Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Grundlagen und Allgemeines

Forschungsdesign "Arguing" und die Rolle von "Face-to-Face"-Kommunikation

Titel: Forschungsdesign "Arguing" und die Rolle von "Face-to-Face"-Kommunikation

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2009 , 27 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Damian Ghamlouche (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das vorliegende Forschungsdesign behandelt das empirische Thema des
Kommunikationsmodus „Arguing“ in multilateralen Verhandlungen, wobei analytisch
zwei Kommunikationsmodi unterschieden werden können: Verhandeln („Bargaining“)
und Argumentieren („Arguing“). „Bargaining“ wird primär durch rationalistische
Theorien und „Arguing“ primär durch konstruktivistische Ansätze erfasst, deswegen
sind Ansätze, die beide theoretischen Stränge vereinen, um die Kommunikationsmodi
zu erklären, zu bevorzugen. Die vorliegende Arbeit hat den Anspruch,
theorieerweiternd zu wirken, wobei nicht ein integrativer Ansatz beider Theoriestränge
gewählt wird. Es wird zwar nicht versucht, die analytische Dichotomie von „Arguing“
und „Bargaining zu überwinden, jedoch wird mit der Erkenntnis gearbeitet, dass
Formen des „Argumentierens“ auch im strategischen Handeln vorkommen, das dem
Kommunikationsmodus „Bargaining“ zugeschrieben wird, weshalb hier ein qualitatives
Konzept des Grades von „Arguing“ vorgeschlagen wird. Andererseits wird eine
Theorieerweiterung in der systematischen Erarbeitung der Rolle der
Kommunikationsform für den Kommunikationsmodus „Arguing“ vorgenommen, also
wird versucht, die Bedingungen für den Kommunikationsmodus „Arguing“ zu
erläutern. Somit ist das Ziel dieser Arbeit nicht, die Ergebnisse von Verhandlungen zu
erklären. Vielmehr wird versucht, den theoretischen Diskurs über die Kategorie
„Arguing“ zu reflektieren und eine weitere Variable in den Diskurs einzuführen,
nämlich die Kommunikationsform. Analytisch können zwei Formen der
Kommunikation unterschieden werden: „Face-to-Face“-Kommunikation (folgend
„FTF“-Kommunikation) und medialisierte Kommunikation (z. B. textbasierte
Kommunikation und computervermittelte Kommunikation). Die Variable der
Kommunikationsform wurde im bisherigen Diskurs vernachlässigt und als
selbstverständliche Kommunikationsstruktur betrachtet. Mediensoziologische Ansätze
diskutieren hingegen die Kommunikationsform als wichtige Struktur, die die inhaltliche
und formale Dimension der Kommunikation determiniert. Als Forschungsfrage kann
daher formuliert werden: Beeinflusst die Kommunikationsform den Grad von
„Arguing“?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Relevanz der Fragestellung

2. Aktueller Forschungsstand und Verortung der Fragestellung

3. Theoretische Hypothesen- und Variablengenerierung

3.1 Theoretische Hypothesengenerierung

3.2 Abhängige Variable: Grad von „Arguing“

3.3 Unabhängige Variable: Grad von „FTF“-Kommunikation

3.4 Kontrollvariablen

4. Methodik

4.1 komparative Fallstudie und „Process-Tracing“

4.2 Operationalisierung der Variablen

4.3 Begründung der Fallauswahl, Untersuchungszeitraum und „Most-Similar-Case-Design“

5. „Process-Tracing“

6. Empirische Datenlage

7. Arbeitsplan

8. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der Kommunikationsform auf den Kommunikationsmodus in multilateralen Verhandlungen, mit dem spezifischen Ziel zu klären, ob „Face-to-Face“-Kommunikation den Grad des argumentativen Diskurses („Arguing“) fördert. Dabei wird eine theorieerweiternde Perspektive eingenommen, die mediensoziologische Ansätze mit konstruktivistischen Theorien der Internationalen Beziehungen verknüpft.

