Dreieck, Zielvereinbarung, Personalmanagement, Kostensenkung, variable Vergütung, Unternehmenserfolg
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob und wie monetäre Anreizsysteme, die üblicherweise im Vertrieb eingesetzt werden, auch auf den Bereich des Einkaufs übertragen werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Motivationstheorien, die Gestaltung von Anreizsystemen, die Analyse der spezifischen Einkaufssituation und die Sicherstellung von Gerechtigkeit und Transparenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Prüfung der Anwendbarkeit und Adaptierbarkeit von variablen Vergütungssystemen im Einkauf zur Steigerung der Arbeitnehmerleistung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Der Autor nutzt eine fundierte Literaturrecherche in Kombination mit einer praxisorientierten Prüfung und der Erstellung konkreter Gestaltungsbeispiele (Modelle/Matrizen).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einleitung, eine detaillierte Eignungsprüfung der Systeme im Einkaufskontext unter Berücksichtigung von Qualität und Termintreue sowie Praxisbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind monetäre Anreizsysteme, Einkauf, Zielerreichungssystem, Prozentuelle Beteiligung und das K-Q-T Dreieck.
Wie unterscheidet sich der Einkauf vom Vertrieb hinsichtlich der Anreizsysteme?
Im Vertrieb ist die Leistung oft leichter quantifizierbar. Im Einkauf erschweren komplexere, wechselnde Rahmenbedingungen sowie das K-Q-T Dreieck die Anwendung pauschaler Vergütungsmodelle.
Warum ist das K-Q-T Dreieck für den Einkauf so relevant?
Es verdeutlicht die Abhängigkeit zwischen Kosten, Qualität und Termin; ein Bonus auf Basis reiner Kosteneinsparung könnte dazu führen, dass Qualität oder Termintreue vernachlässigt werden.
- Citation du texte
- Michael Poglonik (Auteur), 2011, Monetäre Belohnungssysteme im Einkauf, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188360