Das Innovations- und Technologiemanagement nimmt innerhalb der Betriebswirtschaftslehre
einen besonderen Platz ein. Es beschäftigt sich damit, wie man
auf der Basis von neuem technologischem Wissen neue Produkte und Dienstleistungen
in den Markt bringen kann. Von solchen Neuerungen sind alle
Bereiche eines Unternehmens betroffen. Letztendlich repräsentiert Innovationsund
Technologiemanagement eine Querschnittsfunktion von der Forschung und
Entwicklung als Produktionsfunktion über die Vermarktung von Innovationen als
Absatzfunktion bis hin zur Organisation, Finanzierung und Controlling von
Innovationen. In der vorliegenden Arbeit soll nun das Innovations- und
Technologiecontrolling im Mittelpunkt der Betrachtung stehen.
Der Erfolg einer Innovation hängt nicht nur von der angestrebten Realisierung
technologisch und strategisch orientierter Zielsetzungen ab, sondern wird zudem
maßgeblich davon beeinflusst, ob es gelingt, die unterschiedlichen Aktivitäten
eines Innovationsprozesses zielgerichtet zu koordinieren. Die Steuerung von
Innovationen schafft dabei Möglichkeiten und Grenzen zugleich. Einerseits
müssen die organisatorischen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit
sich innovative Kräfte entfalten können. Andererseits müssen jedoch diese
Handlungsspielräume durch Planungs- und Kontrollinstrumente eingegrenzt
werden, um der Gefahr der Unwirtschaftlichkeit entgegenzuwirken. Ohne die
Überwachung der Innovationsprozesse kann es zu Kostenexplosionen und
Terminüberschreitungen mit erheblichen negativen Auswirkungen des
ökonomischen Innovationserfolges kommen. Es ist folglich von zentraler
Bedeutung für das Innovations- und Technologiecontrolling, den „Fit“ zwischen
den Instrumenten der Innovationsförderung und Innovationsüberwachung zu
finden und den entsprechenden Instrumenten-Mix zum Einsatz zu bringen.
Vor dem Hintergrund der aufgezeigten Problemstellung besteht das Ziel der
vorliegenden Arbeit in der Entwicklung einer geeigneten Controllingkonzeption
zur Erhöhung der Effektivität und Effizienz, sowie zur Sicherstellung der
Entwicklungs- und Anpassungsfähigkeit des Innovations- und Technologiemanagements.
Um die Ziele des Controllings zu operationalisieren und die
Wirkungen der Organisationsstrukturen in Abhängigkeit relevanter Kontextfaktoren
zu ermitteln, ist ein geeignetes Kennzahlensystem für Unternehmen zu
entwickeln. Eine derartig geschlossene Controllingkonzeption bildet die Grundlage
zur Sicherung und nachhaltigen Erhöhung der Effektivität ...
Inhaltsverzeichnis
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
2 Grundlagen des I&T-Controllings
2.1. Terminologie und Begriffsabgrenzung
2.1.1 Controlling
2.1.2 Innovation
2.1.3 Technologie
2.2 Ziele und Aufgaben des I&T-Controllings
2.2.1 Innovationscontrolling
2.2.2 Technologiecontrolling
3 Die Balanced Scorecard im I&T-Controlling
3.1 Einführung in die Balanced Scorecard
3.2 Balanced Scorecard als integratives Instrument des I&T-Controllings
4 Zusammenfassung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, eine fundierte Controllingkonzeption für das Innovations- und Technologiemanagement zu entwickeln, um die Effektivität und Effizienz sowie die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen nachhaltig zu sichern. Dabei wird die Balanced Scorecard als zentrales Instrument untersucht, um qualitative und quantitative Dimensionen des Innovationsprozesses messbar zu machen.
