Exemplarische Darstellung heimatfilmtypischer und komödiantischer Elemente am Beispiel des Films „Kohlhiesels Töchter“ (1962)


Seminararbeit, 2011

43 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Prolegomenon

2. Der Heimatbegriff

3. Heimatliteratur

4. Der Heimatfilm
4.1 Allgemeines zum Heimatfilm
4.2 Charakteristika des traditionellen Heimatfilms
4.3 Heimatfilme ab 1950

5. Die Komödie

6. Kohlhiesels Töchter
6.1 Handlungsverlauf und Figurenvorstellung
6.2 Einordung der Sequenz I in den Handlungsverlauf
6.3 Auswertung des Sequenzprotokolls I
6.4 Einordnung der Sequenz II in den Handlungsverlauf
6.5 Auswertung des Sequenzprotokolls II

7. Konklusion

Literaturverzeichnis

Anlage I

Sequenzprotokoll I

Anlage II

Sequenzprotokoll II

1. Prolegomenon

Betrachtet man die Genregeschichte des Films, so lässt sich feststellen: „Der Heimatfilm [. . .] ist ein Unikat.“[1] Der Blick über die Ländergrenzen hinaus zeigt, dass es kein gänzlich entsprechendes Ebenbild des deutsch-österreichischen Heimatfilms gibt. Der große Erfolg dieses Genres, dessen Marktanteil Höfig[2] mit 20 % für die Jahre von 1947–1960 angibt, rechtfertigt eine Auseinandersetzung mit dieser Thematik.

Diese Hausarbeit beschäftigt sich zunächst mit dem Versuch einer Darstellung des Heimatbegriffs, um anschließend den Bereich der Heimatliteratur besser einordnen zu können. Da „zur Entwicklung des HF [Heimatfilm] [. . .] drei Kräfte unmittelbar beigetragen [haben]: Das Volksschauspiel, der deutsche Berg- und Skifilm und literarische H-Vorstellungen [Heimat-Vorstellungen], die auf den Film übertragen wurden“[3], sind Hinweise zur Heimatliteratur unumgänglich, um die Entwicklung des Heimatfilms, die nachfolgend dargestellt wird, zu verstehen und Analogien wahrnehmen zu können. Im Interesse dieser Arbeit steht neben der Darstellung des Forschungsstandes im Sinne eines hermeneutischen Zugangs auch die Vorstellung zweier ausgewählter Sequenzen des Films Kohlhiesels Töchter, die sich mit der Frage nach dem Auftreten heimatfilmtypischer und komödiantischer Elemente im Medium (Heimat)- Film, am Beispiel von Kohlhiesels Töchter von 1962 beschäftigen. Durch die ökonomische Vorstellung und Auswertung zweier Sequenzprotokolle soll gezeigt werden, welche filmtechnischen Gestaltungsmittel genutzt werden, um sowohl Heimat als auch Komik exemplarisch im Film darzustellen. Das Sequenzprotokoll führt die Kameraperspektive nicht mit aus, da sich diese Arbeit nicht als umfassende Filmanalyse versteht, sondern versucht, sowohl die theoretischen Hintergründe des Begriffs Heimat, der Heimatliteratur und des Heimatfilms dazustellen, als auch einen empirischen Anteil vorzustellen, der jedoch begrenzt bleiben muss, damit er den Rahmen dieser Arbeit nicht überschreitet. Am Ende der Arbeit soll unter Einbezug der Sequenzprotokolle und dem zuvor erläuterten theoretischen Wissen zum Themenkomplex eine Aussage zur Vereinbarkeit beider Aspekte in Form der Heimatfilmkomödie getroffen werden können.

Für die Sequenzprotokolle wird das System der Einstellungsgrößen nach Munaretto verwendet.

2. Der Heimatbegriff

In der Fachliteratur ist ein Bedeutungsreichtum des Begriffs Heimat feststellbar. Nachfolgend werden ausgewählte Definitionsversuche vorgestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben können, da es auf diesem Wege nicht möglich sein wird, den Begriff in seiner multiperspektivischen Charakteristik vollständig darzustellen.

