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Währungsmanipulation und Stabilität des internationalen Währungssystems aus Sicht des IWF-Abkommens

Title: Währungsmanipulation und Stabilität des internationalen Währungssystems aus Sicht des IWF-Abkommens

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Niklas Manhart (Author)

Law - European and International Law, Intellectual Properties
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Betreibt China Währungsmanipulation durch eine gezielte Abwertung des Renminbi-Kurs? Diese Arbeit beleuchtet diese Frage aus juristischer Sicht. Sie prüft, inwiefern China gegen die Verpflichtungen des IWF-Abkommens verstößt, das nach Art. 4 die Manipulation des Wechselkurses verbietet. Diese Arbeit kommt zum Schluss, dass dies aus objektiver, nicht jedoch aus subjektiver Sicht bejaht werden kann. Insofern bleibt das Völkerrecht in Währungsfragen ein stumpfes Schwert.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Streitfall: Die chinesische Währungspolitik

2.1 Das chinesische Währungsregime

2.2 Der Vorwurf der Währungsmanipulation

2.3 Internationale Kritik

3. Währung und Völkerrecht

3.1 Das Prinzip der monetären Souveränität

3.2 Völkerrechtliche Regelung

3.2.1 Bis 1944

3.2.2 1944 – 1971

3.2.3 1971 – heute

4. Das Verbot der Wechselkursmanipulation im IWF-Abkommen

4.1 Der IWF als monetäre Institution

4.2 Die Bestimmungen zu den Wechselkursen in Art. IV IWF

4.2.1 Allgemeine Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten, Art. IV Abs. 1 IWF

4.2.2 Freie Wahl des Wechselkurssystems, Art. IV Abs. 2 b) IWF

4.2.3 Die Verpflichtung zur Manipulationsvermeidung, Art. IV Abs. 1 iii) IWF

4.3 Die Überwachungsfunktion nach Art. IV Abs. 3 IWF

4.3.1 Zum Wesen des Überwachungsmandats

4.3.2 Die Entscheidungen zur Wechselkursüberwachung

4.3.2.1 „Decision on Surveillance over Exchange Rate Policies", 1977

4.3.2.2 „The Decision on Bilateral Surveillance”, 2007

5. Verstößt China gegen das IWF-Abkommen?

5.1 Zulässigkeit des chinesischen Währungsregimes

5.2 Objektives Element: Vorliegen von Währungsmanipulation

5.3 Subjektives Element: Manipulation mit „forbidden intent“

6. Sanktionsmöglichkeiten bei Feststellung einer Wechselkursmanipulation

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die juristische Erhärtbarkeit der internationalen Vorwürfe gegen China wegen Währungsmanipulation unter Berücksichtigung des IWF-Abkommens und analysiert, inwiefern Chinas Interventionspolitik eine Verletzung dieses Regelwerks darstellt.

  • Prinzipien der monetären Souveränität im Völkerrecht
  • Strukturen des IWF-Überwachungsmandats nach Art. IV
  • Kriterien für Wechselkursmanipulation gemäß IWF-Entscheidungen
  • Rechtliche und praktische Sanktionsmöglichkeiten des IWF

Auszug aus dem Buch

4.2.3 Die Verpflichtung zur Manipulationsvermeidung, Art. IV Abs. 1 iii) IWF

Der Art. IV Abs.1 iii) IWF ist, anders als die ihrem Charakter nach eher auffordernden Ziffern des Art. IV Abs. 1 IWF, ein explizites Verbot der Währungsmanipulation. Er soll der Vermeidung unilateraler Interventionen dienen, die der Stabilität des internationalen Währungssystems abträglich sein könnten. Gleichzeitig wirft er jedoch auch eine Reihe von Fragen auf, da er Kernbegriffe nicht ausreichend definiert. Mitglieder sollen demnach avoid manipulating exchange rates or the international monetary system in order to prevent effective balance of payments adjustment or to gain an unfair competitive advantage over other members;

Zunächst stellt sich die Frage nach der „Manipulation des Wechselkurses“. Stellt dies ein Verbot der staatlichen Steuerung des Wechselkurses dar, oder anders gesagt, ist eine Verhinderung von Marktkräften bereits eine Manipulation iSd Art. IV Abs. 1 iii) IWF? Dagegen spricht die Forderung aus Art. IV Abs. 1 ii) IWF, geordnete Währungsverhältnisse anzustreben und erratische Störungen des Währungssystems zu vermeiden. Doch wie soll die geforderte Stabilisierung des Wechselkurses ohne staatliche Interventionen erreicht werden? Ein Verbot staatlicher Intervention würde zudem die Wahlfreiheit aus Art. IV Abs. 2 b) verletzen, die eine Bindung an eine andere Währung ausdrücklich erlaubt. Insofern stellt die Intervention eines Staates an den Devisenmärkten grundsätzlich keine Verletzung des IWF-Abkommens dar: „a member would not violate Article IV if it manipulated its exchange rate in furtherance of its obligations under Article IV, or indeed for other purposes so long as the purposes are consistent with their Article IV obligations.“ Folglich muss die „Manipulation“ über das reine Vorliegen von staatlichen Interventionen hinaus definiert werden, da andernfalls „virtually all countries could be considered to be ‚manipulating‘ their exchange rates almost all of the time“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den "Währungskrieg" und die politischen Spannungen zwischen den USA und China sowie die Forschungsfrage der juristischen Bewertung der chinesischen Währungspolitik.

2. Streitfall: Die chinesische Währungspolitik: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung des chinesischen Währungsregimes und die internationalen Vorwürfe sowie die Kritik an Chinas Eingriffen in den Devisenmarkt.

3. Währung und Völkerrecht: Hier werden das Prinzip der monetären Souveränität sowie die historische Entwicklung völkerrechtlicher Regelungen im Währungssystem von 1944 bis heute analysiert.

4. Das Verbot der Wechselkursmanipulation im IWF-Abkommen: Dieses Kapitel erläutert die Rolle des IWF, die Bestimmungen des Art. IV IWF zu Wechselkursen sowie das Überwachungsmandat anhand maßgeblicher Exekutiventscheidungen.

5. Verstößt China gegen das IWF-Abkommen?: Die Prüfung analysiert die Zulässigkeit des Regimes sowie das Vorliegen des objektiven Elements und des subjektiven Vorsatzes ("forbidden intent") bei einer Währungsmanipulation.

6. Sanktionsmöglichkeiten bei Feststellung einer Wechselkursmanipulation: Das Kapitel untersucht die rechtliche Wirksamkeit und Durchsetzbarkeit von Sanktionen durch den IWF bei festgestellter Manipulation.

7. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Schwächen des Wirtschaftsvölkerrechts in Währungsfragen und der begrenzten Reichweite des IWF-Überwachungsmandats.

Schlüsselwörter

Währungsmanipulation, IWF-Abkommen, Wechselkurssystem, monetäre Souveränität, China, Renminbi, internationale Währungspolitik, Finanzarchitektur, Wechselkursüberwachung, Außenhandelsüberschuss, Wirtschaftsvölkerrecht, Intervention, Wirtschaftsbeziehungen, Wechselkursstabilität, multilaterale Koordination.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit der chinesischen Währungspolitik im Kontext des IWF-Abkommens und analysiert, ob die politischen Vorwürfe der Währungsmanipulation juristisch begründet werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die monetäre Souveränität, die Auslegung von Art. IV des IWF-Abkommens, die Mechanismen der IWF-Überwachung sowie die ökonomischen Hintergründe der chinesischen Währungspraxis.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu prüfen, inwiefern Chinas Interventionspolitik eine Verletzung der im IWF-Abkommen verankerten Verpflichtungen zur Vermeidung von Wechselkursmanipulation darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine juristische Analyse auf Basis der Artikel des IWF-Abkommens, ergänzt durch die Auswertung von Entscheidungen des Exekutivdirektoriums und ökonomischer Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des völkerrechtlichen Rahmens, die Analyse des IWF-Überwachungsmandats und die spezifische Prüfung der chinesischen Praxis anhand objektiver und subjektiver Tatbestandsmerkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Währungsmanipulation, IWF, monetäre Souveränität, Renminbi, Wechselkurssystem und Wirtschaftsvölkerrecht.

Wie unterscheidet sich die IWF-Entscheidung von 2007 von der von 1977?

Die Entscheidung von 2007 präzisiert unklare Begriffe des Abkommens, rückt die bilaterale Überwachung in den Fokus und erlaubt dem Fonds eine objektive Einschätzung, statt sich nur auf die Angaben des jeweiligen Staates zu stützen.

Warum ist es laut Autor schwierig, China eine verbotene Manipulation nachzuweisen?

Es ist schwierig, da neben der objektiven Manipulation der Nachweis der subjektiven Absicht ("forbidden intent") erforderlich ist und die Mitgliedstaaten den "benefit of reasonable doubt" genießen, während der IWF zudem einen Konsensansatz verfolgt.

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Details

Title
Währungsmanipulation und Stabilität des internationalen Währungssystems aus Sicht des IWF-Abkommens
College
LMU Munich  (Juristische Fakultät)
Course
Hauptseminar im Völkerrecht
Grade
1,0
Author
Niklas Manhart (Author)
Publication Year
2011
Pages
32
Catalog Number
V189001
ISBN (eBook)
9783656129141
ISBN (Book)
9783656130147
Language
German
Tags
Währungsmanipulation renminbi yuan internationaler währungsfond iwf imf abwertung währungskrieg kapitalkontrollen devisenreserven
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Niklas Manhart (Author), 2011, Währungsmanipulation und Stabilität des internationalen Währungssystems aus Sicht des IWF-Abkommens, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189001
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