In der vorliegenden Arbeit soll aufgezeigt werden, wie die Aufklärung in Skandinavien ablief, welche Protagonisten, Ziele und Folgen sie hatte und es soll geklärt werden, ob der „Sonderweg“ eher aus den Gedanken der Forschung entsprungen ist als aus der historischen Realität.
Um dieser Frage nachgehen zu können, soll vorab definiert werden, was man allgemein unter Aufklärung versteht. Anschließend wird kurz erläutert, was man im 18. Jahrhundert unter dem Begriff Skandinavien im geographischen Sinne verstand, um dann auf den Verlauf des Großen Nordischen Krieges zu skizzieren, der die Voraussetzung für den „nordischen Sonderweg“ bildet.
Der Hauptteil der Arbeit beschreibt die Aufklärung in Dänemark und Schweden. Dabei sollen zum einen typisch „skandinavische“ Elemente der Aufklärung beschrieben werden, zum anderen auf den Einfluss Kontinentaleuropas auf Skandinavien im Zeitalter der Aufklärung eingegangen werden. Außerdem sollen die Unterschiede der dänischen und der schwedischen Aufklärung aufgezeigt werden. Am Ende dieses Kapitels werden noch einige wichtige skandinavische Aufklärer genannt, um abschließend in einem Fazit die Ergebnisse der Arbeit zu präsentieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Aufklärung? Versuch einer Definition
3. Skandinavien um 1700
3.1. Was versteht man unter Skandinavien im geographischen Sinne?
3.2. Der Große Nordische Krieg und das Ende der Schwedischen Hegemonialstellung
4. Die Aufklärung in Skandinavien
4.1. Die Beeinflussung Skandinaviens durch Kontinentaleuropa
4.2. Die Aufklärung in Schweden und die schwedische „Freiheitszeit“
4.3. Der aufgeklärte Absolutismus in Dänemark
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Aufklärung im nordeuropäischen Raum, mit einem spezifischen Fokus auf Schweden und Dänemark, und prüft die Validität des Begriffs eines „nordischen Sonderwegs“ im Kontext der europäischen Aufklärungsbewegung.
- Historische Einordnung Skandinaviens um 1700 nach dem Großen Nordischen Krieg.
- Analyse der Aufklärung in Schweden unter Berücksichtigung der schwedischen „Freiheitszeit“.
- Untersuchung des aufgeklärten Absolutismus als Regierungsform in Dänemark.
- Vergleich der unterschiedlichen Einflüsse von Kontinentaleuropa (deutsch vs. französisch) auf die skandinavische Aufklärung.
- Kritische Bewertung der Existenz eines spezifisch skandinavischen Sonderwegs gegenüber der historischen Realität.
Auszug aus dem Buch
4.1. Die Aufklärung in Schweden und die schwedische „Freiheitszeit“
Denkt man an die Aufklärung, an deren wichtigste Vertreter und an deren Zentren, so denkt man sicherlich an Locke, Kant, Montesquieu und andere große Philosophen der Zeit, man denkt an die Enzyklopädie von Diderot, an die unzähligen Zeitschriften, die im 18. Jahrhundert verlegt und gedruckt wurden und an die Zentren der Aufklärung, also primär an Frankreich und die Niederlande, aber auch an das Heilige Römische Reich deutscher Nation und vielleicht noch an England. Die Rolle Schwedens für und während der Aufklärung ist im Vergleich zu den genannten Zentren nicht nur unbekannt, oft wird Schweden auch als unwichtig für die Aufklärung bezeichnet. Vergleicht man Schweden mit Frankreich, so wird man schnell merken, dass es Schweden an bekannten Aufklären und Philosophen fehlt, dass es kein Projekt gibt, das auch nur annähernd an die Enzyklopädie heranreicht und dass man viele andere typische Merkmale der Aufklärung in Schweden vergeblich sucht. So gab es keine Salonkultur, wenige unabhängige Literaten, keine kritische Opposition zur Kirche und vor allem keine radikale, einheitliche Bewegung, die auch vor Gewalt nicht zurückschreckte.
Somit ist nachvollziehbar, wenn der führende schwedische Aufklärungsforscher Tore Frängsmyr behauptet, dass für die Aufklärung in Schweden lediglich sporadisch bis gar nicht vorhanden sei. Die neuere Forschung hingegen greift genau diese Elemente heraus und stellt sie als Besonderheiten der schwedischen Aufklärung dar. Die Aufklärung Nordeuropas habe einen Sonderweg beschritten und einen besonderen Charakter. Doch wie sieht dieser Sonderweg aus?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die begrifflichen Grundlagen der Aufklärung ein, skizziert die historische Ausgangslage Skandinaviens nach dem Großen Nordischen Krieg und formuliert die Forschungsfrage zur Existenz eines „nordischen Sonderwegs“.
2. Was ist Aufklärung? Versuch einer Definition: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Aufklärung anhand zentraler philosophischer Zitate und erläutert die ideellen Bestrebungen der Epoche hinsichtlich Vernunft, Freiheit und Toleranz.
3. Skandinavien um 1700: Hier erfolgt eine geografische und machtpolitische Verortung der skandinavischen Staaten zu Beginn des 18. Jahrhunderts, insbesondere im Hinblick auf das Ende der schwedischen Hegemonialstellung.
4. Die Aufklärung in Skandinavien: Der Hauptteil analysiert differenziert die Ausprägungen der Aufklärung in Schweden und Dänemark, untersucht deren externe Einflüsse und beleuchtet die Rolle von Wissenschaft und Reformpolitik.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Aufklärung in Skandinavien zwar stattfand, jedoch stärker durch kontinentale Impulse geprägt war, als ein isolierter „Sonderweg“ vermuten ließe.
6. Literatur: Das Literaturverzeichnis listet die für die Untersuchung herangezogenen Quellen, Sammelbände und Forschungsstudien auf.
Schlüsselwörter
Aufklärung, Skandinavien, Dänemark, Schweden, Sonderweg, Vernunft, Nordischer Krieg, aufgeklärter Absolutismus, Printmedien, Bildungsgeschichte, Carl von Linné, Ludvig Holberg, Pietismus, Reformen, Geistesgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Epoche der Aufklärung in Skandinavien und untersucht, wie sich diese Region im 18. Jahrhundert philosophisch und gesellschaftlich entwickelte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Definition der Aufklärung, die historische Situation nach dem Großen Nordischen Krieg sowie die spezifische Ausprägung der Aufklärung in Dänemark und Schweden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es zu klären, ob es einen „nordischen Sonderweg“ der Aufklärung gab oder ob diese Entwicklung primär von kontinentaleuropäischen Einflüssen gesteuert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand zur skandinavischen Aufklärung auszuwerten und anhand historischer Gegebenheiten zu diskutieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beschreibt die Unterschiede zwischen der dänischen und der schwedischen Aufklärung, inklusive der Rolle von Wissenschaftlern wie Carl von Linné und Politikern wie Johann Friedrich Struensee.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Aufklärung, Nordischer Sonderweg, Skandinavien, Philosophie und Geistesgeschichte beschreiben.
Warum spielt die Religion in diesem Kontext eine Rolle?
Die Religion, insbesondere der Pietismus, wird als wesentlicher Faktor für die Bildung und Aufklärung in Skandinavien angeführt, da sie dort aufgeschlossener gegenüber aufklärerischen Ideen war als in anderen Regionen.
Welche Rolle spielt die Pressefreiheit für die dänische und schwedische Aufklärung?
Die Pressefreiheit und die Vermehrung von Printmedien werden als Katalysatoren beschrieben, die es der Bevölkerung ermöglichten, sich aktiv mit den Ideen der Aufklärung auseinanderzusetzen.
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- Florian Sonntag (Autor), 2012, Die Aufklärung in Skandinavien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189218