In dieser Arbeit wird das Thema Tagging im Electronic Commerce im Zusammenhang mit einem von Studenten erarbeitetem Projekt - dem ChinaCollaborator - in drei Kapiteln: „Einführung in die Thematik“, „ChinaCollaborator - das Projekt“ und „Tagging im Electronic Commerce“ erörtert. Im ersten Kapitel werden die wesentlichen Grundlagen und das notwendige Vokabular zur Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses, der in den nachfolgenden Kapiteln behandelten Thematik, erläutert. Zum essentiellen Basiswissen zählen Grundkenntnisse über Gemeinschaften - im speziellen über jene, in denen Körperlichkeit nicht zwingend vorausgesetzt wird, was in weiterer Folge zu den sogenannten virtuellen Gemeinschaften führt. Aufbauend auf den gewonnenen Erkenntissen über Communities werden weitere Grundlagen über synchrone und asynchrone kollaborative Systeme vermittelt. Abschließend wird das Kapitel mit den aktuellen Entwicklungen im Bereich des Web 2.0 abgerundet.
Der Abschnitt „ChinaCollaborator“ liefert einen Einblick in die Arbeiten rund um das Projekt und einen Ausblick in zukünftig geplante Entwicklungen desselben.
Im letzten Kapitel wird eine wesentliche Komponente des Projektes näher vorgestellt – das „Tagging“. Da die Thematik relativ neu ist, wird zuerst erklärt wodurch die Verwendung von Tags motiviert ist, was ein Tagging-System ist und wie es funktioniert. In den weiteren Sektionen wird jeweils unter Berücksichtigung der Aspekte des Projektes „ChinaCollaborator“ auf die Architektur, die Tag-Klassen, das Tag-Vokabular, den Wert für die Gemeinschaft, sowie auf die Stärken und Schwächen von Tagging-Systemen eingegangen. Im zweiten großen Teil werden erfolgreiche, nicht-kommerzielle Tagging-Systeme wie z.B. flippid oder del.icio.us präsentiert und nach eben genannten Kategorien analysiert. Abschließend widmet sich ein Abschnitt der Bedeutung des Tagging im Electronic Commerce, ausgeschmückt mit Beispielen und deren Analysen, gefolgt von einer detaillierten Darstellung der Tagging Funktionen im ChinaCollaborator.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Zusammenfassung
1.2 Motivation
2 Einführung
2.1 Communities
2.2 kollaborative Systeme
2.2.1 Motivation
2.2.2 kollaborative Systeme - Beispiele
2.2.3 kollaborative Systeme im Electronic Commerce
2.3 Web 2.0
3 ChinaCollaborator
3.1 Projektbeschreibung
3.2 Mashups
3.3 Funktionen
3.3.1 Social Networking-Mechanismen
3.4 Ausblick und Zusammenfassung
4 Tagging
4.1 Motivation
4.2 kollaboratives Tagging - „Folksonomies“
4.2.1 Motivation
4.2.2 Grundprinzipien
4.2.3 Architektur
4.2.4 Tag-Klassen
4.2.5 Tag-Vokabular
4.2.6 Wert für die Gemeinschaft
4.2.7 Stärken von Tagging-Systemen
4.2.8 Schwächen von Tagging-Systemen
4.3 Beispiele
4.3.1 Del.icio.us [Yaha]
4.3.2 Flickr [Yahb]
4.3.3 CiteULike [Ric]
4.3.4 YouTube [You]
4.4 Tags im Electronic Commerce
4.4.1 Erfolgsfaktoren nach [tag07]
4.4.2 Flippid [Fli]
4.4.3 Amazon [Ama]
4.4.4 BonPrix [Bon]
4.4.5 Live Auctioneers [Liva]
4.4.6 ChinaCollaborator
5 Résumé
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einsatz der Tagging-Technologie innerhalb des Projekts „ChinaCollaborator“, einer kollaborativen Plattform für den Electronic-Commerce-Bereich. Ziel ist es, das Potenzial von Tagging-Systemen zur effizienten Organisation von Inhalten und zur Unterstützung der geschäftlichen Kommunikation zwischen interkulturellen Geschäftspartnern zu erörtern.
- Grundlagen von Communities und kollaborativen Systemen im Web 2.0.
- Konzeption und technischer Aufbau des „ChinaCollaborator“ als Mashup-Anwendung.
- Funktionsweise und Architektur von Social-Tagging-Systemen („Folksonomies“).
- Analyse erfolgreicher Tagging-Systeme und deren Übertragbarkeit auf E-Commerce-Szenarien.
- Erfolgsfaktoren für die Implementierung von Tagging in geschäftlichen Online-Plattformen.
Auszug aus dem Buch
4.2.2 Grundprinzipien
Social-Tagging-Systeme, im folgenden Tagging-Systeme genannt, sind verteilte Klassifizierungssysteme, die Benutzern erlauben ihr Vokabular (ihre Tags) für digitale Inhalte (eine bestimmte Menge an Ressourcen) zu teilen. Obwohl Anwender die Organisation von Ressourcen durch Zuweisung von Tags oft nur als persönlichen Nutzen verstehen, schafft die Verwendung desselben Tags von mehreren Personen ein kollaboratives Klassifikationsschema.
Ein Tagging-System besteht aus drei großen Komponenten:
• den Benutzern, welche mit dem System interagieren,
• den Ressourcen, welche im System dargestellt werden und
• den Tags, die durch Benutzer bestimmten Ressourcen zugewiesen werden
Abbildung 4.1 verdeutlicht das Zusammenspiel dieser drei Komponenten. Alle Ausprägungen der Entitäten formen gemeinsam eine Gruppe und sind über Kanten verlinkt. Die erste Gruppe besteht aus allen Benutzern des Systems, eine weitere enthält die Tags und die dritte repräsentiert die Ressourcen, die annotiert werden sollen. Eine Tagging-Instanz ist somit eine Verbindung von zwei Kanten, welche von einem Benutzer zu einer Ressource führt. [Har07]
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema Tagging im E-Commerce ein und erläutert die Motivation sowie den Aufbau des Projekts ChinaCollaborator.
2 Einführung: Hier werden theoretische Grundlagen zu virtuellen Gemeinschaften, kollaborativen Systemen und dem Web 2.0 vermittelt, die für das Verständnis der Arbeit essenziell sind.
3 ChinaCollaborator: Dieses Kapitel präsentiert das Projekt ChinaCollaborator als Mashup-Plattform, beschreibt dessen Funktionen, die Systemarchitektur sowie die technische Umsetzung.
4 Tagging: Es erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Technologie des Tagging, deren Architektur, Nutzen für Gemeinschaften sowie Analyse praktischer Beispiele im E-Commerce.
5 Résumé: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und reflektiert das Potenzial von Tagging-Systemen für zukünftige geschäftliche Anwendungen.
Schlüsselwörter
Tagging, Electronic Commerce, ChinaCollaborator, Web 2.0, Kollaborative Systeme, Folksonomies, Community, Mashup, Metadaten, Online-Plattform, Wissensmanagement, Soziale Netzwerke, Benutzerprofil, Informationsorganisation, Geschäftsprozesse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Thema „Tagging“ als Instrument zur Inhaltsorganisation und Zusammenarbeit in einer Electronic-Commerce-Umgebung, konkret angewandt auf das Projekt „ChinaCollaborator“.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf kollaborativen Systemen im Web 2.0, der Architektur von Tagging-Plattformen, dem Aufbau von Online-Communities und der spezifischen Anwendung dieser Techniken im geschäftlichen Kontext.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel besteht darin, den Nutzen von Tagging-Systemen für die Unterstützung interkultureller Geschäftsbeziehungen zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese in den „ChinaCollaborator“ integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine literaturbasierte Analyse aktueller Web-2.0-Konzepte durchgeführt, ergänzt durch eine empirische Untersuchung und Bewertung verschiedener bestehender Tagging-Systeme und deren Übertragbarkeit auf E-Commerce-Plattformen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, die Vorstellung der technischen Plattform „ChinaCollaborator“ sowie eine umfassende Analyse der Tagging-Technologie, inklusive deren Architektur, Stärken und Schwächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Tagging, Electronic Commerce, ChinaCollaborator, Web 2.0, Folksonomies, kollaborative Systeme und virtuelle Gemeinschaften.
Wie unterscheidet sich der „ChinaCollaborator“ von kommerziellen Plattformen?
Er fungiert als spezialisierte Mashup-Umgebung, die gezielt auf die Anforderungen der chinesisch-europäischen wirtschaftlichen Zusammenarbeit ausgerichtet ist, anstatt als allgemeines Portal für Endnutzer zu dienen.
Welche Rolle spielen „Mashups“ im Kontext des Projekts?
Mashups erlauben es, bestehende Web-Dienste und Technologien (wie z.B. Google Maps) zu kombinieren, um ohne enormen Eigenentwicklungsaufwand eine funktionale Kooperationsumgebung zu schaffen.
Warum ist das „Vocabulary Problem“ für Tagging-Systeme relevant?
Das Problem beschreibt, dass Nutzer unterschiedliche Begriffe für die gleichen Inhalte verwenden können, was ohne strukturierende Richtlinien oder ein gemeinsames Verständnis innerhalb einer Gemeinschaft die Auffindbarkeit erschwert.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse zum „Tagging“?
Tagging bietet eine einfache, niederschwellige Methode zur Selbstorganisation, gewinnt jedoch erst durch kollaborative soziale Prozesse und eine kritische Masse an Beteiligten an echtem Mehrwert für eine Gemeinschaft.
- Citar trabajo
- Karl Tschetschonig (Autor), Roland Ladengruber (Autor), 2007, Tagging im Electronic Commerce - am Beispiel des ChinaCollaborator als kollaboratives System, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188793