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Zur Kirche der totalen Informationsfreiheit: Datenanarchie als 'sozialer Radikalismus'

Helmuth Plessner in Anwendung auf ein Post-Privacy-Phänomen

Title: Zur Kirche der totalen Informationsfreiheit: Datenanarchie als 'sozialer Radikalismus'

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 20 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: B.A. Carlo Ihde (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century
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Die Arbeit versucht Helmuth Plessners sozialethische und anthropologische Ansätze aus dem Text 'Grenzen der Gemeinschaft. Eine Kritik des sozialen Radikalismus' (1924) auf moderne Post-Privacy-Tendenzen anzuwenden. Dabei wird die Forderung nach der freien Zugänglichkeit aller Informationen im Internet als Radikalismus erarbeitet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung: Zu Plessners heutiger Salonfähigkeit

2.) Gemeinschaft und/oder Gesellschaft

3.) Anthropologische Anschlüsse

4.) Nicht ohne meine Öffentlichkeit!

5.) Gegen die sozialradikale ‚Kirche des Kopierens‘: Eine Polemik

6.) Fazit: Einschränkungen meines Deutungsversuchs

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das zeitgenössische Phänomen der "Post-Privacy" und der "Kirche des Kopierens" unter Rückgriff auf die philosophische Anthropologie von Helmuth Plessner. Das primäre Ziel ist es, die aktuellen Forderungen nach einer totalen Informationsfreiheit und die damit verbundene Aufhebung der Grenze zwischen Öffentlichem und Privatem einer kulturkritischen Prüfung zu unterziehen, um die sozialethischen Gefahren für die menschliche Individualität aufzuzeigen.

  • Helmuth Plessners Sozialphilosophie und deren Aktualität
  • Die Spannung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft
  • Anthropologische Notwendigkeit von Öffentlichkeit und Distanz
  • Kritik an der "Kirche des Kopierens" und dem Informationsradikalismus
  • Gefährdung der Privatsphäre im digitalen Zeitalter

Auszug aus dem Buch

4.) Nicht ohne meine Öffentlichkeit!

Laut Plessner ist die Öffentlichkeit "eine sozialformende Macht ersten Ranges." Sie ist der Bereich, der im Gegensatz zur Gemeinschaftssphäre die Regelungsbedürftigkeit des sozialen Zusammenlebens durch Explizitheit offenbart. Die Öffentlichkeit ist der nicht-aufhebbare Bereich, ein "Funktionsgefüge, in dem die Individualität des Einzelnen vollkommen hinter die Allgemeinheit einer bedeutungstragenden Rolle" zurücktritt. Wie dieser Vorgang zu denken ist, versucht die folgende Grafik zu verbildlichen, die sich auf die Schlüsselstellen bezieht und den Kampfplatz 'Öffentlichkeit' skizziert.

Um dem Risiko der Lächerlichkeit zu entgehen, gleicht der wenn auch notwendige Kontakt mit der Öffentlichkeit im Falle des Menschen dem Betreten einer Bühne. Um in das soziale Bild aus verschiedenen Rollen und ihren Verhältnissen zueinander zu passen, muss der Darsteller "um die Bildkomposition bemüht sein", in der er sich findet: Er muss die sozialen Erfordernisse kennen und 'Takt' beweisen, indem er ein bestimmtes 'Zeremoniell' betreibt. Sichtbar wird man für die Öffentlichkeit nicht als Privatperson sondern als Träger einer sozialen Rollen, was Kontakte der Amtspersonen und die 'Antworten von anderen' prinzipiell ungefährlich machen soll. Die primärste Öffentlichkeit war laut Sennett früher die Stadt: Sie machte als Siedlungsform die Begegnung einander fremder Menschen wahrscheinlich, dies gilt heute in einer ins Globale gesteigerten Perspektive und einem erhöhten Tempo für das Internet. Plessner holt seine Gründe, für das öffentliche In-Erscheinung-Treten eine solche kompensatorische Formgebung durch Masken zu favorisieren, aus der Konstitution mancher Seele.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Zu Plessners heutiger Salonfähigkeit: Einführung in Plessners theoretischen Rahmen und Anwendung seiner Kategorien auf aktuelle Post-Privacy-Strömungen.

