Executive Summary
Im Zuge der technischen und gesellschaftlichen Entwicklung entstehen Medien. Sie gewinnen an Bedeutung,
sie verändern sich oder sie werden durch neue Medien verdrängt. Ein aktuelles Beispiel ist der
Konkurrenzkampf zwischen Internet und Printmedien. Insbesondere die Tagespresse leidet unter dem neuen
virtuellen Medium.1
Ein globales Phänomen: Neben dem kommerziell orientierten Mediensystem der USA, sieht sich auch das
Deutschlands vor einer großen Herausforderung. Beide Länder stehen nicht nur vor der Aufgabe ein
etabliertes und bewährtes Medium zu schützen, die Tagespresse und ihren Auftrag, sondern auch, der mit
dem Internet einhergehenden Kommerzialisierung der Medien(inhalte), entgegenzuwirken.
In den USA lässt sich insbesondere unter Jugendlichen eine klare Abwendung von den Printmedien und vor
allem von den Tageszeitungen erkennen.2 Und auch in Deutschland ist das Internet als Informationsmedium
unter Jugendlichen beliebter als die Tagespresse. Da Trends aus den USA erfahrungsgemäß zeitlich
verzögert auch Deutschland erreichen, kann der Markt davon ausgehen, dass sich die Abkehr vom
Printprodukt als Informationsmedium hierzulande noch verstärkt.
Zudem ist ein Zusammenhang zwischen kostenfreien Informationsangeboten im Internet3 und mangelnder
journalistischer Qualität unstrittig. Insofern könnte eine Renaissance der Tageszeitungen mittels konsequenter
und zügig eingeführter „Premiumstrategie“4 erreicht werden. Hierzu bedarf es eines Umdenkens in der
deutschen Journalismuskultur und damit im Selbstverständnis der Journalisten. Dabei könnte der deutsche
Tagespressemarkt aus dem Erfahrungsschatz der US-amerikanischen Investigativjournalisten schöpfen und
die Recherche per se ganz neu definieren.
Insofern könnte aus den USA als Trendsetter in Sachen Internetnutzung auch ein Vorbild für eine neue
Journalismuskultur in Deutschland werden. Im Idealfall schafft die deutsche Tagespresselandschaft damit
eine Symbiose aus wirtschaftlichen Interessen und der vorbildlichen Erfüllung ihrer Rolle als wichtiger Teil der
vierten Gewalt im Staat.
Der Weg aus der Krise könnte demnach in der Offensive liegen - mit Qualität und Investigativjournalismus
könnte die Tagespresse den Medienkrimi für sich entscheiden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung der Medien
2.1 Geschichte der Medien in den Vereinigten Staaten
2.1.1 Printmedien
2.1.2 Hörfunk
2.1.3 Fernsehmarkt
2.1.4 Internet
2.2 Geschichte der Medien in der Bundesrepublik Deutschland
2.2.1 Printmedien
2.2.2 Rundfunk
2.2.3 Internet
3 Mediensysteme im Vergleich
3.1 Die Geographie
3.2 Sprache und Kultur
3.3 Die Wirtschaftsverfassung
3.4 Das politische System
3.5 Das Medienrecht
3.5.1 Die USA
3.5.2 Deutschland
3.6 Die Medientechnologie
4 Medienphänomen Tageszeitung
4.1 Die Situation der Printmedien am Beispiel der Tageszeitungen
4.1.1 Pressemarkt der USA
4.1.2 US-amerikanische Tageszeitungen
4.1.3 Der deutsche Pressemarkt
4.1.4 Tageszeitungsmarkt in Deutschland
4.1.5 Vergleich der Pressemarktstrukturen
4.2 Journalismuskultur in Deutschland und den USA
4.3 Die Rolle des Investigativjournalismus
4.4 Investigativjournalismus in den USA und Deutschland
5 Zukunftsaussichten der Tagespresse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert vergleichend die Mediensysteme der USA und Deutschlands, mit einem besonderen Fokus auf die ökonomische und journalistische Situation der Tageszeitung unter Berücksichtigung der Rolle des Investigativjournalismus als Strategie zur Krisenbewältigung.
- Historische Genese der Mediensysteme in beiden Ländern
- Struktureller Vergleich der Geographie, Politik und Medienverfassung
- Analyse der ökonomischen Abhängigkeiten und Herausforderungen für Printmedien
- Untersuchung der Journalismuskulturen im Hinblick auf Qualität und Recherche
- Bedeutung des Investigativjournalismus für die Glaubwürdigkeit der Presse
Auszug aus dem Buch
4.3. Die Rolle des Investigativjournalismus
Am Beispiel des Investigativjournalismus zeigt sich das unterschiedliche Verständnis beider Länder von journalistischer Qualitätsarbeit. Ein Kernaspekt, der über die Glaubwürdigkeit von Pressesystem und Journalismuskultur, damit über deren Erfolg und schließlich über ihr Bestehen oder Verschwinden im Mediendschungel entscheiden kann.
