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Realitätskonstruktionen im Palästinakonflikt

Eine kritische Diskursanalyse

Titel: Realitätskonstruktionen im Palästinakonflikt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2012 , 38 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Simon Rietberg (Autor:in)

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit widmet sich dem Nahostkonflikt. Dabei geht es jedoch weniger um die Ereignisse, ihre Ursachen und Hintergründe – diese spielen eine untergeordnete Rolle. In diesem Fall geht es um die Realitätskonstruktionen, die von beiden Seiten vorgenommen werden. Zu deren Analyse werden die anlässlich der 66. Generaldebatte der UNO am 23.09.2011 vorgetragenen Reden der jeweiligen „Oberhäupter“ der sich gegenüberstehenden Parteien, Mahmoud Abbas (Präsident der palästinensischen Autonomiebehörde) und Benjamin Netanjahu (israelischer Ministerpräsident), herangezogen. Dabei stellt die Arbeit die These auf, dass sowohl die palästinensische als auch die israelische Seite zwar ähnliche Strategien verfolgen, um die Weltöffentlichkeit von der eigenen Wahrheit zu überzeugen, Netanjahu dabei jedoch aufgrund seiner „schlechteren“ Ausgangslage bei den für die Deutungshoheit entscheidenden Bereichen gezwungen ist, deutlich defensiver vorzugehen.
Beginnend mit einem kurzen historischen Überblick, der die wichtigsten für das Verständnis des Nahostkonflikts notwendigen Ereignisse enthält, widmet sich die Arbeit dann ihrer Methode, der kritischen Diskursanalyse. Dabei wird zuerst geschildert, was genau unter einem Diskurs zu verstehen ist, um dann genauer auf das Analyseinstrument als solchem einzugehen. Der dann folgende Hauptteil wendet das zuvor theoretisch geschilderte Verfahren in der Praxis an und unterzieht beide Reden unter besonderer Berücksichtigung der unterschiedlichen Realitätskonstruktionen einer genauen Analyse. In einem Resümee werden die Ergebnisse schließlich zusammengefasst. Abschließend soll dann die Frage nach der Haltbarkeit der These beantwortet werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

1. DER NAHOSTKONFLIKT

2. KRITISCHE DISKURSANALYSE – WAS IST DAS EIGENTLICH?

2.1. DER DISKURS

2.2. DIE KRITISCHE DISKURSANALYSE

3. DIE BEIDEN REDEN IM VERGLEICH

3.1. TÄTER GEGEN OPFER – BESATZER GEGEN TERRORISTEN

3.2. FRIEDENSBEFÜRWORTER GEGEN FRIEDENSBLOCKIERER

3.3. WEM GEHÖRT PALÄSTINA?

3.4. DIE FRAGE DER ANERKENNUNG

RESÜMEE

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht mittels der Methode der kritischen Diskursanalyse die Realitätskonstruktionen in den Reden von Mahmoud Abbas und Benjamin Netanjahu anlässlich der 66. Generaldebatte der UNO im Jahr 2011, um aufzuzeigen, wie beide Parteien ihre jeweilige Wirklichkeit und Positionierung im Nahostkonflikt sprachlich darstellen und legitimieren.

  • Analyse der rhetorischen Strategien zur Täter-Opfer-Zuschreibung
  • Untersuchung der Argumentationsmuster im Kontext von Friedensbemühungen
  • Diskursives Ringen um territoriale Ansprüche und historische Deutungshoheit
  • Vergleich der Legitimationsstrategien zur staatlichen Anerkennung
  • Untersuchung des Einflusses politischer Machtverhältnisse auf die Diskursbildung

Auszug aus dem Buch

3.1. Täter gegen Opfer – Besatzer gegen Terroristen

Bereits in diesem Kapitel wird deutlich, wie sehr beide Seiten versuchen, sich diese Macht zu sichern. Abbas und Netanjahu versuchen beide – wie sollte man es anders erwarten – die eigene Seite als moralisch besonders integer darzustellen, während der Eindruck entstehen soll, der jeweilige Gegenüber sei allein verantwortlich für den Konflikt bzw. für dessen Fortbestehen. Wie geht man nun am besten vor, wenn man eine solche Diskreditierung möglichst effektiv in die Wege leiten möchte, ohne dabei selbst seine weiße Weste zu beschmutzen? Man stellt den anderen als Täter dar – und sich selbst als Opfer. Genau so verfahren auch die beiden Kontrahenten. Beide Seiten versuchen, die Täterrolle auf den jeweils anderen zu projizieren, während man selbst als Opfer der Gewalt der anderen Partei mehr oder minder schutzlos ausgeliefert sei. Dies gilt in vor allem für Abbas. Abbas stellt Israel in erster Linie als Besatzungsmacht dar. Allein das Wort „occupation“ bzw. seine entsprechenden Varianten tauchen 25 mal in Abbas Rede auf; die häufige Nennung des Wort „settler“ bzw. seiner Varianten weist ebenfalls darauf hin, dass Abbas in Israel vor allem eine Art Kolonialmacht (Z.65; 110; 339) sieht. Konkret behauptet er, dass diese Besatzungspolitik, die einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht und UN-Resolutionen darstelle (Z.69; 285-288), mit brutaler Gewalt und ethnischer Diskriminierung (Z.67-68) einhergehe, wobei sich Israel dieser Politik sogar rühme (Z.77).

