„Through the Global Gender Gap Reports, for the past five years, the World Economic Forum has been quantifying the magnitude of gender-based disparities and tracking their progress over time. By providing a comprehensive framework for benchmarking global gender gaps, the Report reveals those countries that are role models in dividing resources equitably between women and men, regardless of their level of resources“(Schwab / Zahidi 2010: 6).
Im Global Gender Gap Report 2010 wird deutlich, dass die skandinavischen Länder auf den Gebieten der Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit seit mehreren Jahren Vorreiter sind und den anderen Ländern weltweit als benchmark-würdige Vorbilder dienen
(sollten). Warum aber sind die Skandinavier so viel besser als andere europäische Länder?
In vorliegender Arbeit wird auf Grundlage der Ergebnisse des Global Gender Gap Reports 2010 eine Analyse und ein Vergleich der Geschlechterlücken in Schweden und in Deutschland angestellt. Nachdem in Kapitel 2 der Global Gender Gap Report 2010 und seine
Ergebnisse vorgestellt und diskutiert werden, werden im nachfolgenden Kapitel die soziopolitischen Maßnahmen beider Länder den Themen Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit zu begegnen, erörtert und ein Vergleich gezogen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Global Gender Gap Report
2.1. Was ist Gender?
2.2. Ziel und Struktur
2.3. Ergebnisse des Global Gender Gap Report 2010
3. Schweden und Deutschland im direkten Vergleich
3.1. Schweden
3.2. Deutschland
3.3. Warum ist die Geschlechterlücke in Schweden kleiner als in Deutschland?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht auf Grundlage des Global Gender Gap Reports 2010 die Gründe für die Unterschiede bei der Geschlechtergerechtigkeit zwischen Schweden und Deutschland, um zu analysieren, warum Schweden in diesem Bereich eine Vorbildrolle einnimmt und wo Deutschland im direkten Vergleich steht.
- Analyse der Methodik und Ergebnisse des Global Gender Gap Reports 2010.
- Direkter Vergleich der Gleichstellungssituation in Schweden und Deutschland.
- Untersuchung sozio-politischer Maßnahmen zur Förderung der Chancengleichheit in beiden Ländern.
- Identifikation gesellschaftlicher Ursachen und Normen, die die Geschlechterlücke beeinflussen.
Auszug aus dem Buch
3.3. Warum ist die Geschlechterlücke in Schweden kleiner als in Deutschland?
In Kapitel 3.1. und 3.2. wurden die Maßnahmen der schwedischen und deutschen Regierungen zur Förderung und zum Erhalt der Geschlechter- und Chancengleichheit aufgezeigt. Es wird deutlich, dass das Thema Chancengleichheit und Gender Mainstreaming auch an deutschen Ministerien nicht unbekannt ist, und dass das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, ganz nach dem Vorbild Schwedens, Maßnahmen zur Frauenförderung in der Arbeitswelt und Vereinbarkeit von Familie und Beruf initiiert und durchführt (vgl. Kapitel 3.2.). Jedoch haben all diese Maßnahmen keinen verpflichtenden Charakter. Chancengleichheit und Gender Mainstreaming sind in der deutschen Politik scheinbar nur aufgrund der Thematisierung in der EU präsent und weniger wegen ihrer hoch eingeschätzten Priorität oder gesellschaftlichem Druck. Anders ist das in Schweden, wie die Journalistin Christine Demmer (in Värnamo, in Schweden, lebend) in ihrem Artikel „Arbeitest du noch, oder lebst du schon?“ in der Fachzeitschrift Personalwirtschaft (Ausgabe 11/2008) beschreibt: „In Meetings des norwegischen Schiffsversicherers Gard AS geht es mitunter ganz schön turbulent zu. Zum Beispiel, wenn Einar keine Lust hat auf die Playstation und vor lauter Langeweile Papierflieger durch den Raum sausen lässt. Oder wenn Hanne partout auf Mamas Schoß klettern will, während die ihren Kollegen gerade den Finanzstatus erläutert. Dann reißt der Vorstandvorsitzende schon mal die Tür auf und brüllt quer über den Flur nach einer Ladung Eiscreme. Irgendwie muss man die Kids schließlich ablenken, damit sich deren Eltern in der nächsten halben Stunde aufs Geschäft konzentrieren können.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz des Global Gender Gap Reports ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die Geschlechterlücken in Schweden und Deutschland zu vergleichen.
2. Der Global Gender Gap Report: In diesem Kapitel werden die theoretischen Grundlagen von Gender, der Aufbau des Reports sowie die zentralen Ergebnisse des Jahres 2010 erläutert.
3. Schweden und Deutschland im direkten Vergleich: Dieses Kapitel analysiert detailliert die politischen und gesellschaftlichen Maßnahmen beider Länder und erörtert die Gründe für das unterschiedliche Abschneiden.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass die skandinavische Vorbildrolle stark auf gesellschaftlich verankerten Normen und verpflichtenden staatlichen Maßnahmen basiert.
Schlüsselwörter
Global Gender Gap Report, Schweden, Deutschland, Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit, Gender Mainstreaming, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gender Gap, Politik, Wirtschaft, Sozialsystem, Rollenmodelle, Gleichstellungspolitik, Diskriminierung, Erwerbstätigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Gesellschaft und Arbeitswelt, basierend auf dem Global Gender Gap Report 2010, mit Fokus auf den Ländervergleich zwischen Schweden und Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit beleuchtet die ökonomische Beteiligung, Bildung, Gesundheit und politische Machtbeteiligung als Säulen des Global Gender Gap Indexes.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Gründe für die Vorbildrolle Schwedens in der Gleichstellungspolitik zu identifizieren und zu verstehen, warum Deutschland im Vergleich dazu eine größere Geschlechterlücke aufweist.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine deskriptive und vergleichende Analyse auf Basis von Daten des Global Gender Gap Reports sowie einer Auswertung von Literatur und politischer Strategiepapiere beider Länder.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des Reports, die detaillierte Darstellung der Gleichstellungspolitik in Schweden und Deutschland sowie eine kritische Gegenüberstellung beider Systeme.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Chancengleichheit, Geschlechterlücke, Gender Mainstreaming, Skandinavien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Wie bewertet der Autor die schwedische Frauenquote?
Schweden wird als Vorreiter beschrieben, da dort Frauenquoten gesetzlich verankert sind und dies als wesentlicher Erfolgsfaktor für die hohe Geschlechtergerechtigkeit angesehen wird.
Was sind laut der Arbeit die größten Hindernisse für Gleichstellung in Deutschland?
Als Haupthindernisse werden traditionelle Rollenbilder, die steuerliche Behandlung von Zweitverdienern und die mangelnde Verbindlichkeit der Gleichstellungspolitik identifiziert.
- Quote paper
- Maria Bauerschmidt (Author), 2011, Geschlechtergerechtigkeit und Chancengleichheit in Schweden und Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/188898