Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Sociology - Individual, Groups, Society

Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead

Title: Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead

Term Paper , 2004 , 32 Pages

Autor:in: Ines Lenz (Author)

Sociology - Individual, Groups, Society
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zum Verständnis der Konzepte von George Herbert Mead, ist die
Erörterung von mehreren soziologischen Lehren erforderlich.
Die Chicagoer Schule vertrat eine Empirie, die sich im
Besonderen quantitativ orientierte. Ihre strukturelle-funktionale
Theorie ist die Zusammenfassung des Wertvollsten der
europäischen Klassiker der Soziologie und bildet somit das
Fundament einer „professionell abgesicherten und kumulativen
Erkenntnisgewinnung“.1 Die neu gewonnene Identität des Faches
verdrängte jedoch die Tradition des deutschen Idealismus und
Marxismus, die nicht in das Bild eingefügt werden konnten.
Darüber hinaus wurden auch die Leistungen der pragmatischen
Sozialphilosophie nur unzureichend gewürdigt. Konzeptionen der
Ich-Identität und der Rollenübernahme, das „Thomas-Theorem“
und die Grundidee der biographischen Methode gehören jedoch
zum Standartwissen in der Soziologie. Von allgemeinem
Interesse in den sechziger Jahren war Blumers Fassung des
„interpretativen Ansatzes“. Auch heute noch spielt das Erbe der
Chicagoer Schule eine wichtige Rolle in aktuellen
Theoriediskussionen. Der symbolische Interaktionismus war
jedoch nicht ausgereift genug, um gleichwertig neben der
kritischen Theorie, oder dem Marxismus zu stehen. Daher setzte
sich diese Tradition jahrzehntelang eher durch exemplarische
Forschung und mündliche Übermittlung, als durch theoretische
Systematik und Selbstbegründung durch. Der symbolische Interaktionismus, der seinen Namen von
Herbert Blumer bekam, kennzeichnet sich durch Prozesse der
Interaktion. Der Begriff Interaktion meint hier den
Symbolvermittelnden Charakter sozialen Handelns. Somit
bedeuten soziale Beziehungen nicht die Umsetzung fester
Vorschriften in die Tat, sondern gemeinsame und wechselseitige
Beziehungsdefinitionen. Damit sind soziale Beziehungen nicht
stabil und zum Teil vorhersehbar, sondern offen und an
gemeinsame Anerkennung gebunden.
Der symbolische Interaktionismus gründet auf den
Pragmatismus, eine Philosophie der Handlung. Die
Leitvorstellungen im Denken von Descartes des einsam
zweifelnden Ich werden von der Idee einer kooperativen
Wahrheitssuche zur Bewältigung realer Handlungsprobleme
abgelöst. John Dewey und George Herbert Mead waren
diejenigen, über die die entscheidende Wirkung des
Pragmatismus in die Soziologie übertrat. [...]

1 Hans Joas 1988: symbolischer Interaktionismus. Von der Philosophie des Pragmatismus
zu einer soziologischen Forschungstratition, S.40

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Biographisches zu Georg Herbert Mead

III Theoretische Grundlagen

IV Mead und der Behaviorismus

IV.1 Grundannahmen

IV.2 Interaktion

V Grundbegriffe

V.1 Interaktionsformen

V.2 Role taking / Role making

V.3 Identität

VI Meads Theorie des Interaktionismus

VI.1 „Selbst/Identität“

VI.2 Das „Ich“

VI.3 Das „Mich“

VII Qualitäten der Interaktionistische Theorie nach Habermas

VII.1 Das Meadsche Sozialisationsmodell

VII.2 Die Gesellschaft

VII.3 „Die Soziale Kontrolle“

VII.3.1 Beispiel: Meads Idealgesellschaft

VII.4 Die gesellschaftlichen Konflikte

VIII Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die soziologischen Konzepte von George Herbert Mead, insbesondere den symbolischen Interaktionismus, und analysiert, wie Identität und Gesellschaft in wechselseitigen Interaktionsprozessen entstehen. Ziel ist es, die Grundlagen des sozialen Verhaltens und die Rolle der Selbstreflexion innerhalb dieser Theorie kritisch zu hinterfragen.

