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Die Krise der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft

Title: Die Krise der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft

Term Paper (Advanced seminar) , 2011 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lars-Henning Groß (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Frage, die mich in dieser Arbeit beschäftigen wird ist die, in welchem Verhältnis die Gewerkschaften in dieser Wissensgesellschafft zum Faktor "Arbeit" stehen. Sind die Gewerkschaften nach wie vor der wichtige Akteur im Spannungsfeld zwischen "Arbeit" und "Kapital" oder sind die auferlegten Ansprüche der Gewerkschaften, also Wohlstand und soziale Sicherheit für die Arbeitenden, haltbar oder sind sie längst über Bord gegangen?
Die These der vorliegenden Argumentation ist die, dass die Gewerkschaften als sozialer Akteur die gravierende Dynamisierung und strukturelle Wandlung der globalisierten Gesellschaft nicht mitvollzogen haben, bzw. dies nicht konnten. Daraus ergeben sich eine Reihe Schwierigkeiten für die Gewerkschaften im Hinblick auf die industriellen Beziehungen. Aus diesen Schwierigkeiten folgt, dass die Gewerkschaften in einer (Legitimations-)Krise stecken.
Zunächst ist einmal zu klären, auf welchen Kernelementen die gewerkschaftliche Tätigkeit beruht. Hier möchte ich mich mit vier Punkten beschäftigen, nämlich dem Verhältnis zwischen Arbeit und Kapital und der Repräsentation der Arbeitnehmer durch die Gewerkschaften.
Desweiteren möchte ich mir das Normalarbeitsverhältnis als eine wichtige Errungenschaft und Element der Gewerkschaften, sowie dessen Erosion ab den 1980er Jahren anschauen. Was ist unter dem Begriff des Normalarbeitsverhältnisses zu verstehen, welcher im Grunde durch die gewerkschaftliche Tätigkeit geprägt wurde? Dieser Begriff versucht den Zustand des Arbeitsverhältnisses und der industriellen Beziehungen zu beschreiben, wie sie sich in der Mitte des 20. Jhd. dargestellt haben. Da dieser Zustand im 21. Jhd. allerdings ein anderer ist, ist auch der Begriff des Normalarbeitsverhältnisses nicht mehr treffend. Wir finden in der Wissensgesellschaft Arbeitsformen, die nicht mehr mit diesem Begriff fassbar sind, da sie eben nicht mehr "normal" sind. Also geht es im zweiten Schritt um die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses.
Daran anschließend gilt es zu untersuchen, welche Lösungswege für die Krise der Gewerkschaften zu sehen sind. Wird die strukturelle Anpassungslücke zwischen globalisierter Wirtschaft und gewerkschaftlicher Interessenvertretung überbrückt werden können oder müssen die Gewerkschaften ihren Selbstanspruch hinterfragen oder vielleicht sogar aufgeben? An dieser Stelle ist besonders das Konzept "Auto-5000" des Volkswagen-Konzerns, als Innovationsversuch, interessant.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Problemaufriss und Aufbau dieser Arbeit

2 Die Gewerkschaften in der Krise

2.1 Grundlegende Elemente gewerkschaftlicher Organisationsfähigkeit

2.2 Bestimmungsfaktoren für das NAV und die Erosion des NAV

2.3 Der Wegfall eines konkreten Arbeitsplatzes

2.4 Die Auflösung der Trennung von Arbeit und Kapital

2.5 Die schwindende Repräsentation der Arbeitnehmer durch die Gewerkschaften

3 AUTO 5000 als Modellversuch. Wie sollten Konzepte zur Neuorientierung der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft aussehen?

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Legitimations- und Repräsentationskrise gewerkschaftlicher Arbeit im Kontext des Übergangs zur postindustriellen Wissensgesellschaft und hinterfragt, inwieweit etablierte Konzepte der Interessenvertretung an aktuelle ökonomische Strukturen angepasst werden müssen.

  • Struktureller Wandel der Arbeit und Erosion des Normalarbeitsverhältnisses (NAV).
  • Veränderung der ökonomischen Trennung von Kapital und Arbeit in der globalisierten Ökonomie.
  • Die Rolle der Gewerkschaften als Akteure in der Wissensgesellschaft.
  • Analyse des Modellversuchs "AUTO 5000" als Innovationsansatz für die gewerkschaftliche Neuorientierung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Grundlegende Elemente gewerkschaftlicher Organisationsfähigkeit

Die Gewerkschaften in der Wissensgesellschaft befinden sich demnach gewissermaßen in einem Spannungsverhältnis zwischen dem Anspruch die Arbeitnehmer im in Forderungen nach sozialer Sicherung und Selbstverwirklichung in der Arbeit institutionell zu vertreten und auf der anderen Seite den Faktor Arbeit wettbewerbsfähig zu erhalten, d.h. Die Produktivität der Arbeitskraft in ein günstiges Kostenverhältnis zu setzen. Denn eine Bedingung einer globalisierten Ökonomie scheint die größtmöglich Flexibilisierung und Verwertung der Arbeitskraft und des Kapitals zu sein.

Eine der größten historischen Leistungen der Gewerkschaften ist, wie oben bereits angesprochen, die Schaffung des NAV mit all seinen Kernpunkten, wie beispielsweise einer solidarischen Entlohnung per branchenübergreifenden Flächentarifvertrages, das Eintreten für betriebliche Mitbestimmungsrechte, oder die Forderungen nach betrieblicher und überbetrieblicher Sicherung von Arbeit.

