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Lehmkatenherrlichkeit? Landesgeschichte, Literatur und das Mittelalter in Brandenburg-Preußen im 19. Jahrhundert

Titel: Lehmkatenherrlichkeit? Landesgeschichte, Literatur und das Mittelalter in Brandenburg-Preußen im 19. Jahrhundert

Hausarbeit , 2010 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Bundesland Brandenburg ist nunmehr 20 Jahre alt. Es ist eines der „neuen Länder“,
da es zuvor 38 Jahre lang von der Karte verschwunden war. Selbstverständlich wurde
auch in der DDR zur Geschichte der Mark Brandenburg und Preußens, wenn auch mit
wechselnden Tendenzen, geforscht, doch erfolgte dies aus rein historiographischen
Interesse heraus, nicht um die Forschungsergebnisse in die Bildung einer
brandenburgisch-märkischen Identität einfließen zu lassen. Nach der Wende musste
sich die Geschichtswissenschaft auch dieser Aufgabe stellen, wie der ehemalige
brandenburgische Ministerpräsident Manfred Stolpe auf einer Tagung zu den
Perspektiven der brandenburgischen Landesgeschichte 1997 gefordert hat: „Vielmehr
haben die Menschen in Brandenburg, die einen umfassenden Wertewandel erfahren
haben, ein legitimes Bedürfnis und einen Anspruch auf Landesidentität, die vor allem
aus Geschichte besteht.“ Wie aber wurde vor ihrer über 40 Jahre währenden
Vernachlässigung diese Aufgabe gehandhabt? Hierzu soll ein Blick ins 18. Jahrhundert
erfolgen, bei dem überblicksartig der Entstehung von Landesgeschichte und
landesgeschichtlicher, schöngeistiger Literatur, namentlich der Willibald Alexis’ und
Theodor Fontanes, in Brandenburg-Preußen nachgegangen wird. Ein besonderer Fokus
liegt dabei auf dem brandenburgische Mittelalter, dem Theodor Fontane eine
„Lehmkatenherrlichkeit“ zuschrieb.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Landesgeschichte und märkische Identität

III. Willibald Alexis und „die Freude an unserer besondern provinziellen Existenz“

IV. Theodor Fontane und die märkische Prinzessin

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Wechselbeziehung zwischen der historischen Identitätsbildung Brandenburgs und deren literarischer Verarbeitung im 18. und 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Werke von Willibald Alexis und Theodor Fontane im Schatten der preußischen Geschichtsschreibung.

  • Die historiographische Konstruktion märkischer Identität im Spannungsfeld zu Preußen.
  • Die literarische Aufarbeitung des Mittelalters durch Willibald Alexis.
  • Die Bedeutung von Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“.
  • Die Problematik der Identitätsstiftung durch Literatur versus akademische Geschichtswissenschaft.

Auszug aus dem Buch

III. Willibald Alexis und „die Freude an unserer besondern provinziellen Existenz“

„Das alte Territorium hatte kaum wortgewaltige Fürsprecher gefunden, wenn man von einem Willibald Alexis absah.“17 So Peter-Michael Hahns Fazit zur Zeit vor Fontane. Fürsprache fand es bei Alexis vor allem in seinen Vaterländischen Romanen, an welchen er, mit einer Unterbrechung, von 1827 bis 1856 arbeitete und welche sich literarisch an Alexis’ großem Vorbild Sir Walter Scott orientieren. Der erste dieser Romane Cabanis, laut Fontane ein „Zeit- und Sittenbild des Siebenjährigen Krieges“, „machte Aufsehen“ bei dem es aber blieb, da sich weder „ein großer äußerer Erfolg noch eine besondere Anerkennung seitens der Kritik“18 einstellten. Vielmehr stieß er auf deren Widerspruch, da diese, eingedenk ihrer jungdeutschen, nationalistischen oder preußischen Tendenzen, bei dem „Gedanken an märkische Rob Roys und Kenilworths“19 erschrak.

