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Marcel Mauss und die Theorie der Gabe

Title: Marcel Mauss und die Theorie der Gabe

Essay , 2010 , 9 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Arndt Schmidt (Author)

History - Basics
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„Der homo oeconomicus steht nicht hinter uns, sondern vor uns – wie der moralische Mensch, der pflichtbewusste Mensch, der wissenschaftliche Mensch und der vernünftige Mensch. Lange Zeit war der Mensch etwas anderes; und es ist noch nicht sehr lange her, seit er eine Maschine geworden ist – und gar eine Rechenmaschine.“
Marcel Mauss beschließt sein berühmtes Werk „Die Gabe“ mit einigen „Sozial- und nationalökonomischen Schlussfolgerungen“, in denen er Kritik übt an der Privilegierung materieller Nützlichkeit, der Verfolgung individueller Zwecke und der reinen Pro-fitmaximierung, die seiner Ansicht zufolge dem Rationalismus der Moderne geschuldet sind und „dem Frieden, des Ganzen, dem Rhythmus unserer Arbeit und unserer Freuden und damit letztlich dem Einzelnen selbst“ schaden.
Nach einem kurzen Überblick zur Person Marcel Mauss sollen im Folgenden die Kernaspekte seiner Kulturtheorie der Gabe Erläuterung finden. Im Vordergrund ste-hen dabei seine Ausführungen zur Ökonomie des Gabentausches in Polynesien und dem Südpazifik. Mauss’ Lesart der Ökonomie zeigt den kontingenten Charakter der Wirtschaftsordnungen auf, die unser gesellschaftliches Zusammenleben maßgeblich bestimmen. Vor dem Hintergrund derzeitiger wirtschaftlicher Krisen gelesen verdeut-licht seine Kritik an einem essentialistischen Verständnis vom homo oeconomicus, dass eine Orientierung am Primat der Gewinnmaximierung weder naturgegeben noch ohne Alternativen sein muss.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zur Person

III. Marcel Mauss’ Theorie der Gabe

IV. Fazit

V. Literatur

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert die grundlegende Kulturtheorie der Gabe von Marcel Mauss, um aufzuzeigen, wie Tauschsysteme in archaischen Gesellschaften tief in moralische, religiöse und soziale Strukturen eingebettet sind und als Alternative zum essentialistischen Verständnis des homo oeconomicus fungieren.

  • Biografischer Kontext und wissenschaftliches Wirken von Marcel Mauss
  • Die Theorie der Gabe als „System der totalen Leistungen“
  • Der Mechanismus von Potlatsch und Kula als soziale Tauschsysteme
  • Die Bedeutung der Pflicht zur Erwiderung und der beseelten Tauschobjekte
  • Kritik an der modernen ökonomischen Rationalitätsannahme

Auszug aus dem Buch

III. Marcel Mauss’ Theorie der Gabe

„Die Gabe. Form und Funktion des Austauschs in archaischen Gesellschaften“ ist im Original 1925 in Paris erschienen, in Deutschland erst 1968 bei Suhrkamp, was auch daran liegen mag, dass die Erstveröffentlichung keine Monographie war, sondern in der Zeitschrift Année Sociologique veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um die erste systematische und vergleichende Studie über die Funktion des Geschenkaustauschs in der gesellschaftlichen Ordnung. Das Grundthema: „Was liegt in der empfangenen Sache für eine Kraft, die bewirkt, daß der Empfänger sie erwidert?“ Mauss betont den Verlust der „moralischen Transaktion, die persönliche Bindungen herstellte“ durch unsere Einrichtung eines „rationalen ökonomischen Systems“.

„Die Gabe“ beginnt mit einigen Strophen aus dem skandinavischen Versepos „Hávámal“, um zu verdeutlichen, dass sich der Vorgang des Tauschs und der Abschluss von Verträgen in vielen Kulturen in Form von Geschenken vollzieht.

