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Lomographie und Identität

Die alltägliche Arbeit an der eigenen Identität bei Lomographen

Titel: Lomographie und Identität

Diplomarbeit , 2010 , 219 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Christin Lange (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die ganze Welt ist unser Spiegel,
in dem wir uns betrachten müssen,
um den richtigen Blick für die Selbstbeobachtung zu bekommen.
Michel de Montaigne

In der gegenwärtigen sozialen Welt, die durch Veränderungen infolge von Individualisierung, Pluralisierung und Globalisierung geprägt ist, stellen sich die Menschen zunehmend die Frage „Wer bin ich?“. Eben noch im Kleid des „kollektiven Unbewußten“ (Abels 2006: 14) rückt die Frage nach der eigenen Identität dann in den Vordergrund, wenn das Bild von sich selbst mit dem Anderer verglichen wird. Wenn wir uns einem konkreten oder gedachten Anderen gegenüber sehen, blicken wir in einen Spiegel. Dann wird bewußt, was wir noch nicht sind oder nicht sein wollen bzw. nicht sein können. Auch wenn augenscheinlich ist, daß das Bild, das andere von uns haben sich von unserem Selbstbild unterscheidet, beginnen wir uns zu fragen wer wir sind und wer wir sein wollen (vgl. ebd.).
Die vorliegende Arbeit schreibt der (Selbst-)Wahrnehmung mittels photographischer Bilder und einer mit ihr verschränkten, soziokulturellen Lesart eine Schlüsselfunktion zu. Hierbei geht es um die Aneignung von Realitäten und die Selbstbeschreibung von Subjekten (vgl. Kröncke/ Nohr 2005: 7). Diesbezüglich ist zu klären, ob eine spezifische Art zu photographieren die Arbeit an der eigenen Identität beeinflußt. Untersucht wird dies am Beispiel von Lomographen , denen ein ,mechanisch-objektiver‘ Apparat als Mediensystem mit seiner Eigengesetzlichkeit gegenüber steht (vgl. ebd.: 9). Die Lomographie als spontane Schnappschußphotographie wird dabei als Medium zur Selbsterkundung und Inszenierung von Subjektivität betrachtet. Neben den Umgangsweisen und speziellen Praktiken der Lomographie werden auch die ihr eigenen Bildformen als das Produkt einer spezifischen technisch-medialen Konstellation angesehen (vgl. Kröncke/ Nohr 2005: 9). Die Lomographen sind für die Identitätsforschung aus zwei Gründen geeignet: Erstens, stellen sie ein interessantes Beispiel für die Verbindung alter (Photo-)Technik mit neuer Medialität dar, indem sie einerseits die analoge Photographie zelebrieren und diese andererseits in digitaler Form zur Selbstdarstellung nutzen. Zweitens sind die Lomographen eine Erscheinung der spätmodernen Medialität und Kulturalität. Damit stehen die Lomographen stellvertretend für andere gesellschaftliche Gruppen und ihre Mitglieder, die einem spezifischen kulturell engagierten Milieu angehören.......

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Patchwork der Identitäten in der Moderne

2.1 Einordnung des Konzeptes „alltäglicher Identitätsarbeit“ in die aktuelle Identitätsdebatte

2.2 Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen auf die alltägliche Identitätsarbeit

2.3 Strukturelle Aspekte des Modells alltäglicher Identitätsarbeit

2.3.1 Situative Selbstthematisierungen

2.3.2 Konstruktionen der Identitätsarbeit

2.3.2.1 Teilidentitäten

2.3.2.2 Identitätsgefühl

2.3.2.3 Biographische Kernnarrationen

2.3.3 Handlungsfähigkeit

2.4 Zusammenfassung des Modells alltäglicher Identitätsarbeit

3 Abgrenzung der Untersuchungsgruppe

3.1 Was ist Lomographie? – Entstehungsgeschichte und Philosophie

3.2 Charakterisierung der Lomographen

3.3 Fokus der Untersuchung

4 Empirische Untersuchung

4.1 Forschungsfragen

4.2 Methodisches Vorgehen

4.2.1 Datenerhebung

4.2.2 Erhebungsinstrument

4.2.3 Datenauswertung

4.2.4 Auswahl der Befragten

4.2.5 Überblick über die Stichprobe

4.3 Methodendiskussion

5 Ergebnisse

5.1 Kommentar zu den Fallportraits

5.2 Beispiel Fallportrait

5.3 Vergleichende Fallanalyse

5.3.1 Situative Selbstthematisierungen der Lomographen

5.3.2 Die Bündelung der Selbstthematisierungen in lomographischen Situationen unter verschiedenen Identitätsperspektiven

5.3.3 Die Ebene der Teilidentitäten

5.3.3.1 Teilidentitätsentwürfe und Teilidentitätsprojekte

5.3.3.2 Teilidentitätsstandards

5.3.4 Die Metaidentitäts-Ebene

5.3.4.1 Dominierende Teilidentität

5.3.4.2 Biographische Kernnarrationen

5.3.4.3 Identitätsgefühl

5.3.5 Handlungsfähigkeit

5.3.6 Zusammenfassung der vergleichenden Fallanalyse

5.4 Lomographen-Typen

6 Diskussion

6.1 Diskussion der Ergebnisse zum Thema Identität

6.1.1 Lomographisch geprägte Identitätskonstruktionen

6.1.2 Typen

6.2 Diskussion zum Thema Medialität und Alltag

7 Fazit und Ausblick

7.1 Fazit

7.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand einer qualitativen Studie, wie Lomographen in Deutschland die Lomographie in ihre alltägliche Identitätsarbeit integrieren und welche identitätsstiftenden Konstrukte dabei auf situativer, Teilidentitäts- und Metaidentitätsebene entstehen.

