Die Arbeit versucht Helmuth Plessners sozialethische und anthropologische Ansätze aus dem Text 'Grenzen der Gemeinschaft. Eine Kritik des sozialen Radikalismus' (1924) auf moderne Post-Privacy-Tendenzen anzuwenden. Dabei wird die Forderung nach der freien Zugänglichkeit aller Informationen im Internet als Radikalismus erarbeitet.
Inhaltsverzeichnis
- 1.) Einleitung: Zu Plessners heutiger Salonfähigkeit
- 2.) Gemeinschaft und/oder Gesellschaft
- 3.) Anthropologische Anschlüsse
- 4.) Nicht ohne meine Öffentlichkeit!
- 5.) Gegen die sozialradikale, Kirche des Kopierens': Eine Polemik
- 6.) Fazit: Einschränkungen meines Deutungsversuchs
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Datenanarchismus als Phänomen des 'sozialen Radikalismus' im Kontext der heutigen postprivaten Gesellschaft. Sie setzt Helmuth Plessners anthropologische und sozialphilosophische Ansichten auf dieses Phänomen an, um die potenziellen Gefahren und Chancen des unbeschränkten Zugangs zu Informationen im digitalen Zeitalter zu beleuchten.
- Helmuth Plessners Kritik am 'sozialen Radikalismus'
- Die Unterscheidung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft
- Das Spannungsverhältnis zwischen Selbstentfaltung und Selbstdarstellung
- Die ethischen Herausforderungen der Internetöffentlichkeit
- Die 'Missionarische Kirche des Kopierens' als Beispiel für den Datenanarchismus
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in Plessners Werk 'Grenzen der Gemeinschaft' ein und setzt es in Bezug zur aktuellen Debatte um Datenanarchismus. Kapitel 2 untersucht Plessners Unterscheidung zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf seine Kritik am 'sozialen Radikalismus'. Kapitel 3 befasst sich mit Plessners anthropologischen Ansichten und deren Relevanz für das Verständnis von Selbstdarstellung im Internet.
Schlüsselwörter
Helmuth Plessner, Sozialer Radikalismus, Datenanarchismus, Post-Privacy, Gemeinschaft, Gesellschaft, Selbstdarstellung, Internetöffentlichkeit, Anthropologie, 'Missionarische Kirche des Kopierens', Information, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht Helmuth Plessner unter „sozialem Radikalismus“?
Plessner kritisierte damit Bestrebungen, die Distanz zwischen Menschen aufzuheben und alles Private öffentlich zu machen, was er als Gefahr für die menschliche Würde sah.
Was ist Datenanarchie im Kontext moderner Post-Privacy-Tendenzen?
Es ist die Forderung nach unbeschränkter Informationsfreiheit und dem Kopieren aller Daten, was in der Arbeit als moderne Form des sozialen Radikalismus gedeutet wird.
Wie unterscheidet Plessner zwischen Gemeinschaft und Gesellschaft?
Gemeinschaft basiert auf emotionaler Nähe, während Gesellschaft durch Distanz und Maske geprägt ist. Plessner warnt davor, gesellschaftliche Strukturen durch radikale Gemeinschaftsideale zu zerstören.
Was ist die „Missionarische Kirche des Kopierens“?
Dies ist eine moderne Bewegung, die das Kopieren von Informationen als heilige Pflicht ansieht und als Beispiel für radikalen Datenanarchismus dient.
Welche ethischen Herausforderungen bringt die Internetöffentlichkeit mit sich?
Es entsteht ein Spannungsverhältnis zwischen Selbstdarstellung und dem Schutz der Privatsphäre, wobei die Grenzen der Gemeinschaft im digitalen Raum verschwimmen.
Warum ist Plessners Werk von 1924 heute noch relevant?
Seine anthropologische Kritik an der totalen Transparenz lässt sich direkt auf die heutigen Debatten um soziale Medien und den gläsernen Nutzer anwenden.
- Arbeit zitieren
- B.A. Carlo Ihde (Autor:in), 2011, Zur Kirche der totalen Informationsfreiheit: Datenanarchie als 'sozialer Radikalismus', München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189047