Politisches Interesse von Jugendlichen


Referat (Ausarbeitung), 2008

9 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Interesse von Jugendlichen an Politik

2. Bedingungsfaktoren
2.1. Der Unterschied bei den Geschlechtern- Sind junge Frauen wirklich unpolitischer?

3. Einstellung zur Demokratie und Gesellschaft
3.1. Wahlen und Wahlbeteiligung

4. Vertrauen in gesellschaftliche Gruppierungen und Institutionen

5. Fazit

6. Literaturangaben

Politisches Interesse von Jugendlichen

Als Basisliteratur für meinen Vortrag verwendete ich die 15. Shell Jugendstudie. Diese wurde 2006 veröffentlicht und gilt somit als aktuellste Untersuchung über das Verhalten, die Perspektiven sowie Werte und Interessen von Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren. Mehr als 2500 repräsentativ ausgewählte Probanten wurden in Stichproben befragt. Die ShellStudie wird seit 1952 im Vierjahres Rhythmus erhoben.

Politisches Interesse bedeutet Neugier, Zuwendung, Aufmerksamkeit und Wachheit gegenüber politischen Angelegenheiten.

1. Interesse von Jugendlichen an Politik

Das Interesse von Jugendlichen ist trotz eines leichten Anstieges weiterhin sehr gering. So bezeichnen sich nur etwa 39% der Befragten als politisch interessiert. Im Jahr 2002 lag der Wert sogar nur bei 34%. Es wäre also verfrüht von einer Trendwende zu sprechen. Vergleicht man dies mit den 80er (1984 etwa 55%)und 90er Jahren (1991 etwa 57%), so ist ein rapider Abfall zu bemerken. Der Blick hat sich von einer politisch engagierten Jugend in den 60er Jahren hin zu einer eher Unpolitischen gewandelt. Es muss sich von der politischen Jugendbewegung als identitätsstiftendes Moment verabschiedet werden. Zu einer maßgeblichen Kategorie ist in der Jugendforschung die sogenannte Politikverdrossenheit geworden.

2. Bedingungsfaktoren

Das politische Interesse der Eltern spielt bei der Beeinflussung ihrer Kinder eine signifikante Rolle. Schätzen diese sich zum Beispiel als politisch stark interessiert ein, so geben das auch 66% ihrer Kinder an. Haben die befragten Eltern nur ein geringes Interesse an politischen Aspekten so spiegelt sich das zu 79% auch in den Antworten ihrer Kinder wieder. Am eindrucksvollsten lässt sich dieser Aspekt jedoch bei den gänzlich uninteressierten Eltern darstellen, immerhin geben 85% ihrer Kinder ebenfalls an gar kein Interesse an Politik zu besitzen.

Ein weiteres bedeutendes Merkmal ist der soziale Status den die Jugendlichen einnehmen. So schätzen sich mehr als die Hälfte der befragten Studenten (68%) als stark interessiert bzw. interessiert ein. Immerhin noch 61% der Gymnasiasten stimmen mit den Studenten in ihrer Haltung zu. Nur etwa 39% der Gymnasiasten schätzen sich als politisch weniger/ gar nicht interessiert überein. Danach erfolgt ein schockierender Abfall zu Schülern der Haupt- bzw. Realschulen, welche sich zu 86% als politisch uninteressiert einstufen. Gerade in diesen Schultypen scheint es daher von unschätzbarer Wichtigkeit zu sein, die Schüler zu motivieren und für aktuelle Themen zu begeistern, damit die Zahl der politisch Interessierten von mageren 14% auf ein angestrebtes Gymnasialniveau steigt.

Zudem zeigte sich in der Studie, dass verschiedene Freizeitbeschäftigungen einen positiven Einfluss auf das politische Interesse ausüben. Testpersonen die sich häufiger an Projekten oder Initiativen beteiligen, Mitglied in einem Verein sind beziehungsweise sich künstlerisch in ihrer Freizeit betätigen, sind überdurchschnittlich neugierig an politischen Themen. Weitere zu nennende Beschäftigungen sind das häufige Lesen von Büchern sowie das Surfen im Internet.

Der persönliche Glaube spielt jedoch eine geringere Rolle als vielleicht vorher vermutet. Gläubige Jugendliche sind dabei genauso an politischen Themen interessiert bzw. uninteressiert wie Nichtgläubige. Eine Sonderstellung in dieser Studie nimmt jedoch die kleine Gruppe derer ein, die an eine überirdische Macht glauben, welche sie nicht direkt benennen können. 46% bezeichnen sich hierbei als politisch (stark) interessiert. Schüler die auf die Frage nach ihrem Glauben mit „weiß nicht so recht“ geantwortet haben gaben zu 78% an nicht interessiert zu sein. Diese Darstellung gilt jedoch nicht als signifikant.