Eingeschüchtert von der „Freundschaftskritik“ der „besten Geister, die Berlin damals besaß“20 schob er das „Kurbrandenburgische, das kulturhistorisch Märkische wieder beiseite“.21 Als jene Geister (weniger aber ihr Geist) sich aus Berlin verzogen hatten, setzte er seine Arbeit an den Vaterländischen Romanen fort, zu der er sich literarisch zurück ins Mittelalter begab, um mit Der Roland von Berlin (1840) und Der falsche Woldemar (1842) wieder genuin Märkisches zu verarbeiten. Die Hosen des Herrn von Bredow (1846), Der Werwolf (1848), welche zu Beginn des 16. Jahrhunderts spielen, und Ruhe ist die erste Bürgerpflicht (1852) sowie Isegrimm (1854), die am Anfang des 19. Jahrhunderts spielen, vollenden die Reihe.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeit der Identitätsbildung in Brandenburg nach der Wende und führt in die Fragestellung ein, wie Literatur und Landesgeschichte die Mark Brandenburg historisch verorteten.

II. Landesgeschichte und märkische Identität: Dieses Kapitel analysiert die Rolle der Landesgeschichte als Identitätsstifter und das Spannungsfeld zur überlagernden preußischen Geschichte.

III. Willibald Alexis und „die Freude an unserer besondern provinziellen Existenz“: Der Autor untersucht, wie Willibald Alexis durch seine historischen Romane versuchte, märkische Identität literarisch zu verarbeiten, trotz des Widerstands der zeitgenössischen Kritik.

IV. Theodor Fontane und die märkische Prinzessin: Hier wird Fontanes Umgang mit der Mark Brandenburg analysiert, wobei besonders seine „Wanderungen“ als literarische Konstruktion einer Heimatidentität hervorgehoben werden.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die wissenschaftliche Landesgeschichte erst spät zur vollen Entfaltung kam und Literatur wie die von Alexis und Fontane die Rolle des Identitätsstifters maßgeblich ausfüllte.

Schlüsselwörter

Brandenburg, Preußen, Landesgeschichte, Willibald Alexis, Theodor Fontane, Identitätsbildung, Mark Brandenburg, Vaterländische Romane, Wanderungen durch die Mark Brandenburg, Historiographie, Heimat, Mittelalter, Nation-building, Literaturgeschichte, Kulturraum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische und literarische Konstruktion einer brandenburgischen Landesidentität im Kontext der dominierenden preußischen Geschichtsschreibung des 18. und 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Bedeutung des Mittelalters für die Identität der Mark, die Rolle der Geschichtswissenschaft in Preußen sowie die literarische Arbeit von Autoren wie Willibald Alexis und Theodor Fontane.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, warum und wie Literatur zeitweise die Aufgabe der Identitätsstiftung übernahm, während die akademische Geschichtsschreibung sich primär auf den preußischen Staat konzentrierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es wird eine literatur- und geschichtswissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primäre Quellen wie Romane und Reisefeuilletons mit historiographischen Konzepten der Zeit kontextualisiert.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert die Werke von Alexis und Fontane und untersucht, wie sie das „Märkische“ gegenüber einem übermächtigen preußischen Narrativ behaupteten oder transformierten.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Märkische Identität“, „Preußen-Narrativ“, „Historiographie“ und „literarische Denkmalsetzung“ charakterisiert.

Warum wird Willibald Alexis als „unverstandener Autor“ dargestellt?

Alexis stieß bei seinen Zeitgenossen oft auf Unverständnis, da seine Beschäftigung mit märkischer Geschichte als zu provinziell oder im Widerspruch zu den damaligen nationalen Tendenzen wahrgenommen wurde.

Welche Funktion erfüllten Fontanes „Wanderungen“ für die Identitätsbildung?

Die „Wanderungen“ fungierten als populärwissenschaftliches Manifest, das der Mark Brandenburg durch eine Mischung aus Fakten, Legenden und Landschaftsbeschreibungen ein historisches Gesicht gab, das der wissenschaftlichen Geschichtsschreibung damals fehlte.

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lehmkatenherrlichkeit? Landesgeschichte, Literatur und das Mittelalter in Brandenburg-Preußen im 19. Jahrhundert
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Geschichte)
Veranstaltung
Auf Sand gebaut? Städtegründungen in der Mark Brandenburg
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V188798
ISBN (eBook)
9783656125655
ISBN (Buch)
9783668106987
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mark Brandenburg Mittelalter Fontane Landesgeschichte Brandenburg Preußen Identität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2010, Lehmkatenherrlichkeit? Landesgeschichte, Literatur und das Mittelalter in Brandenburg-Preußen im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188798
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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