Im August 410 stand eine gewaltige gotische Streitmacht vor den Toren der römischen Kapitale. Bereits zum dritten Mal innerhalb eines Zeitraums von weniger als zwei Jahren
belagerten die Barbaren die antike Metropole. Zweimal ließen sie von der Stadt ab. Doch dieses Mal sollten sie nicht einfach wieder abziehen. Alarich, der Anführer der Goten, gab den Befehl, die Stadt zu plündern. Erstmals seit dem Galliersturm, der sich etwa 800 Jahre zuvor ereignete, war die Stadt, von der aus die römische Macht einst den gesamten Mittelmeerraum erobert hatte, von einer fremden Armee genommen und geplündert worden.
Die vorliegende Arbeit will sich genauer mit der Plünderung Roms auseinandersetzen, ihrer Bedeutung und ihren Auswirkungen nachgehen sowie eine Reihe weiterer Fragen rund um das Ereignis beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Die Geschichte der Goten bis 382
- 2.1. Herkunft der Goten und Beziehungen zum Römischen Reich bis 376
- 2.2. Die gotische Einwanderung in das Römische Reich und die Schlacht von Adrianopel
- 2.3. Der Friedensvertrag mit Theodosius
- 3. Die gescheiterte Integration von Alarichs Goten
- 3.1. Die Loslösung vom Foedus von 382
- 3.2. Alarich zwischen den Fronten der kaiserlichen Höfe
- 3.3. Alarich wendet sich nach Italien
- 4. Alarichs Italienfeldzug und die Plünderung Roms
- 4.1. Der Italienfeldzug und die dreifache Belagerung Roms
- 4.2. „Manierlich“ oder „barbarisch“? – Hergang der Plünderung Roms im August 410
- 5. Die Plünderung im stadtgeschichtlichen Kontext
- 5.1. Rom in der Spätantike
- 5.2. Die Auswirkungen der Belagerungen und der Plünderung auf die Stadt
- 6. Die politischen Folgen
- 6.1. Die militärisch-taktischen Auswirkungen der gotischen Invasion in Italien
- 6.2. Die Ethnogenese der Westgoten unter Alarich
- 7. Die Plünderung Roms im Diskurs der Kirchenväter
- 7.1. Die Briefe des Hieronymus
- 7.2. Die Plünderung Roms bei Augustinus – Die Theodizee-Problematik in De civitate dei
- 8. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit analysiert die Plünderung Roms durch die Goten im Jahre 410 und ihre Auswirkungen auf die römische Welt. Ziel ist es, das Ereignis in seinen historischen Kontext einzuordnen, die Hintergründe der gotischen Invasion zu beleuchten und die Folgen für die Stadt Rom, das Römische Reich und die spätere Entwicklung Europas zu untersuchen. Die Arbeit setzt sich mit den folgenden Themen auseinander:
- Die Geschichte der Goten bis 382 und ihre Beziehungen zum Römischen Reich
- Die Ursachen und Hintergründe der gotischen Invasion in Italien
- Der Hergang der Plünderung Roms und die Frage nach ihrer „Manierlichkeit“
- Die Auswirkungen der Plünderung auf die Stadt Rom und ihre weitere Entwicklung
- Die politischen und militärischen Folgen der gotischen Invasion für das Römische Reich
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die die Bedeutung der Plünderung Roms im Jahre 410 für die Geschichte Europas hervorhebt und die Fragestellungen der Arbeit skizziert. Kapitel 2 beschäftigt sich mit der Geschichte der Goten bis zum Jahr 382 und ihren Beziehungen zum Römischen Reich. Kapitel 3 untersucht die gescheiterte Integration der Goten in das Imperium und die Gründe für Alarichs Entscheidung, nach Italien zu ziehen. Kapitel 4 schildert Alarichs Italienfeldzug und die Plünderung Roms im August 410. Kapitel 5 analysiert die Auswirkungen der Plünderung auf die Stadt Rom im Kontext der Spätantike. Kapitel 6 untersucht die politischen Folgen der gotischen Invasion für das Römische Reich. Kapitel 7 befasst sich mit der Rezeption der Plünderung Roms in den Diskursen der Kirchenväter Hieronymus und Augustinus. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse.
Schlüsselwörter
Die Arbeit befasst sich mit zentralen Themen der Spätantike und der Völkerwanderungsepoche. Wichtige Schlüsselwörter sind: Goten, Alarich, Plünderung Roms, Römisches Reich, Spätantike, Völkerwanderung, Integration, politische Folgen, militärische Auswirkungen, Kirchenväter, Hieronymus, Augustinus.
Häufig gestellte Fragen
Wer plünderte Rom im Jahr 410?
Die Stadt wurde von einer gotischen Streitmacht unter der Führung des Anführers Alarich eingenommen und geplündert.
Warum kam es zur Plünderung der antiken Metropole?
Die Arbeit nennt die gescheiterte Integration der Goten in das Römische Reich und das Scheitern von Verhandlungen zwischen Alarich und den kaiserlichen Höfen als Hauptgründe.
Welche Auswirkungen hatte das Ereignis auf die Stadt Rom?
Es war das erste Mal seit 800 Jahren, dass Rom von einer fremden Armee genommen wurde, was einen immensen Schock für die gesamte römische Welt bedeutete.
Wie reagierten die Kirchenväter auf die Plünderung?
Hieronymus äußerte sich in Briefen bestürzt, während Augustinus in „De civitate dei“ die Theodizee-Problematik und das Verhältnis zwischen irdischem und Gottesstaat diskutierte.
Was war die langfristige politische Folge der gotischen Invasion?
Die Invasion führte zur Ethnogenese der Westgoten und schwächte die militärisch-taktische Stabilität des Weströmischen Reiches nachhaltig.
- Quote paper
- Patrick Baumbach (Author), 2011, Die Plünderung Roms im Jahre 410 und ihre Auswirkungen auf die römische Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189082