Auch das Alter der Befragten ist in der Studie von Bedeutung. So scheint es jedem klar zu sein, dass Kinder im Alter von 12- 14 Jahren eher anderen Themen Beachtung schenken. Diese Schüler sind noch nicht wahlberechtigt und haben kaum ein Mitspracherecht an brisanten Themen. Bei den 15-17 Jährigen steigt die Begeisterung jedoch kaum merklich auf nur 26% an. Daran lässt sich ablesen, dass gerade diese Altersgruppe sich von Lehrern und Politikern im Stich gelassen fühlt und ein Mitspracherecht einfordert, was ihnen leider nicht gewährleistet wird. Gerade bei diesen Jugendlichen sollte der Gemeinschaftskundeunterricht gezielter einsetzen um das Interesse zu wecken und das Verständnis von komplizierten Prozessen wie zum Beispiel der Gesetzgebung oder den Wahlen in Deutschland zu wecken. Expertengespräche sollten von Lehrern stärker in Betracht gezogen werden um das Unverständnis bei den Schülern zu mindern. Jugendgruppen könnten gebildet, Petitionen eingereicht, Wahlplakate hergestellt und Wahlen im Klassenverband durchgeführt werden. Bei den wahlberechtigten Jugendlichen im Alter von 18- 21 Jahren steigt der Enthusiasmus auf 41%. Bei den 22-25 Jährigen sind es etwa 48%, die sich als politisch interessiert einstufen. Diese geringen Zahlen lassen sich auf das kaum vorhandene Interesse der Teenager zurückführen. Gerade in diesem Alter lassen sich die jungen Bürger relativ schnell von der Flut an Medien, Computerspielen und das große Freizeitangebot beeinflussen. Das Interesse an unserer als „verstaubt“ geltenden Politik ist dabei, wen wundert es, sehr gering. Und dies ändert sich leider, wie die Studie eindrucksvoll belegt, im Alter kaum.

Die verschiedenen Faktoren müssen hierbei genau beleuchtet werden und es muss dort angesetzt werden wo positive Veränderungen möglich und durchsetzbar sind. Präziser auf dieses Thema einzugehen würde hier jedoch den Rahmen des Vortrages sprengen. Hilfe finden Lehrer hierbei jedoch bei der Bundeszentrale für politische Bildung, bei Wahlhelfern, in Internetforen, Lehrbüchern oder Parteien.

2.1. Der Unterschied bei den Geschlechtern- Sind junge Frauen wirklich unpolitischer?

Ein Bedingungsfaktor fiel mir bei meinen Recherchen im Zusammenhang mit der Jugendstudie hauptsächlich auf. Dem unterschiedlichen Politikinteresse der Geschlechter soll in diesem Vortrag besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, da sich die Erkenntnisse der Studie mit meinem eigenen Ehrfahrungen und meinem zukünftigen Beruf nur bedingt vereinbaren lassen. Ich hoffe, dass in den nächsten Jahren eine Veränderung eintreten wird. Es ist tatsächlich so, dass nur 30% der jungen Frauen in der Studie angaben politisch interessiert zu sein, bei den jungen Männern waren es immerhin noch 40%. Dadurch zeigt sich, dass politisches Engagement ein Feld ist in dem sich der Geschlechterunterschied zum Nachteil der Frauen auswirkt. Für Männer ist es demnach wichtiger Macht und Einfluss zu besitzen. Dies bestätigte sich schon in der Shell Jugendstudie 2002. Politische Beteiligung bleibt demnach überwiegend den männlichen Jugendlichen vorbehalten. Mädchen bzw. junge Frauen hingegen können und wollen ihre Eigeninteressen auf politischer Ebene nach wie vor nicht direkt durchsetzen, obwohl sie dazu allen Grund hätten. Sind ihnen Themen wie die Förderung der Vereinbarung von Familie und Beruf oder die finanzielle Entlastung junger Eltern sowie Gehaltsangleichungen an männliche Kollegen oder bessere Ausbildungschancen für sich und ihre Kinder durchaus wichtig. Bereits in jungen Jahren, besonders in der Ausbildungszeit, ist die Mehrzahl der Frauen von diesen politischen Aspekten betroffen.

Junge Männer sind da deutlich weniger zurückhaltend und haben kein Problem aus ihrem politischen Engagement einen Vorteil zu ziehen um ihre beruflichen Ziele zu erreichen. Politik gilt für Frauen immer noch als ein Gebiet, indem junge Männer durch Engagement und Interesse einen Prestigegewinn erzielen können.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Politisches Interesse von Jugendlichen
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Hauptseminar: Was ist guter Sozialkundeunterricht?
Note
1,5
Autor
Jahr
2008
Seiten
9
Katalognummer
V189170
ISBN (eBook)
9783656131151
ISBN (Buch)
9783656133322
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politikinteresse von Jugendlichen, Shell Studie
Arbeit zitieren
Luise Apelt (Autor), 2008, Politisches Interesse von Jugendlichen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189170

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