„Der Krieg beginnt nicht mit seinem Ausbruch. Er beginnt mit dem Gebrauch der Worte […] Die Sprache bereitet den Krieg vor. Sie bezieht sich auf Vorgefallenes, auf Ereignisse, auf Geschichte und Geschichten“ (Zitiert in Iten 2005, S. 13).
Darüber hinaus wird mit Sprache an Hass und an feindliche Gefühle erinnert. Der Mensch kann durch Sprache in die Irre geführt und seine Meinung kann dadurch beeinflusst werden. Die Propaganda bedient sich neben den Bildern, an der Sprache um Worten bewusst eine Deutung und Sinnzuschreibung zu verleihen. Auf der Sprache basierend nutzt Propaganda diese zur Streuung ihrer Botschaften. Durch Worte entstehen Bilder und Bilder sind wiederum ein starkes Medium zum Transportieren von Botschaften. Wie im Zitat erwähnt, wird der Krieg durch Worte präpariert und dies war auch der Fall im Zweiten Irakkrieg, welcher durch Propaganda vorbereitet und im Jahre 2003 begonnen wurde. Den Medien kam in diesem Konflikt ein völlig neuer Stellenwert zu, wobei die Politik sich ihrer in mannigfaltiger Weise bediente. Die Medien sind Propagandainstrument und Blutkreislauf der Politik zugleich, was weitreichende Konsequenzen hat, da Propaganda häufig in der Politik ihren Ursprung hat (vgl. Loquai 2007, S. 56 ff.). Durch Propaganda werden Informationen gezielt verändert und durch die Veränderung von Informationen erlangt man Macht, denn Informationen sind Macht. Damit wird der Stellenwert und die Aktualität der Propagandathematik untermauert (vgl. Beham 2007, S. 39).
Die zentrale Fragestellung, mit der sich diese Hausarbeit beschäftigt, lautet wie folgt: „Wie hat sich Propaganda seit ihren Anfängen im Laufe der Zeit verändert?“.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsklärung Propaganda
3 Propaganda im Wandel
3.1 Früher – Antike bis 1. Weltkrieg
3.2 Früher – 1. Weltkrieg bis 2. Weltkrieg
3.3 Früher – 2. Weltkrieg bis „Heute“
4 Propaganda Heute – Ab dem zweiten Irakkrieg
4.1 Propaganda seitens der Amerikaner
4.2 Propaganda seitens der Iraker
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die historische Entwicklung der Propaganda sowie deren spezifische Anwendung und Veränderung im Kontext des zweiten Irakkrieges. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Propaganda im Laufe der Zeit gewandelt hat und ob ihre Ausübung unter modernen Bedingungen schwieriger oder einfacher geworden ist.
- Historische Evolution des Propagandabegriffs von der Antike bis zur Moderne.
- Die Rolle der Medien als Propagandainstrument in bewaffneten Konflikten.
- Vergleichende Analyse der Propagandamaßnahmen der USA und des Iraks im zweiten Irakkrieg.
- Einfluss technologischer Entwicklungen und neuer Kommunikationsformen auf die Wirksamkeit von Propaganda.
- Die Abgrenzung von Propaganda zu Public Relations und politischer Kommunikation.
