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Ostrakismos - das Scherbengericht

Título: Ostrakismos - das Scherbengericht

Trabajo de Seminario , 2011 , 17 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Julia Zeihe (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Der Ostrakismos war das sogenannte Scherbengericht, das von dem Begriff des Ostrakons abgeleitet wird. Übersetzt bedeutet Ostrakon Tonscherbe, die innerhalb des Verfahrens des Scherbengerichts eine wesentliche Rolle einnahm und als Namensgeber fungierte. In der antiken Zeit diente die Scherbe eines Tongefäßes als kostenlose Alternative zum verhältnismäßig teuren Papyrus für Notizen, Rechnungen oder andere kürzere Schriftstücke. Die Texte wurden in die Scherben entweder eingeritzt oder mit Tinte festgehalten. Das Ostrakon im Scherbengericht, das bei einer Verurteilung einer Person zu einer zehnjährigen Verbannung aus Athen führte, wurde als Stimmzettel benutzt und war somit der ausschlaggebende Bestandteil eines möglichen Exils. Der Ostrakismos führte neben der Verbannung aus Athen jedoch nicht zu einem Entzug des jeweiligen Vermögens und soziale Konsequenzen für die Familien. Nennenswert ist, dass das Verfahren des Ostrakismos ohne einen Schuldzuspruch eines bestimmten Vergehens der Person zu einer Verurteilung führte.1
Auf das gegenwärtige Rechtsverständnis wirkt der Ostrakismos ambivalent. Auf der einen Seite existierte keine rechtliche Grundlage, da kein bestimmtes Vergehen einer Person zu zuschreiben war. Auf der andere Seite erscheinen die Konsequenzen der Verurteilten recht milde, indem kein Besitzverlust oder eine soziale Ächtung Resultate eines Scherbengerichts waren. In der folgenden Arbeit wird demzufolge der Frage nachgegangen welche Rolle und Funktion dem Ostrakismos in der athenischen Demokratie zugeschrieben werden kann.
Im einführenden Teil wird im Allgemeinen die Entwicklung des Ostrakismos und der Ablauf des Verfahrens betrachtet. Im zweiten Teil wird im Speziellen auf die Rolle des Scherbengerichts in der athenischen Demokratie eingegangen. Hierzu werden Fälle bekannter Verurteilter des Ostrakismos hinzugezogen und die Gründe für das Ende des Verfahrens dargelegt. Ein Resümee soll die Erläuterungen des Themas abrunden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Thema und Fragestellung

1.2 Quellen und Forschungsstand

2 Einführung des Ostrakismos und der Ablauf des Verfahrens

2.1 Kleisthenes – Reformer und Initiator des Scherbengerichts?

2.2 Der Ostrakismos der Bürger Athens

3. Der Ostrakismos als politisches Instrument und das Ende des Scherbengerichts

3.1 Prominente Kandidaten und die Rolle des Ostrakismos

3.2 Hyperbolos und das Ende des Ostrakismos

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Funktion des Ostrakismos innerhalb der athenischen Demokratie, wobei insbesondere die Frage nach der tatsächlichen Zielsetzung des Verfahrens und den Gründen für dessen Ende im Fokus steht.

  • Ursprung und Entwicklung des Scherbengerichts im Kontext der kleisthenischen Reformen.
  • Der operative Ablauf des Ostrakismos als demokratisches Verfahren.
  • Untersuchung von Machtinteressen, persönlicher Fehden und politischer Instrumentalisierung.
  • Analyse bekannter Verurteilter und der Rolle des Volkes als Souverän.
  • Gründe für den Bedeutungsverlust und die endgültige Einstellung des Scherbengerichts.

Auszug aus dem Buch

2.1 Kleisthenes – Reformer und Initiator des Scherbengerichts?

Bevor näher auf den ersten Ostrakismos eingegangen wird, findet in kurzer und prägnanter Form eine Erläuterung der politischen Ordnung der athenischen Demokratie statt, um die Gegebenheit und Initiatoren des Scherbengerichts im Vorfeld nicht außer Acht zu lassen. Erste wesentliche politische Veränderungen wurden durch die Reformen des Kleisthenes, einem aristokratischen Staatsmanns Athens, Ende des 6. Jahrhunderts v. Chr. vollzogen. Kleisthenes stärkte die Demen, die zu den Grundeinheiten der neuen politischen Ordnung Athens wurden. Jeweils ein Demos wurde den drei Trittyen zugeteilt und nahm die Rolle eines Mitglieds der zehn attischen Phylen ein. Absicht dieses neu strukturierten Gebilde war es, eine regionale oder traditionelle genealogische Bindungen untereinander, die die Aristokraten begünstigte, zu vermindern.

Eine weitere wesentliche Entwicklung in der politischen Ordnung Athens war der Rat der 500, der eine dazu gewonnene Möglichkeit der Partizipation an politischen Entscheidungen für die Bürger bedeutete. Der Rat setzte sich aus je fünfzig ausgelosten Männern pro Phyle zusammen, die somit eine gleichmäßige Vielfalt an Mitgliedern durch das zufällige Los darstellte. Die Reformen Kleisthenes führten so zu einer größeren Politisierung der Bevölkerung, die eine Erweiterung einer Teilhabe an den politischen Prozessen mit sich führte und mögliche aristokratische Machtkämpfe eindämmen sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Begriffsdefinition des Scherbengerichts sowie eine erste Skizzierung der Quellenlage und der Forschungsabsicht.

2. Einführung des Ostrakismos und der Ablauf des Verfahrens: Erläuterung der politischen Reformen des Kleisthenes als Ausgangspunkt und detaillierte Darstellung des Abstimmungsprozesses der Ostrakophoria.

3. Der Ostrakismos als politisches Instrument und das Ende des Scherbengerichts: Untersuchung der Instrumentalisierung des Scherbengerichts im Machtkampf zwischen politischen Akteuren und Analyse des paradoxen Endes durch den Fall des Hyperbolos.

4. Resümee: Synthese der Ergebnisse, die den Ostrakismos als präventives Instrument zur Tyrannei-Abwehr sowie als Mittel für soziale und politische Machtkämpfe identifiziert.

Schlüsselwörter

Ostrakismos, Scherbengericht, Athen, Demokratie, Kleisthenes, Volksversammlung, Verbannung, Machtkampf, Politik, Aristokratie, Ostraka, Prävention, Tyrannei, Bürgerrecht, Historische Forschung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit dem antiken Scherbengericht, dem Ostrakismos, und analysiert dessen Funktion und Bedeutung innerhalb der athenischen Demokratie des 5. Jahrhunderts v. Chr.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Entstehungsgeschichte durch Kleisthenes, der rechtliche und praktische Ablauf des Verfahrens sowie die Frage nach der tatsächlichen politischen Intention hinter der Verbannung von Personen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin herauszuarbeiten, ob der Ostrakismos primär als demokratisches Schutzinstrument gegen Tyrannei oder als Instrument politischer Rivalitäten genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer historischen Quellenanalyse, wobei archäologische Funde (Ostraka) sowie antike schriftliche Überlieferungen, insbesondere von Aristoteles und Plutarch, kritisch ausgewertet werden.

Welche Inhalte bilden den Hauptteil?

Der Hauptteil behandelt die politischen Rahmenbedingungen Athens, den technischen Ablauf des Abstimmungsverfahrens sowie Fallbeispiele prominenter Persönlichkeiten, die vom Scherbengericht betroffen waren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Ostrakismos, Demokratie, Kleisthenes, Machtkampf, Verbannung und Prävention.

Warum wird der Ostrakismos im Fazit teilweise als Ehrung betrachtet?

Da nur politisch einflussreiche und bekannte Bürger als Kandidaten für ein solches Verfahren in Frage kamen, konnte eine Verbannung auch ein Zeugnis ihrer Bedeutung in der athenischen Gesellschaft sein.

Warum gilt der Fall des Hyperbolos als paradox?

Hyperbolos war ein eher unbedeutender Akteur, der das Verfahren selbst initiierte und anschließend als Zielscheibe des eigenen Instruments verbannt wurde, was das Ende des Ostrakismos einleitete.

Final del extracto de 17 páginas  - subir

Detalles

Título
Ostrakismos - das Scherbengericht
Universidad
University of Hannover
Calificación
sehr gut
Autor
Julia Zeihe (Autor)
Año de publicación
2011
Páginas
17
No. de catálogo
V188368
ISBN (Ebook)
9783656120612
ISBN (Libro)
9783656481911
Idioma
Alemán
Etiqueta
ostrakismos scherbengericht
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Julia Zeihe (Autor), 2011, Ostrakismos - das Scherbengericht, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188368
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