Meyers Enzyklopädisches Lexikon beinhaltet folgenden Definitionsversuch:

Heimat, subjektiv von einzelnen Menschen oder kollektiv von Gruppen, Stämmen, Völkern, Nationen erlebte territoriale Einheit, zu der ein Gefühl bestimmter enger Verbundenheit besteht. Die Vorstellung von Heimat entwickelt sich als Ergebnis von ersten persönlichkeitsbildenden Kindheits- und Jugenderfahrungen. Mitunter kommt es bei Erwachsenen jedoch zur späten Entdeckung der Wahlheimat. Heimat als bestimmte Struktur von Bewußtseinsinhalten [sic!] ist ein wirksamer Orientierungs- und Bewertungsmaßstab für spätere soziale Erfahrungsräume für Zugehörigkeiten [. . .].[4]

Dieser Definitionsversuch gründet zunächst auf Annahme einer territorialen Zusammengehörigkeit, die individuell geprägt ist von den Eindrücken und Erfahrungen des Kindes – und Jugendalters, jedoch auch eine im Erwachsenenalter gefundene „Wahlheimat“[5] nicht ausschließt. Diese gesammelten Eindrücke, so führt Meyers Lexikon weiter aus, „dienen in Zeiten persönlicher Krisen oder sozial verursachten Risiken“[6] als stabilisierende, orientierungsgebende und konsolidierende Größen.[7]

Ähnlich dieser Definition ist die des Brockhaus, in der Heimat als „die Umwelt, mit der der Einzelne durch Geburt und Lebensumstände verwachsen ist“[8], verstanden wird und die von „emotionaler Gefühlsbindung“[9] im Sinne eines „Daheim-Geborgensein[s]“[10] geprägt ist. Im Brockhaus findet sich ebenfalls der Hinweis auf eine Wahlheimat, die für Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Kinder zu einer neuen Heimat werden kann.[11] Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg gestaltete sich die Integration der rund zwölf Millionen „Heimatvertriebenen“ als Herausforderung für die politische Führung und prägte somit den Heimatbegriff erneut in politisch-historischer Sicht.[12] Der Definition wohnt die Behauptung inne, dass „ein Landbewohner [. . .] mehr heimatorientiert [. . .] als ein [. . .] Stadtbewohner“[13] sei, bzw. es Menschen, die auf dem Land wohnen, leichter gelingt, ihre Heimat zu finden. Greis hält diesen Gedanken für haltlos, denn ihm sei „in der urbanen Gesellschaft“[14] ein „Heimat-Boom“ entgegen zu setzten.

Gerhard Handschuh nutzt zur Darstellung und Begriffsbestimmung des Wortes Heimat die folgenden vier Dimensionen:

1. Die räumliche Dimension

Die räumliche Dimension ist abhängig vom „individuellen Aktionsradius, den jeweiligen Verkehrs- und Kommunikationsmöglichkeiten sowie der Mobilität des einzelnen“.[15] Nach Umfragen, die Handschuh aufführt, bezieht sich die Auffassung von Heimat jedoch zumeist auf den eigenen Heimatort, allenfalls noch die Region.

2. Die Zeit-Dimension

Diese Dimension fasst nach Handschuh die Erinnerungen an bereits erlebte Zeit zusammen, insbesondere die eigene Kindheit wird als prägend verstanden.

3. Die soziale Dimension

Diese Dimension umfasst alle Beziehungen eines Menschen. „Hierbei erfahren die Anerkennung durch Familie, Freunde, Nachbarn, Arbeitskollegen“[16], Beachtung.