  • Analyse des Zusammenhangs zwischen Kommunikationsform und argumentativem Handeln.
  • Entwicklung eines qualitativen Konzepts zur Messung des Grades von „Arguing“.
  • Anwendung des „Most-Similar-Case-Designs“ zum Vergleich ausgewählter Fallbeispiele.
  • Einsatz von „Process-Tracing“ zur Identifikation kausaler Mechanismen in Verhandlungsprozessen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Abhängige Variable: Grad von „Arguing“

Wie im Punkt 2 beschrieben, basiert das Konzept „Arguing“ (seit der ZIB-Debatte) implizit auf den theoretischen Arbeiten von Jürgen Habermas und auf dem normativen Idealtypus des kommunikativen Handelns. Dabei ist die Übertragung der Kategorie des kommunikativen Handelns in ein empirisch-analytisches Design insofern problematisch, da implizit z. B. die anthropologischen Prämissen oder das normative und idealtypische Konzept des herrschaftsfreien Diskurses nach Habermas übernommen werden.

Natürlich gibt es Kommunikationssituationen, die dem kommunikativen Handeln zuzuordnen sind. Aber eine Gleichsetzung von Argumentieren und kommunikativem Handeln nach Habermas bedingt, dass jede zielgerichtete Argumentation, die nicht auf der Suche nach der Wahrheit, Richtigkeit und Angemessenheit ist und die Konsensfindung über Richtiges, Wahres und Angemessenes verfolgt, dem strategischen Handeln und somit dem Kommunikationsmodus „Bargaining“ zugeordnet wird. Deshalb gilt es in dieser Arbeit, eine Dichotomie von Handlungsmodus und Kommunikationsmodus zu vermeiden: „The distinction between arguing and bargaining, thus, is not one between strategic and communicative action as arguing may be either strategic or communicative.”

Ausgehend von drei Handlungsrationalitäten, nämlich strategisches Handeln, instrumentelles Handeln und kommunikatives Handeln und zwei Kommunikationsmodi - „Arguing“ und „Bargaining“ - kann darauf geschlossen werden, dass „Arguing“ mit strategischem Handeln und kommunikativem Handeln einhergehen kann. Strategisches Handeln zeichnet sich durch eine Akteurskonstitution aus, die auf der Erreichung des eigenen Interesses, bzw. der eigenen Präferenz basiert, wobei ein relationales Kalkül herrscht, das die antizipierte Wirkung des eigenen Handelns und des Handelns des Anderen einbezieht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Relevanz der Fragestellung: Das Kapitel führt in das Thema des kommunikativen Handelns in Verhandlungen ein und definiert die zentrale Forschungsfrage nach dem Einfluss der Kommunikationsform auf das Argumentieren.

2. Aktueller Forschungsstand und Verortung der Fragestellung: Hier wird die Arbeit in den sozialkonstruktivistischen Kontext der Internationalen Beziehungen eingeordnet und der Diskurs über „Arguing“ sowie mediensoziologische Grundlagen beleuchtet.

3. Theoretische Hypothesen- und Variablengenerierung: Dieses Kapitel leitet die zentrale Hypothese ab und operationalisiert sowohl die abhängige Variable („Arguing“) als auch die unabhängige Variable („FTF“-Kommunikation) sowie relevante Kontrollvariablen.

4. Methodik: Der Abschnitt begründet die Wahl des „Most-Similar-Case-Designs“ und erläutert die methodische Vorgehensweise zur Untersuchung der kausalen Zusammenhänge.

5. „Process-Tracing“: Hier wird ein detaillierter Kausalpfad entworfen, der erklärt, wie „FTF“-Kommunikationssituationen über verschiedene Zwischenschritte zu einem hohen Grad an „Arguing“ führen können.