Die Strukturen der industriellen Beziehungen können, aus der vorangegangenen Argumentation folgend, abstrahiert und zusammengefasst werden. Diese Reihenfolge stellt in etwa einen logischen Aufbau dar, obwohl ich ihn im Folgenden in gleicher Weise abhandeln möchte: (a) Es gibt eine Trennung zwischen den Faktoren Arbeit und Kapital, welche sich im Verhältnis zwischen Arbeitgeber als Kapitaleigner und Arbeitnehmer, der seine Arbeitskraft veräußert, darstellt. (b) Die Gewerkschaften repräsentieren bzw. vertreten die Forderungen der Arbeitnehmer. Sie beschränken damit den Arbeitgeber in seiner absoluten Entscheidungsmacht. (c) Das NAV definiert das Arbeitsverhältnis in einem rechtlichen Rahmen durch den Arbeitsvertrag (unbefristet) und den Kündigungsschutz, die Entlohnung (Tarifverträge) und die Arbeitszeit (Vollzeit). (d) Die Arbeit wird an einem konkreten Ort abgeleistet (z.B. Fabrik).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemaufriss und Aufbau dieser Arbeit: Einleitung in die Krise der Gewerkschaften vor dem Hintergrund des ökonomischen Wandels von der Industrie- zur Wissensgesellschaft.

2 Die Gewerkschaften in der Krise: Analyse der vier zentralen Säulen gewerkschaftlicher Legitimation und deren Erosion seit den 1980er Jahren durch veränderte Rechts- und Marktbedingungen.

2.1 Grundlegende Elemente gewerkschaftlicher Organisationsfähigkeit: Definition des Spannungsfeldes zwischen sozialem Schutzanspruch und der Notwendigkeit zur ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit.

2.2 Bestimmungsfaktoren für das NAV und die Erosion des NAV: Untersuchung der Merkmale des Normalarbeitsverhältnisses und der Faktoren, die zu dessen schleichender Auflösung führten.

2.3 Der Wegfall eines konkreten Arbeitsplatzes: Diskussion der abnehmenden Bedeutung der klassischen Fabrik als zentraler Ort gewerkschaftlicher Mobilisierung.

2.4 Die Auflösung der Trennung von Arbeit und Kapital: Beleuchtung der veränderten Machtverhältnisse zwischen global agierenden Kapitalanlegern und dem Wandel zum sogenannten Arbeitskraftunternehmer.

2.5 Die schwindende Repräsentation der Arbeitnehmer durch die Gewerkschaften: Statistische Betrachtung des Mitgliederschwunds und des sinkenden Organisationsgrads als Indikatoren der gewerkschaftlichen Krise.

3 AUTO 5000 als Modellversuch. Wie sollten Konzepte zur Neuorientierung der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft aussehen?: Evaluierung des VW-Modellprojekts als potenzieller Wegweiser für eine zukunftsfähige gewerkschaftliche Tarifpolitik.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Wissensgesellschaft, Normalarbeitsverhältnis, Industrielle Beziehungen, Arbeitskraftunternehmer, Globalisierung, Mitbestimmung, Tarifverträge, Organisationsgrad, Arbeitsmarktflexibilisierung, AUTO 5000, Strukturwandel, Beschäftigungsverhältnisse, Kapital, Arbeitnehmervertretung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Legitimations- und Repräsentationskrise der Gewerkschaften im Zuge des Übergangs von der Industrie- zur Wissensgesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, den Wandel industrieller Beziehungen, die Globalisierung von Kapitalstrukturen sowie die Veränderungen in der Wahrnehmung der eigenen Erwerbstätigkeit durch Arbeitnehmer.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu klären, in welchem Verhältnis Gewerkschaften in einer Wissensgesellschaft zum Faktor "Arbeit" stehen und ob ihre bisherigen Konzepte zur Interessenvertretung den veränderten Anforderungen noch gerecht werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Analyse der industriellen Beziehungen und deren rechtliche sowie ökonomische Rahmenbedingungen, ergänzt durch eine Fallbeispielanalyse (AUTO 5000).

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Erosion des Normalarbeitsverhältnisses, dem schwindenden Einfluss gewerkschaftlicher Mobilisierung, der veränderten Rolle des Kapitals und der strategischen Suche nach neuen Organisationsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Gewerkschaften, Normalarbeitsverhältnis, Wissensgesellschaft, Arbeitskraftunternehmer, Organisationsgrad und Mitbestimmung.

Was genau ist das Modell "AUTO 5000" und warum ist es für Gewerkschaften relevant?

Es handelt sich um einen Modellversuch der Volkswagen AG zwischen 2001 und 2009, der neue Ansätze bei Arbeitszeitflexibilisierung und Qualifizierung erprobte, die als Impulsgeber für die Neuorientierung gewerkschaftlicher Tarifpolitik diskutiert werden.

Welche Rolle spielt der "Arbeitskraftunternehmer" in der Argumentation des Autors?

Der Autor nutzt diesen Begriff, um zu beschreiben, wie Arbeitnehmer durch Selbstökonomisierung und das Streben nach flexiblen Arbeitsformen zunehmend eine Distanz zu klassischen, kollektiven gewerkschaftlichen Strukturen entwickeln.

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Details

Title
Die Krise der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft
College
Bielefeld University
Grade
1,0
Author
Lars-Henning Groß (Author)
Publication Year
2011
Pages
24
Catalog Number
V189592
ISBN (eBook)
9783656138051
ISBN (Book)
9783656139096
Language
German
Tags
krise gewerkschaften gesellschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars-Henning Groß (Author), 2011, Die Krise der Gewerkschaften in der postindustriellen Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189592
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