Nachdem die im PS diskutierten Spielfilme hauptsächlich von Schauspielern im Theater oder Spielfilm handelten, entschloss sich der Verfasser der Abschlussarbeit, die US-amerikanische Komödie „Dave“ aus dem Jahre 1993 unter der Regie von Ivan Reitman zum Untersuchungsgegenstand der Abschlussarbeit zu machen. Dieser Spielfilm handelt von einem Protagonisten, welcher in die Rolle des US-Präsidenten schlüpfen soll, da der (im Film) richtige US-Präsident rekonvaleszent ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Inhaltlicher Teil
1.1. Einleitung
1.2. US-Filmgeschichtsschreibung und SchauSpiel in „Dave“
1.3. US-amerikanische Präsidenten im US-amerikanischen Film
1.4. SchauSpiel in „Dave“ in Bezug auf den Hauptdarsteller Kevin Kline
1.5. Conclusio
2. Anhang
3. Quellenangaben
3.1. Internet
3.2. Literatur
3.2.1. Monographien
3.2.2. Sammelbände
3.2.3. Sammelbandbeiträge
3.2.4. Zeitschrift
3.3. Spielfilm
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der US-amerikanischen Komödie „Dave“ aus dem Jahr 1993 das filmische SchauSpiel und die mediale Inszenierung von US-amerikanischen Präsidenten. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie Hollywood politische Akteure reflektiert, das kollektive Gedächtnis beeinflusst und inwiefern die Praxis der Doppelrolle im Film als Reflexion über das politische Schauspiel sowie Rhetorik und Gestik verstanden werden kann.
- Analyse der medialen Bedingungen des filmischen Schauspiels.
- Untersuchung der Darstellung US-amerikanischer Präsidenten im Spielfilm.
- Reflexion über die Verschränkung von Hollywood-Unterhaltung und politischer Ideologie (Politainment).
- Betrachtung der darstellerischen Leistung von Kevin Kline im Kontext einer Doppelrolle.
- Vergleich der Institutionen Washington und Hollywood als sich selbst reproduzierende Systeme.
Auszug aus dem Buch
1.4. SchauSpiel in „Dave“ in Bezug auf den Hauptdarsteller Kevin Kline
Diese erste Szene mit Kevin Kline ist für sich schon ein SchauSpiel, weil der Schauspieler welcher den US-Präsidenten mimt sozusagen absichtlich aufgesetzt und pathetisch einen US-Präsidenten so „spielt“, wie man ihn sich vorstellt, dass heißt, der Schauspieler Kevin Kline spielt einen US-Präsidenten, der in dieser Szene einen US-Präsidenten so darstellt, wie ihn die Menschenmenge (welcher er dann zuwinkt) vor dem Weißen Haus erwartet. Er nimmt dann die obligatorischen Hunde des Weißen Hauses an die Leine und posiert kurz mit ihnen und der First Lady vor den Kameras - als er dann das Weiße Haus betritt, lässt er sofort die Leine fallen und die Hunde ihres Weges ziehen - Kevin Kline ist jetzt der US-Präsident „privat“. Diese Ambivalenz ist naturgemäß vom Regisseur extrem überspitzt dargestellt, aber das Filmpublikum „weiß“ nun, dass der im Film gezeigte US-Präsident anders ist als vor den Massen (im Film). Der US-Präsident berät sich nun kurz mit dem Stabschef des Weißen Hauses - man erfährt nun, dass er sich gerne von Doppelgängern vertreten lässt.
In der nächsten Szene des Filmes betritt nun der auch von Kevin Kline gespielte Dave die Handlung des Filmes, er wirbt für einen Autohändler als US-Präsident für dessen Autos und kommt aus der Eingangstür des Autohauses auf einem Schwein angeritten - die Menge vor dem Autohaus applaudiert. Auch hier zeigt Kline die Politiker-Geste mit den beiden ausgestreckten Daumen, diesmal ist es sozusagen ein Spiel im Spiel im Spiel.
Diese beiden Anfangsszenen sind als eine Art Spielerei des Regisseurs aufzufassen und nehmen im Prinzip die ganze Thematik des Filmes schon vorweg. Die beiden Einstellungen der Szenen eint wie dies in den Screenshots in „2. Anhang“ deutlich wird, im Übrigen die Verwendung der Flagge der USA - nur in der ersten Einstellung steht sie quasi für offizielles SchauSpiel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Inhaltlicher Teil: Der Hauptteil gliedert sich in die Einleitung, die theoretische Einbettung in die US-Filmgeschichte, die Untersuchung der Präsidentendarstellung sowie die spezifische Analyse des Hauptdarstellers Kevin Kline in seiner Doppelrolle.
2. Anhang: Der Anhang enthält zweiundzwanzig Screenshots, die den Bezug auf den Begriff SchauSpiel und die schauspielerische Leistung von Kevin Kline im Film illustrieren.
3. Quellenangaben: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendeten Internetquellen, Monographien, Sammelbände, Sammelbandbeiträge sowie die zitierte Zeitschrift und den analysierten Spielfilm auf.
Schlüsselwörter
SchauSpiel, Hollywood, Dave, US-Präsident, Kevin Kline, Politainment, Politische Kultur, Filmgeschichte, Doppelrolle, Medienunterhaltung, Amerikanische Identität, Inszenierung, Rhetorik, Mimik, Gestik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Abschlussarbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den US-amerikanischen Spielfilm „Dave“ aus dem Jahr 1993 im Hinblick auf das Konzept des „SchauSpielens“ und die filmische Inszenierung politischer Identitäten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Schnittstelle zwischen US-amerikanischer Politik, Hollywood-Kino, der Darstellung von Präsidenten im Film und der schauspielerischen Leistung in Doppelrollen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hollywood politische Prozesse und Akteure in Washington reflektiert und durch mediale Inszenierung sowohl Mythen schafft als auch kritisch hinterfragt.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär genutzt?
Die Arbeit verwendet eine qualitative Analyse von Filmsequenzen, unterstützt durch eine theoretische Auseinandersetzung mit filmwissenschaftlicher Literatur und politischer Kultur.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Einbettung der Präsidentendarstellung in den USA, die spezifische Analyse der Doppelrolle von Kevin Kline und die Reflexion über politisches „SchauSpiel“.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich das Werk am besten charakterisieren?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie SchauSpiel, Politainment, US-Präsident, Doppelrolle und Hollywood-Komödie charakterisieren.
Warum spielt die Person Kevin Kline eine so zentrale Rolle für die Analyse?
Kevin Kline ist entscheidend, da er im Film eine Doppelrolle übernimmt, die das schauspielerische Können und die Differenzierung zwischen der „Maske“ des Präsidenten und der privaten Identität Daves explizit thematisiert.
Welche Bedeutung kommt dem Begriff „Politainment“ in der Arbeit zu?
„Politainment“ dient zur Beschreibung, wie politische Akteure und Prozesse im Modus der Unterhaltung medial vermittelt und zu einer neuen Realität montiert werden.
Inwiefern zieht die Arbeit eine Parallele zu Frank Capras „Mr. Smith goes to Washington“?
Die Arbeit sieht in „Dave“ eine Reminiszenz an den Klassiker, da beide Filme die Geschichte eines Bürgers erzählen, der die US-Bundespolitik verändert und somit die Verbindung zwischen Washington und Hollywood aufzeigt.
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- Michael Bernhard Pany (Author), 2010, Der US-amerikanische Präsident als SchauSpiel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189120