Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung in Bezug auf die Pflegereformdebatte


Hausarbeit, 2011

15 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Leistungen der Pflegeversicherung
2.1 Pflegesachleistung
2.2 Pflegegeld für selbstbeschaffene Pflegehilfe
2.3 Kombinationsleistungen
2.4 Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson
2.5 Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

3. Organisation der Pflegeversicherung

4. Finanzierung

5. Debatte der Pflegereform

6. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung in Bezug auf die Pflegereformdebatte. Seit 1972 sterben in Deutschland mehr Menschen als geboren werden – jede nachfolgende Kindergeneration ist um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Mit im Schnitt nur noch knapp 1,4 Kindern pro Frau zählt die BRD heute zu den kinderärmsten Gesellschaften (Sütterlin 2008, S. 1).

Ein weiterer wichtiger Aspekt bezüglich des demografischen Wandels ist der Anstieg der Lebenserwartung in Deutschland. Grund dafür sind Fortschritte in der Medizin, Gesundheitsvorsorge, Hygiene und Unfallverhütung sowie die Wohlstandssteigerung der Gesellschaft. Die Folgen der demografischen Veränderungen haben einen großen Einfluss auf die sozialen Sicherungsmechanismen der Bundesrepublik. In Deutschland leben weit über zwei Millionen pflegebedürftige Menschen (Statistisches Bundesamt 2008, S. 4 ff.).

Die soziale Pflegeversicherung, welche 1995 eingeführt wurde ist neben der Kranken-, Unfall-, Renten- und Arbeitslosenversicherung die fünfte Säule der Sozialversicherung. Diese dient gemäß § 1 SGB XI der sozialen Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit. In den Schutz der Pflegeversicherung sind laut Gesetz alle einbezogen, die in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind. Träger der sozialen Pflegeversicherung sind die Pflegekassen. Ihre Aufgaben werden von den Krankenkassen übernommen. Die Pflegeversicherung soll die Pflegebedürftigkeit von Frauen und Männern und Ihren Bedarf an Leistungen berücksichtigen und dem Bedürfnis nach einer kultursensiblen Pflege nach Möglichkeit Rechnung getragen. Leistungen werden in Stufen unterteilt. Seit 1995 gibt es die häusliche und seit 1996 die stationäre Pflege. Finanziert wird die Pflegeversicherung durch Beiträge der Mitglieder und Arbeitgeber. Die Leistungen der Pflegeversicherung sollen dem Menschen helfen, ein möglichst selbstbestimmtes und selbstständiges Leben zu führen. Ziel ist es, die Hilfe so auszurichten, dass körperliche, geistige und seelische Kräfte des Pflegebedürftigen wiedergewonnen oder erhalten werden. Die Pflegebedürftigen können zwischen Einrichtungen und Diensten verschiedener Träger wählen. Ihren Wünschen zur Gestaltung der Hilfe soll, soweit sie angemessen und im Rahmen des Leistungsrechts sind, entsprochen werden. Dabei soll auch auf Bedürfnisse nach gleichgeschlechtlicher Pflege oder auf religiöse Bedürfnisse der Pflegebedürftigen Rücksicht genommen werden (§ 2 SGB XI).

Die Leistungen der Pflegeversicherung sind in Dienst-, Sach- und Geldleistungen für den Bedarf an Grundpflege und hauswirtschaftlicher Versorgung gegliedert, welche sich nach der Schwere der Pflegebedürftigkeit und danach richten, ob häusliche, teilstationäre oder vollstationäre Pflege notwendig ist (Stradinger 2008, S. 11).

2. Leistungen der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung gewährt bei Pflegebedürftigkeit viele verschiedene Leistungen. Laut dem Pflegeversicherungsgesetz gelten solche Personen als pflegebedürftig, „die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßigen wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichen oder höherem Masse der Hilfe bedürfen (§ 14 Abs. 1 SGB XI)“. Ziel der Pflege ist die Aktivierung des Pflegebedürftigen. Diese soll das Maß des Notwendigen nicht übersteigen und darf nur von den Leistungserbringern in Anspruch genommen werden, welche mit den Pflegekassen oder anderen tätigen Verbänden Verträge abgeschlossen haben. Im Vordergrund steht die Rehabilitation vor der Pflege. Die Pflegekassen müssen mit den Trägern der Rehabilitation bei der Beratung, Auskunft und Aufklärung der Patienten eng zusammen arbeiten um die Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhindern. Die gutachterliche Feststellung des Bedarfs einer Leistung erfolgt durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK). Um eine Leistung der Pflegeversicherung zu erhalten, muss ein Antrag gestellt werden. Leistungen werden ab Antragstellung gewährt, frühestens jedoch ab dem Zeitpunkt des Vorliegens der Anspruchsvoraussetzungen (Gerlinger, Röber 2009, S. 33 f.).

Die Zuordnung einer Pflegestufe, die Anerkennung eines Härtefalls sowie die Bewilligung von Leistungen können befristet werden und enden mit Ablauf der Frist. Eine Befristung kann erfolgen, wenn durch die Einschätzung des MDK eine Verringerung des Hilfebedarfs zu erwarten ist. Die Befristung kann wiederholt werden und schließt Änderungen bei der Zuordnung einer Pflegestufe mit ein. Der Befristungszeitraum darf insgesamt die Dauer von drei Jahren nicht überschreiten. Um eine korrekte Leistungsgewährung sicherzustellen, gilt es, vor Ablauf einer Befristung zu prüfen und dem Pflegebedürftigen mitzuteilen, ob Pflegeleistungen weiterhin bewilligt werden und welcher Pflegestufe der Pflegebedürftige zugeordnet wird (Büser, Scheele 2008).

