Ausführlicher Unterrichtsentwurf 1. Klasse Deutsch: Wir lernen Verben kennen


Unterrichtsentwurf, 2010

22 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Bedingungsanalyse
1.1. Die Rahmenbedingungen
1.2. Lernvoraussetzungen

2. Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang
2.1. Stellung der Unterrichtsstunde in der Unterrichtseinheit

3. Die Sachanalyse
3.1. Fachwissenschaftliche Analyse

4. Didaktische Analyse
4.1. Stoff-und Methodenauswahl
4.2. Aufteilung der Unterrichtsinhalte in Phasen
4.3. Lernziele
4.3.1. Grobziel der Unterrichtseinheit
4.3.2. Grobziel der Unterrichtsstunde
4.3.3. Feinziele der Unterrichtsstunde

5. Verlaufsplan

6. Anhang
6.1. Arbeitsblatt Verben
6.2. Dominokarten Verben
6.3. Tafelkarten Verben und Nomen

Literaturverzeichnis

1. Bedingungsanalyse

1.1. Die Rahmenbedingungen

Die Astrid-Lindgren-Grundschule liegt in einem beschaulichen Wohngebiet außerhalb der Stadt. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist sehr gut, sodass die Schülerinnen und Schüler eigenständig zur Schule fahren können.

An der Grundschule unterrichten insgesamt sechs Lehrkräfte in fünf Klassen. Von der ersten bis zur dritten Klasse laufen die Klassen einzügig, die vierte Klasse wurde aufgrund des vorgegebenen Teilers in zwei Klassen geteilt und läuft somit zweizügig. Es wird in unterschiedlichen Gebäuden unterrichtet, die durch den Schulhof miteinander verbunden sind. Auf den Gängen des Schulgebäudes selbst sind verschiedene Werke der Schüler1 aller Klassenstufen ausgestellt und dadurch ansprechend dekoriert. An der Schule wird eine ergänzende Betreuung für die Schüler angeboten.

Der Deutschunterricht ist für diese Stunde nicht im Stundenplan festgelegt, da der Plan lediglich die Stunden der Klassenlehrerin beinhaltet und nicht die zu erteilenden Fächer. Damit bleibt ein Spielraum für Abwechslung und ebenso für fächerübergreifende Unterrichtseinheiten offen. Der zu haltende Unterricht fällt in die vierte Stunde der Klasse, was bedeuten kann, dass teilweise die Schülerinnen und Schüler vom vorhergegangenen Unterricht ermüdet sein könnten.

Die großzügige Aufteilung des Klassenzimmers lässt dem Unterrichtenden alles offen. Es ist viel Platz für Bewegung und verschiedene Sitzordnungen vorhanden, die Klasse kann bewegt lernen und sich ohne Probleme im Stuhlkreis oder im Kinositz vor der Tafel versammeln.

1.2. Lernvoraussetzungen

Die Klasse besteht aus 24 Schülerinnen und Schülern, die aus unterschiedlich bildungsnahen Familien stammen. Somit ist von vornherein eine heterogene Lerngemeinschaft gegeben. Dieser Faktor muss während des Unterrichts stets berücksichtigt werden. In der Klasse treffen Kinder mit vielen unterschiedlichen Migrationshintergründen aufeinander. Unter diesen Schülern sind Kinder dabei, die Deutsch als Zweitsprache lernen und dabei bereits in vorhergegangenen Stunden Schwierigkeiten gezeigt haben.

Bei der Einführung der Wortart ‚Verb’ muss darauf geachtet werden, dass auch die in Deutsch schwachen Kinder die Einführung verstehen, um anschließend selbstständig arbeiten können. Trotz der unterschiedlichen Migrationshintergründe in der Klasse sprechen die betroffenen Kinder gutes Deutsch und haben lediglich im schriftlichen Bereich kleinere Probleme. In der Klasse sind keine von einer Lese-und Rechtschreibstörung2 betroffenen Kinder, somit muss darauf keine spezielle Rücksicht während des Unterrichts genommen werden. Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Klasse ist äußerst ausgeprägt, und es kommt selten zu Streitigkeiten.

