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Metalepsen und das Aufbegehren der Figur gegen den Erzähler in "Rosalie geht sterben" aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm"

Titel: Metalepsen und das Aufbegehren der Figur gegen den Erzähler in "Rosalie geht sterben" aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm"

Hausarbeit , 2011 , 16 Seiten

Autor:in: Franz Kröber (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Realitätsanspruch des extradiegetischen und der fiktionale Charakter des diegetischen Universums in "Rosalie geht sterben" wird durch das Aufbegehren der Hauptfigur, daraus folgenden Metalepsen und schließlich durch das Kapitulieren des Erzählers in Frage gestellt. Diese These wird in der folgenden Erzähltextanalyse untersucht. Da Metalepsen durch das Überqueren der Grenze zwischen dem Erzähler und der erzählten Welt generell die Idee verdeutlichen, die Welt außerhalb der Diegese könne ebenso gut fiktional sein und die Diegese möglicherweise real, scheinen sie das Ringen Rosalies um ihre Realität hervorragend zu illustrieren. Folglich steht am Beginn dieser Arbeit eine knappe Definition dieses narratologischen Phänomens; anschließend wird die Darstellung des Erzählers der Narration als nicht eigenständige Welt, das Aufbegehren Rosalies und letztlich die Kapitulation des Erzählers vor seiner Figur diskutiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Metalepsen: eine Definition

3. Erzähltheoretische Analyse zu Rosalie geht sterben

3.1 „Du bist meine Erfindung“: die Unselbstständigkeit der Diegese

3.2 Die Erzählung als eigenständige Welt: Rosalies Veränderung und Auseinandersetzungen zwischen Erzähler und Figur

3.3 die Kapitulation des Erzählers vor der Figur: Realitätsanspruch von extradiegetischer und diegetischer Welt

4. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Erzähltextanalyse der Romanepisode „Rosalie geht sterben“ von Daniel Kehlmann, inwiefern das Aufbegehren der Hauptfigur gegen den Erzähler und die auftretenden Metalepsen den fiktionalen Charakter der diegetischen Welt sowie den Realitätsanspruch des Erzählers in Frage stellen.

  • Erzähltheoretische Grundlagen zur narrativen Metalepse nach Gérard Genette und Bernd Häsner.
  • Metafiktionale Strategien und poetologische Verweise im Werk von Daniel Kehlmann.
  • Die Spannung zwischen der „allmächtigen“ Erzählinstanz und der sich emanzipierenden Romanfigur Rosalie.
  • Die Aufhebung der Grenzen zwischen der extradiegetischen und diegetischen Erzählebene.
  • Die Reflexion über Fiktionalität und Realitätsanspruch innerhalb des postmodernen Erzählens.

Auszug aus dem Buch

3.1 „Du bist meine Erfindung“: Die Unselbständigkeit der Diegese

Neben den metaleptischen Transgressionen in Rosalie geht sterben fällt vor allem der ausgeprägte metafiktionale Charakter der Erzählung auf. Bereits in Beerholms Vorstellung und Ich und Kaminski finden sich Elemente der Metafiktion und poetologische Verweise, welche von Volker Wehdeking als „wichtige […] Elemente der Fiktion“ gedeutet werden. In dieser Geschichte wird die metafiktionale Beschaffenheit von Kehlmann durch den Erzähler, der Schriftsteller ist, kreiert. Dadurch wird von Beginn an jeder Versuch unterbunden, die Diegese als „reale“ Welt erscheinen zu lassen, und wird stattdessen als unumstößlich fiktiv präsentiert. Der Erzähler ist fast omnipräsent, und ist deshalb und wegen seiner Dialoge mit Rosalie eine fast eigenständige Figur, nach Volker Wehdeking sogar ein „allwissender Autor im Leserdialog“. Der narrative Modus ist oft nur schwer von der Präsentation der Gedanken oder Rede Rosalies zu trennen, welche nicht nur offensichtlich vom Erzähler gesteuert wird, sondern in ihre Rolle als Figur gezwängt zu werden scheint.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Romanepisode ein, skizziert den Konflikt zwischen der Hauptfigur Rosalie und ihrem omnipräsenten Erzähler und formuliert die zentrale These hinsichtlich des Infragestellens von Wirklichkeitsansprüchen durch Metalepsen.

2. Metalepsen: eine Definition: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Fundierung des Begriffs der narrativen Metalepse unter Rückgriff auf Gérard Genette und Bernd Häsner, um die Grenzverletzungen zwischen Erzählebene und erzählter Welt greifbar zu machen.

3. Erzähltheoretische Analyse zu Rosalie geht sterben: Die Analyse untersucht die verschiedenen Stufen der Metafiktionalität, die Emanzipation der Figur und das Scheitern der erzählerischen Kontrollhoheit im Detail.

3.1 „Du bist meine Erfindung“: die Unselbstständigkeit der Diegese: Hier wird die Inszenierung der Diegese als explizit fiktives Konstrukt analysiert, wobei die Omnipräsenz des Erzählers und die Abhängigkeit der Figur im Fokus stehen.

3.2 Die Erzählung als eigenständige Welt: Rosalies Veränderung und Auseinandersetzungen zwischen Erzähler und Figur: Dieses Unterkapitel beleuchtet den Identitätswandel Rosalies und ihre Versuche, sich gegen den vorgegebenen Handlungsverlauf durchzusetzen.

3.3 die Kapitulation des Erzählers vor der Figur: Realitätsanspruch von extradiegetischer und diegetischer Welt: Der Fokus liegt auf dem vollständigen Kontrollverlust des Erzählers durch das Auftauchen einer fremden Figur und der finalen Auflösung der Grenze zwischen den Realitätsebenen.

4. Zusammenfassung: Das Fazit führt die Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Metalepsen erfolgreich dazu beitragen, den fiktionalen Charakter der Erzählung zu manifestieren und die Machtstrukturen zwischen Autor und Figur zu dekonstruieren.

Schlüsselwörter

Daniel Kehlmann, Ruhm, Rosalie geht sterben, Metalepse, Metafiktion, Narratologie, Erzähltheorie, Fiktionalität, Diegese, Extradiegetik, Erzähler-Figur-Konflikt, narrative Grenzverletzung, Postmoderne, Wirklichkeitsanspruch, Identitätsentwicklung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Erzähltextanalyse der Romanepisode „Rosalie geht sterben“ von Daniel Kehlmann und untersucht, wie die Erzählinstanz und die Romanfigur miteinander interagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der narrativen Theorie der Metalepse, metafiktionalen Erzählweisen sowie dem Machtkonflikt zwischen Erzähler und Figur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu belegen, dass durch Metalepsen und das Aufbegehren der Hauptfigur sowohl die Fiktionalität der Welt als auch der Realitätsanspruch des Erzählers nachhaltig in Frage gestellt werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine erzähltheoretische Textanalyse durchgeführt, die Begriffe wie extradiegetisch, diegetisch und Fokusinstanz verwendet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition der Metalepse sowie eine detaillierte Analyse der Stufen der fiktionalen Durchbrechung, angefangen bei der Präsentation als „Erfindung“ bis zur Kapitulation des Erzählers.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Metalepse, Metafiktion, Diegese, Erzähler, Rosalie, Fiktionalität und Kehlmann.

Wie definiert die Autorin die Rolle des Erzählers in „Rosalie geht sterben“?

Der Erzähler wird als ein sich selbst als „Schriftsteller“ inszenierender Akteur beschrieben, der seine Allmacht über die Figur zunächst betont, diese jedoch im Verlauf der Handlung an seine Figur verliert.

Welche Bedeutung kommt dem Auftauchen der Nebenfigur mit der roten Mütze zu?

Diese Figur fungiert als Katalysator für den Kontrollverlust des Erzählers, da sie sich der erzählerischen Lenkung entzieht und somit die Instabilität der extradiegetischen Kontrolle illustriert.

Was bedeutet das Ende der Erzählung für das Verhältnis zwischen Erzähler und Rosalie?

Am Ende zeigt sich eine Nivellierung, bei der der Erzähler leise Zweifel an seiner eigenen Realität hegt und eine fast spiegelbildliche Position zu seiner Figur einnimmt, bevor die Geschichte erlischt.

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Details

Titel
Metalepsen und das Aufbegehren der Figur gegen den Erzähler in "Rosalie geht sterben" aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm"
Autor
Franz Kröber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V189258
ISBN (eBook)
9783656134596
ISBN (Buch)
9783656134640
Sprache
Deutsch
Schlagworte
metalepsen aufbegehren figur erzähler rosalie daniel kehlmanns roman ruhm
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Franz Kröber (Autor:in), 2011, Metalepsen und das Aufbegehren der Figur gegen den Erzähler in "Rosalie geht sterben" aus Daniel Kehlmanns Roman "Ruhm", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189258
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  16  Seiten
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