  • Analyse der Bedeutung alltäglicher Identitätsarbeit im Kontext der Lomographie
  • Untersuchung situativer Selbstthematisierungen und Identitätskonstruktionen
  • Kategorisierung von Lomographen-Typen basierend auf ihrer Photopraxis
  • Beleuchtung der Rolle neuer Medien und des Alltags bei der Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

Die Bündelung der situativen Selbstthematisierungen in lomographischen Situationen unter verschiedenen Identitätsperspektiven

Das Zusammenfassen der vielfältigen und komplexen situativen Selbstthematisierungen unter bestimmten Identitätsperspektiven zeigt einen Ordnungsversuch des Subjekts. Dieser Verknüpfungsschritt, der bereits in Abschnitt 2.3.2.1 detailliert erläutert wurde, stellt einen Reflexionsprozeß des Subjekts im Rahmen der alltäglichen Identitätsarbeit dar. Entsprechend der Überlegungen von Keupp et al. bilden die Identitätsperspektiven den Erzählrahmen für das Subjekt und fokussieren die Sicht auf die eigene Person. Indem die Erfahrungen aus der Perspektive bestimmter Rollen, lebensphasischer Themen oder übergreifender Sichtweisen sich und anderen geschildert werden, erfahren sie eine Zusammenfassung, Sortierung sowie häufig auch eine Umformulierung (vgl. Keupp u.a. 2006: 193). Sowohl die Wahl als auch die Schneidung der Perspektiven hängen außer von der subjektiven Entscheidung des Einzelnen ebenso von dessen Lebenswelten, von der jeweiligen Lebensphase und vom sozialen Umfeld ab (vgl. ebd.: 222f.). Eine bestimmte Erfahrung einer Person kann jeweils aus mehreren verschiedenen Perspektiven geschildert werden. Eine Situation, in der lomographiert wird, kann aus der Perspektive „ich als Student“, „ich als Mutter“, „ich als Radfahrer“ oder „ich als Lomograph“ herangezogen werden. Jede situationale Selbstthematisierung kann also jeweils mehreren Perspektiven zugeordnet werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Hinführung zum Thema, Darstellung der Forschungsfragen und des Aufbaus der Diplomarbeit.

2 Das Patchwork der Identitäten in der Moderne: Theoretische Einbettung in das Konzept der „alltäglichen Identitätsarbeit“ von Heiner Keupp.

3 Abgrenzung der Untersuchungsgruppe: Klärung des Begriffs Lomographie und Charakterisierung der Lomographen als soziale Gruppe.

4 Empirische Untersuchung: Detaillierte Beschreibung der qualitativen Vorgehensweise, Datenerhebung und methodischen Einordnung.

5 Ergebnisse: Auswertung der Interviews, Darstellung der Fallportraits und vergleichende Analyse der Identitätskonstruktionen.

6 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den empirischen Ergebnissen und Reflexion der identitätsbezogenen Erkenntnisse.

7 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse und Aufzeigen weiterführender Forschungsfelder.

Schlüsselwörter

Lomographie, Identität, alltägliche Identitätsarbeit, Patchwork-Identität, Heiner Keupp, Teilidentität, situative Selbstthematisierung, qualitative Sozialforschung, Identitätskonstruktion, Medialität, Lebensführung, Subjektivität, Fallanalyse, Handlungsfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der analogen Fotopraktik der Lomographie und der alltäglichen Identitätsbildung bei den Praktizierenden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Identität in der Moderne, die spezifische Ästhetik der Lomographie und die qualitative empirische Untersuchung von Identitätskonstruktionen bei Lomographen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszufinden, ob und wie Lomographen das Fotografieren zur Aushandlung und Inszenierung ihrer persönlichen Identität im Alltag nutzen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde ein qualitatives, leitfadengestütztes Interviewdesign gewählt, das mit einem interpretativ-reduktiven Verfahren ausgewertet wurde.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Patchwork-Identität), die Vorstellung der Untersuchungsgruppe, das methodische Vorgehen und die umfangreiche Auswertung der Interviewdaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lomographie, alltägliche Identitätsarbeit, Patchwork-Identität, situative Selbstthematisierung und Subjektivität.

Welche Rolle spielen die "neuen Medien" in der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, wie das Internet (Web 2.0, Lomohomes) als Bühne zur Selbstpräsentation und zur Vernetzung in der Lomographen-Community dient.

Gibt es den "typischen Lomographen"?

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass es kein einheitliches Bild des Lomographen gibt; stattdessen wurden vier verschiedene Typen (Spaß-, Kunst-, Tagebuch-Lomograph und Lomo-Aktivist) konstruiert.

Wie unterscheidet sich die Lomographie von anderer Fotografie?

Sie wird durch Spontaneität, Unperfektheit, soziale Anerkennung innerhalb einer Gemeinschaft und die bewusste Abgrenzung zur digitalen Fotografie charakterisiert.

Ende der Leseprobe aus 219 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lomographie und Identität
Untertitel
Die alltägliche Arbeit an der eigenen Identität bei Lomographen
Hochschule
Technische Universität Chemnitz  (Institut für Soziologie )
Note
1,3
Autor
Christin Lange (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
219
Katalognummer
V188523
ISBN (eBook)
9783656121688
ISBN (Buch)
9783656122708
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Identität Fotografie Schnappschussfotografie Alltag Lomografie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christin Lange (Autor:in), 2010, Lomographie und Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188523
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  219  Seiten
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