Die Schüler waren in vorhergegangenen Deutschstunden stets interessiert am Thema und haben ohne auffallende Probleme mitgearbeitet. Die Einführung in die Wortart ‚Verben’ dürfte für die Klasse nicht so leicht sein, da als Vergleichsmoment bis jetzt nur die Nomen bekannt sind. Durch die spielerische Einführung in das Thema könnte das Interesse jedoch schnell geweckt werden und zu einem Lernerfolg führen.

Die Schüler sind mit dem Fachbegriff ‚Nomen/Namenwort’ bereits vertraut und können so auf eine neue und unbekannte Wortart angemessen reagieren und damit arbeitstechnisch umgehen. Sie kennen aus einer vorhergehenden Einheit die Verwendung und Charakteristika der Wortart, welche für diese Unterrichtsstunde relevant sein werden. Unbewusst sind sie in ihrem bisherigen Unterricht und Alltag bereits mit der Wortart ‚Verb’ konfrontiert worden, und in dieser Stunde muss den Schülern die Wortart zum grammatikalisch richtigen Gebrauch bewusst gemacht werden. Eine Unterrichtsstunde, die die Verben eingeführt hat, gab es bisher nicht. Durch den ständigen Gebrauch im Alltag können die Schüler sich jedoch leichter mit dem Thema identifizieren und sich damit auch produktiv auseinandersetzen. Sie sind in der Lage, einfache Sätze bestehend aus Artikel, Nomen und Verb zu bilden. Vielleicht hat das ein oder andere Kind auch bereits Vorwissen über ‚Verben’ beziehungsweise ‚Tunwörter’, das es mit einbringen kann.

Die Kinder der Klasse 2 sind an unterschiedliche Sozialformen gewöhnt, da diese durch die Klassenlehrerin regelmäßig praktiziert und in einzelnen Fällen wiederholt erklärt werden. Sie kennen einen abwechslungsreichen Unterricht und werden einen solchen Unterricht auch von einer neuen Lehrkraft erwarten und teilweise auch fordern.

Der Lernstand der Schüler ist in dieser Klasse durch die gegebenen Migrationshintergründe unterschiedlich. Während des Unterrichts muss auf diese Unterschiede speziell Rücksicht genommen werden. So haben einige Kinder noch Probleme beim Erfassen von Unterschieden im Wortbild, das heißt, ihnen fallen unterschiedliche Schreibungen zum Beispiel Groß-und Kleinschreibung erst durch mehrmaliges Hinweisen auf. Gerade bei der Einführung einer neuen Wortart, bei der der Bezugspunkt nur die bereits bekannte Wortart Nomen ist, muss drauf geachtet werden, das der Unterschied des Wortbilds von allen Schülern erkannt wird.

Die Schüler der Klasse 2 sind meist in der Lage, kurze Arbeitsanweisungen auf Arbeitsblättern selbstständig zu lesen und zu verstehen. Um sicher zu gehen, dass die Anweisungen von allen verstanden werden, werden sie im Plenum im vornherein besprochen und eventuelle Fragen geklärt.

2. Einordnung der Stunde in den Unterrichtszusammenhang

2.1. Stellung der Unterrichtsstunde in der Unterrichtseinheit

Um einen möglichst großen Lernerfolg und Lernzuwachs bei den Schülern zu erhalten, gliedert sich die Unterrichtseinheit ‚Verben’ in folgende einzelnen Stunden:

Für diesen ausführlichen Unterrichtsentwurf wird die 1. Unterrichtsstunde separat analysiert und ausgeführt.

Das Thema ‚Verben’ ist laut Bildungsplan des Landes Baden-Württemberg für die Klassenstufe 1 und 2 vorgesehen und beinhaltet die Kenntnis und die Anwendung des Fachbegriffes ‚Verb’.

Als Kompetenzen in dieser Einheit werden im Bildungsplan3 folgende Kompetenzen vorgeschrieben:

Die Schülerinnen und Schüler können

- zunehmend über die Sprache, insbesondere die Schriftsprache, nachdenken;
- Regelmäßigkeiten in der Sprache entdecken;
- Wörter unter vorgegebenen Aspekten sammeln und sortieren;
- Wörter in Bestandteile zerlegen und verändern;
- kennen erste Fachbegriffe: Buchstabe, Laut, Selbstlaut, Mitlaut, Zwielaut, Wort, Satz, Nomen (Einzahl, Mehrzahl), Artikel, Verb, Punkt, Fragezeichen, Ausrufezeichen, Komma.

