E-Business & Mobile Computing: Mobiles Lernen


Seminararbeit, 2012
19 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des mobilen Lernens
2.1 Definition und Einordnung des Begriffs „Mobiles Lernen“
2.2 Vom eLearning zum mLearning
2.3 Verbreitung mobiler Endgeräte
2.4 Gattungen mobiler Endgeräte
2.4.1 Notebooks und Netbooks
2.4.2 Tablet Computer
2.4.3 Smartphones

3 Anwendungsbereiche des mobilen Lernens
3.1 Zielgruppen
3.1.1 Lernende
3.1.2 Lehrende
3.2 Anwendungsmöglichkeiten
3.2.1 Bereitstellung von Lehrmaterialien und Notizen
3.2.2 Nachschlagewerke
3.2.3 Audio- und Video-Podcasts
3.2.4 Quizzes und Tests
3.2.5 Integrierte Systeme
3.3 Technische Plattformen
3.3.1 Native Apps
3.3.2 Plattformübergreifende Lösungen

4 Schlussbetrachtung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Geräteabhängige Ausgaben mittels Responsive Design

1 Einleitung

Vokabeln üben mit dem iPhone, Prüfungsvorbereitung mit dem iPad oder pauken mit dem Lehrbuch in der Straßenbahn auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder in die Uni: Das alles ist mobiles Lernen. Neben modernen Smartphones und Tablet Computern ist auch das Buch ein geeignetes Device, um orts- und zeitunabhängig zu lernen.1 Doch bieten die modernen Gadgets deutlich mehr Möglichkeiten, den Lernprozess interessanter und abwechslungsreicher zu gestalten. Johannes Gutenberg würde sich wundern, wie das gesammelte Wissen der Welt immer und überall auf den mobilen elektronischen Begleiter kommt. Gerade Smartphones bieten sich als ubiquitäre Begleiter2 an, um zur passenden Zeit an jedem Ort Wissen zu erwerben oder zu vertiefen. Smartphone-Benutzer verwenden ihr Device häufig, um Leerlaufzeiten zu überbrücken.3 Hier könnten also auch kurze Lerneinheiten beim Warten auf die U-Bahn durchgeführt werden.4 Die Verwendung von Gadgets erhöht außerdem den Spaßfaktor beim Lernen und so kann ein regelrechter Lern-Flow entstehen.5

Mit diesen neuen Formen des mobilen Lernens, auch als mLearning (Mobile Learning) bezeichnet, soll sich die vorliegende Arbeit beschäftigen. Gerade aus informationstechnischer Sicht findet dieses Thema bislang nur wenig Beachtung im fachlichen Diskurs. Daher ist die Quellenlage zwar umfangreich doch meist eher oberflächlich. In dieser Arbeit liegt deshalb der Schwerpunkt vor allem auf den technischen Rahmenbedingungen und Möglichkeiten. Dazu soll zunächst der Begriff des mLearning erläutert und abgegrenzt werden. Es folgen Erläuterungen zu den mobilen Endgeräten, zu den Zielgruppen für mobiles Lernen und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten sowie die technischen Plattformen. Die didaktischen und sozialwissenschaftlichen Auswirkungen des mobilen Lernens sollen ebenfalls Erwähnung finden aber nicht in aller Tiefe behandelt werden.

2 Grundlagen des mobilen Lernens

2.1 Definition und Einordnung des Begriffs „Mobiles Lernen“

Eine feststehende Definition des mobilen Lernens oder auch des mLearnings existiert nicht.6 Da die Einführung des mLearning zunächst stark technikgetrieben war und als mobile Fortführung des eLearning gesehen wurde, blieben zunächst weitere Aspekte unberücksichtigt. Inzwischen wird mLearning nicht mehr nur auf das Lernen mit mobilen Endgeräten reduziert sondern allgemein als Mittel zur Überwindung von örtlichen und zeitlichen Einschränkungen beim Zugriff auf Lehrmaterialien oder der Vernetzung der beteiligten Personen gesehen.7 Ein wichtiger Aspekt dabei ist auch, dass hierdurch die Art und Weise des Lernens verändert wird. Der Lernprozess wird kollaborativer und weniger linear.8

Laut einer Expertenbefragung des Essener MMB-Institut wird das mLearning von Lernsoftware-Anbietern als zukünftige tragende Säule des eLearning-Markts gesehen.9

2.2 Vom eLearning zum mLearning

Seit vielen Jahren existieren bereits computergestützte Lernangebote, die unter dem Schlagwort eLearning zusammengefasst werden können. Reine eLearning-Angebote konnten sich allerdings nie wirklich durchsetzen.10 Aus diesem Grund werden eLearning und klassische Präsenzlehrveranstaltungen oft kombiniert. Hierzu hat sich der Begriff Blended Learning etabliert. Sieht man mLearning als die mobilisierte Weiterentwicklung des eLearnings, ergeben sich auch völlig neue Möglichkeiten für das Blended Learning. Abgesehen von der noch einfacheren Kombination von digitaler und realer Lehre bietet das mLearning weitere Möglichkeiten. So wird das Lernen im Kontext möglich.11 Es werden Lokalisierungsmöglichkeiten und Lagesensoren der jeweiligen Geräte eingebunden.12 Die vermittelten Inhalte werden deutlich dynamischer. Hinzu kommt außerdem der Aspekt der Vernetzung. Ähnlich den Social Networks wie Facebook oder Google Plus können sich Lernende untereinander und auch mit den Lehrenden vernetzen, um Informationen auszutauschen oder Hilfestellung zu geben und zu erhalten.13

Auf Grund der fortschreitenden Medienkonvergenz werden zukünftig wohl alle eLearning-Angebote auch mobil nutzbar sein und um weitere Möglichkeiten ergänzt werden. So könnte der Begriff des eLearnings vollständig zu Gunsten des mLearnings verschwinden.

2.3 Verbreitung mobiler Endgeräte

Der Markt für mobile Endgeräte verzeichnet bereits seit einiger Zeit ein bemerkenswertes Wachstum. Insbesondere die Smartphones und Tablet Computer erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.14 Verbunden damit wächst auch die Zahl derjenigen, die auch unterwegs „always online“ sind.15 So stehen alle Informationsquellen und Kommunikationswege des Internets immer zur Verfügung. Diese lassen sich somit auch zum mobilen Lernen nutzen.

Dabei beschränkt sich das Angebot längst nicht mehr nur auf Apple, die mit iPhone und iPad jeweils entscheidend zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Auch andere Plattformen, allen voran Googles Android, müssen in die Betrachtungen mit einbezogen werden.16

2.4 Gattungen mobiler Endgeräte

Ob ein mobiles Endgerät sich für die Nutzung von mLearning eignet, hängt von verschiedenen Kriterien ab. So zählt neben den klassischen Eigenschaften Formfaktor, Akkulaufzeit oder Geräuschentwicklung (z.B. durch Lüfter oder Tastatur) auch die Möglichkeit der Einbettung in den Lernkontext sowie die intuitive Bedienbarkeit dazu.

2.4.1 Notebooks und Netbooks

Ob Notebooks zu den für das mLearning relevanten Endgeräten zählen, ist durchaus umstritten.17 Dabei lässt sich beobachten, dass sie in älteren Ausarbeitungen noch deutlich häufiger Erwähnung finden als in aktuellen. Da Notebooks in der Regel die gleichen Aufgaben erfüllen wie klassische Desktop-Computer, werden sie eher nicht zu den für mLearning relevanten Geräten gerechnet. Dies kann sich jedoch ändern, wenn auch auf dem Notebook der Kontext in das Lernen mit eingebunden ist.18 In Bezug auf die Geräuschentwicklung haben Notebooks definitiv Nachteile und auch die Zeit, die vom Hochfahren bis zum Start der Lern-Applikation vergeht ist zu lang, um beispielsweise in einer kurzen Leerlaufphase zu lernen.

Ähnliches gilt auch für die Netbooks. Deren Formfaktor und Stromverbrauch sind jedoch schon deutlich besser für den Einsatz im mLearning geeignet. Netbooks können so als ein Grenzfall eingestuft werden.

2.4.2 Tablet Computer

Nachdem Tablet Computer jahrelang ein eher unbeachtetes Nischenprodukt darstellten, begann ihr Siegeszug mit der Einführung von Apples iPad. Inzwischen hat sich Android als weitere Plattform für Tablets neben dem iPad etabliert. So soll ihr Marktanteil bis 2016 den des iPads sogar übersteigen.19 Die Versuche von RIM mit dem Blackberry Playbook sowie HP mit WebOS dürfen hingegen als gescheitert angesehen werden. Diese Plattformen konnten sich nicht etablieren. Noch unklar ist, ob Microsoft mit dem für Tablets optimierten Windows 8 eine größere Rolle spielen können wird.

Tablets sind, wie Netbooks, ein Grenzfall als Device für das mLearning. Sie passen nicht in die Hosentasche sind aber mobil genug, um im mLearning eine Rolle zu spielen.20 Ihre Laufzeit ist denen von Notebooks und Netbooks überlegen und ein Hochfahren ist nicht notwendig. Geräusche durch Lüfter oder Hardwaretastatur entstehen ebenfalls nicht. Da Tablets praktisch immer über GPS (Global Positioning System) verfügen, eignen sie sich besonders für den Einsatz in einem speziellen Kontext.