2.) Gemeinschaft und/oder Gesellschaft: Analyse der von Plessner kritisierten Gegenüberstellung von Gemeinschaft und Gesellschaft unter Berücksichtigung anthropologischer Bedürfnisse.

3.) Anthropologische Anschlüsse: Erläuterung der Plessner’schen Anthropologie, insbesondere der Exzentrizität und des Bedürfnisses nach Distanz und Künstlichkeit.

4.) Nicht ohne meine Öffentlichkeit!: Untersuchung der Rolle als notwendiges Kompensationsinstrument in der Öffentlichkeit zur Wahrung der menschlichen Integrität.

5.) Gegen die sozialradikale ‚Kirche des Kopierens‘: Eine Polemik: Kritische Auseinandersetzung mit den Informationsfreiheitsidealen der "Kirche des Kopierens" als Form des sozialen Radikalismus.

6.) Fazit: Einschränkungen meines Deutungsversuchs: Zusammenfassende Bewertung der Plessner’schen Prognosen für die heutige digitale Gesellschaft und die Notwendigkeit einer ethischen Differenzierung.

Schlüsselwörter

Helmuth Plessner, Sozialphilosophie, Post-Privacy, Öffentlichkeit, Gemeinschaft, Gesellschaft, Information, Datenanarchismus, Anthropologie, Individualität, Distanz, soziale Rolle, Ethik, Internet, Privatsphäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert aktuelle Phänomene des digitalen Wandels, wie die Forderung nach totaler Informationsfreiheit, auf Basis der philosophischen Anthropologie von Helmuth Plessner.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsverhältnis zwischen Privatheit und Öffentlichkeit, der Bedeutung sozialer Rollen sowie der Kritik an radikalen Netzideologien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Einordnung von "Post-Privacy"-Phänomenen, um die Bedeutung von Distanz und Maskierung für den Schutz der menschlichen Person zu unterstreichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Analyse, die Plessners anthropologische Grundgesetze auf zeitgenössische digitale Gesellschaftsstrukturen anwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Plessners Begriffe der "Gemeinschaft" und "Gesellschaft", die anthropologische Notwendigkeit von Rollen sowie die Gefahren eines Informationsradikalismus diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Plessner, Öffentlichkeit, Privatheit, Datenanarchismus, Anthropologie, Distanz und soziale Rolle.

Wie bewertet der Autor die "Kirche des Kopierens"?

Der Autor ordnet diese als Form des sozialen Radikalismus ein, der durch die Aufhebung von Distanz die menschliche Integrität und Privatheit gefährdet.

Warum ist das Konzept der "Maske" bei Plessner wichtig?

Die Maske (oder Rolle) dient nach Plessner als notwendiges Mittel der Seelenhygiene, um den Menschen vor der direkten, verletzenden Konfrontation in der Öffentlichkeit zu schützen.

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Details

Title
Zur Kirche der totalen Informationsfreiheit: Datenanarchie als 'sozialer Radikalismus'
Subtitle
Helmuth Plessner in Anwendung auf ein Post-Privacy-Phänomen
College
University of Rostock  (Institut für Philosophie)
Grade
1,0
Author
B.A. Carlo Ihde (Author)
Publication Year
2011
Pages
20
Catalog Number
V189047
ISBN (eBook)
9783656129585
ISBN (Book)
9783656129967
Language
German
Tags
Helmuth Plessner Sozialer Radikalismus Post-Privacy Grenzen der Gemeinschaft Datenanarchie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Carlo Ihde (Author), 2011, Zur Kirche der totalen Informationsfreiheit: Datenanarchie als 'sozialer Radikalismus', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189047
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