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Sozialisation in der Schule

Title: Sozialisation in der Schule

Term Paper , 2009 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lars Rosenbaum (Author)

Pedagogy - School Pedagogics
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sozialisation in der Schule. Um die spezielle Form der Sozialisation in der Schule zu erfassen, muss jedoch erst einmal geklärt werden, was sich hinter dem Begriff der Sozialisation verbirgt. Im ersten Teil der Arbeit wird verstärkt das Individuum und die Persönlichkeitsentwicklung behandelt (Kapitel 1). Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der struktur-funktionalen Theorie Parsons (Kapitel 4). Oft wird und wurde diese Theorie kritisiert, allerdings ist sie überaus interessant und trotzdem aktuell, weswegen sie in dieser Arbeit thematisiert wird. Schwerpunktmäßig wird die Selektion (Kapitel 6), die in der Institution Schule (Kapitel 3) einen hohen Stellenwert hat, behandelt. Dazu werden vorab die verschiedenen Akteure und im speziellen die differierenden Ausgangspositionen der Schüler, aus verschiedenen Milieus stammend, untersucht. Hierbei wird ausschnittsweise auf die Einschulung und die ersten Unterschiede zwischen den Schülergruppen eingegangen (Kapitel 5).
Um die Sozialisation in der Schule zu verstehen, ist es unabdingbar die drei Aufgaben und Funktionen schulischer Sozialisation nach Fend und zusätzlich die vierte Funktion nach Klafki darzustellen (Kapitel 7). Dieses Modell ist aber nicht vollständig und wird durch das folgende und letzte Kapitel dieser Arbeit ergänzt. Denn Fend und Klafki vernachlässigen, was auf der sogenannten Hinterbühne schulischer Sozialisation passiert. Der Begriff der Hinterbühne wurde durch Jürgen Zinnecker geprägt und auf sein Werk zum heimlichen Lehrplan wird im letzten Kapitel Bezug genommen. Alles was außerhalb von Lehrplänen, Schulordnungen und Richtlinien der Schule abläuft, wird unter dem Begriff des heimlichen Lehrplans thematisiert (Kapitel 8). Dies ist insofern bedeutsam, da er einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung der Heranwachsenden leistet. Die zentrale Fragestellung, die diese Arbeit verfolgt wird sein, welche Funktionen die Schule in unserer Gesellschaft hat und wie sich die Schule auf die Persönlichkeitsentwicklung des Individuums auswirkt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Sozialisation

3 Zur Institution Schule

4 Rollenhandeln nach Parson/ Struktur-funktionale Theorie

5 Einschulung, Familie , Schüler, Milieus

5.1 Kinder ab der Mittelschicht an aufwärts

5.2 Arbeiterkinder

5.3 Peer-Group

6 Schulische Selektion

6.1 Selektion

7 Aufgaben und Funktionen Schulischer Sozialisation

7.1 Qualifikationsfunktion

7.2 Selektions- und Allokationsfunktion

7.3 Legitimitäts- und Integrationsfunktion

7.4 Funktion der Kulturüberlieferung

8 Heimlicher Lehrplan

8.1 Raum

8.2 Zeit

8.3 Leistung und Persönlichkeit

8.4 Maskierung und Strategien

9 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Prozesse der Sozialisation in der Institution Schule. Ziel ist es, die Funktionen der Schule im gesellschaftlichen Kontext zu analysieren und aufzuzeigen, wie schulische Strukturen – sowohl offiziell als auch informell – die Persönlichkeitsentwicklung von Schülern nachhaltig beeinflussen.

  • Struktur-funktionale Theorie nach Talcott Parson
  • Einfluss unterschiedlicher sozioökonomischer Milieus auf den Schulerfolg
  • Funktionen schulischer Sozialisation nach Fend und Klafki
  • Die Bedeutung des "heimlichen Lehrplans" für die Persönlichkeitsbildung
  • Formen der Selektion und Allokation im Bildungssystem

Auszug aus dem Buch

8 Heimlicher Lehrplan

Der Terminus Heimlicher Lehrplan stammt aus der Übersetzung des Begriffs „hidden curriculum“ des Kulturanthropologen Philipp W. Jackson. Er kritisiert, dass wenn man von Schule spricht der Alltag, der neben dem Unterricht abläuft, übersehen wird (vgl. Zimmermann (2000) S.115). Jackson weist darauf hin, dass es zwei Lehrpläne gibt. Einerseits den amtlichen Lehrplan, welcher offenkundig und für jeden nachvollziehbar ist. Dieser Lehrplan schreibt das Erlernen der Qualifikationsfunktionen fest. Andererseits den heimlichen Lehrplan, welcher eine Art Grundkurs in sozialen Regeln und Verhalten ist. Sowohl Schüler als auch Lehrer haben sich nach diesem Lehrplan zu richten, damit sie ohne größere Schwierigkeiten in der Schule bestehen können (vgl. Zinnecker (1975) S.29). Laut Jackson beinhaltet schulische Sozialisation über den heimlichen Lehrplan alles, was außerhalb von Lehrplänen, Richtlinien und Schulordnungen abläuft (vgl. Zimmermann (2000) S.115). Bei den Schülern wird dadurch „[…] – zwar ungeplant, aber dennoch zwangsläufig –[…]“ (Zitiert in Zimmermann (2000) S.115) soziale Verhaltenskonformität geweckt. Hierzu zählen diverse Aspekte, wie das Einordnen in eine Gruppe, das Internalisieren von Geboten, die Unterordnung unter die Zwecke einer Institution und die Zurückhaltung bei spontanen Äußerungen und Einfällen (vgl. Zimmermann (2000) S.116). Jürgen Zinnecker bezeichnet „dies als ,Hinterbühne´ schulischer Sozialisation, die neben der ,Vorderbühne´ existiert[…]“. (vgl. ebd. S.116)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Sozialisation in der Schule ein und stellt die theoretischen Ansätze sowie die zentrale Fragestellung der Hausarbeit vor.

