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Sprachförderung im Elementarbereich

Title: Sprachförderung im Elementarbereich

Term Paper (Advanced seminar) , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,9

Autor:in: German Hondl (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Gerade in Zeiten der Diskussion um schlechte PISA Ergebnisse, Bildungsnotstand in Deutschland und der Setzung neuer Bildungsstandards fristet das Thema Sprachförderung unter dem Gesichtspunkt der interkulturellen Erziehung und auch hinsichtlich des Erwerbs von allgemeiner Sprach- und Lesekompetenz meiner Meinung nach wohl doch eher ein Nischendasein, und muss erst noch stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. Denn oft findet sich das Thema Sprachförderung von Kindern mit Migrationshintergrund (und auch deutschen Kindern) selbst in Fachartikeln nur in Nebensätzen, oder der Anspruch Sprachförderung als bewussten Teil einer Gesamtkonzeption im Elementarbereich zu sehen wird nicht anerkannt. Doch der Schluß, dass Sprachförderung schon dort stattfindet wo gesprochen wird ist falsch und zu kurz gedacht.
Wenigstens die Tatsache, dass eine erfolgreiche und fruchtbare Sprachförderung im Elementarbereich und nicht erst mit Beginn der Schule stattfinden muss, trifft wohl nur auf wenige kritische Stimmen. Längst ist erwiesen, dass die vorschulische Förderung immense Auswirkungen auf den späteren Schulweg und die Bildungschancen deutscher und ausländischer Kinder hat.
Wenn auch klar ist, dass Deutschland hier noch einiges gegenüber anderen europäischen Ländern aufzuholen hat, hat es die Hauptprobleme doch (hoffentlich) erkannt. Nun dürfen die Erkenntnisse jedoch nicht nur in Theorien verpacktes Wissen bleiben, sondern müssen Einzug in die alltägliche Arbeit von Erzieherinnen und Erziehern halten. Mittlerweile existieren auch schon eine Reihe von Schriften für die praktische Arbeit und Konzeption rund um das Thema Sprachförderung im Elementarbereich.
Diese Arbeit möchte nun im wesentlichen zwei Dinge. Im ersten Teil erfolgt eine kurze prägnante Einführung in die allgemeinen Grundlagen zur Sprachentwicklung bei Kindern. Außerdem soll die Bedeutung der Muttersprache gerade für Kinder mit Migrationshintergrund verdeutlicht werden, und gleichzeitig dargestellt werden, wie das Erlernen einer Zweitsprache bei Kindern erfolgen kann. Der zweite Teil der Arbeit möchte dann Konzepte zur Sprachförderung in Kindertagesstätten vorstellen und detailliert betrachten. Als Schwerpunkt soll hier vor allem verdeutlicht werden, dass eine bewusste Sprachförderung, erstens solides Grundwissen (was zum Teil im ersten Abschnitt vorgestellt wird) und zweitens eine bewusste und umfassende Konzeption erfordert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil

A) Grundlagen zur Sprachentwicklung und Zweisprachigkeit bei Kindern

1. Sprachentwicklung und Spracherwerb bei Kindern

1.1 Unterschiedliche Theorien zum Spracherwerb

2. Bedeutung der Muttersprache

2.1 Stellenwert der Muttersprache

2.2 Bedeutung der Muttersprache für den Zweitspracherwerb

2.3 Auswirkungen bei Nichtbeachtung der Muttersprache

3. Wie lernt ein Kind eine Zweitsprache

3.1 Möglichkeiten des Zweitspracherwerbs

3.2 Psychosoziale Einflussfaktoren beim Spracherwerb

3.3 Doppelte Halbsprachlichkeit als „Gefahr“

B) Konzepte zur Sprachförderung in Kindertagesstätten

1. Das „Denkendorfer-Modell“

2. Aspekte einer systematischen am Kind orientierten Sprachförderung

2.1 Grundgedanken des Konzeptes

2.1.1 Eine Gesamtkonzeption in der Tradition der situationsorientierten Ansätze

2.1.2 Entwicklungspsychologische Erkenntnisse

2.1.3 Orientierung an der Lebenssituation der Kinder

2.1.4 Planung für eine handlungsorientierte Sprachförderung

2.2 Vier Schritte zu einer bewussten, situationsorientierten Sprachförderung

2.3 Den Alltag für eine bewusste Sprachförderung nutzen

2.4 Zusammenarbeit mit den Eltern

2.5 Verhalten der (muttersprachlichen) Erzieher/innen

III. Schlussgedanken

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung systematischer Sprachförderung im Elementarbereich, insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund. Das primäre Ziel ist es, den Übergang von isolierten, defizitorientierten Ansätzen hin zu ganzheitlichen, am Kind orientierten Konzepten zu beleuchten, die Sprachförderung als integralen Bestandteil des pädagogischen Alltags begreifen.

  • Grundlagen der kindlichen Sprachentwicklung und Spracherwerbstheorien
  • Die zentrale Rolle der Muttersprache für Identitätsbildung und Zweitspracherwerb
  • Kritische Analyse historischer Modelle wie das „Denkendorfer-Modell“
  • Methodische Ansätze für eine situationsorientierte Sprachförderung im Kindergartenalltag
  • Kooperation zwischen Elternhaus und Kindertagesstätte sowie Rolle der pädagogischen Fachkräfte

Auszug aus dem Buch

1.1 Unterschiedliche Theorien zum Spracherwerb

Die oben genannten Phasen entsprechen übrigens analog auch den Phasen des Zweitspracherwerbs, allerdings in kürzerer Zeit. Wie aber ein Kind die Sprache lernt erklären die einzelnen Phasen noch nicht. Hierzu gibt es im wesentlichen drei Theorien zum Spracherwerb, die hier nun kurz vorgestellt werden.

These der Imitationstheorie ist es, dass das Kind das nachahmt, was es bei den Erwachsenen an Sprache hört. Nach dieser Auffassung ist die Sprache des Kindes eine fehlerhafte Erwachsenensprache. Dabei wird Sprache durch Assoziationen (z.B. zeigen und benennen), durch Imitation (imitieren des Erwachsenenverhaltens) und durch Verstärkung (Belohnung, Lächeln, Kopfnicken, usw.) gelernt. Schwachpunkte dieser Theorie sind aber, dass das Kind dann nur Gehörtes wiederholen könnte. Dem steht aber gegenüber, dass Kinder schon früh etwas sagen, was sie noch nie gehört haben. Außerdem sind im Alter von drei Jahren nur 3% der kindlichen Sprache eine direkte Nachahmung der Erwachsenen. (Böhm 1999, S.155f.)

Laut der Induktionstheorie lernt ein Kind Sprache über drei Schritte. Als erstes entnimmt das Kind dem Gehörten nicht nur Wörter und deren Bedeutung, sondern auch grammatische Regelhaftigkeiten. Im Anschluss erfolgt eine Generalisierung (Ausdehnung der Wörter auf alle gleichartigen Fälle). Dann erprobt das Kind die aufgenommenen Regeln und bildet Sätze nach diesen Regeln (Hypothesenerprobung findet statt). Auch diese Theorie kann die Entwicklung aber nicht schlüssig und ohne Lücken erklären. Denn ein Kind bekommt niemals alle grammatischen Möglichkeiten einer Sprache geboten. Trotzdem können Kinder mehr sprechen als sie gehört haben – sonst würde die Entwicklung wesentlich länger dauern. Die Kindern müssen also schon eine Art Vorwissen mitbringen. (Böhm 1999, S.156)

Dieses „Vorwissen“ findet seine Beachtung in der Reifungstheorie. Danach tragen Kinder „Sprachkeime“ in sich (vgl. Zimmer 1994, S.65, in Böhm 1999, S.157). Das Kind lernt die Sprache also nicht im klassischen Sinne, sondern die Sprache wächst in einem Kind heran. Dieser Auffassung liegt die Annahme zugrunde, dass allen Sprachen eine universelle Grammatik zugrunde liegt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Notwendigkeit, Sprachförderung nicht als Nischenthema, sondern als zentralen Bestandteil interkultureller Erziehung im Elementarbereich zu begreifen.

II. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Spracherwerbs sowie moderne, situationsorientierte Konzepte für die praktische Arbeit in Kindertagesstätten.

1. Sprachentwicklung und Spracherwerb bei Kindern: Dieses Kapitel gibt einen kurzen Überblick über die Phasen der Sprachentwicklung beim Kleinkind und stellt grundlegende Theorien zum Spracherwerb vor.

2. Bedeutung der Muttersprache: Hier wird der hohe Stellenwert der Erstsprache für die Identitätsentwicklung und als Basis für den Zweitspracherwerb herausgearbeitet.

3. Wie lernt ein Kind eine Zweitsprache: Das Kapitel differenziert verschiedene Erwerbsmöglichkeiten und beleuchtet psychosoziale Faktoren sowie Risiken wie die „doppelte Halbsprachlichkeit“.

1. Das „Denkendorfer-Modell“: Es wird ein historisches Modell der Sprachförderung analysiert, welches aufgrund der zugrunde liegenden Defizit-Hypothese kritisch bewertet wird.

2. Aspekte einer systematischen am Kind orientierten Sprachförderung: Dieses Kapitel erläutert aktuelle Anforderungen an die Sprachförderung, wie etwa die Orientierung an Lebenssituationen und ganzheitliches Lernen.

III. Schlussgedanken: Das Fazit betont, dass Sprachförderung keine zusätzliche Belastung, sondern eine Kernaufgabe ist, die Ressourcen des Alltags effizient nutzt und zur Bereicherung des kindlichen Miteinanders beiträgt.

Schlüsselwörter

Sprachförderung, Elementarbereich, Zweitspracherwerb, Muttersprache, Interkulturelle Erziehung, Situationsansatz, Identitätsentwicklung, Sprachkompetenz, Kindertagesstätte, Sprachbarrieren, Mehrsprachigkeit, Pädagogik, Migration, Frühkindliche Entwicklung, Sprachverhaltensanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und Umsetzung einer bewussten, systematischen Sprachförderung im Elementarbereich für Kinder mit und ohne Migrationshintergrund.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Grundlagen der Sprachentwicklung, die Bedeutung der Erstsprache, den Zweitspracherwerb sowie praxisorientierte Konzepte für Kindertagesstätten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Sprachförderung als ganzheitlicher Teil einer pädagogischen Konzeption in den Alltag integriert werden muss, anstatt isoliert oder defizitorientiert zu agieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse, die pädagogische Theorien mit praxisnahen Ansätzen der interkulturellen Erziehung verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt sowohl die theoretischen Grundlagen des Spracherwerbs als auch konkrete Konzepte, Methoden und Anforderungen an das pädagogische Personal bei der Sprachförderung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Sprachförderung, Zweitspracherwerb, Situationsansatz, Identitätsbildung, interkulturelle Erziehung und ganzheitliches Lernen.

Warum wird das "Denkendorfer-Modell" kritisch betrachtet?

Das Modell wird kritisch gesehen, da es auf der „Defizit-Hypothese“ basiert, die Sprachförderung als kompensatorische, oft isolierte Maßnahme begreift und eher Assimilation als Integration anstrebt.

Welche Rolle spielt die Erstsprache bei der Zweitsprachförderung?

Die Erstsprache ist laut der Arbeit die Basis für kognitive, soziale und emotionale Fähigkeiten; ihre Missachtung kann das Selbstbild des Kindes gefährden und den Zweitspracherwerb hemmen.

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Details

Title
Sprachförderung im Elementarbereich
College
University of Augsburg
Course
Hauptseminar: Interkulturelle Erziehung und Sprachförderung
Grade
1,9
Author
German Hondl (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V18846
ISBN (eBook)
9783638231053
ISBN (Book)
9783656450092
Language
German
Tags
Sprachförderung Elementarbereich Hauptseminar Interkulturelle Erziehung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
German Hondl (Author), 2003, Sprachförderung im Elementarbereich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18846
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