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Hobbes‘ Erschaffung eines sterblichen Gottes

Warum ist ein Leben unter diesem allmächtigen Souverän erstrebenswerter als ein Leben in einem Zustand ohne staatliche Kontrolle?

Titel: Hobbes‘ Erschaffung eines sterblichen Gottes

Seminararbeit , 2011 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Yvonne Halter (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach dem Sturz Gaddafis feierten die Menschen ihre neu gewonnene Freiheit. US-Präsident Obama bezeichnete Libyen gar als ein Land, welches „dem Griff eines Tyrannen“ entglitten sei. Die Revolutionen in der arabischen Welt haben gezeigt, wie unzufrieden die Menschen unter der Herrschaft eines mit umfassenden Rechten ausgestatteten Diktators sind. Im Gegensatz dazu stellte Hobbes im 17. Jhd. im Leviathan eine Vertragstheorie auf, in der die Bürger zugunsten eines Souveräns auf all ihre Rechte verzichten, damit sie das bestmögliche Leben führen können. Er argumentiert, dass das Leben ohne Herrschaftsausübung in einem Krieg eines jeden gegen jeden endet und damit das Worst-Case-Szenario menschlichen Lebens darstellt. Um diesen Zustand zu überwinden, bestand für Hobbes kein Zweifel an der Einsetzung eines absoluten Souveräns, der einmal autorisiert nicht wieder zu stürzen sei. Trotz Abgabe aller Rechte ist das Dasein in einem Staat mit einem solchen Souverän die einzige Möglichkeit ein besseres Leben zu führen. Was veranlasste Hobbes dazu den Menschen als bestmögliche Lösung für die Ordnung ihres Zusammenlebens einen solch absoluten und nicht absetzbaren Herrscher zu raten? Mit der folgenden Arbeit möchte ich zeigen, warum Hobbes ein Leben unter diesem Souverän für erstrebenswerter hält als ein Leben in einem Zustand ohne staatliche Kontrolle. Dabei werde ich zunächst den sogenannten Naturzustand, d.h. jenen hypothetischen Zustand ohne Herrschaft, darstellen. Ausgehend von Hobbes Menschenbild werden die Ursachen des Kriegszustandes erklärt und seine Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben verdeutlicht. Daran schließt sich die Beschreibung des Staates an, wobei zunächst die Autorisierung des Souveräns erörtert wird. Um das Leben der Menschen in diesem Staat zu verstehen, wird erläutert, wie die Rechte auf Souverän und Bürger verteilt sind, beziehungsweise welchen Verpflichtungen sie jeweils nachzukommen haben. Mit der Kenntnis über die Bedingungen des vorstaatlichen wie staatlichen Zustandes wird erläutert, warum es für die Menschen vorteilhafter ist, sich aus dem Kriegszustand zu befreien und sich zu einem Staat nach den Vorstellungen Hobbes zu vereinen. Das soll damit erklärt werden, dass die Vorteile der Staatsgründung im Bezug auf die Erlangung von Frieden und Sicherheit ebenso aufgezeigt werden wie die Vorteile, die aus der Bereitstellung öffentlicher Güter erwachsen. Zudem wird auf die Verbesserung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit hingewiesen

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Naturzustand bei Hobbes

a) Die Begrifflichkeit ‚Naturzustand‘

b) Menschenbild

c) Der Naturzustand als Kriegszustand

i. Ursachen des Krieges

ii. Gestaltung des menschlichen Zusammenlebens

III. Der Staat bei Hobbes

a) Vertragsschluss und Autorisierung

b) Rechte des Souveräns

c) Bürgerrechte und Bürgerpflichten

IV. Vorteile der Staatsbildung

a) Wirtschaftliche Prosperität

b) Innere und äußere Sicherheit

c) Bereitstellung öffentlicher Güter

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Theorie von Thomas Hobbes mit dem Fokus auf die Frage, weshalb ein Leben unter einem absolutistischen Souverän einem Zustand ohne staatliche Kontrolle (Naturzustand) vorzuziehen ist. Dabei wird analysiert, wie durch die Überwindung des kriegerischen Naturzustandes gesellschaftliche Sicherheit, wirtschaftlicher Wohlstand und Ordnung begründet werden können.

