Forschungsarbeiten in den europäischen Ländern von NDONA et al. (2007), HOFFMANN (2004), HEER (2007) und OKORSKI et al. (2008) belegen unter dem Einsatz der „Effektiven Mikroorganismen“ um Pflanzen zu kultivieren eine verringerte Keimzeitdauer, die Förderung der Wurzelbildung, einen stärkeren und kräftigeren Wuchs der Pflanze, eine höhere Qualität und Erntemenge sowie einen geringern Krankheitsbefall an den erprobten Pflanzen.
Durch den Einsatz von EM lassen sich die variablen Kosten in Bezug auf Spritz- und Düngemittel nach Aussage angegebener Betriebe reduzieren und die Umwelt nachhaltig schonen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Fragestellung der Arbeit
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Entwicklungsgeschichte
2.1 Forschung Prof. Dr. T. Higa
2.2 Weltweite Verbreitung der EM-Technologie
2.3 Organisationsnetz EM
3 Stand des Wissens
3.1 Mikroorganismen im Boden
3.1.1 Charakterisierung
3.1.2 Stickstoffbindung
3.1.3 Mineralisierung und Humifizierung
3.1.4 Bodenlebewesenaktivität
3.2 Zusammenspiel und Wirkung von EM
3.2.1 Koexistenz von Aerobier und Anaerobier
3.2.2 Antioxidantien
3.2.3 Reinigungsfähigkeit
3.2.4 Dominanzprinzip
3.2.5 Fermentationsprinzip
4 Durch Forschung belegte Wirkung von EM
4.1 Bodenqualität
4.1.1 Terra Preta
4.2 Pflanzenwachstum
4.3 Qualität und Ertrag
4.4 Schädlings- und Krankheitsbefall
5 EM-Präparate in Anwendung und Wirkung für den Gartenbau
5.1 EM 1 Urlösung
5.1.1 Herstellung EMa
5.1.2 Anwendung EMa
5.1.3 Herstellung und Anwendung EM5
5.1.4 Umweltaspekt und Preiskalkulation
5.2 EM-Bokashi
5.2.1 Herstellung EM-Bokashi
5.2.2 Anwendung EM-Bokashi
5.2.3 Umweltaspekt und Preiskalkulation mit EM-Bokashi
5.3 EM-Keramik
5.3.1 Herstellung EM-Keramik
5.3.2 Anwendung EM-Keramik
5.3.3 Umweltaspekt und Preiskalkulation mit EM-Keramik
5.4 Triaterra
5.4.1 Herstellung und Anwendung Triaterra
5.4.2 Umweltaspekt und Preiskalkulation mit Triaterra
6 Diskussion
7 Zusammenfassung
8 Summary
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen von "Effektiven Mikroorganismen" (EM) auf gartenbaulich genutzte Böden und Pflanzen. Ziel ist es, die Wirkungsweise der EM-Technologie, ihre Anwendungsmöglichkeiten im Gartenbau sowie die Konsequenzen für Bodenqualität, Pflanzenwachstum und Pflanzengesundheit wissenschaftlich zu beleuchten und kritisch zu reflektieren.
- Grundlagen der EM-Technologie und ihre Entdeckungsgeschichte
- Biologische Funktionen von Mikroorganismen im Boden
- Positive Effekte von EM auf Bodenqualität und Ertragsleistung
- Anwendungsgebiete und Herstellung spezifischer EM-Präparate
- Wirtschaftliche und ökologische Aspekte der EM-Anwendung
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Koexistenz von Aerobier und Anaerobier
Anaerobische Bakterien können nur unter Ausschluss von Sauerstoff überleben. Zu dieser Gruppe gehören Lactobacillus bifidus und andere Stämme von Darmbakterien, Zymogene (Fermentbakterien), Schwefel- bzw. Sulfat reduzierende Bakterien, Chlorobakterien und braun-grüne Photosynthese-Bakterien. In der EM-Mischung sind auch gleichzeitig aerobische Bakterien enthalten, welche nur mit Sauerstoff leben können, wie die Azotobacterbakterien. Lange galt diese Mischung als wissenschaftlich nicht möglich. Im Rückblick auf die Entwicklung der Erde, wird deutlich, dass diese „zu Beginn“ frei von Sauerstoff war. Die Atmosphäre bestand aus Methan-, Ammoniak-, Kohlendioxidgas. Unter diesen Bedingungen vermehrten sich anaerobische Mikroorganismen. Ihre Abfallprodukte aber bestanden fast ausschließlich aus Sauerstoff und Stickstoff (vgl. HIGA 2009, S. 34).