6. Empirische Datenlage: Das Kapitel reflektiert die vorhandene Quellenlage und merkt an, dass für eine vollständige empirische Analyse weiterführende Primärdaten notwendig wären.

7. Arbeitsplan: Dieser Teil skizziert einen Zeitplan für die Durchführung einer solchen Forschungsarbeit über einen Zeitraum von sechs Monaten.

8. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die theoretischen Erfolge des Forschungsdesigns und benennt kritisch Defizite sowie mögliche Ansätze für zukünftige Optimierungen.

Schlüsselwörter

Arguing, Bargaining, Face-to-Face-Kommunikation, Internationale Beziehungen, Sozialkonstruktivismus, Kommunikatives Handeln, Verhandlungsdesign, Process-Tracing, Most-Similar-Case-Design, Prozessanalyse, Politische Verhandlungen, Kausalanalyse, Kommunikationsmodi, Theorieerweiterung, Konsensbildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, ob und wie die Wahl der Kommunikationsform – insbesondere „Face-to-Face“-Kommunikation versus medialisierte Form – den Grad des argumentativen Diskurses (das sogenannte „Arguing“) in multilateralen Verhandlungen beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themenfelder sind die Theorie der Internationalen Beziehungen, die Kommunikationssoziologie, die Verhandlungsforschung sowie die Methoden der qualitativen politikwissenschaftlichen Forschung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage: „Beeinflusst die Kommunikationsform den Grad von ‚Arguing‘?“ Die Arbeit zielt dabei auf eine theory-building bzw. theorieerweiternde Perspektive ab.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es wird ein qualitatives, komparatives Design („Most-Similar-Case-Design“) verwendet, das durch die Methode des „Process-Tracing“ ergänzt wird, um kausale Pfade in den Verhandlungsprozessen zu identifizieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Herleitung der Hypothesen, der Operationalisierung der Variablen, der methodischen Fundierung des Forschungsdesigns sowie der beispielhaften Anwendung auf zwei Fallstudien (NPT-Verhandlungen und EU-Umweltverhandlungen).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird am besten durch Begriffe wie „Arguing“, „Bargaining“, „Face-to-Face-Kommunikation“, „Sozialkonstruktivismus“ und „Process-Tracing“ charakterisiert.

Inwiefern spielt der Sozialkonstruktivismus eine Rolle für die Definition von „Arguing“?

Der Sozialkonstruktivismus dient als theoretischer Rahmen, der den Fokus auf die intersubjektive Bedeutung von Sprache und Normen legt, wobei „Arguing“ als Mittel zur gemeinsamen Wahrheitsfindung und Konsensbildung verstanden wird.

Was sind die spezifischen Kriterien für einen „hohen Grad“ an „Arguing“?

Ein hoher Grad an „Arguing“ liegt vor, wenn die Kommunikation als Austausch von empirischen und normativen Argumenten dient, um Interessen und Identitäten diskursiv zu prüfen, wobei das Motiv der Konsensfindung nach dem Prinzip des „besseren Arguments“ im Vordergrund steht.

Warum wurde das „Most-Similar-Case-Design“ als methodischer Ansatz gewählt?

Dieses Design wurde gewählt, um durch den Vergleich von Fällen, die in vielen Kontrollvariablen übereinstimmen, den spezifischen Effekt der unabhängigen Variable (der Kommunikationsform) auf die abhängige Variable (das Ausmaß des Arguing) isoliert betrachten zu können.

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Forschungsdesign "Arguing" und die Rolle von "Face-to-Face"-Kommunikation
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Damian Ghamlouche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
27
Katalognummer
V189366
ISBN (eBook)
9783656137047
ISBN (Buch)
9783656138549
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Arguing Internationale Beziehungen Forschungsdesign
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Damian Ghamlouche (Autor:in), 2009, Forschungsdesign "Arguing" und die Rolle von "Face-to-Face"-Kommunikation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189366
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  27  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum