Arbeitnehmerschutz in den römisch-katholischen Pfarrämtern

Eine empirische Studie über die Pfarrämter in der Stadt St. Pölten


Wissenschaftliche Studie, 2011
48 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzbeschreibung

Abstract

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ausgangslage und Problemstellung
1.2 Forschungsgegenstand
1.3 Zielsetzung und persönliche Motivation
1.4 Methodik

2. Theoretische Grundlagen
2.1 Die Arbeitsinspektion
2.2 Gliederung der römisch-katholischen Kirche – von der Diözese zum Pfarramt

3. Erhebung
3.1 Befragungsplan
3.2 Interviewteilnehmer
3.3 Befragungsverfahren

4. Ergebnisse
4.1 Unterweisung in Funktion als Vertreter der Arbeitgeberin
4.2 Bekanntheit des Arbeitsinspektorates und dessen Aufgabe
4.3 Notwendigkeit von Arbeitnehmerschutzgesetze in röm.-kath. Kirche
4.4 Aufgabe des Pfarrers bezogen auf Beschäftigte
4.5 Gebot der Liebe und Arbeitnehmerschutz
4.6 Arbeitnehmerschutzrechtliche Basiselemente für Pfarrämter
4.7 Weitere Erkenntnis

5. Auswertung
5.1 Bestätigung oder Falsifizierung der Hypothesen
5.2 Antwort zur Forschungsfrage

6. Ausblick

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Sonstige Quellen

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Gesetze und Verträge

Anhang 1: Die Pfarren im Bereich des politischen Bezirkes der Stadt St. Pölten

Anhang 2: Diözese St. Pölten, 20 Dekanate, 424 Pfarren

Anhang 3: Fragebogen

Anhang 4: Interview- und Gesprächsverzeichnis

Anhang 5: Diakon Ing. Fritz Krull

Anhang 6: Univ. Prof. DDr. Josef Wodka

Kurzbeschreibung

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit in den 11 römisch-katholischen Pfarrämtern im Bereich des politischen Bezirkes der Stadt St. Pölten der Arbeitnehmerschutz für jene Personengruppe, für die das ArbeitnehmerInnen-schutzgesetz (ASchG), BGBl.Nr. 450/1994 i.d.g.F. gilt, Anwendung findet und ob die Verantwortlichen in den Pfarren über ihre Funktion als Vertreter der Arbeitgeberin und der daraus resultierenden gesetzlichen Wahrnehmung der arbeitnehmerschutz-relevanten Gesetze Bescheid wissen.

Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen der Zuständigkeit, des Aufgabenbe-reiches und der Organisation der Arbeitsinspektion, sowie der Gliederung und Er-läuterung der römisch-katholischen Kirche von der Diözese abwärts bis zum Pfarr-amt, wird der Fokus auf eine empirische Erhebung betreffend den Pfarrern im Hin-blick auf deren Funktion als Vertreter der Arbeitgeberin gelegt. In dieser wird die Ob-liegenheit der Pfarrer bezüglich der Kenntnis des ASchG, deren Anwendung auf Ar-beitnehmer im Bereich des Pfarramtes und die etwaige Unterweisung der Pfarrer durch die Arbeitgeberin erhoben.

Die Auswertung der Ergebnisse beantwortet nicht nur die dieser Arbeit zugrunde liegenden Hypothesen, sondern auch die etwaige Anwendung des ASchG in den Pfarrämtern und die Funktion des Pfarrers im Bezug auf dieses Gesetz.

Abstract

This article deals with the question if the eleven Roman-Catholic rectories in the political district of St. Pölten make use of the safety act for employees (SAE, BGBl.Nr. 450/1994). Furthermore it deals with the question if the representatives of these rectories are aware of their position as a substitute of the employer and the resulting legal perception of the relevant safety laws for employees.

Starting with the theoretical basics of the responsibility and the organisation of the trade supervisory board as well as the structure and explanation of the Roman-Catholic church from the diocese down to the rectory, the main focus lies on the empirical survey of the priests regarding their position as substitutes of the employer. Additionally it deals with the priests’ duty regarding the knowledge of the SAE, its application on employees in the rectory and a possible instruction of the priests through their employers.