Gemäß § 33 Abs. 2 SGB XI besteht Leistungsanspruch

1. in der Zeit vom 1. Januar 1996 bis 31. Dezember 1996, wenn der Versicherte vor der Antragstellung mindestens ein Jahr,
2. in der Zeit vom 1. Januar 1997 bis 31. Dezember 1997, wenn der Versicherte vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre,
3. in der Zeit vom 1. Januar 1998 bis 31. Dezember 1998, wenn der Versicherte vor der Antragstellung mindestens drei Jahre,
4. in der Zeit vom 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999, wenn der Versicherte vor der Antragstellung mindestens vier Jahre,
5. in der Zeit vom 1. Januar 2000 bis 30. Juni 2008, wenn der Versicherte in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung mindestens fünf Jahre,
6. in der Zeit ab 1. Juli 2008, wenn der Versicherte in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre

als Mitglied versichert oder nach § 25 familienversichert war. (…)

2.1 Pflegesachleistungen

Im Rahmen der Pflegesachleistungen haben Pflegebedürftige einen Anspruch auf Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgungs- und Sachleistung. Diese müssen durch geeignete Pflegekräfte erbracht werden, welche entweder bei der Pflegekasse oder bei ambulanten Pflegediensten tätig sein müssen und einen Vertrag gem. § 77 Abs. 1 SGB XI abgeschlossen haben. Somit kann häusliche Pflegehilfe als Sachleistung erbracht werden. Der Anspruch auf häusliche Pflege wird in Pflegestufen unterteilt.

Somit umfasst der Anspruch ab dem 01. Januar 2010 je Kalendermonat einer Pflegesachleistung bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe I bis zu einem Gesamtwert von 440 Euro, bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe II bis zu einem Gesamtwert von 1.040 Euro ab 1. Januar 2010 und bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe III bis zu einem Gesamtwert von 1.510 Euro (§ 36 SGB XI).

2.2 Pflegegeld für selbstbeschaffene Pflegehilfe

Anstelle der Pflegehilfe kann auch Pflegegeld beantragt werden, falls die Pflege durch Familienangehörigen des Pflegebedürftigen erbracht wird. Dieses beträgt ab dem 01. Januar 2010 je Kalendermonat bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe I 225 Euro, bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe II 430 Euro ab 1. Januar 2010 und bei Pflegebedürftigen der Pflegestufe III 685 Euro.

Menschen, die Pflegegeld beziehen, haben bei Pflegestufe I und II halbjährlich einmal und Pflegestufe III vierteljährlich einmal eine Beratung in der eigenen Häuslichkeit vom Pflegepersonal abzurufen. Diese dient der Qualitätssicherung der häuslichen Pflege und der Unterstützung der häuslich Pflegenden. Wird diese Beratung nicht durchgeführt, kann das Pflegegeld gekürzt werden (§ 37 SGB XI).

2.3 Kombinationsleistungen

Nimmt der Pflegebedürftige die ihm zustehenden Sachleistungen nur teilweise in Anspruch, kann er anteilig auch Pflegegeld erhalten. Bei der kombinierten Geld/Sachleistung besteht die Möglichkeit, die Pflege durch einen Angehörigen ausführen zu lassen oder einen Pflegedienst zu aktivieren. In diesen Fällen wird der Sachleistungsbetrag zugrunde gelegt und in der Regel zuerst der Pflegedienst von diesem Geld abgerechnet. Falls danach noch Gelder übrig sind, werden diese anteilsmäßig an den Pflegebedürftigen ausgezahlt (§ 38 SGB XI).

2.4 Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson

Hierbei handelt es sich um Kostenübernahme durch die Pflegekasse einer Ersatzpflegeperson für den Pflegebedürftigen aufgrund der Verhinderung der tatsächlichen Pflegeperson durch Erholungsurlaub, Krankheit oder aus anderen Gründen. Diese Möglichkeit gibt es für maximal vier Wochen je Kalenderjahr (§ 39 SGB XI).

2.5 Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen

Es besteht Anspruch auf Versorgung mit Hilfsmitteln, die zur Erleichterung der Pflege oder zur Minderung der Beschwerden beitragen oder dem Pflegebedürftigen eine selbstständige Lebensführung ermöglichen. Diese Hilfsmittel können monatlich mit bis zu 31 Euro bezuschusst werden. Notwendige technische Pflegehilfsmittel (z.B. Pflegebett) werden vorrangig leihweise zur Verfügung gestellt. Die Eigenbeteiligung bei solchen technischen Pflegehilfsmitteln liegt bei Versicherten ab dem 18. Lebensjahr bei mindestens 10 %, höchstens jedoch bei 25 Euro je Hilfsmittel. Die Pflegekasse kann die Versicherten ganz oder teilweise von der Zuzahlung befreien. Weiterhin können auch Zuschüsse für Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds (z.B. Einbau von Handläufen) ausgezahlt werden. Diese liegen bei bis zu 2557 Euro je Maßnahme (§ 40 SGB XI).

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Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung in Bezug auf die Pflegereformdebatte
Hochschule
Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe
Veranstaltung
Sozialrechtliche Voraussetzungen für Soziale Arbeit
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V188461
ISBN (eBook)
9783656122159
ISBN (Buch)
9783656122869
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
finanzierung, sozialen, pflegeversicherung, bezug, pflegereformdebatte
Arbeit zitieren
Bachelor Diana Lakir (Autor), 2011, Finanzierung der Sozialen Pflegeversicherung in Bezug auf die Pflegereformdebatte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188461

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