Auszug aus dem Buch
4 Propaganda Heute – Ab dem zweiten Irakkrieg
Vorab erwähnt Bussemer, dass sich die westlichen Demokratien mittlerweile zu voll ausgebildeten Mediengesellschaften herangebildet haben. Die Medienlandschaft ist vielseitig und vielschichtig, daher ist der Wirkungsgrad von Leitmedien zurückgegangen. Dieser Umstand resultiert aus der Möglichkeit des Rezipienten, der individuell und stark selektiv die Medien nutzen kann. Durch die gestiegene Medienkompetenz des Publikums ist es komplizierter geworden, Propaganda und damit verbunden Persuasion zu betreiben, weil das Publikum eine gewisse Resistenz besitzt. Dementsprechend müssen die Botschaften von Propagandisten noch stärker auf den Empfänger zugeschnitten werden, um überhaupt noch eine Wirkung erzielen zu können (vgl. Bussemer 2005, S. 57 ff.). Schumann bemerkt, das der Unterschied zwischen moderner und frühzeitlicher Propaganda darin liegt, dass nicht mehr eindeutig ist, in welchem Verhältnis sich der Auftraggeber einer propagandistischen Botschaft und der Ersteller einer solchen Botschaft befinden (vgl. Schumann 2003, S. 35). Überdies halten Jowett et. al. fest, dass die praktizierte Propaganda im Irak Krieg im Prinzip nichts Neues ist. Wie früher auch werden die Medien ausgenutzt, um Botschaften zu verbreiten und auszustrahlen (vgl. Jowett/Jowett/O´Donnell 2006, S. 11). Allerdings teilen viele Autoren diese Sichtweise nicht völlig. Einer dieser Autoren ist O´Shaughnessy, der den Irak als „Theater von Propaganda“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Propaganda im Krieg ein und erläutert die zentrale Fragestellung sowie den geplanten Aufbau der Arbeit.
2 Begriffsklärung Propaganda: Dieses Kapitel definiert den schwer greifbaren Terminus der Propaganda und grenzt ihn von verwandten Begriffen wie Werbung oder Public Relations ab.
3 Propaganda im Wandel: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Propagandabegriffs und dessen unterschiedliche Ausprägungen von der Antike bis in die moderne Zeit.
4 Propaganda Heute – Ab dem zweiten Irakkrieg: Der Hauptteil analysiert konkret die propagandistischen Strategien der Konfliktparteien USA und Irak während des zweiten Irakkrieges.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, definiert Propaganda neu und bewertet ihre aktuelle Bedeutung in modernen, asymmetrischen Kriegen.
Schlüsselwörter
Propaganda, Kriegspropaganda, Medienkompetenz, Zweiter Irakkrieg, Politische Kommunikation, Manipulation, Informationskontrolle, Feindbild, Embedded Journalism, Public Relations, Moderne Kriegsführung, Strategische Beeinflussung, Psychologische Kriegsführung, Massenmedien, Machtlegitimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit dem historischen Wandel von Propaganda und untersucht deren spezifische Ausformung im Kontext des zweiten Irakkrieges.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die Definition von Propaganda, ihre historische Entwicklung von der Antike bis heute und die praktische Anwendung von Desinformation und Meinungslenkung in aktuellen Konflikten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, wie sich Propaganda seit ihren Anfängen im Laufe der Zeit verändert hat und ob es heutzutage schwieriger oder einfacher ist, Propaganda effektiv zu betreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung des Begriffs Propaganda sowie eine Analyse der spezifischen Propagandamaßnahmen beider Konfliktparteien im zweiten Irakkrieg auf Basis existierender Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Entwicklung der Propaganda über verschiedene Epochen und untersucht anschließend detailliert die Medienstrategien der USA und des Iraks im zweiten Irakkrieg.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Propaganda, Kriegspropaganda, Manipulation, Medien, öffentliche Meinung, Feindbilder und strategische Kommunikation.
Was versteht die Arbeit unter "Embedded Journalism" im Irakkrieg?
Dabei handelt es sich um ein Konzept, bei dem Journalisten direkt in militärische Einheiten eingebettet sind, was eine totale Kontrolle des Informationsflusses durch die Regierung ermöglicht.
Welche Rolle spielten "Mythen" bei der amerikanischen Kriegsführung im Irak?
Der amerikanische Propagandaapparat nutzte die Behauptung über Massenvernichtungswaffen und eine angebliche Verbindung zwischen Saddam Hussein und Osama Bin Laden als zentrale Elemente zur Rechtfertigung des Krieges.
- Citar trabajo
- Lars Rosenbaum (Autor), 2011, Propaganda Heute, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188843