2.4.3 Smartphones

Mit der Einführung von Apples iPhone haben sich Smartphones als Gadgets, die weit mehr Funktionsumfang anbieten als Telefonie und SMS, etabliert. Neben dem iPhone hat sich in diesem Segment die Android-Plattform etabliert und ist mittlerweile bereits Marktführer.21 Gerade im Business-Bereich hat auch Blackberry noch eine relevante Nutzerzahl, die dieses für mLearning im Beruf interessant macht. Eine weiterhin geringe Bedeutung hat Microsofts Windows Phone.

Smartphones sind eindeutig die mobilste Art von Geräten, die hier beschrieben werden. Sie sind noch einmal deutlich kleiner als Tablets und können so als ubiquitärer Begleiter in der Hosentasche dienen. Auch ihre Laufzeit, ihre praktisch nicht vorhandene Geräuschentwicklung und das integrierte GPS prädestinieren sie für den Einsatz im mLearning. Ein Nachteil ist jedoch das vergleichsweise kleine Display, für das Informationen völlig anders aufbereitet werden müssen als auf Notebooks oder Tablets.

3 Anwendungsbereiche des mobilen Lernens

3.1 Zielgruppen

Mobile Lernanwendungen müssen unterschiedliche Zielgruppen ansprechen können. Insbesondere die Gruppe der Lernenden ist sehr heterogen.

3.1.1 Lernende

Lebenslanges Lernen gehört zu den Paradigmen der modernen Wissensgesellschaft. So ergibt sich auch, dass grundsätzlich jeder Mensch zu jeder Zeit ein potentieller Anwender von mLearning-Anwendungen sein kann. Seine veränderte Rolle erfordert jedoch zusätzliche Verantwortung und Selbststeuerung vom Lernenden.22 Drei Gruppen von Lernenden können herausgehoben werden. Dies sind zum einen die Schüler. Diese können beispielsweise auf dem Schulweg Lernanwendungen nutzen oder digital unterstützt Vokabeln lernen. Zudem müssen sie nicht mehr eine Vielzahl schwerer Bücher mitnehmen. Eine weitere Zielgruppe sind Studenten. Auch sie könnten unterwegs Vorlesungen nachbereiten. Die dritte Gruppe besteht aus Berufstätigen, die sich weiterbilden. Sie können auf dem Weg zur Arbeit oder in Pausen mobil auf Schulungsunterlagen zugreifen oder für entsprechende Tests lernen. Bei allen Gruppen ist zudem die Möglichkeit der mobilen Kommunikation mit den Lehrenden ein wichtiger Faktor.

[...]


1 vgl. Stoller-Schai (2010), S. 2

2 „75 Prozent der Handybesitzer gehen nicht ohne das Gerät aus dem Haus“, Otto, Google (2010), S. 4

3 vgl. Otto, Google (2010), S. 8

4 vgl. Haas et al. (2010), S. 148

5 vgl. Wagner (2010), S. 100 f. sowie Trivedi (2011), S. 29

6 vgl. Amberg, Lang (2011), S. 289 ff. sowie Nestel et al. (2010), S. 1

7 vgl. Kukulska-Hulme (2010) sowie Hug (2010), S. 194 ff.

8 vgl. Woodill, Martell (2011), S. 24

9 „Mobile Lernapplikationen gelten bei drei Viertel der befragten Experten (76 Prozent) als eine Erfolg versprechende Lerntechnologie.“, Michel (2011), S. 46

10 vgl. Haas et al. (2010), S. 143

11 vgl. JISC (2011), S. 30 ff. sowie Stoller-Schai (2010), S. 6

12 vgl. Owyang (2011), S. 11

13 vgl. mobl21 (2010), S. 4 sowie Stoller-Schai (2010), S. 19

14 vgl. BITKOM (2011) sowie BITKOM (2012)

15 vgl. Stoller-Schai (2010), S. 2

16 vgl. Gartner (2011)

17 vgl. Haas et al. (2010), S. 145 f.

18 vgl. Woodill, Martell (2011), S. 23

19 vgl. Pakalski (2011)

20 vgl. Woodill, Martell (2011), S. 23

21 „The Android OS accounted for 52.5 percent of smartphone sales to end users in the third quarter of 2011 […], more than doubling its market share from the third quarter of 2010.“, Gartner (2011)

22 vgl. Kimpeler (2010), S. 380 sowie Stoller-Schai (2010), S. 4

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
E-Business & Mobile Computing: Mobiles Lernen
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Neuss früher Fachhochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
19
Katalognummer
V189574
ISBN (eBook)
9783656137726
ISBN (Buch)
9783656138853
Dateigröße
767 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
e-business, mobile, computing, mobiles, lernen, mLearning, eLearning, Blended Learning, Social Learning, iPhone, iPad, Android, Blackberry, Apps, Responsive Design, Webapps
Arbeit zitieren
Jens Küsters (Autor), 2012, E-Business & Mobile Computing: Mobiles Lernen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189574

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