2 Sozialisation: Es werden grundlegende Begriffsbestimmungen der Sozialisation diskutiert und die Rolle von primären, sekundären und tertiären Sozialisationsinstanzen erläutert.

3 Zur Institution Schule: Das Kapitel beleuchtet die Rolle der Schule als verpflichtende staatliche Institution für die sekundäre Sozialisation.

4 Rollenhandeln nach Parson/ Struktur-funktionale Theorie: Hier wird der Ansatz von Talcott Parson zur Vermittlung von Rollenhandeln und zur Verteilung in die gesellschaftliche Rollenstruktur analysiert.

5 Einschulung, Familie , Schüler, Milieus: Die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen von Schülern verschiedener sozialer Schichten und die Rolle der Gleichaltrigengruppe (Peer-Group) werden untersucht.

6 Schulische Selektion: Dieses Kapitel behandelt die Funktion der Schule als Selektionsinstanz, die soziale Ungleichheit durch Leistungsbewertung reproduziert.

7 Aufgaben und Funktionen Schulischer Sozialisation: Darstellung der vier Funktionen: Qualifikations-, Selektions-/Allokations-, Legitimations-/Integrationsfunktion sowie die Kulturüberlieferung.

8 Heimlicher Lehrplan: Analyse der informellen sozialen Lernprozesse, die jenseits des offiziellen Curriculums auf der "Hinterbühne" der Schule stattfinden.

9 Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der hochkomplexen schulischen Sozialisation und der eigenen Definition des Autors.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Schule, Struktur-funktionale Theorie, Rollenhandeln, Talcott Parson, Selektion, Allokation, Schulische Sozialisation, Heimlicher Lehrplan, Hidden Curriculum, Persönlichkeitsentwicklung, Milieuvorsprung, Peer-Group, Soziale Ungleichheit, Bildungssystem

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Sozialisation innerhalb der Institution Schule und wie dieser die Identitätsbildung von Schülern beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der struktur-funktionalen Theorie, den selektiven Mechanismen der Schule, der Bedeutung des sozialen Milieus und dem Konzept des heimlichen Lehrplans.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Fragestellung ist, welche gesellschaftlichen Funktionen die Schule erfüllt und wie sie sich konkret auf die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse bedeutender erziehungswissenschaftlicher Positionen, insbesondere von Talcott Parson, Helmut Fend und Jürgen Zinnecker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen des Rollenhandelns, die sozialen Diskrepanzen zwischen Schülern aus unterschiedlichen Herkunftsmilieus sowie die offiziellen und inoffiziellen Funktionen des Bildungssystems.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Selektion, Allokation, Rollenhandeln und insbesondere der "Heimliche Lehrplan".

Wie definiert der Autor den Begriff "Hinterbühne" im Schulalltag?

Die Hinterbühne umfasst alle sozialen Interaktionsprozesse und informellen Verhaltensmuster, die außerhalb der offiziellen Richtlinien und Lehrpläne existieren, aber dennoch maßgeblich die Anpassung des Schülers steuern.

Warum spielt die soziale Herkunft bei der schulischen Selektion eine so große Rolle?

Kinder aus höheren Mittelschichtmilieus sind oft besser auf die Anforderungen der Schule präpariert, da ihre Sprache und ihre im Elternhaus erlernten Verhaltensmuster besser mit den Erwartungen der Lehrer übereinstimmen.

Was versteht man unter dem "cooling-out" Prozess in der Schule?

Dies bezeichnet einen Abkühlungsprozess, bei dem Schüler bei wiederholten Misserfolgen resignieren und ihr Selbstvertrauen verlieren, was zu einer passiven Haltung führt.

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Details

Title
Sozialisation in der Schule
College
Helmut Schmidt University - University of the Federal Armed Forces Hamburg
Grade
1,0
Author
Lars Rosenbaum (Author)
Publication Year
2009
Pages
21
Catalog Number
V188842
ISBN (eBook)
9783656125907
ISBN (Book)
9783656126430
Language
German
Tags
sozialisation schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Rosenbaum (Author), 2009, Sozialisation in der Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188842
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