3. Die Sachanalyse

3.1. Fachwissenschaftliche Analyse

Ein bedeutender Teil der deutschen Grammatik sind die unterschiedlichen Wortarten, ohne deren Kenntnis es einem Schüler in seiner Schullaufbahn und in seinem weiteren Lebensweg nicht möglich sein wird, grammatikalisch richtige Sätze zu formulieren. So müssen in der deutschen Sprache verschiedene Wortarten unterschieden werden. Zu den in der Grundschule am wichtigsten und bedeutendsten zählen Nomen und deren Artikel sowie Verben und Adjektive. Das Erlernen, Unterscheiden und Anwenden der genannten Wortarten führt bei vielen Schülern zu anfänglichen, teilweise auch dauerhaften Problemen, die sich durch die ganz Schullaufbahn ziehen können. Für diesen Unterricht und den dazugehörigen ausführlichen Unterrichtsentwurf werden jedoch lediglich die Verben genauer betrachtet.

Der Ursprung der Bezeichnung ‚Verb’ liegt im lateinischen „verbum“ und bedeutet übersetzt schlichtweg „Wort“. Es leitet sich aus dem griechischen Wort für „Aussage“ ab. Daraus lässt sich schließen, dass dem Verb eine wichtige Stellung innerhalb einer Aussage zukommt.4 In der schulischen Praxis finden sich zusätzlich Bezeichnungen wie „Tätigkeitswörter“, „Tunwörter“ oder auch „Zeitwörter“. Als problematisch erweisen sich die beiden zuerst genannten Begriffe „Tätigkeitswörter“ und „Tunwörter“, da sie Hilfsverben (werden), Modalverben (müssen), Vorgangs- (passieren) und Zustandsverben (liegen) ausgrenzen.5 In der Unterrichtspraxis der Grundschule wird bei der Einführung meist die Bezeichnung ‚Tunwort’ verwendet, was Probleme beim Übergang zur Fachsprache ergeben kann. Die Schüler lernen das ‚Tunwort’ kennen und müssen in ihrer weiteren schulischen Laufbahn wieder einen neuen Fachbegriff lernen, den sie mit dem bereits gelernten Begriff gleichsetzen müssen. Dadurch kann es zu Verwirrung oder anfänglichem Unverständnis kommen. Durch die Verwendung des Fachbegriffs schon zu Beginn der Schullaufbahn kann dieses Problem umgangen werden.

Die Konjugation der Verben, also die Veränderung der Verbform je nach Person oder Tempus, wird neben der eigentlichen Einführung des Begriffs ‚Verb’ anhand von praxisnahen und alltäglichen Beispielen erklärt.

[...]


1 Gilt für die gesamte Arbeit gleichermaßen für Schülerinnen und Schüler, außer, es wird explizit erwähnt.

2 Lese-und Rechtschreibstörung wird für den Rest der Arbeit mit LRS abgekürzt

3 Bildungsplan für die Grundschule 2004, Neckar - Verlag

4 Duden, Die Grammatik, S. 395, 2006

5 Risel, H., Grammatik in der Grundschule - so geht’s, Sachanalysen und Unterrichtsvorschläge, S. 53, 2006

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Ausführlicher Unterrichtsentwurf 1. Klasse Deutsch: Wir lernen Verben kennen
Hochschule
Pädagogische Hochschule Karlsruhe
Note
1,5
Autor
Jahr
2010
Seiten
22
Katalognummer
V189214
ISBN (eBook)
9783656133773
ISBN (Buch)
9783656134008
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundschule, Verben, Verben kennenlernen, Umgang mit Verben
Arbeit zitieren
Bettina Kruckenberg (Autor), 2010, Ausführlicher Unterrichtsentwurf 1. Klasse Deutsch: Wir lernen Verben kennen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189214

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