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Die „Catilinarische Verschwörung“. Ein politischer Umsturzversuch oder Krisenanzeichen und Beginn einer neuen Epoche Roms?

Titel: Die „Catilinarische Verschwörung“. Ein politischer Umsturzversuch oder Krisenanzeichen und Beginn einer neuen Epoche Roms?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 21 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Marcus Hanisch (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Studie macht es sich jedoch nicht zur wichtigsten Aufgabe, das Gesamtwerk des Sallust zu analysieren beziehungsweise zu interpretieren. Die Konzentration soll sich vielmehr explizit der Reflexion der sogenannten Verschwörung des Catilina widmen. In diesem Kontext soll vor allem die These, dass schon der „verfehlte Ansatz des Verschwörungsaktes“ Sallust gezeigt habe, inwieweit Rom bereits im Jahr 64 v.Chr. „im Bann des Revolutionärs“ gestanden haben muss, untersucht werden. Wie unter anderem Vogt in diesem Zusammenhang erkannte, war es kein bewusster Fälschungsversuch Sallusts, wenn dieser einen „verfehlten Zeitansatz“ für den Beginn des „Hochverrats“ Catilinas im Jahr 64 v.Chr. beschrieb. Vielmehr handelte es sich ganz einfach wohl um ein „historisches Versagen“ des Autors, welcher sich „nicht die Mühe gemacht“ haben mochte, den exakten Zeitpunkt des Geschehens festzustellen. Doch soll auch das an dieser Stelle weniger von Interesse sein, als vielmehr die Tatsache, dass bereits 64 v. Chr. die gesellschaftliche und politische Situation zu kollabieren drohte.
Unter anderem muss es Aufgabe dieser Studie sein, zu beleuchten, auf welche Weise zugleich die Funktion Ciceros, der durch die „kaum erklärbare Wahl [...] zum Konsul“ ernannt wurde, beurteilt werden muss. Denn ohne Zweifel hatten damit die Optimaten einen überaus willigen Vertreter ihrer Interessen gefunden. Ihnen war deutlich, dass dieser – um seine eigene Herkunft immer mehr zu verwischen – wie wohl kaum ein anderer Senator sich auf die Seite der „nobiles“ schlagen würde. Dass Cicero dabei mehr und mehr als Werkzeug der Optimaten diente, darf als allgemein bekannt vorausgesetzt werden. Die Rolle, welche er im Jahr 63 v.Chr. spielte, als das Konsulat Catilinas mit allen möglichen Mitteln verhindert werden sollte, muss im folgenden jedoch von besonderer Bedeutung sein. Denn die Frage, die sich stellt muss lauten: War es wirklich Cicero, der Catilina zu jenen Taten inspirierte, welche ihn später zum „Verschwörer“ machten? Ging die „Gewalt, deren sich Catilina schuldig machen sollte“, demnach auf indirekte Weise von den Optimaten aus?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2.Die Römische Republik im Zeitalter der größten Krise ihrer Geschichte

3.Biographische Anmerkungen

4.Die Verschwörung des Jahres 63 v. Chr. – Ereignisse und Resultate

5.Die Verschwörung des Catilina und seiner Anhänger – Beginn eines neuen Zeitalters für Rom?

6.Resümee und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die sogenannte „Catilinarische Verschwörung“ des Jahres 63 v. Chr. als ein entscheidendes Indiz für die tiefgreifende Krise der Römischen Republik. Dabei wird hinterfragt, ob der Umsturzversuch lediglich die Tat eines politisch gescheiterten Einzelgängers war oder ob er als ein notwendiges Symptom für den Niedergang der republikanischen Ordnung und den Übergang zum Prinzipat gedeutet werden muss.

  • Analyse der innenpolitischen Krisenfaktoren der Römischen Republik im 1. Jahrhundert v. Chr.
  • Biographische Untersuchung der politischen Laufbahn von Lucius Sergius Catilina
  • Chronologische Darstellung der Ereignisse der Verschwörung im Jahr 63 v. Chr.
  • Bewertung der Rolle Ciceros und der senatorischen Reaktion im Kontext der politischen Auseinandersetzungen
  • Einordnung der Verschwörung als Zäsur für das Ende der Republik und den Aufstieg Caesars

Auszug aus dem Buch

Die Römische Republik im Zeitalter der größten Krise ihrer Geschichte

Bereits seit dem Beginn des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts verschärfte sich die innenpolitische Lage in der römischen Republik zusehends. Dabei war es in besonderem Maße eine „dekadente Gegenwart“, geprägt von einem übermäßigem „Luxus“, von allgemeiner „Entartung, von „Korruption“, von einem immer weiter um sich greifenden „Sittenverfall“ sowie einer unbekannten „Frauenemanzipation“, welche die bis dahin existierenden Werte Roms zerspringen ließen.

Umgreifende ökonomische, gesellschaftliche und politische Modifikationen waren die unweigerliche Folge dieses Transformationsprozesses. Wie Christ es in diesem Zusammenhang sehr deutlich beschreibt, war die „Befangenheit in herkömmlichen Normen und Wertungen und das starre Festhalten an den alten Privilegien“ der Hauptgrund, welcher bewirkte, dass all diese destruierend wirkenden Faktoren zwangsläufig zu einer „Krise ohne Alternative“ führte.

