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Afghanistankrieg und Demokratie

Was lehrt der Afghanistaneinsatz der deutschen Bundeswehr über die Theorie vom Demokratischen Frieden?

Titel: Afghanistankrieg und Demokratie

Hausarbeit , 2011 , 84 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Diana Al-Jumaili (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bestimmte Eigenschaften prädestinieren Demokratien dazu, sich in den internationalen Beziehungen friedlicher als andere Herrschaftsformen zu verhalten und weniger oft an Kriegen beteiligt zu sein – so die Annahme der Theorie zum Demokratischen Frieden. Spätestens seit 2009 führt das demokratische Deutschland in Afghanistan Krieg. Was sagt uns das vor dem Hintergrund ablehnender Bevölkerungsmehrheiten über die Theorie vom DF? In diesem Artikel werden zunächst die Theorien zum DF und die Ansätze zu deren Antinomien rekapituliert. Sodann werden empirische Befunde präsentiert, wonach der Bundeswehreinsatz vorwiegend mit demokratiespezifischen Motiven gerechtfertigt wird. Die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse Untersuchung legen den Schluss nahe, dass dieselben Kausalmechanismen, die für den demokratischen Separatfrieden verantwortlich gemacht werden, die Gewaltschwelle gegenüber Nichtdemokratien senken können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Theorie des Demokratischen Friedens

2.1 Von Kant zu Levy

2.2 Theorievarianten und Doppelbefund

2.3 Verfeinerung der unabhängigen Variable

2.3.1 Strukturell-institutionalistisches Modell

2.3.2 Normativ-kulturelles Modell

2.3.3 Weitere Erklärungsmodelle

2.4 Kritik

2.4.1 Erweiterung der erklärenden Variablen

2.4.2 Ursachen der gewalttätigen Seite der Demokratien

2.5 Forschungsprogramm „Antinomien des Demokratischen Friedens“

2.5.1 Antinomien

2.5.2 Antinomisches Kosten-Nutzen-Kalkül

2.5.3 Antinomische liberale Werte

2.5.4 Antinomische demokratische Institutionen

Internationale Organisation

Völkerrecht

2.5.5 Zusammenfassung

3 Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan als Demokratischer Krieg

3.1 Abhängige Variable „Außenverhalten eines Staates“

3.1.1 Operationalisierung von Krieg/bewaffnetem Konflikt

3.1.2 Der Afghanistaneinsatz als „Krieg“?

3.2 Kriegs-/Konfliktbeteiligte

3.2.1 Bundeswehr als kriegsführende Einheit

3.2.2 Behandlung des Joiners

3.3 Afghanistaneinsatz als Selbstverteidigungskrieg?

4 Inhaltsanalytische Untersuchung

4.1 Hypothesen

4.2 Auswahl der zu überprüfenden Texte

4.3 Inhaltsanalyse und Kategoriensystem

4.4 Datenauswertung

4.5 Probleme der Erhebung

5 Schlussfolgerungen

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan Erkenntnisse über die Theorie vom Demokratischen Frieden liefert. Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Kausalmechanismen, die Demokratien als friedfertig untereinander definieren, im Kontext des Afghanistaneinsatzes dazu führen, die Schwelle zur Anwendung militärischer Gewalt gegenüber Nichtdemokratien zu senken.

  • Theorie des Demokratischen Friedens und ihre Antinomien
  • Empirische Analyse des Bundeswehreinsatzes als "Krieg"
  • Quantitativ-inhaltsanalytische Untersuchung der Rechtfertigungsmuster
  • Rolle von Werten, Normen und internationalen Organisationen bei der Legitimation von Militäreinsätzen
  • Kritische Reflexion der "vernetzten Sicherheit" und der demokratischen Kontrolle

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Strukturell-institutionalistisches Modell

Hiernach sind Demokratien friedfertig(er), weil die Bürger Kosten und Opfer eines Krieges scheuen. Darüber hinaus ergeben sich aus der demokratischen Verfasstheit strukturelle und institutionelle Hindernisse für eine Kriegsentscheidung.

Der Staatsbürger hat ein rationales Kosten-Nutzen-Kalkül, welches – vorgeblich anders als in autoritären Regimen – den Ausschlag bei der Entscheidung über Krieg oder Frieden gibt. Dieses Kalkül ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für ein friedliches Außenverhalten. Damit der Friedenswunsch politikwirksam werden und sich gegen kriegsgeneigte Partikularinteressen durchsetzen kann, müssen die Bürger am politischen Prozess ausreichend teilhaben. Demokratische Führer sind auf Wiederwahl bedacht und antizipieren die Kriegsaversion der Bürger (Bueno de Mesquita et al. 1999: 796).