Higa führte beide Kulturen unter dem Mikroskop zusammen und machte eine bemerkenswerte Entdeckung, mit der Ihm der Durchbruch seiner Arbeit gelang. Azotobakter leben und gedeihen auf organischem Material mit Sauerstoff. Der Abfall der von ihnen produziert wird stellt eine optimale Nahrungsquelle für Photosynthesebakterien dar. Die anaerobisch lebenden Photosynthesebakterien produzieren wiederum organischen Abfall, den die Azotobakterbakterien zum Leben brauchen. Weiterhin führt eine starke Vermehrung von Azotobakter zum Sauerstoffmangel und genau diesen benötigen die anaerobischen Photosynthesebakterien als Lebensgrundlage. Dieser wechselseitige Austausch ermöglicht ein symbiotisches Zusammenleben der unterschiedlichen Spezies (vgl. HIGA 2009, S.25).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Bodens im Gartenbau, die Problematik der konventionellen Düngung und führt in das Konzept der "Effektiven Mikroorganismen" (EM) als alternative Methode ein.
2 Entwicklungsgeschichte: Dieses Kapitel behandelt die Entdeckungsgeschichte von EM durch Prof. Dr. T. Higa und beschreibt die weltweite Verbreitung sowie das Organisationsnetz der EM-Technologie.
3 Stand des Wissens: Hier werden die biologischen Grundlagen der Mikroorganismen im Boden sowie das komplexe Zusammenspiel und die Wirkungsprinzipien der EM-Mischung detailliert erläutert.
4 Durch Forschung belegte Wirkung von EM: In diesem Kapitel werden wissenschaftliche Studien und Versuche präsentiert, die den Einfluss von EM auf Bodenqualität, Pflanzenwachstum, Erträge und Schädlingsbefall belegen.
5 EM-Präparate in Anwendung und Wirkung für den Gartenbau: Es werden die verschiedenen EM-Produkte (EM1, Bokashi, Keramik, Triaterra), deren praktische Herstellung und Anwendung im Gartenbau sowie ökonomische Faktoren dargestellt.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch hinterfragt, wobei die Vor- und Nachteile sowie die praktische Anwendbarkeit der EM-Technologie im Gartenbau diskutiert werden.
7 Zusammenfassung: Dieses Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse über die Wirkmechanismen der EM im Boden und deren praktische Vorteile für den Anbau zusammen.
8 Summary: Eine englischsprachige Kurzfassung der zentralen Forschungsergebnisse der Arbeit.
Schlüsselwörter
Effektive Mikroorganismen, EM-Technologie, Bodenfruchtbarkeit, Pflanzenwachstum, Fermentation, Terra Preta, Antioxidantien, Bodenmikroflora, ökologischer Gartenbau, Nachhaltigkeit, Humusaufbau, Dominanzprinzip, Pflanzenschutz, biologische Landwirtschaft, Nährstoffkreislauf.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen von "Effektiven Mikroorganismen" (EM) zur Verbesserung von Bodenqualität und Pflanzenwachstum im Gartenbau.
Was sind die zentralen Themenfelder der Diplomarbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören die mikrobiologischen Grundlagen des Bodens, die EM-Technologie nach Prof. Dr. T. Higa, verschiedene EM-Präparate sowie wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie EM die Bodenflora regenerieren kann und welche Auswirkungen dies konkret auf die Pflanzenqualität und den Ertrag in der Praxis hat.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung von Forschungsberichten, fachspezifischer Literatur, Studien zu Feldversuchen sowie Produktinformationen und praktischen Erfahrungen aus dem Gartenbau.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung der mikrobiologischen Zusammenhänge und einen praktischen Teil, der durch Versuchsreihen (z.B. Terra Preta, Tomatenanbau) die Wirkung von EM dokumentiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Effektive Mikroorganismen, Bodenfruchtbarkeit, Fermentation, Terra Preta, Antioxidantien und nachhaltiger Gartenbau.
Welche Rolle spielt das "Dominanzprinzip" im Bodenkontext?
Es beschreibt den Prozess, bei dem regenerative Mikroorganismen durch gezielte Zufuhr von EM das mikrobielle Milieu so beeinflussen, dass regenerative Kräfte die Oberhand gewinnen und Fäulnisprozesse unterdrückt werden.
Wie unterscheidet sich die EM-Kompostierung von herkömmlichen Verfahren?
Im Gegensatz zu konventioneller Kompostierung, die oft bei hohen Temperaturen und Sauerstoffzufuhr stattfindet, arbeitet die EM-Kompostierung (Bokashi) fermentativ bei niedrigen Temperaturen, wodurch Nährstoffe besser erhalten bleiben.
Warum ist das Redoxpotential für die Beurteilung der Pflanzenqualität wichtig?
Ein niedriges Redoxpotential im Boden zeigt eine höhere Elektronenverfügbarkeit an, was zu einer antioxidativen Wirkung führt, die die Pflanze widerstandsfähiger gegen Stress und Krankheiten macht.
- Arbeit zitieren
- Nina Jungbauer (Autor:in), 2010, Auswirkungen von "Effektiven Mikroorganismen" (EM) in gartenbaulich genutzten Böden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189043