4. Die kulturelle Dimension

Ziel dieser Dimension ist nach Handschuh „Verhaltenssicherheit durch das Verstehen der Kulturformen als Sinnzeichen“[17], zu schaffen. Diese Dimension umfasst das Repertoire angemessenen Verhaltens zur jeweiligen Zeit, um das Gefühl, beheimatet zu sein, entstehen lassen zu können ebenso wie die Landessprache mit ihren dialektischen Besonderheiten.[18]

Greverus spricht im Hinblick auf die Entwicklung der Wortgeschichte des Begriffs Heimat von einer „immer stärker [werdenden] emotionalen Aufladung.“[19] Die Autorin erklärt weiterhin, dass der Begriff anfänglich direkt und ausschließlich auf den Raum des Hofes und des Hauses bezogen war, also räumlich-territorial verstanden wurde. Zu dieser Bedeutung kommt „kommt die Erweiterung auf Geburts- und Wohnort“[20], die im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts durch bestimmte Heimatrechte unterstützt wird: „Die Heimat ist das ultimum refugium als Schutzraum und Aktionsraum und auch Identifikationsraum in diesem rechtlichen Sinne. Sie muß [sic!] dem ‚Heimatangehörigen‛, auch wenn er verarmt ist, Schutz und Rechte gewähren.“[21] Mit diesem Heimatrecht ist eine bestimmte „Heimatpflicht“[22] verbunden, die „zum Verbleib und zur verfassungsmäßen Einordung in dieses Territorium“[23] verpflichtet. Im Zeitalter der Romantik wird der Begriff „mit Vaterland gleichgesetzt“[24] und gefühlsmäßig im Sinne einer „Heimatliebe“[25] bzw. eines „Heimatgefühls“[26], aufgefasst. Zur Wortgeschichte ist die im neunzehnten Jahrhundert stattfindende Werterhaltung der Heimat zu berücksichtigen.[27]

Im Dritten Reich erstarkte die bereits vor dem ersten Weltkrieg entstandene Heimatbewegung und wurde von „Freund-Feind-Vorstellungen geprägt“[28]. Nach 1945 wurden Versuche unternommen, dem belasteten Begriff der Heimat „einen neuen Namen, und somit eine neue Bedeutung zu geben.“[29]

Greis betont in ihrer Dissertation, dass „sich das Heimatempfinden zu einem Heimatbewußtsein [sic!] entwickeln“[30] kann und gibt zu bedenken, dass der Heimatverlust zu einer Politisierung werden kann wenn der „Entfremdungsprozeß [sic!] von Natur und Umwelt“[31] stattfindet. Die Autorin beruft sich auf die Publikation von Bredow und Foltin, die eine „erhöhte kritische Aufmerksamkeit“[32] bei der Ideologisierung von Heimat fordern, da diese schnell „ zur Propaganda und zur Manipulation von Völkern mißbraucht [sic!] werden“[33] kann.

Die Heimatpolitik in den fünfziger Jahren war geprägt von der enorm großen Zahl der Heimatvertriebenen. Die Heimatpolitik war jedoch nach Ansicht von Greis weiterhin im Sinne der Heimatideologie des Dritten Reichs geprägt.[34] Steiner spricht von einem „Strukturbereinigungsprozeß [sic!]“[35], der dazu führte, dass zahlreiche Kleinbauern verelendeten. Dieser Verelendung standen die Umsetzungen von Brauchtümern und Traditionen entgegen, die „eine heile und einheitliche ländliche Welt“[36] vortäuschten. So entstand eine große Diskrepanz zwischen den idealen und realen, tatsächlichen Gegebenheiten.