  • Grundlagen des symbolischen Interaktionismus nach G.H. Mead.
  • Die Bedeutung von Kommunikation und symbolischer Geste für die Identitätsbildung.
  • Die Differenzierung von „Ich“ (Ich-Identität) und „Mich“ (soziale Identität).
  • Analyse der Sozialisation und gesellschaftlichen Kontrolle.
  • Kritische Einordnung durch die Theorie von Jürgen Habermas.

Auszug aus dem Buch

VI.2 Das „Ich“

Die verschiedenen „Selbst“ werden nicht als zusammenhangslose Objekte betrachtet, sondern stehen in einer Hierarchie je nach Bedeutung für das Individuum.

Diese Auffassung von sich selbst als „Ganzem“ wird von Mead als „Ich“ oder auch „Selbst-Verständnis“ bezeichnet. Das Individuum sieht sich selbst als ein Subjekt. Das „Ich“ entspricht der Identität, die in soziale Beziehungen mit der Identität der anderen tritt.

Es handelt in Bezug auf andere und ist sich der Objekte ihrer Umgebung unmittelbar bewusst.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Einführung in die soziologischen Lehren der Chicagoer Schule und die Relevanz von Meads pragmatischer Sozialphilosophie.

II Biographisches zu Georg Herbert Mead: Überblick über die Lebensstationen Meads und die prägenden Einflüsse seiner Zeit.

III Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Verbindung von Evolutionstheorie, Pragmatismus und Idealismus in Meads Sozialtheorie.

IV Mead und der Behaviorismus: Diskussion des Sozialbehaviorismus und der Abgrenzung zu klassischen Reiz-Reaktions-Modellen.

V Grundbegriffe: Definition zentraler Konzepte wie Interaktion, Rollenübernahme (Role taking/making) und Identität.

VI Meads Theorie des Interaktionismus: Detaillierte Betrachtung der Identitätskomponenten „Selbst“, „Ich“ und „Mich“.

VII Qualitäten der Interaktionistische Theorie nach Habermas: Analyse der Sozialisationsmodelle und gesellschaftlicher Strukturen nach Habermas’ Interpretation.

VIII Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Stärken und blinden Flecken von Meads Interaktionstheorie.

Schlüsselwörter

Symbolischer Interaktionismus, Georg Herbert Mead, Identität, Sozialisation, Interaktion, Ich-Identität, Soziale Identität, Rollenübernahme, Pragmatismus, Sozialbehaviorismus, Gesellschaft, Kommunikation, Rolle, Selbstreflexivität, Generalisierter Anderer.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit widmet sich den soziologischen Kernkonzepten von George Herbert Mead und der Entstehung von Identität und Gesellschaft durch soziale Interaktion.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind der symbolische Interaktionismus, die Identitätsentwicklung, das Sozialisationsmodell nach Mead sowie die Einordnung dieser Theorien durch Jürgen Habermas.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist die Analyse und kritische Hinterfragung, wie menschliche Identität als reflexives Produkt gesellschaftlicher Interaktionsprozesse entsteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die zentrale soziologische Primärquellen und Interpretationen zur symbolischen Interaktion vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit den Grundannahmen des Sozialbehaviorismus, den Interaktionsformen, der Differenzierung von Identitätskonzepten (Ich/Mich) und deren gesellschaftlicher Kontrolle.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Symbolischer Interaktionismus, Identitätsbildung, Interaktion, Rolle, Sozialisation und der generalisierte Andere.

Wie unterscheidet Mead zwischen „Ich“ und „Mich“?

Das „Ich“ beschreibt den spontanen, impulsiven Anteil des Individuums, während das „Mich“ die verinnerlichte soziale Identität darstellt, die durch Rollenübernahme erworben wurde.

Was bedeutet Meads Idealgesellschaft?

Mead entwirft ein Ideal, in dem alle handelnden Menschen an einem offenen Kommunikationsprozess teilhaben, wodurch soziale Diskriminierung minimiert wird.

Excerpt out of 32 pages  - scroll top

Details

Title
Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead
College
Free University of Berlin  (FB Soziologie)
Course
Individuum und Gesellschaft
Author
Ines Lenz (Author)
Publication Year
2004
Pages
32
Catalog Number
V18920
ISBN (eBook)
9783638231688
Language
German
Tags
Individuum Gesellschaft Konzepten Georg Herbert Mead Individuum Gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Lenz (Author), 2004, Individuum und Gesellschaft in den Konzepten von Georg Herbert Mead, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/18920
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  32  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint