Die Sättigung der Märkte, der steigende Wettbewerb sowie die Verschlechterung der Umsatz- und Kostenstrukturen führen dazu, dass aus der Perspektive der Unternehmen ein zunehmender Druck entsteht, auf gestiegene Kundenansprüche und Wettbewerber im Markt schnell und flexibel zu reagieren. Diese nachhaltige Veränderung der Rahmenbedingungen zwingt die Unternehmen, in immer kürzeren Abständen einen Wandel herbeizuführen, damit bestehende Strukturen optimiert bzw. weiterentwickelt werden können.1 Im Rahmen dieser Veränderungsprozesse wird speziell der Abwicklung in Form von Projekten eine zunehmende Bedeutung beigemessen. Dies ist auf die Erkenntnis der Unternehmen zurückzuführen, dass die Arbeit in Form von Projekten eine besonders flexible und effektive Art der Umsetzung solcher Vorhaben ist. Folglich wird Projekten eine zunehmende Schlüsselfunktion in Unternehmen beigemessen, sodass die Verfolgung von Zielen in Form von Projekten zu einem elementaren Teilbereich der Unternehmensführung herangewachsen ist. Allerdings hat diese Entwicklung zur Folge, dass in den Unternehmen ein kontinuierlicher Anstieg von zu koordinierenden Projekten zu verzeichnen ist.2
Durch die steigende Projektanzahl konkurrieren unterschiedliche Projekte mehr denn je um zumeist knappe Unternehmensressourcen. Besonders gravierend ist in diesem Zusammenhang eine oftmals nicht objektiv durchgeführte Projektpriorisierung, welche eine ineffiziente Allokation von Ressourcen zwischen den Projekten bewirkt. Dies führt dazu, dass strategisch wichtige Projekte nicht oder nur unter erschwertem Ressourceneinsatz zur Zielerreichung geführt werden können. Dieses Problemfeld kann außerdem eine erhebliche Beeinträchtigung der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens bewirken.3 Daneben ergeben sich aufgrund der hohen Projektanzahl immer größere inhaltliche Interdependenzen zwischen den einzelnen Projekten, die häufig nicht miteinander abgestimmt werden.
[...]
1 Vgl. Hiller, M. (2002), S. 17-18.
2 Vgl. Dammer, H. (2008), S. 1-2.
3 Vgl. Kunz, C. (2007), S. 1.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Zentrale Begriffe und Definitionen
2.1.1 Projekt
2.1.2 Management
2.1.3 Projektmanagement
2.2 Abgrenzung des Multiprojektmanagements zu inhaltlich verwandten Begriffen
2.3 Unternehmensstrategie als zentraler Ausgangspunkt
3 Konzept des strategiebasierten Multiprojektmanagements
3.1 Institutionelle Sichtweise
3.1.1 Organisatorische Einbindung
3.1.2 Elemente der Multiprojektorganisation
3.2 Personelle Sichtweise
3.2.1 Kompetenzen von Multiprojektführungskräften
3.2.2 Unternehmenskultur
3.3 Funktionale Sichtweise
3.3.1 Multiprojektkonfiguration
3.3.2 Multiprojektpriorisierung
3.3.3 Projektbewertung als Element der Priorisierung
3.3.3.1 Eindimensionale Bewertungsmethoden
3.3.3.2 Mehrdimensionale Bewertungsmethoden
3.3.3.3 Interdependenzanalyse
3.3.4 Multiprojektkontrolle
4 Integriertes Ressourcenmanagement
4.1 Bedeutung für das Multiprojektmanagement
4.2 Organisatorische Einbindung
4.3 Planung und Steuerung des Ressourceneinsatzes
4.3.1 Ermittlung des Ressourcenbedarfs
4.3.2 Ermittlung der Ressourcenkapazität
4.3.3 Ressourcenzuweisung unter Berücksichtigung der Projektpriorisierung
5 Praktische Umsetzung
5.1 Einleitung
5.2 Ausgangssituation und Problemfelder im Rahmen der Projektarbeit
5.3 Lösungsansatz
5.4 Anwendungsfälle
5.5 Vor- und Nachteile des Systems
5.6 Ausblick und zukünftige Weiterentwicklung
6 Kritische Betrachtung und Handlungsempfehlungen
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert systematisch Methoden zur Priorisierung von Projekten im Multiprojektmanagement und untersucht dabei die Einbindung des Ressourcenmanagements, um eine effiziente und strategiekonforme Projektabwicklung in Unternehmen zu gewährleisten.
- Grundlagen des strategiebasierten Multiprojektmanagements
- Methoden zur Projektbewertung und -priorisierung
- Prozesse der Planung und Steuerung von Ressourcen
- Praktische Implementierung eines Projektpriorisierungssystems anhand eines Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
3.3.3.2 Mehrdimensionale Bewertungsmethoden
Während beim eng angelegten Wirtschaftlichkeitsverständnis ausschließlich monetäre Zielgrößen berücksichtigt werden, finden im Kontext des erweiterten Wirtschaftlichkeitsverständnisses mehrfache Zielgrößen Eingang in die Betrachtung. Folglich wird in diesem Zusammenhang von mehrdimensionalen Bewertungsmethoden gesprochen.
Diese Methoden sind für Entscheidungsprobleme entwickelt worden, zu deren Lösung nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Überlegungen herangezogen werden. Dadurch wird die Projektbewertung zwar realistischer, jedoch gleichzeitig auch komplexer. Zwei der bekanntesten mehrdimensionalen Bewertungsmethoden werden im Folgenden beispielhaft vorgestellt.
Die Nutzwertanalyse ist eine Methode, welche bei der Bewertung von Projekten die objektiv monetären Entscheidungskriterien durch einen subjektiven Nutzwert ersetzt. Dieser Nutzwert bewertet die Lösungstauglichkeit der verschiedenen Projekte bezogen auf die individuelle Bedürfnisbefriedigung der Entscheidungsträger.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die Problemstellung, die steigende Bedeutung von Projekten in Unternehmen sowie die Zielsetzung und den Aufbau der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Definiert die zentralen Begriffe Projekt, Management und Projektmanagement und setzt die Unternehmensstrategie als Ausgangspunkt für das Multiprojektmanagement.
3 Konzept des strategiebasierten Multiprojektmanagements: Stellt das ganzheitliche Konzept aus institutioneller, personeller und funktionaler Sicht vor, inklusive Bewertungsmethoden und Interdependenzanalysen.
4 Integriertes Ressourcenmanagement: Erläutert die Rolle des Ressourcenmanagements als Schnittstelle zwischen Projekt- und Linienorganisation sowie Prozesse zur Bedarfsplanung.
5 Praktische Umsetzung: Beschreibt die Implementierung eines Priorisierungssystems bei der 1&1 Internet AG basierend auf dem Modell autonomer Systeme.
6 Kritische Betrachtung und Handlungsempfehlungen: Vergleicht die theoretischen Erkenntnisse mit der praktischen Umsetzung und leitet Empfehlungen zur Skalierung und Optimierung ab.
7 Fazit und Ausblick: Fasst die Kernerkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen im Multiprojektmanagement.
Schlüsselwörter
Multiprojektmanagement, Projektpriorisierung, Ressourcenmanagement, Projektportfolio, Strategieimplementierung, Projektbewertung, Nutzwertanalyse, Interdependenzanalyse, Projektlandschaft, Unternehmensstrategie, Ressourcenallokation, Projektkontrolle, Projektorganisation, Einsatzmittelganglinie, 1&1 Internet AG
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie Unternehmen in einer Umgebung mit vielen parallelen Projekten (Multiprojektumgebung) Ressourcen effizient einsetzen und Projekte strategisch priorisieren können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das strategische Multiprojektmanagement, die verschiedenen Methoden der Projektbewertung (eindimensional vs. mehrdimensional) sowie die organisatorische Einbettung und Steuerung des Ressourcenmanagements.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist die systematische Analyse von mehrdimensionalen Projektbewertungsmethoden sowie die Ableitung von Prozessen, um Ressourcenplanung und Projektpriorisierung zielorientiert zu steuern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur sowie eine Fallstudie (Praxisbeispiel 1&1 Internet AG) zur Implementierung eines Projektpriorisierungssystems.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Konzeption des strategiebasierten Multiprojektmanagements, die Beschreibung der Ressourcenmanagement-Prozesse und die Darstellung einer konkreten praktischen Anwendung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Multiprojektmanagement, Projektpriorisierung, Ressourcenallokation, Nutzwertanalyse und Strategische Unternehmensführung.
Wie unterscheidet sich die Nutzwertanalyse von eindimensionalen Methoden?
Während eindimensionale Methoden primär monetäre Größen (wie Kosten oder Gewinn) betrachten, ermöglicht die Nutzwertanalyse die Einbeziehung qualitativer Kriterien und subjektiver Präferenzen der Entscheidungsträger.
Welchen Ansatz verfolgt die 1&1 Internet AG bei der Projektpriorisierung?
Das Unternehmen nutzt ein System autonomer Systeme, bei dem Projekte nach einem festen Regelwerk (z. B. First-in-first-out, Eindeutigkeit des Rangs) verwaltet werden, um Ressourcenkonflikte ohne komplexe zentrale Steuerung zu lösen.
Warum ist eine Interdependenzanalyse wichtig?
Sie identifiziert inhaltliche, zeitliche und kapazitive Abhängigkeiten zwischen Projekten. Dies hilft, Doppelarbeiten zu vermeiden und Synergien zu nutzen, die bei einer isolierten Projektbetrachtung verborgen blieben.
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- Christian Spitschan (Author), 2012, Ressourcenmanagement im Kontext der multiplen Projektabwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/189630