  • Analyse der menschlichen Natur nach Hobbes
  • Erläuterung des Naturzustandes als Kriegszustand
  • Bedeutung des Gesellschaftsvertrages und der Autorisierung
  • Vorteile der Staatsgründung für Sicherheit und Wirtschaft
  • Kritische Reflexion der Machtbefugnisse des Souveräns

Auszug aus dem Buch

i. Ursachen des Krieges

„Erstens Konkurrenz, zweitens Mißtrauen, drittens Ruhmsucht“ nennt Hobbes die drei Ursachen, wieso die Menschen, wenn sie außerhalb einer Gesellschaftsordnung leben, ausgehend von ihren menschlichen Eigenschaften in einen Kriegszustand verfallen. (Hobbes, 1966: 95) Basierend auf der Annahme der Gleichheit der Menschen im Hinblick auf ihre geistigen und körperlichen Fähigkeiten sowie ihrer Interessen stehen sich die Menschen in Konkurrenz gegenüber hinsichtlich der Güter, die sie anstreben. Kaum ein Gut steht unbegrenzt zur Verfügung. Gleichzeitig wissen die Menschen, dass sie aufgrund der Gleichheit ihrer Fähigkeiten auch die gleiche Chance auf die Erlangung eines begehrten Gutes haben. Dadurch sind sie bereit, jederzeit zur Erhaltung eines angestrebten Gutes gewaltsam vorzugehen.

Im Bewusstsein der Menschen hat sich sowohl die Kenntnis über die Knappheit begehrter Güter als auch das Wissen über die Chancengleichheit zur Erlangung eines erstrebten Gutes verankert. Somit kann jederzeit die Möglichkeit bestehen, dass jemand einen der erlangten Dinge beraubt. Diese Unsicherheit nötigt die Menschen dazu, einmal erworbene Güter bzw. sein Leben als solches nicht allein bei Angriffen zu verteidigen, sondern getreu dem Motto ‚Angriff ist die beste Verteidigung‘ selbst als Präventivmaßnahme andere Personen anzugreifen mit dem Ziel sie zu schwächen, um sich selbst und die erworbenen Güter zu schützen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Staatslegitimation ein und stellt die Forschungsfrage, warum ein allmächtiger Souverän im Vergleich zum Naturzustand die bessere Lebensform darstellt.

II. Der Naturzustand bei Hobbes: Dieses Kapitel definiert den Naturzustand als ein Gedankenexperiment, das auf der menschlichen Natur und der daraus resultierenden Konkurrenz und Unsicherheit basiert.

III. Der Staat bei Hobbes: Hier wird der Prozess der vertraglichen Autorisierung und die damit verbundene Übertragung aller Rechte auf den Souverän sowie die daraus resultierenden Pflichten beschrieben.

IV. Vorteile der Staatsbildung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen und sicherheitsrelevanten Vorzüge eines geordneten Gemeinwesens gegenüber der Anarchie.

V. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert, dass die Stabilität des Staates zwar Sicherheit bietet, aber auch die Gefahr der Einschränkung persönlicher Freiheiten birgt.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Leviathan, Naturzustand, Kriegszustand, Souverän, Gesellschaftsvertrag, Autorisierung, Sicherheit, Wirtschaftliche Prosperität, Bürgerpflichten, Absolute Herrschaft, Staatsgründung, Politische Theorie, Menschenbild, Öffentliche Güter.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Philosophie von Thomas Hobbes und untersucht die Legitimität eines absoluten Staates.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Analyse des menschlichen Handelns im vorstaatlichen Naturzustand und die Begründung des gesellschaftlichen Friedens durch einen Souverän.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachvollziehbar zu machen, warum der Verzicht auf individuelle Freiheitsrechte zugunsten eines allmächtigen Herrschers für Hobbes die einzige Möglichkeit zur Vermeidung des Krieges aller gegen jeden ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politiktheoretische Analyse, die auf der kritischen Auswertung des Werkes „Leviathan“ und ergänzender Sekundärliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Naturzustandes, die vertragstheoretische Begründung des Staates sowie die Analyse der staatlichen Vorteile wie Sicherheit und wirtschaftliche Prosperität.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Besonders prägend sind Begriffe wie „Naturzustand“, „Gesellschaftsvertrag“, „Souverän“ und „Sicherheit“.

Warum spielt die Monarchie für Hobbes eine so zentrale Rolle?

Hobbes bevorzugt die Monarchie, da er davon ausgeht, dass in dieser Staatsform die Interessen des Souveräns und die Interessen der Gesellschaft am besten in Einklang gebracht werden können.

Welche Grenze hat der Gehorsam der Bürger gegenüber dem Souverän?

Der Gehorsam ist nicht absolut, wenn es um das eigene Überleben geht; ein Bürger muss einem Befehl des Souveräns nicht Folge leisten, wenn sein direktes Leben bedroht ist.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hobbes‘ Erschaffung eines sterblichen Gottes
Untertitel
Warum ist ein Leben unter diesem allmächtigen Souverän erstrebenswerter als ein Leben in einem Zustand ohne staatliche Kontrolle?
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Veranstaltung
Seminar Einführung in die politische Theorie
Note
1,3
Autor
Yvonne Halter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
15
Katalognummer
V188583
ISBN (eBook)
9783656123132
ISBN (Buch)
9783656124214
Sprache
Deutsch
Schlagworte
hobbes‘ erschaffung gottes warum leben souverän zustand kontrolle
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Yvonne Halter (Autor:in), 2011, Hobbes‘ Erschaffung eines sterblichen Gottes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188583
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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