Es war eine Zeit, in welcher es auf der höchsten Regierungsebene, im Senat, vor allem zu starken Differenzen zwischen den Optimaten einerseits und den Popularen und Standesgenossen andererseits kam. Während die Optimaten eine mehr oder weniger konservative Politik verfochten, waren es die letzteren, deren politisches Interesse durch einen großen Reformwillen geprägt wurde. Der Senat selbst musste wiederum sehr große Anstrengungen unternehmen, um die Befugnisse der immer mächtiger werdenden Vertreter des Militärs einzuschränken. Daneben existierten unüberwindbare Konflikte zwischen den „Okkupanten des Gemeindelandes“ und den besitzlosen Freien, welche durch angestrebte Agrarreformen eine verbesserte Stellung erreichen wollten.

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende philologische und historische Relevanz von Sallusts Werk über die Catilinarische Verschwörung und definiert den Fokus der Untersuchung auf die Analyse der politischen Ereignisse des Jahres 63 v. Chr.

2.Die Römische Republik im Zeitalter der größten Krise ihrer Geschichte: Dieses Kapitel arbeitet die tiefgreifenden ökonomischen, sozialen und politischen Krisenherde der Römischen Republik heraus, die zu einer Destabilisierung der bestehenden Machtstrukturen führten.

3.Biographische Anmerkungen: Es wird der Lebensweg von Lucius Sergius Catilina nachgezeichnet, wobei insbesondere seine patrizische Herkunft, seine politische Laufbahn und die Ereignisse bis zu seiner Wahlniederlage für das Konsulat betrachtet werden.

4.Die Verschwörung des Jahres 63 v. Chr. – Ereignisse und Resultate: Hier erfolgt eine detaillierte chronologische Aufarbeitung der Verschwörungspläne, der Rolle Ciceros als Konsul und der Eskalation bis hin zur Hinrichtung der Verschwörer und Catilinas Tod.

5.Die Verschwörung des Catilina und seiner Anhänger – Beginn eines neuen Zeitalters für Rom?: Das Kapitel diskutiert die Verschwörung als symptomatische Reaktion auf ein versagendes politisches System und ordnet sie als Ausgangspunkt für den beschleunigten Niedergang der Römischen Republik ein.

6.Resümee und Ausblick: Das Fazit bestätigt die These, dass die Ereignisse des Jahres 63 v. Chr. eine entscheidende historische Zäsur darstellten, die den Weg für den Aufstieg von Akteuren wie Julius Caesar und die spätere Umwandlung in ein Kaiserreich ebnete.

Schlüsselwörter

Römische Republik, Catilinarische Verschwörung, Lucius Sergius Catilina, Cicero, Optimaten, Popularen, Krise der Republik, Senat, Machtkonzentration, Staatsstreich, Sallust, Historische Zäsur, Prinzipat, Julius Caesar, Innenpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sogenannte „Catilinarische Verschwörung“ des Jahres 63 v. Chr. als ein zentrales Ereignis zur Beschreibung der Krise, die zum Ende der Römischen Republik führte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zu den Schwerpunkten zählen die innenpolitischen Spannungen der römischen Spätzeit, die Rolle Catilinas als politischer Akteur sowie der Einfluss der damaligen politischen Eliten wie Cicero und Caesar.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel besteht darin zu belegen, dass die Verschwörung nicht als isolierter Umsturzversuch, sondern als notwendiges Symptom einer tiefgreifenden epochalen Krise Roms zu verstehen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historiographische Analyse, die sich primär auf antike Quellen (Sallust, Cicero) sowie auf moderne wissenschaftliche Forschungsliteratur zur römischen Geschichte stützt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, eine biographische Betrachtung Catilinas, eine detaillierte chronologische Analyse der Ereignisse des Jahres 63 v. Chr. und eine historische Einordnung dieser Vorgänge.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Römische Republik, Catilinarische Verschwörung, Krise, Optimaten, Staatsstreich und historischer Wandel.

Inwiefern spielte Cicero bei der Vereitelung der Verschwörung eine Rolle?

Cicero agierte als Konsul, der durch Informanten von den Plänen Catilinas erfuhr, den Senat alarmierte und das „senatus consultum ultimum“ erwirkte, was schließlich die rechtliche Handhabe zur Zerschlagung der Verschwörung ermöglichte.

Welche Bedeutung hatte Catilinas Wahlniederlage für den Verlauf der Verschwörung?

Die wiederholten Niederlagen bei der Konsulwahl und der vorangegangene Repetundenprozess werden als wesentliche Faktoren betrachtet, die Catilina in die politische Verzweiflung trieben und seinen Entschluss zum Umsturzversuch maßgeblich beeinflussten.

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Details

Titel
Die „Catilinarische Verschwörung“. Ein politischer Umsturzversuch oder Krisenanzeichen und Beginn einer neuen Epoche Roms?
Hochschule
Technische Universität Dresden
Note
1,5
Autor
Marcus Hanisch (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V189150
ISBN (eBook)
9783656145943
ISBN (Buch)
9783656146124
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Catilinarische Verschwörung Rom römische Geschichte alte Geschichte Catilina Antike
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Hanisch (Autor:in), 2009, Die „Catilinarische Verschwörung“. Ein politischer Umsturzversuch oder Krisenanzeichen und Beginn einer neuen Epoche Roms?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189150
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Leseprobe aus  21  Seiten
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