The evaluation of the results gives an answer to the main supposition as well as a possible application of the SAE in the rectories and the priests’ position regarding this law.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Im Kapitel Einleitung wird nach der Darstellung der Ausgangslage und der Problem-stellung, der Auslegung des Forschungsgegenstandes, der Zielsetzung und des per-sönlichen Zugangs des Autors auf die Erklärung der Methodik der gegenständlichen These eingegangen.

1.1 Ausgangslage und Problemstellung

In einer Zeit, in der der Einfluss der Finanzwelt und das Fortschreiten der Glo-balisierung eine immer größere Rolle spielt, ist eine Gefährdung des Arbeitnehmer-schutzes erkennbar.

Dass der Arbeitnehmerschutz jedoch bereits an sich einen Wert darstellt, wird darin offenbar, dass dieser als vorbildhaftes Beispiel des Gesetzgebers in Zusammenhang mit dem Bewusstsein für ein gesundes Leben angeführt wird.[1] Verschiedenste Per-sonengruppen sind jedoch vom „klassischen“ Arbeitnehmerschutz ausgenommen. Diese sind jedoch für Arbeitnehmerschutzrechte anderer Gruppen oftmals maßgeb-lich verantwortlich. Und so besteht das Risiko, dass erstere Personengruppe, mangels Wissen, die Rechte der zweiten nicht wahrnimmt.

Es besteht daher die Notwendigkeit auch jene Personengruppe ob des etwaig vor-handenen Informationsdefizites zu erfassen und im Hinblick auf die Wahrnehmung des Arbeitnehmerschutzes zu sensibilisieren.

1.2 Forschungsgegenstand

Der Arbeitnehmerschutz wird in manchen Bereichen und Institutionen vernachlässigt.

Das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG), BGBl.Nr. 450/1994 i.d.g.F. ist auf alle Personen in Beschäftigungs- oder Ausbildungsverhältnissen anzuwenden. „Geist-liche Amtsträger gesetzlich anerkannter KuR werden diesem Arbeitnehmerbegriff nicht subsumiert, sind keine Arbeitnehmer im Sinne dieses Bundesgesetzes (§ 2 Abs 1 ASchG).“[2]

Priester in der katholischen Kirche, dies ist die „…. Selbstbezeichnung der vom Papst geleiteten christlichen Kirche, die …. in besonderer Weise das Attribut -> katholisch („allgemein“, „universal“) für sich in Anspruch nimmt“[3] und ist ihre kon-fessionsurkundliche Bezeichnung römisch-katholische Kirche[4], sind Männer, deren Aufgabe der Vollzug religiöser Riten und kultischer Handlungen, wie das Spenden der Sakramente, dies sind kirchliche Zeichenhandlungen, deren Einsetzung auf Jesus Christus zurückgeführt werden, sind. Das Priestertum nimmt in der katholischen Kirche als ein eigener geistlicher Stand, wie auch in den Ostkirchen, seit dem Mittelalter eine dominierende Stellung ein.[5] Priester üben in ihrer Funktion als Pfarrer eine Leitungsfunktion in den römisch-katholischen Pfarrämtern aus.

Es erscheint daher von Interesse zu eruieren, inwieweit diese für jene Personen für die sie in ihrer Verantwortung als Vertreter der Arbeitgeberin zuständig sind, um die Notwendigkeit auf Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitnehmer-schutzes wissen.

Daher besteht Forschungsbedarf dahingehend, inwieweit in den 11 römisch-katholischen Pfarrämtern[6] im Bereich des politischen Bezirkes der Stadt St. Pölten der Arbeitnehmerschutz für jene Personengruppe für die das ASchG gilt, Anwendung findet, und ob die Pfarrer als Vertreter der Arbeitgeberin über ihre Verantwortung hin-sichtlich der Wahrnehmung der arbeitnehmerschutzrelevanten Gesetze Bescheid wissen.

1.3 Zielsetzung und persönliche Motivation

Ziel des Buches soll es sein, die Diözese St. Pölten als Arbeitgeberin und die Pfarrer als Vertreter der Arbeitgeberin im Hinblick auf den Arbeitnehmerschutz zu sensibilisieren.

Die zu prüfenden Hypothesen, die dieser Arbeit zugrunde liegen, lauten:

- Der Arbeitnehmerschutz wird als solcher in den römisch-katholischen Pfarr-ämtern nicht bewusst wahrgenommen, da davon ausgegangen wird, dass die Gebote der Kirche, wie jenes der Liebe, ausreichen.

Dieser Primärhypothese wird, aufgrund der Formulierung, ein besonderes Gewicht hinsichtlich jener Werte, die die römisch-katholische Kirche vertritt, beigemessen. So wird unter dem Wort Gebot eine religiöse oder sittliche Vorschrift verstanden.[7] Die Liebe gehört hingegen nach christlichem Verständnis, neben Glaube und Hoffnung, zu den drei „theologischen Tugenden“ und ist die größte Tugend überhaupt.[8] Die Liebe wird auch oftmals als die Tugend schlechthin bezeichnet und wird auf diese in den verschiedensten Schriften, die im Umfeld der römisch-katholischen Kirche pu-bliziert werden, eingegangen. „Auf sie ist alles hingeordnet, denn in ihr besteht das Wesen der Heiligkeit, der Teilnahme am göttlichen Leben; Gott ist reine Liebe.“[9] Sie ist nicht nur auf die Liebe zwischen Mann und Frau zu reduzieren, „…. sondern als großer Begriff der umfassenden Liebe, die von Gott kommt und die allen Menschen geschenkt wird ….“[10] zu betrachten. Und so ist es ganz wesentlich „…. Das Geliebt-sein von Gott anzunehmen, …., zu ihm ja zu sagen, …., zu den Geschöpfen, vor allem zum Menschen, in jedem zu versuchen, ein Bild Gottes zu sehen und dadurch ein Liebender zu werden.“[11]

- Die Pfarrer sind in Unkenntnis ob ihrer Funktion als Vertreter der Arbeitgeberin mit der daraus resultierenden Verantwortung.
- Priester werden von den Verantwortlichen der Diözese[12] St. Pölten, bei der Übertragung eines Pfarramtes durch den Bischof, hinsichtlich der Wahr-nehmung ihrer Funktion als Vertreter der Arbeitgeberin nicht unterwiesen.
- Das Arbeitsinspektorat St. Pölten, als jenes Amt, welches mit der Kontrolle der Einhaltung der Arbeitnehmerschutzvorschriften betraut ist, ist den Pfarrern un-bekannt.

Das Interesse des Autors an der Thematik Arbeitnehmerschutz in den römisch-katholischen Pfarrämtern ergibt sich aus seiner beruflichen Tätigkeit als Arbeits-inspektor.

Die persönliche Motivation des Verfassers am Thema dieser Arbeit liegt aber auch in dessen familiärem Umfeld begründet. So war seine Mutter Edeltraud Seewald 19 Jahre Angestellte bei der Caritas St. Pölten, einer Hilfsorganisation der katholischen Kirche[13], ist dessen Gattin Evelyn Seewald Vorstand im Pfarrgemeinderat der Pfarre St. Pölten – St. Johannes-Kapistran und sind seine Kinder Stephanie-Anna und Sebastian als Ministranten ebenso in der genannten Pfarre eingesetzt. Verwandte mit kirchlichem Engagement sind DSA Mag. Heinz Adl, 36 Jahre in namhafter Funktion bei der Sozialberatung der Caritas St. Pölten tätig, und der Geistliche Assistent des Vikariats ‚Unter dem Wienerwald’ GR Ing. Fritz Krull[14] als Diakon. Ein Diakon ist ein kirchlicher Amtsträger, der die Diakonatsweihe empfangen hat und für bestimmte liturgische und seelsorgerische Dienste tätig ist.[15] Als weiterer Verwandter wird auch noch der ehemalige Univ.-Prof. für Kirchengeschichte und Kirchenrecht DDr. Josef Wodka[16] angeführt.

1.4 Methodik

Da es im politischen Bezirk der Stadt St. Pölten die geringe Zahl von 11 Pfarrämtern gibt, erschien es ökonomisch vertretbar und zweckmäßig eine Vollerhebung durchzu-führen, um aussagekräftige Daten zu sammeln und somit die Repräsentativität der Arbeit zu gewährleisten.[17] Es wurden qualitative Interviews durchgeführt, wobei diesen ein im Vorfeld gestalteter Interviewleitfaden zugrunde lag, der im Gespräch als roter Faden diente und aufgrund der offenen Fragestellungen dem Interviewten die Möglichkeit einräumte, frei und offen zu antworten.[18] Die Interviews dauerten zwischen 30 – 45 Minuten. Um die Interviews beurteilen zu können, wurden diese digitalen Aufzeichnungen einer Transkription, d.h. einer Verschriftlichung, zugeführt, wobei die Form des zusammenfassenden Protokolls, mit der Berücksichtigung der interessanten Teilaspekte, gewählt wurde.[19]

2. Theoretische Grundlagen

Im Kapitel Theoretische Grundlagen werden zum besseren Verständnis der Arbeit die Bereiche Zuständigkeit, Aufgabenbereich und Organisation der Arbeitsinspektion, sowie die Gliederung und Erläuterung der römisch-katholischen Kirche von der Diözese abwärts bis zum Pfarramt ausgeführt.

2.1 Die Arbeitsinspektion

Im Bezug auf das Thema der Arbeit wird auf das Alte Testament verwiesen, indem im fünften Buch Mose in Kapitel 22, Vers 8 steht: „Wenn du ein neues Haus baust, so sollst du ein Geländer um dein Dach machen, damit du nicht eine Blutschuld auf dein Haus bringest, wenn irgend jemand von demselben herabfiele“.[20]

Dieser Vers des Alten Testaments weist auf eine lange Geschichte des Arbeit-nehmerschutzes hin. Ab 1993 regelt das Arbeitsinspektionsgesetz[21] die Aufgaben der Arbeitsinspektion und die Rechte der Organe der Arbeitsinspektion. Mit Beginn des Jahres 1995 trat das ASchG in Kraft.

Der Wirkungsbereich der Arbeitsinspektion erstreckt sich auf Betriebsstätten und Arbeitsstellen aller Art.[22] Betriebsstätten und Arbeitsstellen, die der Aufsicht der Land- und Forstinspektion und der Aufsicht der Verkehrs-Arbeitsinspektion unter-stehen, sind ebenso vom Wirkungsbereich der Arbeitsinspektion ausgenommen, wie

die privaten Haushalte, die Kultusanstalten der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften, sowie die öffentlichen Unterrichts- und Erziehungsan-stalten.[23]

Die Regelung der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften er-folgt im Art 15 StGG[24]. Betreffend des Themas der gegenständlichen Arbeit wird auf das Konkordat[25], Vertrag zwischen Österreich und dem Heiligen Stuhl, verwiesen. Da das ArbIG keine nähere Definition des Begriffes Kultusanstalten enthält, wird da-her auf jene der Österreichischen Bischofskonferenz verwiesen: „Kultusanstalten iSd § 1 Abs 2 Z 5 ArbIG sind alle jene Einrichtungen der Katholischen Kirche, welche un-mittelbar oder mittelbar der Verwirklichung kirchlicher Zwecke dienen.“[26] Diese Zwecke sind jene Bereiche und Handlungen, die der positiven Glaubenspflege behilf-lich sind. „Durch das ArbIG 1993 wurde der GB dieses Gesetzes auf die Ver-waltungsstellen der KuR ausgedehnt“[27] und ist somit die Zuständigkeit des Arbeits-inspektorates gegeben. Ausgenommen sind weiters auch jene Bedienstete des Bundes, der Länder, der Gemeindeverbände und Gemeinden, die nicht in Betrieben beschäftigt sind.[28] Für jene Dienststellen des Bundes, die dem Bundesbediensteten-schutzgesetz[29] unterliegen, ist jedoch die Arbeitsinspektion mit der Überprüfung der Einhaltung dieses Gesetzes befasst.

Im Arbeitsinspektionsgesetz ist festgelegt, dass die Arbeitsinspektion den Arbeit-geberinnen und Arbeitgebern, sowie den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unterstützend und beratend zur Verfügung steht.[30] Diesem Beratungsauftrag wird auch durch ein eigenes Webportal, dieses wurde zum Amtsmanager 2007 ausge-zeichnet, nachgekommen und „ …. dient das Webportal der Arbeitsinspektion der Präsentation von arbeitnehmerschutzrechtlich relevanten Informationen.“[31] Außer-dem überwacht die Arbeitsinspektion die Einhaltung der Rechtsvorschriften.[32]

Zur Organisation der Arbeitsinspektion (siehe Abbildung) wird festgestellt, dass die Arbeitsinspektorate der Sektion VII (Arbeitsrecht und Zentral-Arbeitsinspektorat) im Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz unterstehen. Das Bundesgebiet wird in 19. Aufsichtsbezirke eingeteilt. Wien hat 6 Standorte der Ar-beitsinspektion wovon 2 auch für Teile Niederösterreichs zuständig sind. In den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich und Steiermark sind jeweils 3 Standorte, in den Bundesländern Salzburg, Kärnten, Vorarlberg und Burgenland ist jeweils 1 Standort der Arbeitsinspektion situiert. Für den Wirkungsbereich der 6 Wiener Arbeitsinspektorate ist ein eigenes Arbeitsinspektorat (Arbeitsinspektorat für Bauarbeiten) insbesondere mit Bau-, Erd- und Wasserbauarbeiten einschließlich aller mit diesen Arbeiten verbundenen baugewerblichen Arbeiten, Bauneben- und Bauhilfsarbeiten betraut.

In jedem Arbeitsinspektorat ist eine Hygienetechnikerin bzw. Hygienetechniker, für Aufgaben auf dem Gebiet der Arbeitshygiene, eine Arbeitsinspektorin bzw. Arbeits-inspektor zur Überwachung der Einhaltung der Schutzvorschriften für Kinder und Jugendliche und eine Arbeitsinspektorin zur Überwachung der Einhaltung der Schutzvorschriften für Frauenarbeit und Mutterschutz bestellt. Weiters sind zur Wahr-nehmung von Aufgaben hinsichtlich der Arbeitshygiene und zur Verhütung von Berufskrankheiten Arbeitsinspektionsärzte bestellt.[33]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung: Organisation der Arbeitsinspektion

Quelle: Seewald, Peter, Webportal der Arbeitsinspektion, Saarbrücken, 2010, S. 31.

2.2 Gliederung der römisch-katholischen Kirche – von der Diözese zum Pfarramt

„Die katholische Kirche ist territorial gegliedert in Patriarchate, Erzdiözesen …. und Präfekturen in Missionsgebieten.“[34] Zur Zeit des Römischen Reiches respektierten die Bischöfe die Verwaltungsgrenzen als Grenzen ihrer christlichen Gemeinden.[35] „Im Ostteil des Römischen Reiches bezeichnete man diese territorialen Einheiten als

Diözesen …. , und deswegen bürgerte sich der Name „Diözese“ ein für die territoriale Einheit, für die ein Bischof zuständig war.“[36] In der Diözese St. Pölten sind 424 Pfarren[37] und hievon 11 im Bereich des politischen Bezirkes der Stadt St. Pölten an-gesiedelt. Die Pfarre ist die kleinste organisatorische Einheit der Kirche.[38]

Der Priester, der einer Diözese vorsteht, wird in der katholischen Kirche als Bischof bezeichnet und als Nachfolger der Apostel gesehen. Seine Ernennung erfolgt durch den Papst.[39] Der Bischof wiederum ernennt den Pfarrer. Dieser ist „…., der Inhaber eines Pfarramtes, dem die selbständige und verantwortliche Betreuung und Leitung der Pfarrei bzw. Gemeinde obliegt. …. Seine Amtspflichten umfassen die Wortver-kündigung, Sakramentenverwaltung, Seelsorge …. und Verwaltungsaufgaben …..“[40]

[...]


[1] Vgl. Schelling, Hans Jörg, Wir müssen in Prävention investieren, in: FORMAT, Sonderheft zu FORMAT 33 (2011), S. 45.

[2] Kalb, Herbert et al., Religionsrecht, Wien, 2003, S. 282.

[3] o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 15, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 335.

[4] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 16, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 335.

[5] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 16, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 658f., S. 703.

[6] Eine Aufstellung der Pfarrämter findet sich im Anhang 1.

[7] Vgl. Schmoldt, Hans, Gebot, Verbot, in: Koch, Klaus u.a. (Hrsg.), Das grosse Lexikon zur Bibel, Altes und Neues Testament, Wien, 2004, S. 160.

[8] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 16, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 522.

[9] LeTourneau, Dominique, Das Opus Dei: Kurzportr. Seiner Entwicklung, Spiritualität, Organisation u. Tätigkeit, 1. Aufl., Stein am Rhein, 1987, S. 197.

[10] Henckel Donnersmarck, Abt Gregor, ora @ labora, Über Gott und die Welt und das Paradies auf Erden, im Gespräch mit Judith Grohmann, St.Pölten, 2010, S. 159.

[11] Ratzinger, Joseph, Benedikt XVI., Salz der Erde, Christentum und katholische Kirche im 21. Jahrhundert, Ein Gespräch mit Peter Seewald, München, 2005, S. 125.

[12] nähere Erläuterung siehe Kapitel 2.2.

[13] Caritas Diözese St. Pölten, http://www.caritas-stpoelten.at/ueber-uns/geschichte (abgerufen am 19.12.2011).

[14] Erzdiözese Wien, Stiftung Radio Stephansdom, http://www.erzdioezese-wien.at/edw/organisation/hierarchie/detail_diakon/?oidpers=14410269, abgerufen am 17.1.2012 (siehe im Anhang 5).

[15] o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 15, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 143f.

[16] Forum OÖ Geschichte - Virtuelles Museum Oberösterreich, http://www.ooegeschichte.at/uploads/tx_iafbibliografiedb/nadl_bh_07_0336_0340.pdf, abgerufen am 19.12.2011, siehe im Anhang 6).

[17] Vgl. Hug, Theo et al., Empirisch Forschen, Konstanz, 2010, S. 75.

[18] Vgl. Hug, Theo et al., Empirisch Forschen, Konstanz, 2010, S. 100f.

[19] Vgl. Hug, Theo et al., Empirisch Forschen, Konstanz, 2010, S. 131.

[20] o.V., Die Heilige Schrift, 1. Aufl., Stuttgart, 1982.

[21] Arbeitsinspektionsgesetz 1993 (ArbIG), BGBl.Nr. 27 idgF.

[22] § 1 (1) ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[23] § 1 (2) ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[24] Staatsgrundgesetz über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger RGBl 1867/142 idF BGBl 1988/684.

[25] Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich vom 5. Juni 1933, BGBl II 1934/2.

[26] Kalb, Herbert et al., Religionsrecht, Wien, 2003, S. 282.

[27] Drs, Monika, Das Arbeitsrecht in der Kirche: individualrechtliche Aspekte, in: Rungaldier, Ulrich u.a. (Hrsg.), Arbeitsrecht und Kirche, Zur arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Stellung von Klerikern, Ordensangehörigen und kirchlichen Mitarbeitern in Österreich, Wien, 2006, S. 117.

[28] § 1 (3) ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[29] Bundesbedienstetenschutzgesetz (B-BSG), BGBl. I Nr. 70/1999 idgF.

[30] § 3 (1) ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[31] Seewald, Peter, Das Webportal der Arbeitsinspektion, Ausgezeichnet zum Amtsmanager 2007, aber wie zufrieden sind eigentlich die KundInnen damit?, in: Insider, Nr. 1, März 2010, S. 3 – 4.

[32] § 3 (1) ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[33] § 17 ArbIG, BGBl. Nr. 27/1993 idgF.

[34] o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 15, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 335.

[35] Vgl. Wilson, Brian, Christentum, Freiburg im Breisgau 2000, S. 61.

[36] Wilson, Brian, Christentum, Freiburg im Breisgau, 2000, S. 61.

[37] Eine geographische Übersicht der Pfarren findet sich im Anhang 2.

[38] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 15, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 335.

[39] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 15, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 91.

[40] Vgl. o.V., Bibel, in: Gaede, Peter-Matthias (Hrsg.), GEO Themenlexikon, Band 16, Religionen, Glauben, Riten, Heilige, Mannheim, 2007, S. 643.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Arbeitnehmerschutz in den römisch-katholischen Pfarrämtern
Untertitel
Eine empirische Studie über die Pfarrämter in der Stadt St. Pölten
Hochschule
Fachhochschule Wien  (Public Management)
Veranstaltung
Bachelorstudiengang Public-Management
Note
2
Autor
Jahr
2011
Seiten
48
Katalognummer
V189597
ISBN (eBook)
9783656142461
ISBN (Buch)
9783656142171
Dateigröße
2702 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung, inwieweit Arbeitnehmerschutz in Pfarrämtern Anwendung findet.
Schlagworte
Arbeitnehmerschutz, ASchG, Arbeitsinspektorat, empirische Studie, römisch-katholisch, Kirche, Webportal, Webportal der Arbeitsinspektion, Arbeitsinspektion, Pfarrämter;
Arbeit zitieren
Peter Seewald (Autor), 2011, Arbeitnehmerschutz in den römisch-katholischen Pfarrämtern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189597

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