Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Das Symbol des naiven Naturwesens und göttlich-poetischen Genius und sein Einfluss auf den Bildungshelden in Goethes „Wilhelm Meister“

Title: Das Symbol des naiven Naturwesens und göttlich-poetischen Genius und sein Einfluss auf den Bildungshelden in Goethes „Wilhelm Meister“

Term Paper , 2010 , 11 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tanja Rossmann (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Unter den zahlreichen Figuren des „Wilhelm Meister“-Werkes hinterlässt wohl keine so viele offene Fragen und Rätsel, wie die der Mignon. Für den oberflächlichen Leser ist sie die wahrscheinlich unterschätzeste Gestalt im Roman, tritt sie doch stets nur am Rande in Erscheinung, als ewig scheue Begleiterin Wilhelms, die kaum Anteil am Geschehen nimmt. Umso mehr erstaunte es mich daher, als ich auf eine Aussage Goethes stieß, das ganze Werk dieses Charakters wegen geschrieben zu haben. Ihre Wichtigkeit steht hiermit außer Frage.
Und so gibt es auf der anderen Seite auch kaum eine Figur, über die sich die Literaturforscher derart uneins in Hinsicht auf ihre „wahre“ Bedeutung sind. Von der reinen Symbol-Auslegung, über mytologische Methaphernjagd, bis hin zu psychoanalytischer Darstellung ist in der Literatur alles zu finden. Einmal wird ihr Naturhaftigkeit, ein anderes mal Göttlichkeit zugesprochen. Die Meinungen gehen stark auseinander und deuten doch auf einen Kern hin - Mignon gehört eindeutig zu den zentralsten und wichtigsten Gestalten des Romans und verdient mehr Aufmerksamkeit als ihr während des Lesens vielleicht zuteil wird.
Was ist es also, das Mignon für Goethe und seinen Romanhelden so bedeutsam macht? Ich will in dieser Arbeit versuchen anhand der Forschungsliteratur und meinem eigenen Verständnis der Figur Mignon ihr Geheimnis etwas zu entwirren und ihren Einfuss auf den Bildungsgang des Helden Wilhelm Meister im gleichnamigen Werk darzulegen.
Die Arbeit behandelt die rätselhafte Figur Mignon und ihre Wirkung auf den Helden von Goethes Roman Wilhelm Meister.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Mignons Wesen

2.1 Das Symbol des Naiven

2.2 Mignons Leiden und ihre Lieder

3 Mignons Verhältnis zu Wilhelm

3.1 Flieh! Jüngling flieh!

3.2 Die Natur hat dich losgesprochen

4. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Figur Mignon im Roman "Wilhelm Meister" von Johann Wolfgang von Goethe und analysiert ihren Einfluss auf den Bildungsgang des Protagonisten. Dabei wird erörtert, inwiefern Mignon als Symbol des naiven Naturwesens und des poetischen Genius fungiert und warum ihr zwangsläufiger Tod für die Entwicklung Wilhelms notwendig ist.

  • Die Charakterisierung von Mignon als naives Naturwesen
  • Mignons Funktion als "Refugium" für Wilhelm
  • Die Analyse von Mignons Liedern und deren Bedeutung
  • Der Konflikt zwischen Mignons Naturhaftigkeit und der gesellschaftlichen Realität
  • Der Einfluss von Mignons Tod auf Wilhelms Reifeprozess

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Symbol des Naiven

Um Mignons Beziehung zu Wilhem und ihre Rolle in seinem Leben erfassen zu können, müssen wir zunächst das Wesen Mignons ganz verstehen. Ihr Charakter ist nahezu unbeschreiblich. Bereits in ihrem ersten Auftritt wird dies klar, wenn sie von Philline mit den Worten „Hier ist das Rätsel“ (LJ, 2B, 4K) zu Wilhelm geführt wird. Im Verlauf des Romans wird Mignon abwechselnd mit Adjektiven wie „wundersam“, „rätselhaft“ oder „fremdartig“ versehen, was uns zu der vagen Ahnung führen muss, dass sie etwas überirdisches in sich trägt. Betrachtet man Mignons Verhaltensweisen und ihre Sprache, so stimme ich mit Karin Keppel-Kriems überein, dass Mignons „Gesinnung in der starken Abkehr [...] von künstlichen Verhältnissen und konventionellen Regeln aus einer grundsätzlichen inneren Verfassung heraus“ bestimmt wird. Dies beschreibt auch nach Schillers Auffassung Naivität - Die Einheit von Körper und Geist, „[...] das stille schaffende Leben, das ruhige Wirken aus sich selbst, das Daseyn nach eigenen Gesetzen, die innere Nothwenigkeit, die ewige Einheit mit sich selbst.“ Ihre seelisch-körperliche Ganzheitlichkeit dultet es nicht sich gesellschaftlichen Ansprüchen zu unterwerfen.