„Empfänger und Geber sind Freunde am längsten, wenn’s das Glück ihnen gönnt. Dem Freunde sollst du Freundschaft bewahren, Gabe mit Gabe vergilt!“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung stellt die Kritik von Marcel Mauss am Modell des homo oeconomicus vor und umreißt die Untersuchung der ökonomischen Austauschsysteme in archaischen Gesellschaften.

II. Zur Person: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg, das sozialistische Engagement und den soziologischen Werdegang von Marcel Mauss nach.

III. Marcel Mauss’ Theorie der Gabe: Hier werden die zentralen Konzepte wie das „System der totalen Leistungen“, der Potlatsch, das Kula-System sowie die Bedeutung des Geistes („hau“) in Tauschobjekten erläutert.

IV. Fazit: Das Fazit stellt die Relevanz der Gabentheorie für heutige Wirtschaftskrisen heraus und betont die Notwendigkeit, Ökonomie wieder als eingebettete Kulturwissenschaft zu begreifen.

V. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und weiterführender Literatur zur Gabentheorie.

Schlüsselwörter

Marcel Mauss, Theorie der Gabe, homo oeconomicus, Potlatsch, Kula, System der totalen Leistungen, Tauschhandel, Reziprozität, Moralökonomie, soziale Bindung, Kulturwissenschaft, Wirtschaftsanthropologie, Gabentausch, mana, tonga.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Gabentauschs nach Marcel Mauss und deren Bedeutung für das Verständnis von Gesellschaft und Wirtschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der Austausch in archaischen Gesellschaften, die Verflechtung von Moral und Ökonomie sowie die Kritik am modernen Rationalitätsbegriff der Wirtschaftswissenschaften.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass wirtschaftliches Handeln historisch und kulturell stets in soziale Bezüge eingebettet war und somit Alternativen zum rein nutzenorientierten Handeln des homo oeconomicus existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse der Schriften von Marcel Mauss sowie auf anthropologische Studien zu polynesischen und melanesischen Tauschsystemen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Biografie von Mauss, der detaillierten Ausarbeitung seiner Gabentheorie (inklusive der Konzepte Potlatsch und Kula) sowie der Analyse der magischen und moralischen Komponente des Austauschs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die Theorie der Gabe, Reziprozität, Potlatsch, Kula, totale Leistungen und die Ganzheitlichkeit soziologischer Betrachtungsweisen.

Was bedeutet das Konzept der „totalen Leistung“ bei Mauss?

Damit beschreibt Mauss, dass der Austausch in archaischen Gesellschaften nie bloßer ökonomischer Handel ist, sondern alle Lebensbereiche – von religiösen und rechtlichen bis hin zu ästhetischen Aspekten – umfasst.

Warum ist laut Mauss die Erwiderung eines Geschenks so essenziell?

Die Erwiderung ist notwendig, weil das Tauschgut als beseelt betrachtet wird und der Geber durch die Gabe eine machtvolle Verbindung zum Empfänger aufrechterhält, die erst durch eine gleich- oder höherwertige Gegengabe gelöst oder transformiert wird.

Welche Rolle spielt der Kula-Ring für die Stämme?

Der Kula ist ein rituelles, aristokratisches Handelssystem, das durch den zyklischen Austausch von Schmuckstücken über weite Distanzen hinweg soziale Friedenssicherung und Allianzbildungen zwischen Stämmen ermöglicht.

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Details

Title
Marcel Mauss und die Theorie der Gabe
College
Bielefeld University  (Fakultät für Geschichte)
Course
Lesarten der Ökonomie
Grade
1,7
Author
Arndt Schmidt (Author)
Publication Year
2010
Pages
9
Catalog Number
V188871
ISBN (eBook)
9783656127574
ISBN (Book)
9783656128731
Language
German
Tags
marcel mauss theorie gabe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arndt Schmidt (Author), 2010, Marcel Mauss und die Theorie der Gabe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188871
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