„Investigativjournalismus“ bezeichnet in Demokratien zur Kontrolle der Macht und wird daher als „Watchdog Journalism“ bezeichnet. Obwohl beide Länder (...) sind, hat sich die (...) Praxis des investigativen Journalismus (...) unterschiedlich entwickelt, wobei sich amerikanische Journalisten, trotz des kommerziell orientierten US-amerikanischen Mediensystems, einer „wesentlich informationsoffeneren Gesellschaft“ gegenübersehen.
Ziel des Investigativjournalismus ist es (für Gruppe X unbequeme) Themen auf die journalistische Agenda zu setzen, die bei herkömmlicher journalistischer Recherche aus unterschiedlichen Gründen nur oberflächlich oder gar keinen Platz in der öffentlichen Aufmerksamkeit finden würden. Zudem verhindert er eine Gleichschaltung der Medien, schafft Meinungsvielfalt, prüft die Wahrheit einer Nachricht und relativiert die Gefahr der Abhängigkeit der Journalisten von unterschiedlichen Interessengruppen. Gerade zur prekären monetären Situation der Tagespresse bildet der Investigativjournalismus einen wichtigen Gegenpol. Er kann die Objektivität und Unabhängigkeit der Inhalte dauerhaft erhalten und damit eine Rückbesinnung zur eigentlichen Kernaufgabe der Medien - die Bevölkerung nicht nur zu informieren, sondern zu bilden, aufzuklären und zur Entwicklung einer eigenen, differenzierten Meinung anzustoßen - bewirken.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Medienwandels ein und umreißt die Zielsetzung der vergleichenden Analyse.
2 Historische Entwicklung der Medien: Das Kapitel zeichnet die Entstehung und den Wandel von Printmedien, Rundfunk und Internet in den USA und Deutschland nach.
3 Mediensysteme im Vergleich: Hier werden strukturelle Rahmenbedingungen wie Geografie, politische Systeme und rechtliche Grundlagen beider Länder gegenübergestellt.
4 Medienphänomen Tageszeitung: Dieses Kapitel analysiert detailliert die Marktsituation, Journalismuskulturen und die spezifische Funktion des Investigativjournalismus.
5 Zukunftsaussichten der Tagespresse: Das abschließende Kapitel diskutiert Strategien wie die „Premiumstrategie“ und die Bedeutung von Qualität und Investigativjournalismus für das Überleben der Printmedien.
Schlüsselwörter
Mediensystem, USA, Deutschland, Tageszeitung, Printmedien, Journalismus, Investigativjournalismus, Medienmarkt, Medienrecht, Digitalisierung, Qualität, Pressefreiheit, Medienwandel, Marktstruktur, Medienkrise
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht vergleichend die Mediensysteme in den USA und Deutschland, wobei die Krise der Tageszeitungen und die Rolle des Investigativjournalismus im Zentrum stehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Schwerpunkten gehören die historische Entwicklung der Medien, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen sowie die unterschiedlichen journalistischen Ansätze in beiden Ländern.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Mediennutzung und -struktur zu identifizieren und zu eruieren, ob Investigativjournalismus ein Mittel gegen die Krise der Tagespresse darstellen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Analyse (komparative Methode) der Mediensysteme sowie eine Auswertung einschlägiger Literatur und Quellen zu Medienstrukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, den systematischen Vergleich der Länderstrukturen und eine detaillierte Betrachtung des Marktes für Tageszeitungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Mediensystem, Tageszeitung, Investigativjournalismus, Medienkrise, Journalismuskultur und Pressefreiheit.
Warum spielt der Investigativjournalismus eine so wichtige Rolle für die Autorin?
Die Autorin sieht ihn als essenzielles Korrektiv und wichtigen Gegenpol zur ökonomischen Krise, der die journalistische Unabhängigkeit und die öffentliche Bildungsaufgabe sichern kann.
Welchen Einfluss haben die ökonomischen Rahmenbedingungen auf die US-amerikanische und deutsche Tagespresse?
Beide Märkte sind stark von Werbeeinnahmen und Konsumorientierung geprägt, was den Druck auf Verlage erhöht, journalistische Qualität und ökonomischen Erfolg in Einklang zu bringen.
- Arbeit zitieren
- B.A. Katharina Maute (Autor:in), 2011, Das Mediensystem der USA und Deutschlands im Vergleich , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189195