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Gertrude Steins Einfluß auf andere amerikanische Schriftsteller

Title: Gertrude Steins Einfluß auf andere amerikanische Schriftsteller

Seminar Paper , 1998 , 22 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Schnell (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Summary Excerpt Details

Forscht man nach amerikanischen Schriftstellern, die unter Gertrude Steins Einfluß
gestanden haben könnten, bemerkt man, daß viele Schriftsteller-bekannte und weniger
bekannte- in die Rue de Fleurus zu Gertrude Stein und Alice B.Toklas1 kommen, sobald
sie in Paris angekommen sind. Viele von ihnen kennen ihre Werke schon vorher und
stehen in sofern vom schrifstellerischen Standpunkt aus gesehen bereits vor einem
ersten Treffen unter einem gewissen Einfluß. Ihre schriftstellerische Besonderheit liegt
ohne Zweifel in ihrem Umgang mit Wörtern. Edith Sitwell2 sagt darüber:
Sie warf ein Wort in die Luft, und wenn es wieder zum Boden zurückkehrte, trug es seine ursprüngliche
Bedeutung in sich, die es besessen hatte, bevor Überlieferung und falsche Anwendung sie verdunkelt
hatten.3
Edith Sitwell gehört zu den Schriftstellerinnen, auf die Gertrude Stein Wirkung hat.
Vorwiegend jedoch besteht die Gruppe von Schriftstellern, die sich bei ihr Rat holen,
aus Männern. Es drängt sich die Frage auf, warum eine Frau und Schriftstellerin wie
Gertrude Stein solch einen Einfluß auf männliche Schriftsteller hat. Ihr Lebensstil ist
weitgehendst ungewöhnlich und ihr schriftstellerisches Arbeiten von wenig Erfolg
seitens der Öffentlichkeit gekrönt: sie lebt in einer lesbischen Lebensgemeinschaft und
ihre Werke werden lange Zeit kaum gelesen, so daß sie nur schwer von ihrem Schreiben
leben kann. Um der Frage nach dem Grund für ihren Einfluß nachzugehen, werde ich in
der folgenden Arbeit ihre Beziehung zu vier amerikanischen Schriftstellern -Sherwood
Anderson, Ernest Hemingway, Francis Scott Fitzgerald und Richard Wright-darstellen.

1Alice Babette Toklas (30.4.1877-7.3.1967), Lebensgefährtin von Gertrude Stein
2Edith Sitwell (7.9.1887-11.12.1964)
3Edith Sitwell: Mein exzentrisches Leben, übers. von Karl A. Klewer, Frankfurter Verlagsanstalt GmbH,
Frankfurt am Main, 1989, S.212

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Gertrude Steins Einfluß auf Sherwood Anderson

2.1. Die Beziehung zwischen Gertrude Stein und Sherwood Anderson

2.2. Die Gemeinsamkeiten des Stils und der Intention

3. Gertrude Steins Einfluß auf Ernest Hemingway

3.1. Die Beziehung zwischen Gertrude Stein und Ernest Hemingway

3.2. Stilistische Analyse einer Auswahl an Werken

4. Gertrude Steins Einfluß auf Francis Scott Fitzgerald

5.Gertrude Steins Einfluß auf Richard Wright

6. Schlußbemerkung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den literarischen und persönlichen Einfluss der amerikanischen Schriftstellerin Gertrude Stein auf vier bedeutende männliche Kollegen ihrer Zeit: Sherwood Anderson, Ernest Hemingway, Francis Scott Fitzgerald und Richard Wright. Im Zentrum steht die Frage, warum Stein trotz ihrer ungewöhnlichen Lebensweise und ihres anfangs geringen öffentlichen Erfolgs eine prägende Mentorin für diese Autoren wurde.

  • Analyse der persönlichen und mentorischen Beziehungen zu den vier Autoren.
  • Untersuchung der stilistischen Einflüsse, insbesondere der Verwendung von Sprache und Wortwahl.
  • Vergleich von Intentionen und erzähltechnischen Gemeinsamkeiten (z.B. Wiederholungen, Perspektivwechsel).
  • Beleuchtung der Rolle Steins bei der Identitätsfindung ihrer Zeitgenossen.

Auszug aus dem Buch

3.2. Stilistische Analyse einer Auswahl an Werken

Immer wieder wird der stilistische Einfluß von Gertrude Stein auf Hemingways frühe Werke kritisch betrachtet. Die erste Kurzgeschichte, die Stein von Hemingway zu lesen bekommt, ist Up In Michigan. Hemingway beginnt diese Geschichte schon, bevor er nach Paris kommt. Er selbst beschreibt in A Moveable Feast, daß Stein diese Geschichte liest und sie kritisiert. Daraufhin überarbeitet er sie. Stellt man nun die endgültige Fassung dieser Kurzgeschichte Steins Three Lives gegenüber, lassen sich deutliche Parallelen erkennen.

Beiden eigen ist ein bestimmter Wechsel der Erzählperspektiven. Der erste Absatz in The Good Anna zeigt sehr deutlich, wie sich dieser Wechsel der Perspektiven vollzieht; so beginnt der Absatz mit einer neutralen Beschreibung aus der Sicht der Händler. Dann wechselt die Perspektive, so dass die Autorin Annas Sichtweise adoptiert. Von Annas Standpunkt aus wird das Leben in ihrem Lieblingsladen beschrieben. Obwohl im weiteren Verlauf immernoch aus Annas Perspektive erzählt wird, ändert sich der Ton. Ist es einen Abschnitt zuvor noch die sparsame Anna, die beschreibt, scheint es nun, dass Anna von ihren unterschwelligen Gefühlen zu sprechen beginnt. Daraufhin geht Gertrude Stein wieder dazu über einen neutralen Erzählstil zu wählen.