Es ging die Treppe weder auf noch ab, sondern sprang; es stieg auf den Geländern der Gänge weg [...]. In seinem Dienst war das Kind unermüdet und früh mit der Sonne auf; es vorlor sich dagegen abends zeitig, schlief in einer Kammer auf der nackten Erde[...] (LJ, 2B, K6)

Das Schlafen auf der Erde war zu Goethes Zeiten (bekanntermaßen) ein Anzeichen für Naturgeister, als weiteres Zeichen für ihre naive Naturverbundenheit richtet Mignon ihren Tag sogar nach der Sonne aus und nicht nach der Uhrzeit, die von ihr als unnatürliche Einteilung empfunden werden muss. Alles Künstliche wird von Mignon abgelehnt, da es ihrem Wesen wiederspricht. Daher fällt es ihr trotz großer Anstrengung auch unendlich schwer das Schreiben, eine Kulturkunst, zu erlernen, da der Geist sich dem Körper wiedersetzt, wenngleich es ihr nicht an Geschicklichkeit mangelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Rätsel um die Figur Mignon ein, thematisiert ihre kontroverse wissenschaftliche Rezeption und steckt das Ziel der Arbeit ab.

2 Mignons Wesen: Dieses Kapitel analysiert Mignon als Symbol des Naiven sowie als leidendes Geschöpf und untersucht die Bedeutung ihrer Lieder im Kontext ihrer Entfremdung von der Welt.

3 Mignons Verhältnis zu Wilhelm: Das Kapitel betrachtet die wechselseitige Beziehung zwischen Mignon und Wilhelm, wobei besonders Mignons Funktion als unerreichbares Ideal und die zunehmende Distanzierung durch Wilhelms Reifung beleuchtet werden.

4. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Bedeutung Mignons als zentrale, wenn auch oft unterschätzte Figur zusammen und endet mit einem Appell Schillers zur Integration des Göttlichen.

Schlüsselwörter

Mignon, Wilhelm Meister, Goethe, Bildungsroman, Naivität, Poetischer Genius, Naturwesen, Symbolik, Identitätsentwicklung, Literaturanalyse, Reifeprozess, Schiller, Wahnsinn, Gesellschaftskritik, Klassik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literarischen Figur Mignon aus Goethes "Wilhelm Meister" und ihrem komplexen Wesen sowie ihrer tiefgreifenden Bedeutung für den Protagonisten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der Naturhaftigkeit Mignons, ihrer symbolischen Rolle als "naives Kind", ihrer Funktion als Gegenpol zur Gesellschaft und ihrem Einfluss auf Wilhelms persönlichen Bildungsgang.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, das Geheimnis der Figur Mignon zu entwirren und aufzuzeigen, warum Goethe sie als so bedeutsam für das Gesamtkunstwerk einstufte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die Forschungsliteratur (u.a. von Schiller, Keppel-Kriems, Schlaffer) sowie eine textimmanente Interpretation einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Mignons Charakter als Symbol des Naiven, ihre innere Zerrissenheit, ihre Lieder und die Entwicklung ihrer Beziehung zu Wilhelm bis hin zu ihrem schicksalhaften Tod.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Naivität, Naturhaftigkeit, Bildung, Identität, das poetische Ich, Fremdartigkeit und die Dichotomie von Natur und Kultur.

Warum ist Mignons Tod im Roman unumgänglich?

Ihr Tod symbolisiert das Ende des naiven Zustands; da die Vergangenheit nicht wiederholbar ist, muss Mignon als statisches, göttliches Kind sterben, um Wilhelm den Weg in ein tätiges Leben in der Gegenwart zu ebnen.

Welche Rolle spielt Philline im Kontrast zu Mignon?

Philline fungiert als Gegenspielerin, die durch Künstlichkeit, Berechnung und gesellschaftliche Konformität geprägt ist, was Mignons natürliche Aufrichtigkeit noch deutlicher hervorhebt.

Excerpt out of 11 pages  - scroll top

Details

Title
Das Symbol des naiven Naturwesens und göttlich-poetischen Genius und sein Einfluss auf den Bildungshelden in Goethes „Wilhelm Meister“
College
University of Osnabrück
Grade
1,3
Author
Tanja Rossmann (Author)
Publication Year
2010
Pages
11
Catalog Number
V189136
ISBN (eBook)
9783656131274
ISBN (Book)
9783656130932
Language
German
Tags
Wilhelm Meister Goethe Bildungsroman
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Rossmann (Author), 2010, Das Symbol des naiven Naturwesens und göttlich-poetischen Genius und sein Einfluss auf den Bildungshelden in Goethes „Wilhelm Meister“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189136
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  11  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint