Politische Ideologien - Thesenpapier


Wissenschaftlicher Aufsatz, 2011

6 Seiten


Leseprobe

Friedrich-Alexander-Universität Nürnberg-Erlangen

Fachbereich Politikwissenschaft

WS 2011/2012

Thema: Was bleibt von politischen Ideologien?

7. Dezember 2011

These: Im Zeitalter postdemokratischer Wirtschafts- und Finanzkrisen hält die Wählerschaft traditionelle Parteiideologien nicht mehr für glaubhaft.

Gemäß Terry Eagleton, kann dem Begriff der Ideologie eine große Anzahl historischer Bedeutungen zugeschrieben werden. Im vorliegenden Kontext des Thesenpapiers wird Ideologie verstanden im Sinne von „...an organizing social force which actively constitutes human subjects at the roots of their lived experience [seeking] to equip them with forms of value and belief to their specific social tasks...“(Eagleton 2007: 222). Da der Mensch, das Subjekt, im Zentrum steht, muss Ideologie zur Konstituierung sozialer Interessen beitragen (ebd.: 223). Werden traditionelle Parteiideologien diesem Anspruch überhaupt noch gerecht, oder zeigt sich bereits am Wählerverhalten die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit?

Die konservative Mitte

Am 15. April diesen Jahres titelte die Berliner Zeitung über den Atomkraftausstieg: „Kanzlerin Merkel: Atom-Aus und Amen“ (Irion 2011: 1). Überraschend entschied die Kanzlerin im Einvernehmen mit Bund und Ländern bis dato Undenkbares, nämlich den Totalausstieg aus einem Energiesektor, der von CDU/CSU bisher langfristig als unverzichtbar dargestellt wurde. Mit der Energiewende überraschte man Lobbyisten und Wähler gleichermaßen und bediente sich eines Politikfeldes, das bisher als eindeutig grün besetzt galt.[1] War das Geschehen in Fukushima der einzige Auslöser dieser Entscheidung? Der als pragmatisch bekannten Kanzlerin mag dabei durchaus der Schock von Fukushima zugesetzt haben, gleichzeitig ergaben sich hier aber (partei-)politische Perspektiven der besonderen Art. Unter dem Eindruck der letzten Bundestags- und Landtagswahlen bestand kein Zweifel daran, dass die Volksparteien zugunsten der „kleineren“ Parteien wieder massiv an Stimmen verloren hatten.[2] Nun bot sich die Möglichkeit die Zauderer in der eigenen Partei mit einem Schwenk zu grüner Politik zu bewegen, was einerseits der CDU/CSU in der Wahlkrise zukünftige Wechselwählerstimmen von den Grünen verschaffen könnte, andererseits mag der Hintergedanke eine Rolle gespielt haben, dass Umbrüche dieser Art neue Kreativität in der bundesdeutschen Industrie und damit Wettbewerbsvorteile hervorzubringen vermögen.

[...]


[1] Mit dem Ziel des sofortigen Atomausstiegs waren Bündnis 90/Die Grünen 1998 in den Wahlkampf gezogen. Als Regierungspartei musste sie sich dann flexibel verhalten, was zu erheblichen inneren Querelen und Austritten führte (vgl. Bauchmüller 2011: 1)

[2] So büßte die CDU im Vergleich zu 2005 1,3 Millionen oder zehn Prozent der Stimmen ein und die CSU verlor gegenüber der letzten Bundestagswahl 15 % der Stimmen. Insgesamt war die Wahlbeteiligung so niedrig wie nie zuvor gewesen (vgl. Deckers 2011: 1).

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten

Details

Titel
Politische Ideologien - Thesenpapier
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Autor
Jahr
2011
Seiten
6
Katalognummer
V188507
ISBN (eBook)
9783656121756
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Arbeit zitieren
Dominik Mönnighoff (Autor), 2011, Politische Ideologien - Thesenpapier, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188507

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