Czempiel stellt hierzu die These auf, „daß je partizipatorischer ein demokratisches Herrschaftssystem ... desto geringer seine Neigung zur Gewaltanwendung in die internationale Umwelt ist“ (1996: 79).

Aufgrund der bestehenden checks and balances werden den demokratischen Strukturen Schwerfälligkeit und Komplexität unterstellt. Diese behindern per se eine schnelle Kriegsentscheidung. Als friedensförderlich gilt zudem die Einschränkung der Handlungsfreiheit der Exekutive durch Koalitionsbildung, Gewaltenteilung, gesetzliche Bindungen, rechtsstaatliche Vorgaben etc.

„Die für eine Entscheidung zum Krieg nötige winning coalition ist in Demokratien erheblich größer als in Diktaturen, in denen zumeist nur die Zustimmung einer kleinen Clique erforderlich ist.“ (Risse-Kappen 1994: 167)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob der Bundeswehreinsatz in Afghanistan das herkömmliche Verständnis der Theorie vom Demokratischen Frieden infrage stellt oder ergänzt.

2 Die Theorie des Demokratischen Friedens: Dieses Kapitel rekapituliert die theoretischen Grundlagen des Demokratischen Friedens, erläutert die verschiedenen Modelle und führt das Konzept der Antinomien ein.

3 Der Bundeswehreinsatz in Afghanistan als Demokratischer Krieg: Hier wird der Afghanistaneinsatz operationalisiert und der Status als "Krieg" im politikwissenschaftlichen Sinne geprüft.

4 Inhaltsanalytische Untersuchung: Das vierte Kapitel präsentiert die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse der quantitativen Untersuchung der Argumentationsmuster von Regierung und Parlament.

5 Schlussfolgerungen: Die Schlussfolgerungen fassen die Ergebnisse zusammen und diskutieren die Notwendigkeit, Ambivalenzen in der Friedenspolitik künftig stärker zu berücksichtigen.

Schlüsselwörter

Demokratischer Friede, Bundeswehr, Afghanistan, Krieg, Antinomien, Inhaltsanalyse, Legitimation, Außenpolitik, internationale Organisationen, Völkerrecht, Sicherheitsdilemma, militärische Intervention, Normen, Werte, gewaltsame Demokratisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, warum Demokratien – trotz der Theorie, dass sie untereinander keine Kriege führen – dennoch in bewaffnete Konflikte gegen Nichtdemokratien verwickelt werden, illustriert am Beispiel des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Theorie des Demokratischen Friedens, das Konzept der Antinomien, die Rolle von Bündnisverpflichtungen und die Rechtfertigung militärischer Gewalt durch liberale Werte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab zu ergründen, ob dieselben Mechanismen, die den demokratischen Separatfrieden fördern, unter anderen Umständen die Gewaltschwelle senken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quantitative, diagnostische Inhaltsanalyse von Regierungsanträgen und Plenarprotokollen des Deutschen Bundestages aus dem Zeitraum 2009 bis 2011.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Antinomien des Demokratischen Friedens, eine Operationalisierung von Krieg und eine detaillierte Auswertung der parlamentarischen Begründungsmuster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Demokratischer Friede, Afghanistan, Bundeswehr, Inhaltsanalyse, Antinomien und Außenpolitik.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des zivilen Aufbaus?

Die Autorin stellt fest, dass der zivile Aufbaubeitrag in der politischen Argumentation stark betont wird, um die militärische Gewalt und die damit verbundenen Kampfeinsätze zu marginalisieren.

Welches Fazit zieht die Untersuchung zum Einfluss von Werten?

Die Analyse zeigt, dass liberale Werte und völkerrechtliche Normen von den Einsatzbefürwortern als zentrale Legitimation für den Militäreinsatz genutzt werden, was das Risiko einer "gewaltsamen Demokratisierung" birgt.

Wie steht die Autorin zum "Verteidigungsfall" im Afghanistankrieg?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass der Einsatz jenseits rechtlicher Überlegungen nicht als unmittelbare Maßnahme der Selbstverteidigung wahrgenommen wird, was durch die ablehnende Haltung der Bevölkerungsmehrheit gestützt wird.

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Details

Titel
Afghanistankrieg und Demokratie
Untertitel
Was lehrt der Afghanistaneinsatz der deutschen Bundeswehr über die Theorie vom Demokratischen Frieden?
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,3
Autor
Diana Al-Jumaili (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
84
Katalognummer
V189474
ISBN (eBook)
9783656135319
ISBN (Buch)
9783656135456
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Demokratischer Frieden Menschenrechte Krieg Afghanistan Bundeswehr Inhaltsanalyse Demokratie Kategorienschema Antinomien des Demokratischen Friedens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Diana Al-Jumaili (Autor:in), 2011, Afghanistankrieg und Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189474
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  84  Seiten
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