Zusammenfassung der Kapitel

EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik des Nahostkonflikts ein und erläutert das Ziel der Arbeit, anhand der UNO-Reden von Abbas und Netanjahu die jeweiligen Realitätskonstruktionen mittels kritischer Diskursanalyse zu untersuchen.

1. DER NAHOSTKONFLIKT: Dieses Kapitel gibt einen kompakten historischen Überblick über die Ursprünge und die Entwicklung des Konflikts, um das nötige Hintergrundwissen für die nachfolgende Analyse zu vermitteln.

2. KRITISCHE DISKURSANALYSE – WAS IST DAS EIGENTLICH?: Hier werden die theoretischen Grundlagen der kritischen Diskursanalyse nach Fairclough und Wodak dargestellt und der Fokus auf das zentrale Element der Macht in sprachlichen Diskursen gelegt.

3. DIE BEIDEN REDEN IM VERGLEICH: Das Hauptkapitel analysiert die Reden von Abbas und Netanjahu anhand spezifischer Kategorien wie Täter-Opfer-Zuschreibungen, Friedensrhetorik und dem Anspruch auf Territorium sowie staatliche Anerkennung.

RESÜMEE: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Ausgangsthese über die defensivere Positionierung Netanjahus im Vergleich zu Abbas und reflektiert die mediale Wahrnehmung der Reden.

Schlüsselwörter

Nahostkonflikt, Kritische Diskursanalyse, Mahmoud Abbas, Benjamin Netanjahu, Realitätskonstruktion, Machtverhältnisse, Deutungshoheit, Palästina, Israel, Friedensverhandlungen, Opferdarstellung, Täterbeschreibung, UN-Generalversammlung, Siedlungspolitik, Diskurs.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie zwei gegensätzliche politische Akteure – Mahmoud Abbas und Benjamin Netanjahu – im Rahmen ihrer UNO-Reden von 2011 diskursiv versuchen, ihre eigene Sicht auf den Nahostkonflikt als absolute Wahrheit darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Arbeit konzentriert sich auf die Konstruktion von Täter-Opfer-Rollen, die Darstellung von Friedensbemühungen, territoriale Besitzansprüche sowie die diplomatische Frage der staatlichen Anerkennung.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die sprachlichen Strategien aufzudecken, mit denen beide Seiten versuchen, die Weltöffentlichkeit von ihrer jeweiligen Legitimität zu überzeugen und Macht durch Deutungshoheit zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird die Methode der kritischen Diskursanalyse (KDA) verwendet, um zu untersuchen, wie Diskurse mit Macht und Herrschaft interagieren und soziale Realitäten konstruieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in vier inhaltliche Vergleichsbereiche: Täter-Opfer-Zuschreibungen, die Friedensrhetorik, die Frage des territorialen Eigentums an Palästina sowie die Anerkennung der staatlichen Souveränität.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind neben den Akteuren selbst vor allem der Diskursbegriff, Macht, Deutungshoheit, Realitätskonstruktion sowie die spezifischen Konfliktfelder wie Siedlungspolitik und Anerkennung.

Warum wird Netanjahu als "defensiver" in seinem Diskurs eingestuft?

Die Analyse zeigt, dass Netanjahu aufgrund der internationalen Kritik an der israelischen Siedlungspolitik gezwungen ist, sein Handeln häufiger rechtfertigen zu müssen und den "Feind" breiter (Islamismus) zu definieren, um westliche Verbündete zu gewinnen.

Welche Rolle spielt der Begriff "Wahrheit" in den untersuchten Reden?

Die quantitative Analyse zeigt, dass Netanjahu den Wahrheitsanspruch deutlich expliziter durch die häufige Verwendung des Wortes "Wahrheit" betont, während Abbas seinen Diskurs stärker auf die (historische) Opferrolle des palästinensischen Volkes stützt.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Realitätskonstruktionen im Palästinakonflikt
Untertitel
Eine kritische Diskursanalyse
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Veranstaltung
The Language of Terrorism
Note
1,3
Autor
Simon Rietberg (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
38
Katalognummer
V189203
ISBN (eBook)
9783656133131
ISBN (Buch)
9783656133360
Sprache
Deutsch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Simon Rietberg (Autor:in), 2012, Realitätskonstruktionen im Palästinakonflikt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189203
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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