Zusammenfassend lässt sich zur Entwicklung des Heimatbegriffs folgendes feststellen: Die Ausführungen zeigen, dass Heimat sich als Gegenbegriff zu Fremde verstehen lässt und eine Erweiterung des zunächst rein territorialen Begriffs bezogen auf „den materiellen Besitz von Haus und Hof, von Grund und Boden“[37], stattfand. Diese Erweiterung führt zu einer Entmaterialisierung, „er [,] [der Heimatbegriff] wird verschwommener und immer mehr zum Gefühlswert.“[38] Nach der erfolglosen bürgerlichen Revolution aus dem Jahr 1848/1849 spielt sich das Leben im „Kleine[n], Provinzielle[n]“[39] ab. Im weiteren Verlauf der Geschichte kommt es nach dem deutsch-französischen Krieg dann zu einer „Politisierung des Heimatbegriffs [. . .] bis schließlich die Gleichung Heimat = Vaterland ganz im Vordergrund steht.“[40] Nicht verändert hat sich die Identifikation des Begriffs Heimat mit dem Ländlichen, diese Identifikation zeigt sich „in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts [. . .] [als] der Heimatbegriff eine Hochkonjunktur [erfährt] und [. . .] eine regelrechte Heimatbewegung in Deutschland“[41] entsteht. Ungeachtet von der bereits im ersten Weltkrieg genutzten Propaganda des Begriffs Heimat, kommt es im Dritten Reich zu einer enormen Ideologisierung des Begriffs. Nach dem Zweiten Weltkrieg bereiten die zahlreichen Heimatvertriebenen große Probleme. Erst in den siebziger Jahren kommt es dann wieder zu einer „neuen Renaissance“[42] des Begriffs in Form einer ‚neuen Heimatbewegung‛, die „als Idee einer offenen, freien Gesellschaft für alle“[43] fungierte und das Prinzip der „Vieldeutigkeit als kleiner gemeinsamer Nenner“[44] in der Geschichte des Heimatbegriffs bis heute weiterführt.

3. Heimatliteratur

Höfig führt an, dass Heimatfilme „sich auf literarische Vorbilder bezieh[en]“[45], aus diesem Grund wird, bevor sich die Arbeit im Folgenden auf Heimatfilme bezieht, kurz auf die Heimatliteratur eingegangen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts, als Gegenspieler zur „Großstadtdarstellung“[46] des Realismus und des Naturalismus entstanden, handelt es sich bei der Heimatliteratur um einen Gattungsbegriff:

Zum Genre zählen der Heimat- und Bergroman und als Vorläufer auch die Dorfgeschichte und der Bauernroman. Die Autoren der H. wandten sich gegen die Verstädterung, die Industrialisierung, die Technisierung und ihre Folgen, v.a. gegen die Entwurzelung und die Entstehung eines Proletariats. Dem Modernisierungsprozess setzten sie die heile Welt des Dorfes und der Natur und damit den traditionsverhafteten und moralisch handelnden Menschen gegenüber, der den gesunden Kern der Nation repräsentiere.[47]

Die aus dem Biedermeier stammende Dorfgeschichte prägte besonders Jeremias Gotthelf[48], und orientierte sich wie der Heimatroman am poetischen Realismus. Eschbach führt dazu aus, dass „sich die Einbeziehung des Heimatlichen und Dörflichen nicht mehr nur wie in den Idyllen des 18.Jahrhunderts lediglich auf ein Randgebiet der Idyllik, [. . .] [bezog] sondern [. . .] [das]“[49] die Dorfgeschichte fortan „quantitativ[50] und qualitativ deutlich faßbar[er] [sic!]“ wurde. Als erfolgreiche Wegbegleiter und Weiterentwickler gelten Klaus Groth und Berthold Auerbach (mit seinen Schwarzwälder Dorfgeschichten), die den Erfolg der Heimatliteratur maßgeblich beeinflussten, jedoch vom millionenfach gelesenen Ludwig Ganghofer und später Peter Rosegger, übertroffen wurden.[51]

Höfig führt die bei Zeller anklingende Akzentuierung des Nationalen weiter aus: „die Auseinandersetzung mit fremdem Volkstum, die Einbeziehung des Auslandsdeutschtums und–in Beziehung zum wilhelministischen Imperialismus und in Anlehnung an die politische Situation nach dem ersten Weltkrieg – die Glorifizierung und Mythisierung des ‚deutschen Volkscharakters‛[52]

Die nationalsozialistischen Machthaber griffen die Themen der Idylle der bäuerlichen Gesellschaft als Gegenstück zur Verstädterung und Modernisierung in der Blut-und-Boden-Literatur auf und nutzten sie für den Propagandaapparat. Dazu Höfig:

Geschichte, Boden und Landschaft sind die Triebkräfte des Geschehens, Denken und Handeln der Menschen werden durch Milieueinflüsse bestimmt, Charakter, inneres und äußeres Wesen, Schicksal der Person entstehen durch die Abhängigkeit von Ort und Geschichte, dies jedoch nicht in rationalem, sondern weit stärker in irrationalem und emotionalem Sinne.[53]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges entwickelt sich die Heimatliteratur „in Heftchenromanen, im Heimattheater, im Heimatfilm und in Fernsehserien“[54] weiter zur Literatur der Massen, bis es in den sechziger und siebzieger Jahren zu einer regelrechten Anti-Heimatliteratur-Bewegung kam, die karikierend die klassischen Merkmale der Heimatliteratur aufgriff.

Der folgende Gedanke von Kohler bietet sich als Überleitung zum Heimatfilm an:

„Auch wenn sie in unterschiedlichen Medien und Variationen auftreten–insgesamt ähneln sie sich doch sehr, die einzelnen Gestalten aus Heimatroman und Heimatfilm, jedenfalls in ihren Grundzügen.“[55] Rossbacher ergänzt diese Grundzüge, die sich z.B. auf die Wahl der Figuren beziehen: „ Figuren, die er [der Heimatroman] von vorherein als ‚ganze‛, weil wurzelstarke Menschen typisieren kann“[56], werden besonders häufig genutzt und in ihrer Beschreibung in Beziehung zur Natur gesetzt: „Um zur ‚In-group‛ des Heimatromans zu gehören, muß [sic!] eine Person in diesem Sinne entweder ‚bodenständig‛ sein oder wenigstens eine besondere Beziehung zur Natur besitzen. Entsprechend haben in dem nahezu geschlossenen System der Heimatkunst Fremde keinen Platz.“[57]

4. Der Heimatfilm

4.1 Allgemeines zum Heimatfilm

Die bewusste „Bewahrung gesellschaftlicher Zustände“[58] in einer keinesfalls ausgeheilten Welt, prägte auch das Genre der Heimatfilme in den fünfziger Jahren. Ursprünglich entstand das Genre Ende der vierziger Jahre und hatte seine ästhetischen Ursprünge in den Bergfilmen der zwanziger Jahre.[59] Grundsätzlich lässt sich das Genre zwischen den Trümmerfilmen der Nachkriegsgesellschaft und den Autorenfilmen der sechziger und siebziger Jahre einordnen.[60] Greis ergänzt die Konzeption der Filmgattung: „bei der es sich keinesfalls um eine unpolitische Filmgattung mit einer "heilen", sprich entpolitisierten Welt handelt.“[61] Der Operettenfilm „Schwarzwaldmädel“ (1950) markierte den Beginn des erfolgreichen Genres, sodass es in der Folge zum Entstehen von ca. 300 weiteren Heimatfilmen kam; darunter z.B.: „Grün ist die Heide“ (1951), „Am Brunnen vor dem Tore“ (1952), „Der Förster vom Silberwald“ (1954), „Die Fischerin vom Bodensee“ (1957) und „Das Mädchen vom Moorhof“ (1958). Das Genre wurde besonders von Hans Deppe geprägt, der „Grün ist die Heide“ inszenierte. Der seit 1933 auf dem Filmmarkt Bekanntheit erlangende Deppe stand stellvertretend für die „wiederaufgebaute bundesdeutsche Filmindustrie [die] fast komplett von Protagonisten des nationalsozialistischen Films übernommen worden“[62] war.

Grundlegend schlägt Trimborn vor, die Geschichte des Heimatfilms in drei Phasen einzuteilen[63]: 1950-1952 als frühe Phase, die als „genrekonstituierende“[64] Phase gilt, die Phase von 1953-1956, in der der Heimatfilm während seiner Hochkonjunktur zunehmend auch „Abwandlungsversuche des genretypischen Schemas“[65] verzeichnet, die Spätphase des Heimatfilms in der schließlich die Überzeichnung und Selbstironisierung der typischen Handlungsmuster und Motive“ stattfindet.[66]

[...]


[1] Kaschuba, Wolfgang: Der Deutsche Heimatfilm-Bilderwelten als Weltbilder, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Heimat, Analysen, Themen, Perspektiven. Band 1. Bonn: 1990 (= Schriftenreihe Band 294). S.841.

[2] Höfig, Willi: Der deutsche Heimatfilm 1947–1960. Stuttgart: 1973. S. 166.

[3] Ebd.: S. 143.

[4] [Art.] Heimat, in: Meyers Enzyklopädisches Lexikon Band 11. Mannheim :1974. S. 629.

[5] Ebd.

[6] Ebd.

[7] Vgl.: Ebd.

[8] [Art.] Heimat, in: Brockhaus Band 8. Wiesbaden: 1969. S. 316.

[9] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. Inauguraldissertation. Frankfurt am Main: 1992, S. 8.

[10] [Art.] Heimat, in: Brockhaus Band 8., S. 316.

[11] Vgl.: Ebd.

[12] Vgl.: Cremer, Will: Ansgar Klein: Heimat in der Moderne, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Heimat. Analysen. Themen, Perspektiven, Band 1. Bonn: 1990 (= Schriftenreihe Band 294/1). S. 35.

[13] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 9.

[14] Ebd.

[15] Handschuh, Gerhard: Brauchtum- Zwischen Tradition und Veränderung, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Heimat. Analysen, Themen, Perspektiven. Band 1. Bonn: 1990 (= Schriftenreihe Band 294). S. 635.

[16] Ebd.

[17] Ebd.

[18] Vgl.: Ebd.

[19] Greverus, Ina-Maria: Auf der Suche nach Heimat. München: 1979. S. 63.

[20] Ebd.

[21] Ebd.

[22] Ebd.

[23] Ebd.

[24] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 11.

[25] Greverus, Ina-Maria: Auf der Suche nach Heimat. S. 36.

[26] Ebd.

[27] Vgl.: Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 11. sowie Bredow, Wilfried: Hans-Friedrich Foltin: „Zwiegespräche Zufluchten“–Zur Renaissance des Heimatgefühls. Berlin: 1991, S. 24–25.

[28] Binz, Vera: Schwarzwaldmädels. Klischee, Ideal und Realität der Frauenrolle im Heimatfilm und in der Gesellschaft der fünfziger Jahre. Saarbrücken: 2007. S. 41

[29] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. Ebd.: S. 12.

[30] Ebd.: S. 13.

[31] Ebd.: S. 14.

[32] Bredow, Wilfried und Hans-Friedrich Foltin: „Zwiegespräche Zufluchten“. S. 161.

[33] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 14.

[34] Vgl.: Ebd.: S. 15.

[35] Steiner, Gertraud: „Die Heimat-Macher“–Kino in Österreich 1946–1966. Wien: 1987, S. 21.

[36] Ebd.

[37] Eisert-Rost, Elisabeth: Michael Rost: Heimat. Begriff und Geschichte. Ein Begriff wird zu Ideologie, in: Projektgruppe Deutscher Heimatfilm (Leitung: Wolfgang Kaschuba): Der Deutsche Heimatfilm. Bilderwelten und Weltbilder. Bilder, Texte, Analysen zu 70 Jahren deutscher Filmgeschichte. Tübingen: 1989 (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen). S. 15.

[38] Ebd.

[39] Ebd.

[40] Ebd.: S. 16.

[41] Ebd.

[42] Ebd.: S. 17.

[43] Ebd.

[44] Ebd.

[45] Höfig, Willi: Der deutsche Heimatfilm. S. 18.

[46] Vgl.: Zeller, Rosemarie: Heimatliteratur. http://www.hls-dhs-dss.ch/textes/d/D11213.php [Zugriff am 22.04.2011].

[47] Ebd.

[48] Vgl.: Ehlert, Klaus: Volksliteratur und Dorfgeschichte, in: Beutin, Wolfgang: Klaus Ehlert: Wolfgang Emmerich u.a.: Deutsche Literaturgeschichte. Von den Anfängen bis zur Gegenwart. Siebte, erweiterte Auflage mit 545 Abbildungen. Stuttgart: 2008. S. 309.

[49] Eschbach, Katharina: Heimat. Filmvorlage Heimatroman, in: Projektgruppe Deutscher Heimatfilm (Leitung: Wolfgang Kaschuba): Der Deutsche Heimatfilm. Bilderwelten und Weltbilder. Bilder, Texte, Analysen zu 70 Jahren deutscher Filmgeschichte. Tübingen: 1989 (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen). S. 19.

[50] Ebd.

[51] Höfig, Willi: Der Deutsche Heimatfilm. S. 20.

[52] Höfig, Willi: Der Deutsche Heimatfilm. S. 18.

[53] Ebd.: S. 28.

[54] Zeller, Rosemarie: Heimatliteratur.

[55] Kohler, Petra: Heimat. Heimatroman, Heimatkunst, Heimatfilm, in: Projektgruppe Deutscher Heimatfilm (Leitung: Wolfgang Kaschuba): Der Deutsche Heimatfilm. Bilderwelten und Weltbilder. Bilder, Texte, Analysen zu 70 Jahren deutscher Filmgeschichte. Tübingen: 1989 (Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaften der Universität Tübingen). S. 25.

[56] Rossbacher, Karl-Heinz: Heimatkunstbewegung und Heimatroman. Zu einer Literatursoziologie der Jahrhundertwende. Stuttgart: 1979. S. 198.

[57] Kohler, Petra: Heimat. Heimatroman, Heimatkunst, Heimatfilm. S. 25.

[58] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 15.

[59] Vgl.: Wende, Waltraud Wara: Lars Koch (Hrsg.): Krisenkino. Filmanalyse als Kulturanalyse: Zur Konstruktion von Normalität und Abweichung im Spielfilm. Bielefeld: 2010, S. 130.

[60] Vgl.: Ebd.: S. 129.

[61] Greis, Tina Andrea: Der Bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 15.

[62] [Art.] Heimatfilm, in: Sachlexikon Film. Hrsg. von Rainer Rother. Hamburg: 1997. S. 146.

[63] Trimborn, Jürgen: Der bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. Motive, Symbole und Handlungsmuster. Köln: 1998. S. 21.

[64] Binz, Vera. Schwarzwaldmädels. S. 40.

[65] Ebd.: S. 40 f.

[66] Vgl.: Trimborn, Jürgen: Der bundesdeutsche Heimatfilm der fünfziger Jahre. S. 27.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Exemplarische Darstellung heimatfilmtypischer und komödiantischer Elemente am Beispiel des Films „Kohlhiesels Töchter“ (1962)
Hochschule
Universität Rostock  (Institut für Germanstik/Institut für Volkskunde)
Veranstaltung
Filmanalyse als Ideologiekritik am Beispiel des nationalsozialistischen und nach-kriegsdeutschen Heimatfilms
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
43
Katalognummer
V189517
ISBN (eBook)
9783656136965
ISBN (Buch)
9783656138457
Dateigröße
637 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Hausarbeit wurde mit "ausgezeichnet" bewertet und genügt nach Aussage des Dozenten in vollstem Maße den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens. Sie ist klar gegliedert und hält stets die wissenschaftliche Argumentationsweise ein. Theoretisches Wissen und dessen praktische Überprüfung finden in Rahmen dieser Hausarbeit Berücksichtigung.Die Hausarbeit beinhaltet eine exemplarische Darstellung heimatfilmtypischer und komödiantischer Elemente am Beispiel des Films „Kohlhiesels Töchter“ (1962).
Schlagworte
Heimatfilm, Heimatfilmkomödie, Heimat, Kohlhiesels Töchter 1962, Komödie
Arbeit zitieren
Marie-Elisabeth Wöhlbier (Autor), 2011, Exemplarische Darstellung heimatfilmtypischer und komödiantischer Elemente am Beispiel des Films „Kohlhiesels Töchter“ (1962), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189517

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