Ein vergleichlicher Wechsel lässt sich in Hemingways Up In Michigan erkennen. Der Beginn der Geschichte wird von einem neutralen Erzähler dargestellt. Sobald Liz Coates erwähnt wird, wechselt die Perspektive, so dass zunächst Mrs.Smith zu erzählen scheint und dann Liz selbst diejenige ist, die allein erzählt. Am Ende des ersten Abschnitts wählt Hemingway wiederum einen neutralen Erzählstil. Da Hemingway zum Zeitpunkt des Fertigstellens -wie bereits erwähnt- schon mit Gertrude Stein in Kontakt steht, liegt es nahe zu vermuten, dass er diesen Perspektivenwechsel durch sie kennt und ihn in seine Kurzgeschichte übernimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in Gertrude Steins Rolle als einflussreiche Figur der Pariser Literaturszene und Formulierung der Forschungsfrage nach ihrem Wirken auf männliche Schriftsteller.

2.Gertrude Steins Einfluß auf Sherwood Anderson: Untersuchung der engen mentorischen Beziehung und der gemeinsamen stilistischen Interessen, insbesondere der Bedeutung der Wortwahl.

2.1. Die Beziehung zwischen Gertrude Stein und Sherwood Anderson: Darstellung des ersten Treffens, des gegenseitigen Austauschs und der Hilfestellungen Steins bei Andersons schriftstellerischer Identitätsfindung.

2.2. Die Gemeinsamkeiten des Stils und der Intention: Analyse der stilistischen Korrelationen, wie der Verwendung von Wiederholungen, und der gemeinsamen inhaltlichen Ausrichtung auf Isolation und Einsamkeit.

3. Gertrude Steins Einfluß auf Ernest Hemingway: Analyse der komplexen, von Bewunderung und späterer Entfremdung geprägten Mentor-Schüler-Beziehung zu Hemingway.

3.1. Die Beziehung zwischen Gertrude Stein und Ernest Hemingway: Beleuchtung der gegenseitigen Unterstützung, der literarischen Ratschläge Steins und der späteren Eintrübung des freundschaftlichen Verhältnisses.

3.2. Stilistische Analyse einer Auswahl an Werken: Vergleich der Erzählperspektiven und der Sprachverwendung in frühen Werken Hemingways und Steins Three Lives.

4. Gertrude Steins Einfluß auf Francis Scott Fitzgerald: Untersuchung der von Fitzgerald als mentoring-ähnlich empfundenen Beziehung und seines großen Respekts für Steins Werk.

5.Gertrude Steins Einfluß auf Richard Wright: Fokus auf die Unterstützung bei rassistischen Thematiken und den gegenseitigen Respekt, der eine lebenslange Freundschaft begründete.

6. Schlußbemerkung: Resümee über die weitreichende Bedeutung von Steins Wirken sowohl auf handwerklich-schriftstellerischer als auch auf menschlicher Ebene.

Schlüsselwörter

Gertrude Stein, Modernismus, Sherwood Anderson, Ernest Hemingway, Francis Scott Fitzgerald, Richard Wright, Schreibstil, Mentorin, Literaturgeschichte, Pariser Literaturszene, 'Lost Generation', Erzähltechnik, Amerikanische Literatur, Stilistik, Schriftsteller.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den literarischen und persönlichen Einfluss, den Gertrude Stein auf eine Reihe namhafter männlicher Schriftsteller ihrer Zeit ausübte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die mentorische Beziehung Steins zu ihren Kollegen, die Analyse spezifischer stilistischer Gemeinsamkeiten in deren Werken sowie die Bedeutung Steins für die literarische Identitätsfindung der Autoren.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es zu ergründen, warum Stein als weibliche, zeitweise kaum beachtete Autorin einen derart starken Einfluss auf männliche Zeitgenossen ausüben konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Vergleich von Werken, die Auswertung von Korrespondenzen und die Interpretation von zeitgenössischen Kritiken und Autobiographien kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden nacheinander die spezifischen Beziehungen zu Sherwood Anderson, Ernest Hemingway, Francis Scott Fitzgerald und Richard Wright detailliert untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Modernismus, amerikanische Literatur, literarische Mentorin, Schreibstil und die Analyse der 'Lost Generation' charakterisiert.

Welche Rolle spielte Gertrude Stein konkret bei der Arbeit von Ernest Hemingway?

Stein agierte als Mentorin, die Hemingway bei der Überarbeitung seiner Texte unterstützte und ihn dazu drängte, seinen journalistischen Schreibstil zugunsten einer literarischen Ästhetik zu straffen.

Wie unterscheidet sich die Beziehung zu Richard Wright von der zu anderen Autoren?

Im Gegensatz zu den anderen Autoren lag der Schwerpunkt bei Wright stärker auf einem intellektuellen Austausch zu soziopolitischen und rassistischen Themen, wobei Stein ihn auch in seinem Kampf gegen rassistische Vorurteile unterstützte.

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Details

Title
Gertrude Steins Einfluß auf andere amerikanische Schriftsteller
College
Johannes Gutenberg University Mainz  (Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft)
Course
Proseminar: "Modernismus aus zwei Perspektiven: Der Pariser literarische Kreis und 'Gender' im Modernismus"
Grade
1,7
Author
Katharina Schnell (Author)
Publication Year
1998
Pages
22
Catalog Number
V18845
ISBN (eBook)
9783638231046
Language
German
Tags
Gertrude Steins Einfluß Schriftsteller Proseminar Modernismus Perspektiven Pariser Kreis Gender Modernismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Schnell (Author), 1998, Gertrude Steins Einfluß auf andere amerikanische Schriftsteller, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18845
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