- Begriffsbestimmung von Controlling, Innovation und Technologie
- Analyse der spezifischen Anforderungen an ein Innovations- und Technologiecontrolling
- Einführung und theoretischer Rahmen der Balanced Scorecard
- Anwendung der Balanced Scorecard auf die Anforderungen von Forschung und Entwicklung
- Diskussion von Leistungstreibern und Ergebniskennzahlen in Innovationsprozessen
Auszug aus dem Buch
3.1 Einführung in die Balanced Scorecard
Es gibt eine große Anzahl von Instrumenten z.B. aus dem Rechnungswesen, um ein I&T-Controlling durchzuführen, wobei hier auf das Konzept der Balanced Scorecard besonders eingegangen werden soll.15
Die konzeptionelle Idee der Balanced Scorecard stammt aus den USA und wurde von den Wissenschaftlern Robert S. Kaplan und David P. Norton Anfang der 1990er Jahre entwickelt. Sie ist ein in Kooperation mit Unternehmenspraktikern geschaffenes Konzept des „Performance Measurement“ und stellt dabei ein leistungsorientiertes und leistungssteuerndes Informationssystem dar.16 Charakteristisch für den von Kaplan/Norton vorgestellten Ansatz ist der Balanced-Anspruch, mit dem eine ausgewogene Berücksichtigung der im Unternehmen zu beachtenden unterschiedlichen Interessenlagen relevanter Stakeholder für verschiedene Leistungsebenen dokumentiert werden soll. Der Begriff Scorecard steht dagegen für Berichtsbogen und repräsentiert dabei das jeweils ereichte Leistungsniveau. Die ausgewiesenen Informationen haben weniger die Aufgabe eine Kontrolle über die jeweiligen Bereiche und Mitarbeiter auszuüben, sondern vielmehr die Problemlösung der zugeordneten Aufgabenstellungen mit einem erweiterten Blickwinkel zu unterstützen.17
Die BSC als Kennzahlensystem18 stellt die Planung, Steuerung und Kontrolle in das Zentrum der Unternehmensführung. Das Controlling übernimmt hierbei eine wichtige Rolle bei der Willensbildung und Willensdurchsetzung, weil es eine unterstützende Koordinations- und Informationsfunktion übernimmt. Hierbei werden auf Gesamtunternehmensebene die Phasen Planung, Steuerung und Kontrolle abgestimmt und der Unternehmensführung wichtige entscheidungsrelevante Informationen als Voraussetzung für rationales Handeln bereitgestellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Problemstellung und Ziel der Arbeit: Die Arbeit identifiziert die Herausforderungen bei der Koordination von Innovationsprozessen und setzt das Ziel, eine Controllingkonzeption zu entwickeln, die den „Fit“ zwischen Innovationsförderung und -überwachung sicherstellt.
2 Grundlagen des I&T-Controllings: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Controlling, Innovation und Technologie und leitet daraus die spezifischen Aufgaben für ein Innovations- und Technologiecontrolling ab.
3 Die Balanced Scorecard im I&T-Controlling: Hier wird die Balanced Scorecard als Instrument vorgestellt, das über klassische Finanzkennzahlen hinausgeht, um die Komplexität und die langfristigen Ziele von Forschungs- und Entwicklungsprozessen abzubilden.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit unterstreicht die Notwendigkeit des Controllings als Navigationshilfe für die Strategieumsetzung und kritisiert gleichzeitig die Schwierigkeit, geeignete Strategien und Kennzahlen in der Praxis erfolgreich zu implementieren.
Schlüsselwörter
Innovationscontrolling, Technologiecontrolling, Balanced Scorecard, Performance Measurement, Innovationsmanagement, Technologiemanagement, Kennzahlensystem, Innovationsprozess, Strategieumsetzung, Effektivität, Effizienz, Frühindikatoren, Forschungs- und Entwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, Unternehmensführung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer geeigneten Controllingkonzeption für den Bereich Forschung und Entwicklung, um Innovations- und Technologieprozesse zielgerichtet zu steuern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind das Innovationsmanagement, die begriffliche Abgrenzung technologischer Prozesse sowie die Anwendung der Balanced Scorecard zur Leistungsmessung in Unternehmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Erhöhung der Effektivität und Effizienz durch ein Kennzahlensystem, das sowohl strategische als auch operative Aspekte des Innovations- und Technologiemanagements integriert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit bestehender Literatur und Konzepten zum Controlling, um die Eignung der Balanced Scorecard für den F&E-Bereich zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen definiert, die Aufgaben des I&T-Controllings erläutert und schließlich das Konzept der Balanced Scorecard als integratives Instrument für das Management von Innovationen detailliert vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Innovationscontrolling, Balanced Scorecard, Performance Measurement und strategische Effektivität charakterisiert.
Warum reichen klassische Finanzkennzahlen für das Innovationscontrolling oft nicht aus?
Weil Innovationsprozesse häufig langfristig angelegt sind und rein finanzielle Kennzahlen die Ursachen für Fehlentwicklungen oft zu spät aufdecken oder immaterielle Investitionen falsch bewerten.
Was unterscheidet Innovations- von Technologiecontrolling laut der Arbeit?
Während sich das Innovationscontrolling primär auf die Steuerung des Prozesses von der Idee bis zur Markteinführung konzentriert, fokussiert das Technologiecontrolling auf die Beschaffung, Speicherung und Verwertung technologischen Wissens zur langfristigen Sicherung von Erfolgspotentialen.
- Quote paper
- Diplom-Kaufmann Alexander Goll (Author), 2006, Innovations- und Technologiecontrolling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188783